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Ich hab da mal ein paar Fragen...

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2plus2is4
Beigetreten: 20.05.2008
BlackMember

Hey liebe Wirtschaftsexperten,

in letzter Zeit habe ich mich ein wenig mit dem Wirtschaftssystem befasst und habe noch einige offene Fragen, die doch eigentlich, relativ leicht beantwortet werden sollten. Zumindest hoffe ich das mal. Ich möchte den Thread dazu nutzen mir ein wenig Wissen anzueignen um Zusammenhänge besser zu verstehen.
Am besten ich nummerier die Fragen, dann kann jeder der meint mir eine vernünftige Antwort geben zu können, einfach @Frage1 oder so schreiben.

1.
Wieso muss unsere Wirtschaft eigentlich immer wachsen? Können wir nicht einfach stagnieren oder unser BIP einfach mal sinken lassen und dafür "bessere" Produkte bauen (umweltschonender, effizienter, langlebiger)?

2.
Wieso wird das BIP eigentlich als der Messwert schlechthin genommen um die Lage eines Landes zu beurteilen? (Wenn Brasilien jetzt seinen ganzen Regenwald wegholzt steigt das BIP ja rasant an, jedoch gehts dem Land doch dann obv nicht besser oder?)
Mir sind alternative Messmethoden durchaus bekannt jedoch sind die auch nicht so das Wahre oder?

3.
Gehen wir nun davon aus, dass unsere Wirtschaft wachsen MUSS.
Um die zusätzlichen Produkte oder Dienstleistungen bezahlen zu können brauchen wir ja auch mehr Geld richtig?
Wenn wir nun von einer linearen Wachstumsfunktion ausgehen und die Geldmenge jedoch exponentiell wächst, (da auf das neu geschaffene Geld ja Zinsen bezahlt werden müssen richtig?) dann kann das doch nicht lange gut gehen.
Länder können teilweise nicht mal mehr ihre Zinsen bezahlen geschweige denn die Schuld tilgen, wenn mich nicht alles täuscht tilgt kein Land der Welt netto seine Schulden oder etwa nicht?

4.
Wem schulden eigentlich alle Länder dieser Welt Geld? Deutschland, Europa, USA, China etc sind alle verschuldet. Wer ist der Gläubiger?
Die Schulden werden ja eh nie bezahlt werden können, was dann?

5.
Wenn die Wirtschaft jedes Jahr wachsen MUSS, dann müssen wir ja in ein paar Jahrzehnten unsere Wirtschaftsleistung bereits verdoppeln.
Die Energie und Wasserressourcen werden ja dementsprechend beansprucht und hier sehe ich schon wieder ein gewaltiges Konfliktpotenzial.

Natürlich können wir neue Energieträger etc erschließen und mir sind diese Milchmädchenrechnungen, a la im Jahre 1920 wird Berlin mit 1m Pferdekot überdeckt sein bekannt, aber trotzdem habe ich irgendwie Angst vor der Zukunft.

6.
Ich finde es ja schön und gut wenn wir in Deutschland eine Energiewende herbeiführen wollen aber machen viele Politiker/Unternehmer etc nicht einfach den Fehler, dass niemals die Erde als Planet gesehen wird sondern nur in von menschengeschaffenen Grenzen und Ländern.
Was bringt uns die Energiewende hier wenn in China und Indien täglich 2 neue Kohlekraftwerke angeschlossen werden? Wenn deutsche Meiler abgeschaltet werden aus Angst vor einer Katastrophe, aber tschechische am Netz bleiben trotz alarmierender Zustände.
Wieso macht Deutschland nicht einfach weiter wie bisher ist doch im Vergleich mit den anderen großen Nationen ja doch nur ein Tropfen auf den heißen Stein right?

7.
Was haben Zentralbanken in einer freien Marktwirtschaft verloren? Wenn der Zins, als einer der wichtigsten Indikatoren einer freien Marktwirtschaft, von einigen Leuten teilweise willkürlich festgelegt wird und natürlich massive Fehlsignale sendet und so makroökonomische Ungleichgewichte auslöst.

8. Bei einer Staatsquote von fast 50% sind wir ja fast schon eher in der Zentralwirtschaft als im "Raubtierkapitalismus"? Wieso ist der Begriff Kapitalismus so negativ behaftet? Wieso werden Banken und Co sowie fehlende Regulierung für die heutigen Wirtschaftskrisen verantwortlich gemacht und nicht die Staaten und Zentralbanken (falsche Signale durch Zins, verzehren des Wettbewerbs durch Handelshemmnisse, Rettung von maroden Unternehmen, Ländern)

9. Ich hab gelesen bei der FED und teilweise auch bei der EZB handelt sich um private Institutionen. Ist da was dran? Falls ja wem gehöre sie?

Frage 10.
Wenn der Wohlstand ein sehr wichtiges Kriterium einer Volkswirtschaft ist wie soll man dann zu Gewerkschaften stehen? Gewerkschaften(habe ich vor einiger Zeit gelesen ich kann den genauen Wortlaut nicht wiedergeben) noch nie zu einer Erhöhung der Gesamtwohlfahrt beitragen sondern haben, dadurch das sie Löhne über dem marktüblichen Preis durchsetzen können, negative Effekte auf den Gesamtwohlstand, da nachdem Insider-Outsider Prinzip die Insider zwar davon profitieren in Form von höheren Löhnen als üblich, aber die Outsider arbeitslos bleiben.

Vielen Dank schon mal fürs Lesen. Ich würde mich über ein paar Antworten freuen und vielleicht hat sich der ein oder andere, ja schon mal ähnliche Fragen gestellt.
Tut mir leid falls die Fragen teilweise komisch formuliert sind oder so aber es ist schon relativ spät


Antwort
Zitat
32 Antworten
BudSpencer8
Beigetreten: 16.06.2008
Oldschool Grinder

Original von 2plus2is4
4.
Wem schulden eigentlich alle Länder dieser Welt Geld? Deutschland, Europa, USA, China etc sind alle verschuldet. Wer ist der Gläubiger?
Die Schulden werden ja eh nie bezahlt werden können, was dann?

7.
Was haben Zentralbanken in einer freien Marktwirtschaft verloren? Wenn der Zins, als einer der wichtigsten Indikatoren einer freien Marktwirtschaft, von einigen Leuten teilweise willkürlich festgelegt wird und natürlich massive Fehlsignale sendet und so makroökonomische Ungleichgewichte auslöst.

8. Bei einer Staatsquote von fast 50% sind wir ja fast schon eher in der Zentralwirtschaft als im "Raubtierkapitalismus"? Wieso ist der Begriff Kapitalismus so negativ behaftet? Wieso werden Banken und Co sowie fehlende Regulierung für die heutigen Wirtschaftskrisen verantwortlich gemacht und nicht die Staaten und Zentralbanken (falsche Signale durch Zins, verzehren des Wettbewerbs durch Handelshemmnisse, Rettung von maroden Unternehmen, Ländern)

Schon spät daher absolute Kurzversion:

4.) Einer der grössten Gläubiger der USA ist China soweit ich weiß (allerdings macht China wohl auch nur ein paar % der Gesamtverschuldung der USA aus). Ist China denn überhaupt verschuldet?
Im Endeffekt sind die Gläubiger wohl meistens Institutionelle. Und Institutionelle legen widerum unser aller Geld an. Zb die Allianz.

7.) Richtig erkannt, in einem gänzlich freien Kapitalismus gibt es keine Zentralbank welche den Zins festlegt sondern der Zins selbst unterliegt Angebot und Nachfrage.

8.) Banken sind nur ein erweiterter Arm des Staates da sie exklusiven Zugang zum Zentralbankzins haben. Sie sind sozusagen eine Mischform aus Staat und Marktwirtschaft. (Zumindest solange es Zentralbanken gibt)

Du hast schon richtig erkannt das die Probleme im Grunde aus eigentlich Elementen verursacht wurden welche es so im "Raubtierkapitalismus" gar nicht geben würde. Gründe warum dennoch der "Raubtierkapitalismus" herhalten muss sind immer politischer natur. Einerseits können so Politiker von eigenen fehlern ablenken und andererseits passt es eben in das Weltbild von vielen.

Sorry wenn ich nicht alles breiter ausführe aber das bett ruft.


Antwort
Zitat
2plus2is4 Themenstarter
2plus2is4
Beigetreten: 20.05.2008
BlackMember

Ist doch schon mal ein Anfang.

zu 4.)

dann verschulden die sich ja mit unserem Geld oder? Der Staat finanziert das Militär und z.B seine sinnlosen Straßenbauarbeiten im Winter also im Endeffekt wirklich mit unserer Kohle? Afaik ist China auch massiv verschuldet ja.

zu 8.) Sind das nicht nur die Nationalbanken und nicht die Privatbanken a la Deutsche Bank?


Antwort
Zitat
KingofOH
Beigetreten: 07.02.2009
PokerStrategist

zu 4) der größte gläubiger der usa ist die fed, dann china.
soweit ich weiß: man unterscheidet zwischen inlandsverschuldung und auslandsverschuldung. inlandsverschuldung rechnet man als die staatsanleihen, die auf nationalen recht lauten. auslandsverschuldung betrifft anleihen, die auf ausländischem recht lauten. bei der inlandsverschuldung muss es sich nicht ausschließlich um "einheimische" handeln.
bei den auktionen von staatsanleihen, sind die gläubiger annonym soweit ich weiß bzw. man mach da ein geheimniss draus. kann mich an eine dokumentation erinnern in der man wissen wollte wer eigentlich die gläubiger deutschlands sind und da hat man keine einkunft gewährt.
bin aber kein volkswirt, deshalb alle angaben ohne gewähr ;)


Antwort
Zitat
KingofOH
Beigetreten: 07.02.2009
PokerStrategist

zu 4) wie finanziert der staat seine ausgaben? zum einen hat der staat einnahmen aufgrund der steuern, die er erhebt. reicht das geld nicht, was die regel ist , hat der staat die möglichkeit sich am kapitalmarkt fremdkapital zu besorgen(neuverschuldung). das zusammen nutzt der staat für seine ganzen ausgaben. der staat gibt also nicht nur unser geld aus, sondern auch das von ausländischen gläubigern.

wie soll sich der staat mit unserem geld verschulden? der staat an sich verschuldet sich, nicht das geld. der staat sind wir. die bürger bürgen für die schulden des staates, deshalb auch der name^^


Antwort
Zitat

Original von 2plus2is4
Hey liebe Wirtschaftsexperten,

in letzter Zeit habe ich mich ein wenig mit dem Wirtschaftssystem befasst und habe noch einige offene Fragen, die doch eigentlich, relativ leicht beantwortet werden sollten. Zumindest hoffe ich das mal. Ich möchte den Thread dazu nutzen mir ein wenig Wissen anzueignen um Zusammenhänge besser zu verstehen.
Am besten ich nummerier die Fragen, dann kann jeder der meint mir eine vernünftige Antwort geben zu können, einfach @Frage1 oder so schreiben.

1.
Wieso muss unsere Wirtschaft eigentlich immer wachsen? Können wir nicht einfach stagnieren oder unser BIP einfach mal sinken lassen und dafür "bessere" Produkte bauen (umweltschonender, effizienter, langlebiger)?

a. bevölkerungswachstum
b. menschliches streben nach mehr reichtum. die leute beschweren sich ja heutzutage schon, wenn sie nicht 3mal in urlaub fahren können und das iphone5 haben.

2.
Wieso wird das BIP eigentlich als der Messwert schlechthin genommen um die Lage eines Landes zu beurteilen? (Wenn Brasilien jetzt seinen ganzen Regenwald wegholzt steigt das BIP ja rasant an, jedoch gehts dem Land doch dann obv nicht besser oder?)
Mir sind alternative Messmethoden durchaus bekannt jedoch sind die auch nicht so das Wahre oder?

es gibt "bessere" konzepte/messmethoden, sie scheitern in der regel an der schwierigkeit sie zu messen (messe mal wissenschaftlich valide "umweltqualität" und "glück der bevölkerung"...;))

3.
Gehen wir nun davon aus, dass unsere Wirtschaft wachsen MUSS.
Um die zusätzlichen Produkte oder Dienstleistungen bezahlen zu können brauchen wir ja auch mehr Geld richtig?
Wenn wir nun von einer linearen Wachstumsfunktion ausgehen und die Geldmenge jedoch exponentiell wächst, (da auf das neu geschaffene Geld ja Zinsen bezahlt werden müssen richtig?) dann kann das doch nicht lange gut gehen.
Länder können teilweise nicht mal mehr ihre Zinsen bezahlen geschweige denn die Schuld tilgen, wenn mich nicht alles täuscht tilgt kein Land der Welt netto seine Schulden oder etwa nicht?

4.
Wem schulden eigentlich alle Länder dieser Welt Geld? Deutschland, Europa, USA, China etc sind alle verschuldet. Wer ist der Gläubiger?
Die Schulden werden ja eh nie bezahlt werden können, was dann?

privaten, institutionen, banken...

5.
Wenn die Wirtschaft jedes Jahr wachsen MUSS, dann müssen wir ja in ein paar Jahrzehnten unsere Wirtschaftsleistung bereits verdoppeln.
Die Energie und Wasserressourcen werden ja dementsprechend beansprucht und hier sehe ich schon wieder ein gewaltiges Konfliktpotenzial.

Natürlich können wir neue Energieträger etc erschließen und mir sind diese Milchmädchenrechnungen, a la im Jahre 1920 wird Berlin mit 1m Pferdekot überdeckt sein bekannt, aber trotzdem habe ich irgendwie Angst vor der Zukunft.

ja, energiebedarf ist DAS problem der kommenden jahrzehnte!

6.
Ich finde es ja schön und gut wenn wir in Deutschland eine Energiewende herbeiführen wollen aber machen viele Politiker/Unternehmer etc nicht einfach den Fehler, dass niemals die Erde als Planet gesehen wird sondern nur in von menschengeschaffenen Grenzen und Ländern.
Was bringt uns die Energiewende hier wenn in China und Indien täglich 2 neue Kohlekraftwerke angeschlossen werden? Wenn deutsche Meiler abgeschaltet werden aus Angst vor einer Katastrophe, aber tschechische am Netz bleiben trotz alarmierender Zustände.
Wieso macht Deutschland nicht einfach weiter wie bisher ist doch im Vergleich mit den anderen großen Nationen ja doch nur ein Tropfen auf den heißen Stein right?

irgendeiner muss beginnen, oder?

7.
Was haben Zentralbanken in einer freien Marktwirtschaft verloren? Wenn der Zins, als einer der wichtigsten Indikatoren einer freien Marktwirtschaft, von einigen Leuten teilweise willkürlich festgelegt wird und natürlich massive Fehlsignale sendet und so makroökonomische Ungleichgewichte auslöst.

wir haben keine (und hatten niemals eine) freie marktwirtschaft (s.unten)

8. Bei einer Staatsquote von fast 50% sind wir ja fast schon eher in der Zentralwirtschaft als im "Raubtierkapitalismus"? Wieso ist der Begriff Kapitalismus so negativ behaftet? Wieso werden Banken und Co sowie fehlende Regulierung für die heutigen Wirtschaftskrisen verantwortlich gemacht und nicht die Staaten und Zentralbanken (falsche Signale durch Zins, verzehren des Wettbewerbs durch Handelshemmnisse, Rettung von maroden Unternehmen, Ländern)

du wirfst die richtige frage auf: wieviel regulierung/staatseinfluss will man.

9. Ich hab gelesen bei der FED und teilweise auch bei der EZB handelt sich um private Institutionen. Ist da was dran? Falls ja wem gehöre sie?

Vielen Dank schon mal fürs Lesen. Ich würde mich über ein paar Antworten freuen und vielleicht hat sich der ein oder andere, ja schon mal ähnliche Fragen gestellt.
Tut mir leid falls die Fragen teilweise komisch formuliert sind oder so aber es ist schon relativ spät


Antwort
Zitat
FiftyBlume
Beigetreten: 06.06.2010
PokerStrategist

Vorab, es handelt sich bei den Antworten um meine persönliche Meinung,
d.h. es muss nicht unbedingt gängiger Lehrmeinung entsprechen.

Zur ersten Frage:

Vereinfacht gesagt, kann man ein höheres (reales) BIP mit höherer Lebensqualität gleichsetzen, ein sinkendes BIP hätte demnach eine
sinkenden Lebensqualität zur Folge.

Es spricht nichts gegen deinen Vorschlag, nur wäre so etwas schwer vermittelbar - ich würde einfach mal in den Raum stellen, dass obwohl es objektiv besser wäre, psychologisch einfach zu einer schlechteren Stimmung führt.

Zur zweiten Frage:

Meine Vermutung wäre hier, dass es sich schlichtweg um eine Methode handelt, die sich historisch so entwickelt hat - ebenso wie z.B. die Einheiten Knoten und nautische Meile in der Seefahrt.

Das Problem ist, dass eine komplexere Berechnung nicht unweigerlich zu besseren Ergebnissen führt, weil es schwierig ist, bestimmte Faktoren zu bewerten(Effizienz, Nachhaltigkeit).

Zur dritten Frage:

Meiner Meinung nach ist hier "jein" die richtige Antwort. Entscheidend dürfte sein, wie man Geld bewertet bzw. definiert.
Im Grunde ist Geld ja nur etwas abstraktes, dass den Tauschhandel vereinfacht. Deswegen kann man im Grunde auskommen, ohne neues Geld zu schaffen.

Was Schulden betrifft: Solange man neues Geld bekommt und darauf zinsen zahlt dreht sich die Spirale weiter. Im Kern spricht aber nichts gegen Schulden, wenn die Geldmenge konstant ist.

Ganz stark vereinfacht: Ich leihe meinem Steuerberater Geld was für 10 Steuererklärungen reicht und bekomme das Geld für 11 zurück - dann muss er irgendwann eine Steuererklärung "umsonst" machen.
Ist ja an sich überhaupt kein Problem, problematisch wird es erst, wenn auf die Art das Geld aus dem System fließt.

Nehmen wir einfach mal einen kleinen Kreis mit 3 Personen an:
eine Gogo-Tänzerin(GT) mit 4 Geldeinheiten(GE)
ein Steuerberater(SB) mit 2 Geldeinheiten(GE)
ein reicher Sack(RS) mit 10 Geldeinheiten(GE)

SB leiht sich von RS 10 GE und verspricht 11 zurückzuzahlen.
SB kauft anschließend verschiedene Güter und erzielt über seine Arbeit ein Einkommen von 10 GE.
GT lässt den SB für sich arbeiten und zahlt 1 GE.
SB zahlt den Kredit mit Zinsen zurück.
RS lässt sich für 1 GE einen Lapdance geben.

alle sind wieder auf dem Stand von vorher, der SB hat einmal "umsonst" gearbeitet, damit er sich die Dinge früher kaufen konnte, GT hat eine Steuererklärung und dafür einen Lapdance gemacht, und RS hat einen Lapdance für lau bekommen, weil er sein Geld verliehen hat.

Schulden beruhen im wesentlich darauf, dass irgendjemand bereit ist, "umsonst" zu arbeiten.

4) Hierzu wurde ja schon was gesagt, aber klar, wenn der Staat sich Geld leiht, dann kommt das irgendwoher und in der vereinfachten Darstellung ist es dann so, dass der Staat sich quasi das Geld der Bürger(was bei der Volksbank liegt) leiht.

5) Wenn dir Wirtschaft wachsen müsste, dann wäre das so - tatsächlich muss sie das aber nicht. Außerdem lässt sich aus der Vergangenheit auch nicht ableiten, wie die zukünftige Beziehung zwischen Wirtschaftswachstum und Energiebedarf ist. Lange Zeit war das wirtschaftswachstum an quasi unfassbar große Mengen von Ressourcen gekoppelt und man hat einfach mehr gefördert. Was weg ist ist weg und wenn nichts mehr da ist, dann geht die Wirtschaft eben zurück.

6) Nur weil alle Müll machen, müssen wir das ja nicht auch. Natürlich ist das blöd und teuer, wenn wir das alleine machen, auf der anderen Seite ist es eine Investition in die Zukunft, weil es früher oder später keine fossilen Energieträger mehr geben wird. Dann wird zwar noch genug Uran vorhanden sein, aber der Preis wird massiv steigen damit wird dann auch der Atomstrom teurer.

D.h. wenn wir jetzt schon umstellen haben wir in Zukunft einen Vorteil, und können noch die Technik verkaufen.
Abgesehen davon ist es immer gut, wenn einer den ersten Schritt macht, wenn die Franzosen sehen, dass wir ohne AKWs und Kohlekraftwerke gut klarkommen, dann werden sie nachziehen.

Davon abgesehen gibt es zur Energiewende ja keine zwei Meinungen, sie muss und wird kommen - einzig die Ausprägung unterscheidet sich. Jemand der pro-Atomkraft ist, sperrt sich ja nicht gegen erneuerbare Energien sondern ist der Meinung, dass AKWs eine gute Übergangslösung darstellen.

7) Wie schon gesagt wurde in einem absolut freien Markt hat eine Zentralbank nichts verloren, sie ist in unseren Fällen lediglich ein Instrument, um bestimmte Entwicklung zu fördern oder zu hemmen(in meinen Augen kein gutes, aber naja).

8) Die Staaten sollten frühzeitig korrigierend eingreifen, um die Folgen möglichst gering zu halten - daher keine Schuld, sondern eben maximal der Vorwurf zu spät eingegriffen zu haben. Es gibt Finanzprodukte, bei denen klar ist, dass es früher oder später irgendwo zu Verlusten kommen muss(die Börse ist ein Beispiel dafür) - das Problem ist, dass dieses Risiko viel höher ist, als das, was die Banken ihren Anlegern versprochen haben.

Natürlich kann man das alles vor die Wand fahren lassen und warten, bis die ersten Banken gestürmt werden und das System komplett zusammenbricht, weil man gegenseitig soviel Geld hin- und hergeschoben hat und keiner so genau weiß, wer eigentlich jetzt wo welche Summen hat.

9) afaik ist die FED staatlich bzw. ein Sonderkonstrukt und die EZB ein EU-Organ....


Antwort
Zitat
topspit
Beigetreten: 07.02.2008
Oldschool Grinder

Wenn wir nicht wachsen, dann geht e suns irgendwann so wie Zimbabwe zwar auf heutigen Niveau aber im Vergleich zum Rest der Welt erbärmlch arm.


Antwort
Zitat
2plus2is4 Themenstarter
2plus2is4
Beigetreten: 20.05.2008
BlackMember

Original von FiftyBlume
Zur dritten Frage:

Meiner Meinung nach ist hier "jein" die richtige Antwort. Entscheidend dürfte sein, wie man Geld bewertet bzw. definiert.
Im Grunde ist Geld ja nur etwas abstraktes, dass den Tauschhandel vereinfacht. Deswegen kann man im Grunde auskommen, ohne neues Geld zu schaffen.

Was Schulden betrifft: Solange man neues Geld bekommt und darauf zinsen zahlt dreht sich die Spirale weiter. Im Kern spricht aber nichts gegen Schulden, wenn die Geldmenge konstant ist.

Hier hake ich nochmal nach, denn die verschiedenen Arten von Gelddefinitionen habe ich auch gelesen und die stellen mich auch nicht vollends zufrieden. Tatsächlich bleibt die Geldmenge nicht konstant sondern wächst.
Die Aussage das die Wirtschaft linear wächst und die Schulden exponentiell muss doch mathematisch zu einem Kollaps führen ohne wenn und aber oder was habe ich übersehen?

@marc0506
1a.
Bevölkerungswachstum kann doch kein Grund für Wirtschaftswachstum sein bzw der zwingende Grund. Wir haben in Deutschland rückläufige Bevölkerungsraten und trotzdem muss die Wirtschaft wachsen
1b.
Nein ich glaube auch nicht, dass der Mensch ein "natürliches" Bedürfnis nach mehr Reichtum hat, sondern ihm wurde weißgemacht man wäre glücklich wenn man dieses und jenes hat. Tatsächlich handelt sich um ein kurzfristiges Glücksgefühl, dass schnelll wieder verfliegt. Wer es nicht besser weiß, muss dann das neuste Smartphone etc. besitzen.


Antwort
Zitat
2plus2is4 Themenstarter
2plus2is4
Beigetreten: 20.05.2008
BlackMember

Original von Wurstheim
Wenn wir nicht wachsen, dann geht e suns irgendwann so wie Zimbabwe zwar auf heutigen Niveau aber im Vergleich zum Rest der Welt erbärmlch arm.

Ich wollte eigentlich nicht unbedingt Deutschland im Vakuum betrachten sondern sehe im Zwang zum Wirtschaftswachstum ein globales Problem.

Aber sogar wenn wir es gesondert betrachten, könnten wir einfach viel effizienter arbeiten ergo weniger Leute MÜSSTEN arbeiten und hätten mehr Potenzial zur Erfindung neuer bahnbrechender Ideen, bessere Produke könnte hergestellt werden, die Lebensmittelversorgung könnte autark erfolgen und im Einklang mit der Natur. Das BIP wäre gleich aber who cares wenn es der Bevölkerung besser geht?


Antwort
Zitat
FiftyBlume
Beigetreten: 06.06.2010
PokerStrategist

a) Geldmenge wächst schneller als die Wirtschaft:
Es kommt zur Inflation, da im Vergleich zur Vergangheit mehr Geld ist, aber nicht entsprechend mehr Güter/Dienstleistungen

b) Geldmenge wächst genauso wie die Wirtschaft:
Das Verhältnis von Geld zu Gütern bleibt gleich, daher auch die Preise

c) Geldmenge wächst langsamer als die Wirtschaft:
Es gibt mehr Güter und weniger Geld(in Relation gesehen), d.h. es kommt zur Deflation, dass Geld ist mehr wert.

Das ganze führt nicht notwendigerweise zu einem Kollaps(auch wenn das passieren kann), denn mögliche Gewinne der EZB könnten ja durch die EU wieder zugänglich gemacht werden.

Nehmen wir als Szenario beispielsweise an, die EZB würde keine Kredite mehr vergeben, dann würde sie natürlich viel Geld über Rückzahlungen einnehmen, was wiederum durch andere EU-Organe in Form von Subventionen(o.ä.) in den Wirtschaftskreislauf zurückfließt.

Wenn man das momentane Verhalten allerdings fortführt, dann führt das exponentielle Schuldenwachstum dazu, dass irgendwann nur noch Geld in den Markt gepumpt wird, was die EZB direkt wieder als Zinsen zurückbekommt.

Insofern hast du Recht, wir steuern momentan steuern wir auf einen sehr beängstigenden Punkt zu und gegensteuern ist schwierig, eben auch weil der Finanzmarkt so undurchsichtig ist und es zu psychologisch bedingten Krisen kommen kann - im Prinzip kann die EZB aber eine Politik fahren, bei der kein neues Geld in den Kreislauf kommt und eine Krise trotzdem ausbleibt.

Edit:

Ich glaube, was für dich unbegreiflich ist, ist, dass emotional gehandelt wird und es deswegen zu Reaktionen kommt, die nicht nachvollziehbar sind.

Nehmen wir z.B. mal das Problem des fehlenden Vertrauens in die Banken - sobald dieses erschüttert ist, beginnen die Menschen ihre Konten leerzuräumen und dadurch beginnt die eigentliche Krise - würde man einfach drauf vertrauen, dass alles fair und korrekt abläuft, dann würde kaum ein Schaden entstehen und alles wäre gut.

So ein bisschen wie Massenpanik, ein paar fangen an und alle anderen ziehen nach und auf einmal eskaliert alles.


Antwort
Zitat

Original von 2plus2is4

Original von FiftyBlume
Zur dritten Frage:

Meiner Meinung nach ist hier "jein" die richtige Antwort. Entscheidend dürfte sein, wie man Geld bewertet bzw. definiert.
Im Grunde ist Geld ja nur etwas abstraktes, dass den Tauschhandel vereinfacht. Deswegen kann man im Grunde auskommen, ohne neues Geld zu schaffen.

Was Schulden betrifft: Solange man neues Geld bekommt und darauf zinsen zahlt dreht sich die Spirale weiter. Im Kern spricht aber nichts gegen Schulden, wenn die Geldmenge konstant ist.

Hier hake ich nochmal nach, denn die verschiedenen Arten von Gelddefinitionen habe ich auch gelesen und die stellen mich auch nicht vollends zufrieden. Tatsächlich bleibt die Geldmenge nicht konstant sondern wächst.
Die Aussage das die Wirtschaft linear wächst und die Schulden exponentiell muss doch mathematisch zu einem Kollaps führen ohne wenn und aber oder was habe ich übersehen?

@marc0506
1a.
Bevölkerungswachstum kann doch kein Grund für Wirtschaftswachstum sein bzw der zwingende Grund. Wir haben in Deutschland rückläufige Bevölkerungsraten und trotzdem muss die Wirtschaft wachsen
1b.
Nein ich glaube auch nicht, dass der Mensch ein "natürliches" Bedürfnis nach mehr Reichtum hat, sondern ihm wurde weißgemacht man wäre glücklich wenn man dieses und jenes hat. Tatsächlich handelt sich um ein kurzfristiges Glücksgefühl, dass schnelll wieder verfliegt. Wer es nicht besser weiß, muss dann das neuste Smartphone etc. besitzen.

"die menschen" wollen nunmal immer mehr. du vielleicht nicht, ich auch nicht unbedingt. aber im schnitt nunmal schon!
heute haben die menschen viel mehr materiellen wohlstand als vor 30 jahren, aber alle beklagen sich ständig, das sie sich nichts leisten können. paradox, oder?

(das mag für einzelne nicht zutreffen, im schnitt stimmt's aber...).

(fast) alle wollen immer mehr und das alte möglichst von immer besserer qualität. um das zu ermöglichen, muss die volkswirtschaft wachsen.


Antwort
Zitat
BudSpencer8
Beigetreten: 16.06.2008
Oldschool Grinder

Original von 2plus2is4
Ist doch schon mal ein Anfang.

zu 4.)

dann verschulden die sich ja mit unserem Geld oder?

Ja, schon. Zb Pimco (der grösste Anleihenfonds der Welt mit 1 Billion Anlagevermögen) gehört der Allianz und ein Teil der Lebensversicherungen und Rentenversicherungen wird dort angelegt.

zu 8.) Sind das nicht nur die Nationalbanken und nicht die Privatbanken a la Deutsche Bank?

Die Zentralbanken sind ein staatliches Steuerungselement über welches in den Markt eingegeriffen wird. Jedoch nicht direkt da ein Unternehmen oder ein Privathaushalt ja niemals direkt von der EZB einen Kredit bekommt sondern indirekt über Vermittler. Diese Vermittler verdienen an der Zinsdifferenz zwischen dem (künstlichen) Zins der Zentralbank und den Zinsen am Realmarkt.Und wer sind diese "Vermittler" welche exklusiven Zugang haben zu den Niedrigzinsen haben? Die Banken und zwar alle Banken.Noch deutlicher wird das ganze sobald eine Bank "systemrelevant" wird also "to big to fail". Das heisst Banken welche im System eine so wichtige Rolle spielen das sie nicht Pleite gehen dürfen. Dann rettet im Notfall der Staat die Bank so wie zB bei der Hypovereinsbank direkt.Es geht also auch darum Möglichkeiten zu finden Banken Pleite gehen zu lassen ohne das gleich das gesamte System darunter leidet.2008 hatte die Bushregierung zunächst strauchelnden Finanzinstituten unter die Arme gegriffen. Zb Bear Stearns wurde als erstes vom Staat gerettet. Doch in den USA kam eine immer grössere Kritik auf das Banken auch Pleite gehen können müssten. Sonst würden Gewinne privatisiert aber Verluste muss die Allgemeinheit übernehmen.Die Regierung Bush gab nach und als Lehman Brothers vor der Pleite stand gewährte man nun keine Fiananzhilfen mehr. Doch damit fang die Scheisse erst richtig an....Man erkennt also gut das Banken in einer Grauzone zwischen freier Marktwirtschaft und Staat agieren. Eben Mischformen sind.Das ganze ist komplex aber die Probleme wie "to big to fail" sind mittlerweile bekannt und eventuell wäre ein erneuter "Glass Steagall Act" ein Schritt in die richtige Richtung.


Antwort
Zitat
2plus2is4 Themenstarter
2plus2is4
Beigetreten: 20.05.2008
BlackMember

@FiftyBlume

Theoretisch habe ich das mit Inflation/Deflation glaube ich schon verstanden aber ist es praktisch nicht so, dass wir beispielweise im Jahr 2013 um sagen wir mal 5% wachsen möchten. Dann brauchen wir doch auch 5% mehr Geld um diese zusätzlichen Transaktionen zu tätigen oder? Wenn jetzt auf diese zusätzlichen 5% mehr Geld auch im Endeffekt 3% Zinsen bezahlt werden müssen dann wächst die Geldmenge IMMER schneller als die Gütermenge!?

Wir haben doch durch die Tatsache, dass die Staatsverschuldung nicht genau ihren Gläubigern zugeteilt werden garnicht die Möglichkeit das die EU in irgendeiner Art und Weise agieren kann. In deinem Beispiel müsste die EZB ja Hauptgläubiger sein was per se nicht der Fall ist. Das was die EZB derzeit versucht hat vor 20 Jahren in Japan auch schon nicht funktioniert.

@marc0506
Meinst du nicht dann müsste ein Umdenken stattfinden. Viele Leute die unbewusst diesem Konsumwahn unterliegen können garnicht die Folgen ihrer Handlungen abschätzen und sind sicher keinerlei Fehler bewusst. Das es so nicht mehr lange weitergehen kann, aufgrund von Energie/Umweltproblemen usw. ist diesen Leuten doch einfach nicht klar. Hauptsachen die Arbeitsplätze sind "sicher" und sie kurbeln die Wirtschaft an =)
Wollen wirklich fast alle immer mehr? _cry:


Antwort
Zitat

nun ja, da könnte man natürlich sehr blasphemisch fragen, was genau an unserem planeten so toll ist, dass man ihn erhalten muss und was genau so wichtig daran ist, dass künftige generationen einen "lebeneswerten" planeten haben.
oder ob nicht vielleicht eine sehr hedonistische, aufs hier und jetzt bezogene sichtweise zumindest gleichberechtigt ist.

dann solltest du den thread aber verschieben ins philosophie-forum...;)


Antwort
Zitat
2plus2is4 Themenstarter
2plus2is4
Beigetreten: 20.05.2008
BlackMember

@BudSpencer8

In der VWL an den heutigen deutschen Unis treten die Banken ja quasi nur als Vermittler auf und die Möglichkeit, dass Banken durch Giralgeldschöpfung selber Geld erschaffen können wird ja völlig ausgeblendet. Auch das sie selber massiv investieren.
Die Banken kriegen ja dann den künstlichen Zins durch die Zentralbank. Und jetzt kommt der springende Punkt, wenn die Banken nur ihrem traditionellen Geschäft nachgehen würden also das Geld einfach nur weiterverleihen und durch die Zinsdifferenz ihr Geschäft machen hätten sie nicht so massive Auswirkungen auf andere Bereiche der Wirtschaft. Wenn Banken jedoch billiges Geld kriegen und diese renditereich anlegen wollen und eben nicht verleihen möchten dann entstehen an den Aktienmärkten, Immobilienmärkten doch immer wieder Blasen. Die Banken kaufen ja als Erstabnehmer der Zentralbankkredite zu einem "sauberen" (sorry mir fällt gerade kein besseres Wort dafür ein ich hoffe du verstehst was ich meine) Preis ein und anschließend fangen die Preise ja dann langsam an zu steigen.
"Too big to fail" verzögert ja nur das Problem in die Zukunft und der Wettbewerb wird zusätzlich durch gerettete Unternehmen etc verzehrt und die Marktkräfte werden zusehends geschwächt.

Bis das Geld bei mir im Geldbeutel ist hat es bereits stark an Wert eingebüßt richtig?


Antwort
Zitat
2plus2is4 Themenstarter
2plus2is4
Beigetreten: 20.05.2008
BlackMember

Original von marc0506
nun ja, da könnte man natürlich sehr blasphemisch fragen, was genau an unserem planeten so toll ist, dass man ihn erhalten muss und was genau so wichtig daran ist, dass künftige generationen einen "lebeneswerten" planeten haben.
oder ob nicht vielleicht eine sehr hedonistische, aufs hier und jetzt bezogene sichtweise zumindest gleichberechtigt ist.

dann solltest du den thread aber verschieben ins philosophie-forum...;)

Ist durchaus eine philosophische Frage da hast du Recht.

Nun ja mir kommt es mittlerweile so vor als ob die Menschheit sich so wahrnimmt als stehe sie über den Naturgesetzen. Der Fortbestand der eigenen Gene sollte doch trotzdem noch relative Wichtigkeit besitzen aber da unser Spezies anscheinend durchschnittlich eher nicht so helle ist und nicht etwas weiter in die Zukunft blicken kann als 2020 reguliert die Natur das dann schon irgendwie selber wieder. Sei es durch einen Atomkrieg, Klimakatastrophen oder was auch immer. Oder wir sind in einigen Jahrhunderten soweit und können uns wie ein Virus auf andere Planenten stürzen.


Antwort
Zitat
FiftyBlume
Beigetreten: 06.06.2010
PokerStrategist

Original von 2plus2is4
@FiftyBlume

Theoretisch habe ich das mit Inflation/Deflation glaube ich schon verstanden aber ist es praktisch nicht so, dass wir beispielweise im Jahr 2013 um sagen wir mal 5% wachsen möchten. Dann brauchen wir doch auch 5% mehr Geld um diese zusätzlichen Transaktionen zu tätigen oder? Wenn jetzt auf diese zusätzlichen 5% mehr Geld auch im Endeffekt 3% Zinsen bezahlt werden müssen dann wächst die Geldmenge IMMER schneller als die Gütermenge!?

Wir haben doch durch die Tatsache, dass die Staatsverschuldung nicht genau ihren Gläubigern zugeteilt werden garnicht die Möglichkeit das die EU in irgendeiner Art und Weise agieren kann. In deinem Beispiel müsste die EZB ja Hauptgläubiger sein was per se nicht der Fall ist. Das was die EZB derzeit versucht hat vor 20 Jahren in Japan auch schon nicht funktioniert.

Wir lassen jetzt gerade aber mal die Banken und deren Möglichkeiten außen vor, richtig?

Ich nehme mal an, dass wir jetzt bei Wachstum von realem Wachstum sprechen und nicht vom BIP, richtig?

Also wenn ich 2012 10 Kuchen gebacken habe, dann backe ich in 2013 11 und hab 10% Wachstum, unabhängig davon, ob und wie ich die verkaufe?

Du sprichst ja davon, dass die EZB(beispielsweise) Geld aus dem System zieht, durch die Rückzahlungen und Zinsen. Die Zinsen können aber ja - wieder eine prinzipielle Annahme - in das System zurückgeführt werden, der Staat hat ja Ausgaben, die er mit diesen Einnahmen decken könnte(z.B. ALG II bezahlen).

Es hängt eben viel davon ab, was die EZB macht und was mit ihrem Gewinn passiert.

Wachstum ist ja zunächst auch unabhängig von der Geldmenge, im Grunde auch das reale BIP. Für den Fall, dass die EZB kein Geld mehr verleiht, kommt es bei Wirtschaftswachstum zur Deflation und damit zur realen BIP-Steigerung.

Für den Grundsatz spielt es auch keine Rolle, wie viele Institutionen zwischengeschaltet sind.

Too big to fail heißt btw auch nicht, dass die Bank tatsächlich notwendig für das Wirtschaftssystem ist(tatsächlich würde unsere Wirtschaft auch hervorragend mit Volksbanken und Sparkassen funktionieren, die sich auf ihr Kerngeschäft beschränken), sondern einfach nur, dass man Angst hat vor den Folgen, die eine Insolvenz dieser Bank hat.


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BurneyGumble
Beigetreten: 09.07.2009
PokerStrategist

@Frage 3

unendliche Geldschöpfung ist nicht möglich: Mindestreserve


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