Original von Guillaume
Naja Rassist kann man sein und dennoch mit Schwarze arbeiten. Vor allem wenn man bedenkt daß er dann wenn überhaupt vielleicht später Rassist geworden wäre, als die Schecks für die Lethal Weapon Sequels schon Argument genug gewesen wären, um seinen Haß für die Dauer eines Filmdreh mal zu besänftigen. Aber wie gesagt, man kann Rassist sein und dennoch ein paar Schwarze kennen (und mögen).
Ich habe auch mal einen Anhänger der Front National gekannt der auch eine gewisse Sympathie für Hitler zu tage legt und dessen bester Kumpel Schwarz war.
Die Frage ist ob das überhaupt Relevant ist, für einen Schauspieler, was er Privat denkt. Wenn ich im Restaurant gehe, frage ich auch nicht ob der Küchenchef NPD Anhänger ist.
Irgendwie finde ich's komisch das man sowas soviel Aufmerksamkeit zu solchen Sachen schenkt. Wieviele Leute hören auf einen Schauspieler zu mögen weil sie erfahren daß er Scientolog oder ähnlichen ist?
Aber gut, ich denke bei Mel Gibson gibt's es da einen kleiner Unterschied, und ich hoffe Schrank verzeiht mir, aber ich werde mal so Frech sein und sagen das spielt vielleicht eine Rolle in seinen Antipathie. Mel Gibson's Film, als Regisseur, und seinen Auftreten drum herum haben was Prätentiös und Moralisierend. Vom Thema, von der Aussage aber auch von den Ansprüche, eben wie bei 'meine Filme keine Werbepause' und 'ich drehe mal in alte Sprachen der keine mehr spricht'. Verstehen wir uns nicht Falsch, ich habe nichts dagegen, und besonders der letzte Punkt finde ich super. Aber man neigt als Zuschauer halt gerne mal dazu Leute, die etwas Moralisierend auftreten und ihre Audienz Ansprüche stellen, auf Makellosigkeit zu überprüfen.
Nicht das es unbedingt gerechtfertigt ist, aber so in etwa würde ich die Situation bei Mel einschätzen.
Du hast, wie so oft, natürlich recht: wahrscheinlich hängt es, wie ich angedeutet hatte, wirklich nur von Sympathien ab, was man wem verzeihen kann und was nicht.
Meine Moral ist sehr persönlich und hat mit Logik nur in meiner eigenen Welt was zu tun ... und selbst da nur bedingt.
Bei Tom Cruise ist es für mich ganz einfach: ich kann den als Mensch nicht leiden, er ist für mich allenfalls ein mittelmäßiger Schauspieler --- und dann ist er auch noch so bekloppt, Scientologe zu sein.
Paßt alles!
Bei Mel Gibson ist es schon sehr viel komplizierter: ich habe Mad Max mit ihm in der Hauptrolle in meiner und seiner Jugend geliebt, ich fand später Filme wie Lethal Weapon und Braveheart nice aber mehr auch nicht --- und dann irgendwann hat mich die Christi Passion völlig geplättet: weil hier exemplarisch gezeigt wird, welchen Preis ein Mensch zu zahlen bereit sein muß, wenn er für seine revolutionäre Idee steht.
Ich war völlig verblüfft, als ich erfahren habe, daß Mel Gibson der Regisseur ist.
Wahrscheinlich sollte ich ihm schon deshalb alles verzeihen
Ich habe mich nicht darum gerissen, Einzelheiten aus dem Privatleben von Mel Gibson zu erfahren und auch seine politischen Präferenzen haben mich nie gejuckt – sie wurden mir aufgedrängt: aber von da an habe ich mich gefragt: … historisch ist in seinem Christi-Film Einiges nicht korrekt: und zwar zu Lasten der Juden –- und kann ein Mann, der seine Frau schlägt, mir irgendwas von Jesus erzählen?
Erschwerend in diesem Fall ist, daß ich bestimmte Fressen in random Filmen nicht mehr ertragen kann --- das ist eine Frage von Übersättigung und Affektiertheit, die bestimmt ungerecht ist
Andrerseits wird mich zum Beispiel Max von Sydow nie langweilen – und der hat seine Fresse schon für so viel Dreck hergezeigt: und für so viel tolle Filme: und einige geniale Filme!
Sein Privatleben interessiert mich genausowenig wie das von Tom Cruise oder Mel Gibson: aber seines wurde mir auch nicht aufgedrängt: und das nicht ohne Grund: und ich bin überzeugt davon, daß er nie seine Frau schlägt, oder so bekloppt ist, ein Scientologe zu sein