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Bafög und Arbeit

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Shappel
Beigetreten: 15.01.2012
Legacy Member

Hallo,

ich brauch mal kurz einen Rat:
Ich studiere momentan im 3. Semester, bekomme 542,- Euro monatl. Bafög, 224,87 Euro netto monatl. für meinen SHK Job (9,16/Std.) und 184 Euro Kindergeld, also im Monat rund 950 Euro.

Da ich jetzt ein nettes Jobangebot für die Semesterferien habe, habe ich die Möglichkeit die ganzen Semesterferien im Jahr, wären also 21 Wochen nächstes Jahr, zu arbeiten. Vielleicht nehme ich mir mal eine Woche frei in den Ferien, aber nur wenn ich in den Urlaub will - hab lieber Geld ;) Den SHK Job möchte ich dann gerne beibehalten, aber nur unter dem Semester.

So, nun die Frage: Wenn ich in den Ferien arbeite werde ich auf jeden Fall nur Vollzeit arbeiten können. Ich hab noch keinen genauen Stundenlohn, ist aber eine studentische Tätigkeit in einem größeren Unternehmen, werden also keine 5 Euro sein.

Wenn man das kurz im Kopf überschlägt, heißt das, dass ich schon bei 10 Euro die Stunde locker meinen Freibetrag fürs Bafög ums doppelte übersteige, also noch 150 Euro im Monat habe (ergab der Bafög Rechner, wenn ich von dem Lohn ausgehe) und dafür vielleicht 200 Euro im Monat (je nachdem wie viele Steuern ich zahlen muss) mehr verdiene, richtig?

Naja, ist gerade schon ein wenig unbefriedigend. Wenn ich schon die ganze freie Zeit bis auf Weihnachten arbeite hätte ich schon gerne mehr als 1200 Euro. Vor allem, weil ich mir gerne wieder ein Auto zulegen würde (würde wiederum der Arbeit dienen). Vielleicht habt ihr ja ein paar Tipps wie ich nun weiter mache und ob mein Gedankengang bzgl. dem was ich monatlich übrig habe so korrekt ist.

Danke :)


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20 Antworten
NiceToMeetYou
Beigetreten: 01.07.2007
Oldschool Grinder

Keine Ahnung zur Thematik, wollte nur mal anmerken, dass ich es irgendwie asozial finde, wenn Leute Bafög erhalten, die es gar nicht brauchen. Wenn du unbedingt arbeiten willst, dann tu das, aber versuche nicht beim Bafög zu bescheißen. Es gibt genug Studenten, die keinen Anspruch drauf haben und die nur vom arbeiten leben oder sogar bei zeitintensiven Studiengängen nichtmal das nebenher schaffen. Also sei nicht so gierig =)


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Shappel Themenstarter
Shappel
Beigetreten: 15.01.2012
Legacy Member

Ich sag mal nichts dazu, wenns Gier sein soll das man neben einem MINT Studiengang (zum Thema Zeitaufwand, denke Physik ist nicht gerade der gechillteste Studiengang) seine gesamten Ferien dazu opfern möchte um seinen Lebensstandard zu erhöhen, weil man von den Eltern keinen Cent kriegt. Und wo sag ich bitte ich möchte bescheißen? Ich habe gefragt ob das so richtig ist wie ichs sehe. Vielleicht gibts ja Möglichkeiten wie kurzfristige Beschäftigungen wo der Freibetrag anderweitig greift. Aber du sagst ja schon, "keine Ahnung".

Also danke, und jetzt bitte konstruktive Antworten :)


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DeathlyEagle
Beigetreten: 26.04.2009
Oldschool Grinder

Hab mich mit dem Thema auch mal auseinandergesetzt, da ich eventuell weiter studieren und während der ersten Semester arbeiten möchte.

Hier wird das ganze eigentlich recht gut erklärt.

Wenn man vom "Normalfall", sprich rentenversicherungspflichtige Arbeitnehmer ohne besondere Abzüge, ausgeht kommt man eben auf die meist genannten 4880€ brutto pro Bewilligungszeitraum/12 Monate, bzw. ca 406€/Monat.

Wenn man sich die Beispielberechnung anschaut, sieht man, dass sich nur recht wenig Einfluss nehmen kann, nämlich Freibeträge, sprich Heirat/Lebenspartnerschaft oder Kinder, und Werbungskosten.

Die einzige vernünftige Option davon sind wahrscheinblich nur die Werbungskosten. Solange man nicht über den Pauschbetrag von 1000€ kommt, ändert sich nur leider gar nichts.

Was es als Schlupflöcher eventuell noch gäbe, wären einmal ein niedrigerer Stundenlohn und stattdessen auf steuer- und sozialversicherungsfreie Gehaltsextras zu setzen. Tankgutschein (bis 44€/Monat), Verpflegungszuschuss, und was es da sonst noch alles so gibt. Hier müsste man sich aber mal informieren ob das funktioniert, habe selbst noch nichts dazu gefunden.
Und zum anderen einen Härtefallantrag nach BAFöG §23 Abs 5 stellen, wenn man ungewöhnlich hohe Ausgaben für's Studium hat.


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Shappel Themenstarter
Shappel
Beigetreten: 15.01.2012
Legacy Member

Okay, vielen Dank! Da hab ich ja schonmal einen Anhaltspunkt. Möchte jetzt nicht direkt zum Arbeitgeber laufen und es so kompliziert machen, aber über lang ist das definitiv eine Möglichkeit auf Tankgutscheine o.Ä. zurückzugreifen.

Letztendlich habe ich auch kein Problem damit zu arbeiten und dafür weniger Bafög zu bekommen (auch wenns so oder so darauf hinausläuft, dass ich die 10k€ nach dem Studium zurückzahlen muss - darunter komme ich nicht), aber es sollt ja im Rahmen bleiben.

Was ich nicht finden kann, vielleicht übersehe ich es auch: Wie wird das Einkommen, das den Freibetrag übersteigt, mit dem Bafög verrechnet? 1:1? D.h. für jeden Euro Verdienst wird entsprechend Bafög abgezogen? Wäre ja unverhältnismäßig wenn nur vom Bruttolohn ausgegangen wird.

Würde ja gerne einfach so viel arbeiten wie ich will, ohne mir nachher Sorgen machen zu müssen neben wenig Geld auch noch wenig Zeit zu haben :rolleyes:


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NiceToMeetYou
Beigetreten: 01.07.2007
Oldschool Grinder

Original von Shappel
Ich sag mal nichts dazu, wenns Gier sein soll das man neben einem MINT Studiengang (zum Thema Zeitaufwand, denke Physik ist nicht gerade der gechillteste Studiengang) seine gesamten Ferien dazu opfern möchte um seinen Lebensstandard zu erhöhen, weil man von den Eltern keinen Cent kriegt.

Bafög ist aber nicht da, um deinen Lebensstandard zu erhöhen und dir ein Auto zu kaufen, sondern damit man nicht aus finanziellen Gründen nicht studieren kann, es ist also für "Hilfebedürftige" da. Das ist wie wenn ein H4-Empfänger nach Nebenverdienstmöglichkeiten sucht, die ihm nicht abgezogen werden.

Ich kenne Leute, die mussten im Studium bei den Eltern wohnen und von 300€ Taschengeld leben, weil sie nicht bafög-berechtigt waren und (ja, MINT) kaum Zeit zum arbeiten hatten ohne dass das Studium gelitten hätte.


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cherubium
Beigetreten: 09.06.2009
PokerStrategist

Übertreibs mal nicht, Nicetomeetyou.

Ist ja nicht so, dass hier Leistungen erschlichen werden wie bei Schwarzarbeit oder Hartz IV betrug, die er nicht tilgen müsste.
Er muss das Bafög zurückzahlen und bekommt es nicht geschenkt. Also immer locker bleiben.

Kann dir -Shappel- leider nicht weiter helfen. War nie studieren und gehöre dem studiumlosen Proletariat an ;)


Antwort
Zitat

Original von cherubium
Übertreibs mal nicht, Nicetomeetyou.

Ist ja nicht so, dass hier Leistungen erschlichen werden wie bei Schwarzarbeit oder Hartz IV betrug, die er nicht tilgen müsste.
Er muss das Bafög zurückzahlen und bekommt es nicht geschenkt. Also immer locker bleiben.

Kann dir -Shappel- leider nicht weiter helfen. War nie studieren und gehöre dem studiumlosen Proletariat an ;)

gibt aber einige Boni, so dass man bei sehr guten Leistungen im Studium knappe 20% zurückzahlen muss.


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wusah
Beigetreten: 06.02.2006
Elite Grinder

Bafög zahlt man generell zu 50% zurück und die Bonis auf gute Leistungen gibt es nicht mehr.


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FiftyBlume
Beigetreten: 06.06.2010
PokerStrategist

Original von cherubium
Übertreibs mal nicht, Nicetomeetyou.

Ist ja nicht so, dass hier Leistungen erschlichen werden wie bei Schwarzarbeit oder Hartz IV betrug, die er nicht tilgen müsste.
Er muss das Bafög zurückzahlen und bekommt es nicht geschenkt. Also immer locker bleiben.

Kann dir -Shappel- leider nicht weiter helfen. War nie studieren und gehöre dem studiumlosen Proletariat an ;)

1. Ist die Hälfte ein zinsloser Kredit
2. Ist das Maximum 10.000 Euro, und wird u.u. noch gemindert...
direkt zahlen o.ä.

5 Jahre Studium a 600 Euro im Monat macht 36.000...

Bafög ist schon eine Sozialleistung...


Antwort
Zitat
pg89
Beigetreten: 05.04.2008
Oldschool Grinder

Original von NiceToMeetYou
Ich kenne Leute, die mussten im Studium bei den Eltern wohnen und von 300€ Taschengeld leben, weil sie nicht bafög-berechtigt waren und (ja, MINT) kaum Zeit zum arbeiten hatten ohne dass das Studium gelitten hätte.

Bei den eltern wohnen und 300€ im monat zur verfügung haben...besser kann es einem doch kaum gehen ?(
Jetzt mal rein vom finanziellen her und abgesehen davon, dass man irgendwann ausziehen möchte.


Antwort
Zitat
Subt4l1ty
Beigetreten: 25.11.2007
Oldschool Grinder

ich kann dir nur raten, einfach so viel aufs jahr gesehen zu arbeiten, dass du im gesamten jahr genau 4800€ verdienst.

jeden cent, de du mehr verdienst, bekommst du direkt 1:1 vom bafög abgezogen.

mehr arbeiten ist also nur zeitverschwendung, außer dir ist die arbeit an sich wichtig wegen ruf, erfahrung, kontakt zum unternehmen etc.


Antwort
Zitat
DeathlyEagle
Beigetreten: 26.04.2009
Oldschool Grinder

Bei allem was über dem Freibetrag hinaus geht werden eben die Werbungskosten, falls gezahlt Einkommenssteuer, und vom Restbetrag der prozentuale Anteil für die Sozialversicherungspauschale abgezogen (ggf. zahlt man aber als Student weniger, als abgezogen wird).
Der Rest wird 1:1 abgezogen.


Antwort
Zitat
Shappel Themenstarter
Shappel
Beigetreten: 15.01.2012
Legacy Member

Original von pg89

Original von NiceToMeetYou
Ich kenne Leute, die mussten im Studium bei den Eltern wohnen und von 300€ Taschengeld leben, weil sie nicht bafög-berechtigt waren und (ja, MINT) kaum Zeit zum arbeiten hatten ohne dass das Studium gelitten hätte.

Bei den eltern wohnen und 300€ im monat zur verfügung haben...besser kann es einem doch kaum gehen ?(
Jetzt mal rein vom finanziellen her und abgesehen davon, dass man irgendwann ausziehen möchte.

Ich frag mich auch wie es einem da so schlecht gehen soll. Ich habe die Möglichkeit zu Hause zu studieren nicht und habe im Monat keine 300 Euro zur Verfügung (wenn man Essen, Miete und Nebenkosten, evtl Semesterbeiträge, Lernmittel abzieht).

Verstehe ohnehin nicht wieso es jemandem, der freiwillig in den Ferien arbeitet statt rumzuhängen (wie ein Großteil der Studenten - und ich bin auch Student, ist nicht so, dass ich keine Ahnung hab) und auch am Wochenende einen Tag einlegt, nicht gestattet sein darf sich entsprechend ein paar Euro dazu zu verdienen (und nach wie vor ging es mir nie drum, dass ich noch 100% meines Bafögs bekomme, die Frage war wie ich das finanziell am vorteilhaftesten handle). Aber ich denke NiceToMeetYou verbietet "Sozialhilfebedürftigen" auch Geld für Unterhaltung in Form von Weggehen o.Ä. auszugeben? Wäre ja konsequent.

Nur nebenbei bemerkt habe ich übrigens gesagt, dass ein Auto der Arbeit dienen würde, da die Stelle 20km via Autobahn entfernt liegt (keine Anbindung via ÖPNV). Ich wohne 10min von der Uni entfernt, da brauche ich keins. Wenn ich dadurch jedoch durch die Arbeit im Monat weniger Geld habe als vorher ... naja, sollte ich dann wohl auch tun ;) Dass immer jemand mit erhobenem Zeigefinger kommen muss wenn man sagt, man bezieht Bafög.

Genug kopfgeschüttelt. Wollte mich eigentlich kurz halten und finde die Diskussion auch unnötig, da es hier gar nicht darum ging.

Original von Subt4l1ty
ich kann dir nur raten, einfach so viel aufs jahr gesehen zu arbeiten, dass du im gesamten jahr genau 4800€ verdienst.

jeden cent, de du mehr verdienst, bekommst du direkt 1:1 vom bafög abgezogen.

mehr arbeiten ist also nur zeitverschwendung, außer dir ist die arbeit an sich wichtig wegen ruf, erfahrung, kontakt zum unternehmen etc.

Okay danke für den Tipp. Ich denke mehr Arbeiten kommt für mich dennoch in Frage, da der Job nett ist und es mir wohl auch einiges nach dem Studium bringt. Würde z.B. auch später gerne in dem Betrieg bleiben. Wenn da sonst nicht mehr rauszuholen ist, ist es eben so.

Denke das Thema hat sich soweit dann eh erledigt, vielen Dank für die Ratschläge :) Falls noch jemand etwas anzumerken hat was nicht erwähnt wurde bedanke ich mich übrigens.


Antwort
Zitat
pg89
Beigetreten: 05.04.2008
Oldschool Grinder

NiceToMeetYou hat schon recht, wieso soll der staat jemandem geld geben, der auch so über die runden kommt?
Das andere argument, dass es irgendwie unfair ist, jemandem der freiwillig mehr arbeitet das geld weg zu nehmen ist aber natürlich auch nicht falsch...


Antwort
Zitat
FiftyBlume
Beigetreten: 06.06.2010
PokerStrategist

Original von pg89
NiceToMeetYou hat schon recht, wieso soll der staat jemandem geld geben, der auch so über die runden kommt?
Das andere argument, dass es irgendwie unfair ist, jemandem der freiwillig mehr arbeitet das geld weg zu nehmen ist aber natürlich auch nicht falsch...

konsequenterweise müsste jeder, der gegen die anrechnung ist,
dafür sein, dass jeder unabhängig vom einkommen der eltern
den höchst satz erhält....


Antwort
Zitat
pg89
Beigetreten: 05.04.2008
Oldschool Grinder

Weil?

"Gerecht" wäre es, jedem der zeit hätte zu arbeiten bafög zu kürzen. Nur ist das so obv nicht umsetzbar.


Antwort
Zitat
wusah
Beigetreten: 06.02.2006
Elite Grinder

Original von FiftyBlume

Original von pg89
NiceToMeetYou hat schon recht, wieso soll der staat jemandem geld geben, der auch so über die runden kommt?
Das andere argument, dass es irgendwie unfair ist, jemandem der freiwillig mehr arbeitet das geld weg zu nehmen ist aber natürlich auch nicht falsch...

konsequenterweise müsste jeder, der gegen die anrechnung ist,
dafür sein, dass jeder unabhängig vom einkommen der eltern
den höchst satz erhält....

Bin ich übrigens schon lange dafür.


Antwort
Zitat
NiceToMeetYou
Beigetreten: 01.07.2007
Oldschool Grinder

DAFÜR wäre ich auch. Aber solange das so nich ist, ist und bleibt es eine Sozialleistung, die für Bedürftige gedacht ist.


Antwort
Zitat
FiftyBlume
Beigetreten: 06.06.2010
PokerStrategist

Original von pg89
Weil?

Weil Bafög momentan - wie Nice ja schon sagt - eine Sozialleistung ist, die verhindern soll, dass jemand für sein Studium hungern muss.

Wenn man sagt, dass Einkommen eines Studenten soll keine Rolle für sein Bafög spielen, mit welcher Begründung soll dann das Einkommen der Eltern eine Rolle spielen?


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Zitat
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