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Fragen zu Renten- BU und Unfallversicherung

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krush22
Beigetreten: 19.12.2008
Oldschool Grinder

Hallo liebe Comm,

es geht um meine Freundin.
Sie ist 23 jahre und Beamtin (Bürotätigkeit) und wird mit 25/26 wohl auf lebenszeit verbeamtet.
Sie hat damals, als sie in die Ausbildung gegangen ist sich von so nem Debeka Typ ( dem wohl, wie etlichen anderen der Debeka, die Daten von den Anwerbern vom Amt/ Oberdirektion mitgeteilt wurden :evil:) aufschwatzen lassen.
Lebensentwurf sieht bisslang eig so aus: Heiraten+Haus bauen+ Kinder bekommen und dann halbtags gehen( zumindest für ne Weile).

Sie hat eine BU irgendwie an eine RV gekoppelt. Dabei beträgt die absicherung der BU 700€ monatlich.
Die Rentenversicherung geht bis 2056!!! Also bis sie 67 ist( BU anscheinend auch). Dann hat sie eine Summe von 20k irgendwas angespart. bzw eine Rente von glaub knapp über 60 €/mon.. Sie zahlt derzeit knapp 49€/mon.. Habe mal approximativ gerechnet das ca 20€ in die RV gehen um auf die Summe zu kommen und 29 demesprechend in die BU, was eig ok ist, gibts aber auch schon ein wenig günstiger.

Um ehrlich zu sein stört mich diese Rentenversicherung, da man mMn eig nur einmal im leben
Kapital braucht und das ist wenn man Haus und Kinder groß zieht. Wenn ich es richtig verstanden hab kann man auch nicht die RV aussetzen, weil sie ja dann nicht BU versichert wäre. Ist das so richtig, oder geht das in der Regel und ich versteh es nur nicht?
Wenn dem so wäre müsste mand as ja quasi kündigen, aber es gehen halt doch zwischenn 500-600€ dann drauf ( Differenz zwischen Rückkauf- und Wert)

Als letztes noch, eine Unfallversicherung braucht sie doch eig nicht oder? Die BU sichert doch eig alle Risiken ab und extrem Sport macht sie auch nicht ( hier im Forum gelesen das es dann snnvoll sein kann wegen heli Rettung).


Antwort
Zitat
10 Antworten
FiftyBlume
Beigetreten: 06.06.2010
PokerStrategist

1. Deine Freundin hat doch sicherlich eine DU(Dienstunfähigkeitsversicherung) abgeschlossen oder nicht?

2. Ich würd das Ding einfach kündigen, weil es schlichtweg nicht sinnvoll ist.

Erläuterung:

Deine Freundin hat als Beamtin einen besonderen Status "Knackpunkt" ist die Dienstzeit:

a) <5 Jahre Dienstzeit + Beamtin auf Probe

=> im Falle einer DU wird sie in der gesetzlichen RV nachversichert, sofern es kein fremdverschuldeter Dienstunfall war, der zur DU geführt hat,
in diesem Falle helfen ihr die 700 Euro recht wenig

b) >5 Jahre Dienstzeit o. Beamtin auf Lebenszeit

=> deine Freundin wird im Falle der DU vorzeitig in den Ruhestand versetzt, wobei ihr 2/3 der verbleibenden Zeit angerechnet werden und anschließend eine Günstigerprüfung zwischen amtsabhängiger und und amtsunabhängier Pension vorgenommen wird

amtsunabhängig stehen ihr momentan rund ~1300 Euro Pension zu,
amtsabhängig für den gehobenen Dienst(d.h. sie ist Diplom-Finanzwirtin o.ä. - hat also quasi "studiert") bekäme sie ihren Pensionsanspruch, der momentan bei rund 50% liegen dürfte(bezogen auf ihr Bruttoeinkommen) mit der Zeit natürlich immer höher wird.

Die Frage ist, ob sie mit der DU tatsächlich ein relevantes Risiko abdeckt, denn eigentlich ist sie schon recht gut abgesichert und müsste im Grunde eher eine DU für die Zeit bis zur Verbeamtung auf Lebenszeit haben(die natürlich mehr sein sollte als 700 Euro).

So klingt es einfach nur nach verschenktem Geld.


Antwort
Zitat
krush22 Themenstarter
krush22
Beigetreten: 19.12.2008
Oldschool Grinder

Ja sie ist DIpl. Finanzwirtin.

Der Betrag ist ja schon extra so niedrig, du hattest ja auch mal geschrieben das beamte eh 1,k bekommen wenn auf lebenszeit und dann würden 700€ halt die lücke schließen.
Und das man diese Lücke schließt ist ja eig scho noch interessant oder?

Auf jedenfall sehr interessant was du schreibst, werde ich ihr mal erzählen. Für weiter Einschätzungen bin ich sehr dankbar.


Antwort
Zitat
IBeatGTA
Beigetreten: 07.05.2009
PokerStrategist

Deine Freundin zahlt jetzt und die nächsten 44 Jahre monatlich 49€, um danach 60€ monatlich für eine Garantiezeit von 15J+ zu bekommen, und um die nächsten paar Jahre vor dem reg. Pensionsanspruch abzusichern. Als Diplom-Finanzwirtin wird sie sich ausrechnen können, daß das kein gutes Investment sein kann. Ausnahme: sie ist schon so gut wie BU, d.h. der Versicherungsfall wird sehr wahrscheinlich eintreten.


Antwort
Zitat
FiftyBlume
Beigetreten: 06.06.2010
PokerStrategist

So genau kann ich das jetzt aus der Ferne natürlich nicht abschätzen, aber das Risiko würde ich jetzt nicht unbedingt versichern.

Natürlich weiß ich nicht, wie das auf dem FA aussieht, aber spontan wäre meine Annahme:

Beamtin auf Lebenszeit mit A10, Stufe 3(was in der Bundesbesoldungsordnung ~2800 Euro brutto wären), womit im Falle der DU schonmal 1400 Euro gezahlt würden(1200 netto, wenn man KV abzieht).

Vermutlich wird sie mit 30 schon A11 sein, da wäre die Nettopension bei ~1300 Euro.

Die Frage wäre, welches konkrete Risiko sie abdecken möchte, das ist mir noch nicht ganz klar.

Wenn der Plan doch ist, dass sie zur Kindererziehung zu Hause bleibt bzw. nur noch halbtags arbeitet, dann wäre sie ja in etwa bei dem Verdienst, denn sie im Falle der Dienstunfähigkeit auch hätte.

Ich sag jetzt einfach mal, der Plan ist, dass sie mit 28 schwanger wird, dann 3 Jahre zu Hause bleibt und dann halbtags arbeiten geht bis sagen wir mal 45.

Verdienst:
23 bis 28 -> 100%
28 bis 31 -> 0%
31 bis 45 -> 50%

Wenn sie berufsunfähig wird, dann bekommt sie auch ~50%.

Dazu kommt, dass die Summe, die ihr absichert nicht so wahnsinnig hoch ist, sondern "nur" circa 8,5k im Jahr - das ist eben die Frage, ob man nicht viele Fälle selbst abdecken kann, sagen wir mal eine DU über zwei bis drei Jahre.

-------------------------------

Was mir gerade noch zum Thema "Man braucht nur einmal Kapital" einfällt:
Als Beamtin auf Lebenszeit hat sie eine sehr gute Bonität, deswegen brauchst du dir eher keine Gedanken darüber machen, ob ihr in 10 Jahren 6k mehr oder weniger habt(trotzdem sollte man das Produkt überprüfen, zumal der Typ nicht so den großen Plan gehabt hat anscheinend, afaik bietet die Debeka extra was gesondertes an um die 5 Jahre abzudecken).


Antwort
Zitat
jotha
Beigetreten: 20.04.2006
Elite Grinder

Original von groovechampion
Deine Freundin zahlt jetzt und die nächsten 44 Jahre monatlich 49€, um danach 60€ monatlich für eine Garantiezeit von 15J+ zu bekommen, und um die nächsten paar Jahre vor dem reg. Pensionsanspruch abzusichern. Als Diplom-Finanzwirtin wird sie sich ausrechnen können, daß das kein gutes Investment sein kann. Ausnahme: sie ist schon so gut wie BU, d.h. der Versicherungsfall wird sehr wahrscheinlich eintreten.

Das ist allerdings nur die halbe Wahrheit. In dieser Konstellation ist die ganze Zeit die BU bezahlt.

Hier ist das Dilemma, dass zwei Produkte gekoppelt verkauft wurden.
Das wird halt gerne gemacht. Das Verkaufsargument: Man erhält später die gezahlten Beiträge über die RV zurück.

Mit den gerechneten gesicherten Pensionen kann man sich bestimmt gut allein versorgen.
Die BU sichert aber zu mMn relativ günstigen Preisen eine Mehrrente ab.
Nach Heirat + Haus + Kind kann man das sehr gut gebrauchen, wenn es hart auf hart kommt.

Falls Sie später doch noch einmal BU zusätzlich absichern wollte, wird es aufgrund Alter und ggf. Krankheiten nur sehr viel teurer oder gar nicht mehr möglich sein.
Vor einer Entscheidung sollte das sehr genau überlegt werden.

PS: Vor der BU lieber die Unfall kündigen bzw. Unfall sowieso.


Antwort
Zitat
krush22 Themenstarter
krush22
Beigetreten: 19.12.2008
Oldschool Grinder

Vielen Dank schon mal an alle.

Sehr hilfreich alle beiträge. Danke. Werde es dann bald mal mit der Freundin nochmal alles egnau durchgehen.

Auchw enn keiner spezifisch drauf geantwortethat, aber die unfallversicherung kann weg?


Antwort
Zitat
FiftyBlume
Beigetreten: 06.06.2010
PokerStrategist

Original von krush22
Vielen Dank schon mal an alle.

Sehr hilfreich alle beiträge. Danke. Werde es dann bald mal mit der Freundin nochmal alles egnau durchgehen.

Auchw enn keiner spezifisch drauf geantwortethat, aber die unfallversicherung kann weg?

Das gleiche wie bei der DU - im Beamtenstatus(auf Lebenszeit) ist man gut abgesichert und mir würde jetzt kein Szenario einfallen, wo die Unfallversicherung was bringen würde.

@jotha:

Ich schätze deine Meinung ja sehr, aber hier sollte unbedingt der gesonderte Status berücksichtigt werden.

Würdest du netterweise mal ausführen, was eine BU von 2.000 Euro konkret umfasst bzw. welche Abgaben noch entfallen und wie die Rente bei BU berechnet wird?

Für Beamte gelten ja besondere Regeln und ich würde krush dann gerne zeigen können, wie seine Freundin momentan abgesichert ist - sie hat ja in 3 Jahren einen Pensionsanspruch, der höher liegt als die Durchschnittsrente und das sollte man eben auch berücksichtigen(d.h. defacto ist die "BU" durch den Beamtenstatus viel mehr Wert als der reine Bruttobetrag).


Antwort
Zitat
jotha
Beigetreten: 20.04.2006
Elite Grinder

@FiftyBlume

Du merkst doch selbst an, dass derzeit eine BU im Fall 2a) noch sinnvoll sein könnte, bzw. sogar zu wenig ist. Für diese Zeit sollte man die BU dann doch einfach weiter laufen lassen.
Wenn es sogar zu wenig ist, dann eine zusätzlich neue, da die ja wegen Alter teuerer ist.

Nach dieser Zeit ist die finanzielle Absicherung erneut zu prüfen.
Hier wird dann eben die weitere Entwicklung Haus + Kind berücksichtigt.
Wenn dann wirklich eine Übersicherung vorliegt, kann man immer noch kündigen.

Mit den Berechnungen kennst Du dich anscheinend ganz gut selbst aus. Also führe sie doch hier einfach aus. Aber nicht mit den 2.000 EUR, sondern mit den 700 EUR Anspruch und der Pension. Da lerne ich gerne bei sehr tiefem Wissen etwas dazu.


Antwort
Zitat
IBeatGTA
Beigetreten: 07.05.2009
PokerStrategist

Original von jotha
Die BU sichert aber zu mMn relativ günstigen Preisen eine Mehrrente ab.

Beziehst Du Dich hier auf den Fall? Die Dame wird in 2-3 Jahren BaL.

€: achso, jetzt glaube ich zu erkennen, was Du meinst. Wie hoch ist denn, aus Deiner Kenntnis, der BU-Anteil, für den man sicher die Mehrrente für den Fall der Fälle absichert?


Antwort
Zitat
FiftyBlume
Beigetreten: 06.06.2010
PokerStrategist

Natürlich wäre die DU für die Zeit bis zur Verbeamtung auf Lebenszeit u.U. sinnvoll, aber dann auch höher, weil man lediglich den gesetzlichen Anspruch hat wie jeder Akademiker und entsprechend nachversichert wird. Da helfen die 700 Euro dann quasi auch nichts mehr.

Wie hoch sind die Abgaben an die KK bei Bezug eine BU-Rente?

Wie schon ausgeführt liegt der Anspruch bei der Verbeamtung auf Lebenszeit bei circa 1.200 Euro netto nach Abzug der KK(habe mal 150-200 veranschlagt), mit dem 30ten Lebenjahr schon bei 1.400 netto(Vermutung anhand einer durchschnittlichen "Karriere").

Die Berechnung ohne ein konkretes Eintrittsdatum ist schwierig, da sich bisherige Arbeitszeit und Gehaltsgruppe erheblich auswirken(bei Beamten sind die aktuellen Bezüge maßgeblich, nicht der Durchschnittswert).

Da die DU eines Beamten zur Versetzung in den Ruhestand führt und somit auch keine DU-Rente sondern die normale Pension gezahlt wird, handelt es sich um einen lebenslangen Anspruch.

für den Vergleich mit einer BU-Versicherung nehme ich jetzt einfach mal die 1200 Euro nach Abzug der KV als Bezugsgröße.

Ich gehe jetzt nachfolgend davon aus, dass von einer BU-Rente rund 5% für die KV abgezogen werden und der Rentenanspruch minimal ist(da wir ja hier eine frühe DU eines Beamten als Vergleich benutzen).

Nehmen wir nun an, dass die Rente 800 Euro netto betragen würde(falls die Mindestrente kommt, wobei die in unserem Fall ja vermutlich nicht zutrifft), dann müsste von der BU noch eine Versorgungslücke im Alter von 400 Euro geschlossen werden.

Demnach wäre die Absicherung eines BaL circa (1,2k Euro + AV) * 1,05...

Jetzt nehm ich mal an, dass man für die zusätzliche Rente von 400 Euro einen monatlichen Beitrag von 250 Euro leisten müsste(keine Ahnung, in wie weit das realistisch ist), demzufolge hätte Krushs Freundin als BaL vom Start weg eine Absicherung die ungefähr einer 1.500 Euro BU(die sich auch noch an die Inflation anpasst) entsprechen würde plus ihre DU.

Wenn sie älter wird(= mehr Dienstzeit hat+höhere Besoldung) dann steigt die Summe noch rasant an....


Antwort
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