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Gewichtung Regionen, Sektoren, Cap-Segmente

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Xantos
Beigetreten: 07.09.2005
Legacy Member

Hey,

im Jahresziele-Thread hatte ich ja geschrieben, dass ich etwas mehr von Einzelaktien in Index-ETFs umschichten wollte.

Da bin ich auf einem guten Track, habe aber immer noch eine große Portion Einzelaktien. Daher wollte ich mir mal meine Gewichtung des Gesamtportfolios anschauen. D.h. die ETFs entsprechend nach Zusammensetzung analysieren, die Einzelaktien kategorisieren, und dann aufsummieren. Folgendes sind die Ergebnisse:

Regionen -- damit bin ich sehr zufrieden, EM ist zwischen der 30/70 GDP und 10/90 Market Cap Gewichtung
US 59%
EM 21%
DE 9%
Other 11%

Cap-Segmente -- auch damit bin ich ganz zufrieden, etwas Overweight Small Cap im Vergleich zur gesamten Marktkapitalisierung. Könnte aber etwas mehr sein, vielleicht 15% langfristig?
Large Cap 83%
Mid Cap 8%
Small Cap 9%

Sektoren
Tech ist der einzige Sektor mit signifikanter Übergewichtung -- Faktor 2 höher als im All-World ETF!
Persönlich sehe ich auch Vonovia (Immobilien) und Carlyle Group (Private Equity) als bewusste Übergewichtungen dieser Sektoren, macht aber je nur 2.5% des Portfolios aus.

Fazit:
Mein Tech-Sektor-Übergewicht ist zu hoch.
Klar, das ist meine Branche der Wahl, und in den letzten Jahren klappte es gut.
Mindestens von den Mitarbeiteraktien sollte ich mich aber wirklich trennen -- da wird das Gewicht immer höher & es macht wenig Sinn, beim eigenen AG krass übergewichtet zu sein.

Ich hätte vermutlich schon immer auto-selling der Mitarbeiter-Aktien machen sollen.
Dumm, das nicht zu tun. Denn jetzt ist die Kostenbasis niedriger als der Marktwert, so dass ich beim Verkauf fürs Umschichten Steuern zahlen muss, die ich mit Auto-Selling nicht hätte zahlen müssen.

Wie sieht's bei euch aus?
Irgendwelche unerwünschten Nebeneffekte eurer Einzelaktien-Bets, was die gesamte Portfolio-Balance angeht?
Oder achtet ihr darauf immer, wenn ihr überlegt, Einzelaktien zu kaufen?


Antwort
Zitat
41 Antworten
Coach
mnl1337
Beigetreten: 14.01.2008
Elite Grinder

Ich hätte vermutlich schon immer auto-selling der Mitarbeiter-Aktien machen sollen.
Dumm, das nicht zu tun. Denn jetzt ist die Kostenbasis niedriger als der Marktwert, so dass ich beim Verkauf fürs Umschichten Steuern zahlen muss, die ich mit Auto-Selling nicht hätte zahlen müssen.

Du zahlst also lieber keine Steuern als einen Gewinn zu machen und darauf Steuern zu zahlen?

Zum Thema: Es hängt eigentlich nur von deiner Zielsetzung hab. Was willst du mit den Einzelaktien bezwecken? Zocken/spielen? Dann Verteilung wayne. Überrendite? Dann Verteilung auch eher wayne. Diversifiziert sein? Warum dann kein ETF?


Antwort
Zitat
Xantos Themenstarter
Xantos
Beigetreten: 07.09.2005
Legacy Member

Wenn ich die Aktien direkt verkauft hätte, als ich sie erhalten habe, hätte ich sie ja nicht in Cash liegen gelassen.
Sondern in einen ETF investiert, der dann liegenbleibt & auch Gewinn erwirtschaftet hätte.

Die Optionen sind also nicht:
1. Kein Gewinn, keine Steuern.
2. Gewinn, Steuern.

Sondern:
1. Gewinn, Steuern heute.
2. Gewinn, Steuern irgendwann in der Zukunft.

Da ist 2 dann ja schon klar besser, so dass es jetzt ein nerviger Trade-Off ist.
Zumindest alle neue vestenden Aktien werde ich auf autosell stellen.

Zu deiner Frage nach Zielsetzung:
Überrendite ohne starke Imbalance.
D.h. ich würde gerne Small Cap übergewichten, Tech selektiv übergewichten (aber nicht Faktor 2), und dazu habe ich bewusst Vonovia und Carlyle für mehr Real Estate und Private Equity Exposure als im Index.

Aber ja, am Ende wäre nur ETF auch ok, daher ist bestimmt auch etwas Zockerei dabei ;)


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Zitat
Coach
mnl1337
Beigetreten: 14.01.2008
Elite Grinder

Ok macht Sinn, daran hatte ich nicht direkt gedacht. :)

Wieso ist dir die Balance denn so wichtig? Wenn eine Chance für eine Überrendite da ist, ist es doch egal ob es der 10 Techwert ist oder nicht.


Antwort
Zitat
DrStrothmann
Beigetreten: 29.12.2007
Oldschool Grinder

Ich gewichte in der Regel SmallCaps und teilweise auch MicroCaps in Summe über. Zusammen komme ich in beiden Sektoren auf gut 30%. Aber auch Cyber Security hat einen guten Anteil (7,5%) via ETF.
Einzelaktien überwiegen wie immer bei mir. Einzig das Cyber Security ist als ETF dabei, Rest Einzelwerte.


Antwort
Zitat
Xantos Themenstarter
Xantos
Beigetreten: 07.09.2005
Legacy Member

Original von mnl1337
Ok macht Sinn, daran hatte ich nicht direkt gedacht. :)

Wieso ist dir die Balance denn so wichtig? Wenn eine Chance für eine Überrendite da ist, ist es doch egal ob es der 10 Techwert ist oder nicht.

Weil es mir ja um die Risk-Adjusted Returns geht.
Wenn ich davon ausgehe, dass ich statistisch mit 1 Einzelaktie 5% Überrendite pro Jahr erziele, ist das trotzdem krasses Klumpenrisiko, alles auf das gleiche Pferd zu setzen.

@DrStrohtmann: Microcaps als Einzelpicks vermute ich?


Antwort
Zitat
Coach
mnl1337
Beigetreten: 14.01.2008
Elite Grinder

Dass man mehrere Einzeltitel haben soltle ist klar, aber die genaue Streuung in Sektoren und Größe leuchtet mir nicht so ein. Da muss ja schon was sehr ungewöhnliches passieren, dass Smallcaps alle scheisse laufen und Largecaps nicht betroffen sind.
Ich finde, wenn man schon versucht eine Überrendite durch Stockpicking oder Trading zu erreichen, dann sollte man das auch ausreizen.


Antwort
Zitat
DrStrothmann
Beigetreten: 29.12.2007
Oldschool Grinder

Ja auch MicroCaps als Einzelwerte

@mnl13337: Es nie so, das der gesamte Markt in allen Sektoren gleichmäßig fällt. Gleiches gilt für den dann folgenden Anstieg. Insofern macht das schon Sinn. Fraglich ist für mich allerdings auch immer, wie man Risiko bewusst so genau steuern will / kann.


Antwort
Zitat
Coach
mnl1337
Beigetreten: 14.01.2008
Elite Grinder

Nein macht es nicht. Wenn man eine Überrendite erwartet, wieso will man dann auch in Sektoren/ Sizes investieren, die das genaue Gegenteil sind? Vor allem mit deiner Annahme dass die Märkte in allen Sektoren nie gleichzeitig fallen.
Eure Ansätze machen Sinn, wenn ich das Einzelaktienportfolio mehr oder weniger als Buy&Hold als Ersatz für ein breit gestreutes ETF Portfolio nehme, weil ich denke, dass ich dadurch eine höhere Rendite habe. Dann wiederum frage ich mich warum ihr/du auch noch ETFs haltet/hälst. So oder so, sehe ich keinen roten Faden.


Antwort
Zitat
Xantos Themenstarter
Xantos
Beigetreten: 07.09.2005
Legacy Member

Weil man Varianz vermeiden möchte.

Selbst, wenn man sich der Überrendite nach Erwartungswert 100% sicher wäre, so ist single-stock oder single-sector immer höhere Varianz, d.h. höheres Risiko.

Und es ist eben (natürlich zielabhängig) meist sehr sinnvoll, einen Tacken EV aufzugeben, wenn man dafür die Varianz deutlich reduzieren kann.


Antwort
Zitat
Coach
mnl1337
Beigetreten: 14.01.2008
Elite Grinder

Macht Sinn. Gibts dafür Varianzsimulatoren oder weiterführende Quellen um das genauer zu beleuchten?


Antwort
Zitat
DrStrothmann
Beigetreten: 29.12.2007
Oldschool Grinder

Eine breite Streuung erzielt keine sehr klaren Überrenditen, aber deutlich weniger Verluste. Damit langfristig einen Vorteil. Überhaupt liegt der Gewinn bei Langfristbetrachtungen nicht im Buchgewinn, sondern in der Vermeidung von Buch- und oder Realisierungsverlusten. Selbst Charlie Munger sagt, dass Berkshire erfolgreich ist, weil man in Schwächephasen weniger verliert als der Rest.


Antwort
Zitat
Xantos Themenstarter
Xantos
Beigetreten: 07.09.2005
Legacy Member

@mnl1337:
Da gibt es Formeln, die aber wiederum Daten brauchen, die wiederum auf der Vergangenheit beruhen ;)

Google Stichwort "risk-adjusted Returns" ist ein Anfang.

Ich mache es mir aber einfacher: Für mich ist das Grund, zu balancieren zwischen einerseits breiter Market Exposure und konkreten Überrenditen-Wenn andererseits.

Meine Überrenditen-Wetten sind small cap und Einzelaktien (quasi nur Tech / E-Commerce). Da diese aber jetzt keine gigantische Überrendite versprechen, möchte ich nicht zu stark übergewichten. Und bei Tech tue ich das mmn derzeit noch.

Dazu kommen meine "Überdiversifikations"-Wetten Vonovia und Carlyle, bei denen meine Ratio ist, etwas mehr Real estate und private equity Exposure zu haben als mit breiten Marktindizes. Nicht, weil ich dort krasse Überrendite erwarte, sondern weil ich glaube, dass beides im Aktienmarkt etwas unterrepräsentiert ist.


Antwort
Zitat
Xantos Themenstarter
Xantos
Beigetreten: 07.09.2005
Legacy Member

Update -- basierend auf den Gedanken im Eingangspost durch 3 Einzelaktienverkäufe und 2 Index-ETF käufe etwas näher an meine Wunschallokation gekommen und gleichzeitig den ETF-Anteil erhöhrt. Das Single Stock Gegamble ging lang genug gut, weil Tech so gut lief -- aber ich glaube, das ist bei mir größtenteils Luck/Survivor Bias.

Regionen
US 59% -> 62%
EM 21% -> 15%
DE 9% -> 6%
Other 11% -> 16%

Cap-Segmente
Large Cap 83% -> 79%
Mid Cap 8% -> 8%
Small Cap 9% -> 13%


Antwort
Zitat
pKay
Beigetreten: 21.01.2005
BlackMember

Was hältst du grundsätzlich von der Idee Small Cap noch _viel mehr_ zu gewichten?

angelehnt an das hier:
https://paulmerriman.com/wp-content/uploads/2018/02/UBH-FTYAA-Tables-50-50-0-2017-Returns-Update.pdf

Letztlich plädiert er für
a) alles "value" als Faktor
b) 50% Large cap 50% Small cap (50% USA 50% "international")

Er hat auch youtube videos uns sagt, dass Small langfristig immer > large, und value a) bear market erprobt ist und b) langfristig besser performed..
Finde ich interessant.

Es gibt mittlerweile viele ETFs die "value weighted" sind..
Wie sehr das dann einer 'wirklichen' "Valuestrategie" entspricht kann ich als semi Laie nicht beurteilen.


Antwort
Zitat
Coach
mnl1337
Beigetreten: 14.01.2008
Elite Grinder
Xantos Themenstarter
Xantos
Beigetreten: 07.09.2005
Legacy Member

@pKay:
50% small cap -- grundsätzlich: Warum nicht.
Innerhalb Small Caps ist man ja trotzdem mit den richtigen ETFs sehr diversifiziert (# firmen, branchen, länder etc).

Gegen eine zu hohe Gewichtung und die Kombination verschiedener Faktoren spricht für mich:

1. Verfügbarkeit. Was gibt es denn an "Value & SC" ETFs in Deutschland/Europa?
2. Kosten. Bei uns sind Factor ETFs viel teurer als in den USA.
3. Markteffizienz. Glaube, dass die historischen Überrenditen zumindest zum Teil wegoptimiert wurden.

D.h. wenn du so Faktoren kombinierst und extrem stark gewichtest, hast du garantiert den Nachteil der geringeren Diversifizierung und garantiert höhere Kosten als eine analoge Umsetzung in den USA. Während ich davon ausgehe, dass die modellierte Überrendite eher eine obere Grenze angibt und sie eher niedriger ausfallen wird going forward.


Antwort
Zitat
Coach
mnl1337
Beigetreten: 14.01.2008
Elite Grinder

3. smallcaps haben mehr risiko, daher ist eine höhere rendite gerechtfertigt. wieso sollte man auf SC setzen, wenn man die selbe rendite mit weniger volatilen LC haben kann?


Antwort
Zitat
Xantos Themenstarter
Xantos
Beigetreten: 07.09.2005
Legacy Member

Nochmal: "zum Teil".

SC werden wohl weiter etwas mehr Rendite generieren. Aber wieviel? Mmn weniger als in der Vergangenheit. Und dazu ist SC value eben teuer für deutsche retail-Anleger


Antwort
Zitat
Bierb4ron
Beigetreten: 05.04.2009
BlackMember

und warum dmn weniger als bisher?


Antwort
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