Hier ist viel halbwissen unterwegs.
Die 1 Euro GmbH nach Mundart gibt es nicht. Eine UG lässt sich nicht mit einem Euro gründen. Jeder, der das sagt, hat vermutlich noch nie eine UG gegründet
Dafür brauchst du knappe 1000 Euro. Alles andere ist Unsinn.
Falls man nach meiner Reputation für diese Aussage fragen möchte, ich bin Geschäftsführer einer UG (haftungsbeschränkt).
Und diese 1000 Euro sind auch nur ausreichend, sofern man standardisierte Formulare verwendet, die aber seltenst Anwendung finden (zu allgemein). Sofern man nur etwas abweicht, kannst du schon mit 2000 Euro rechnen. Benötigst du auch einen Geschäftsführer-Anstellungsvertrag, kannst du nochmal 500 Pipen drauf legen.
Die UG (Haftungsbeschänkt) wurde einführt, da die LTD aufgrund ihres Gerichtstandes in England wenig Anhänger finden konnte (Logisch, man braucht einen Anwalt, der sich mit Englischem Recht auskennt, das kostet).
Bei einer UG wird jährlich eine Rückstellung gebildet, 25% des Reingewinns wandert in die Stammeinlage, bis man bei 25kEuro angelangt ist, um die GmbH zu gründen.
Eine GmbH kann auch vorher schon gegründet werden mit einer Stammeinlage von 12.500 Euro. Dann gilt weiterhin die Regelung mit 25%.
Die UG ist noch recht unbekannt. Einige haben Vorbehalte. Zu unrecht.
Allerdings kann man seine Kunden leicht aufklären. Bei Lieferanen ist es zugegebener Maßen nicht immer so einfach.
Die Stammeinlage einer GmbH von 25.000 T€ ist im Schadensfall in der Regel unbedeutend. Denn Schadensfälle, die Existensbedrohend sind, gehen normalerweise in die hunderttausende.
Meine UG (die im Schadensfall mit Regressansprüchen in die Millionen rechnen muss), ist abgesichert durch eine Produkthaftpflicht über 10 Mio Euro.
Die Stammeinlage ist vollkommen irrelevant. Was interessieren mich 25K€, wenn ich einen Schaden in höhe von 10 Mio habe???
Oder anders Beispiel: Ich habe Außenstände an 50 Lieferanten in höhe von insgesammt 100K€, und ich gehe Insolvent.
Welchen Wert haben hier schon die 25K€? Keinen. Insbesondere, wenn sowiso 50 % der Einlage durch Insolvenzkosten draufgeht.
Die Stammeinlage ist was neugegründete Unternehmen angeht, vollkommen unrelevant. Später besitzt sie Aussagekraft, aber nicht bei Start-Up Unternehmen, die i.d.R. sowieso auf Pump aufgebaut sind.
Die Einlage ist für Banken interessant, wenn es um Kreditvergabe o.ä. geht.
Da ich nicht weiß, was genau du vorhast, du aber offensichtlich nicht viel Kapital dafür benötigst, ist die UG absolut zu empfehlen.
Ich kann dir nur raten, geh zur IHK, besuch das Existenzgründersemiar. Alles weitere erklären die dir dort. Du kannst von so vielen öffentlichen Stellen Kohle abgreifen, das kann in die 10 tausende gehen (die du NIE zurückzahlen musst, geschenkt!!!!). Für alle Anträge benötigst du zwingend einen Businessplan. Ohne kannst du es gleich bleiben lassen.
Achja, nachteil bei der UG, da es eine Kapitalgesellschaft ist:
Du musst bilanzieren. Brauchst einen Steuerberater. Der kostet dich natürlich auch Geld.
Zitat (aus einem Existenzgründerseminar) : "Aber Bill Gates hat Microsoft auch ohne Businessplan gegründet"---> Antwort " SIE SIND NICHT BILL GATES" Richtig.
Und vor allem, wir leben in einer anderen Zeit.