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Ich hab da mal ein paar Fragen...

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krush22
Beigetreten: 19.12.2008
Oldschool Grinder

Ich werde mal anfangen deine Fragen zu beantworten. Hier haben die wenigsten wohl mal ernsthaft sich mit Volkswirtschaft auseinander gesetzt, anders kann ich mir teilweise die Haarsträuzbenden antworten nicht erklären.

Zu 1.
http://de.wikipedia.org/wiki/Solow-Modell

Vereinfacht gesagt brauchen wir Wachstum, weil sich die Techik weiter entwickelt. Würde dies nicht geschehen würden für zu einem "Steady-Point" wachsen. Aber wenn sich die Technik verbessert brauchen wir für die selbe produktion immer weniger Arbeitskraft , desweggen wird es Wachstum auch weiterhin geben.

Zu 2. Der BIP ist der Indikator für Wohlstand schlechthin, weil er sich gut messen lässt. Alle anderen versuche sowas wie Wohlstand und Umweltverschmutzung in Einklang zu bringen sind eben schwammig etc.... Übrigens misst der BIP den Wohlstand und nicht Glück oder sonst was, weil das recht wenig mit Wohlstand zu tun hat (@ marc).
Aber eigentlich ist für Wohlstand auch das pro Kopf Kapital sehr wichtig un ddas wird selten gemessen. Aber weil es irrelevanter für entscheidungen ist und schwerer zu messen.

Zu 3.
Wirtschaftswachstum verläuft aber die letzten 5000 jahre exponential und wird es auch noch in Zukunft, man wächst ja niocht um den betrag x sondern um einen Anteil der jetzigen Wirtshcaftsleistung bspw 2% .
Die geldmenge wächst normalerweise etwas schneller um eine gewisse inflation zu haben. Übrigens geht der gewinn der geldschöpfung an die Staaten , nicht an die EU wie Fifty meinte. Die Bundesbank schöpft einen Teil des geldes in der Euro Zone ( sollten so 27% sein) und das geht an den bundeshaushalt.
Also wenn die bundesbank ne 100€ Note druckt dann gehen 100€ - produktionsskaosten an den Deutschland.

Zu 4. Letztlich den privaten haushalten, und einigen Staaten.

Zu 5. Konfliktpotenzial ist da, aber wenn man es schafft effizienter die Ressourcen zu nutzen kann man eben auch mit weniger mehr Wohlstand erreichen als heute.
Außerdem bezweifle ich das ich in meinem leben npoch erleben kann, das Energie wirklich knapp wird. Man findet immer mehr Fossile Energieträger und verbraucht für die selbe "Leistung" viel weniger.

zu 7. Ich halte die geldschöpfung für eine der zentralsten staatlichen Aufgaben. ich sehe nicht was datran schlecht sein soll. Und schon gar nicht was daran unmarktwirtschaftlich sein soll. Es hat einfach riesige vorteile bspw für konjunkturglättung. Dann kann man alles was der Staat macht für überflüssig halten, ist es aber nicht, er hat eben seine Aufgaben und die geldschöpfung halte ich für eine der wesentlichsten.

8. Du sagst wahre Worte.
Der Staat hat immer mehr Eifnluss gewonnen. bn Die Staatsquote ist gestiegen. Das angebliche " der Staat zieht sich zurück" ist Stimmungsmache der linken und hat nichts mit der Wahrheit zu tun.
Die Weltwirtschaftskirse 2008 ist vorallem falschen Staatlichen Eingriffen ( soziapolitik) verschuldet, teilwesie auch einer zu starken Deregulierung aber auch das war politisch, vorallem in den USA gewollt umd Soziapolitik zu betreiben. Außerdem noch falscher Geldpolitik.
Nur das lässt sich eben schlecht verkaufen. Lieber die Schuld den fiesen bänkern zu schieben ( sind sicher nicht unschuldig). Das kann man jetzt aber viel zu weit ausführen.

Die aktuelle krise ist noch viel eindeutiger falschen Staatshandlen zuzuschreiben. Aber selbst jetzt versuchen es schon wiieder etliche den Banken und Spekulanten zuzuschieben.


Antwort
Zitat
Preacher91
Beigetreten: 22.09.2010
Poker Player

Fast alle deine Fragen (und noch viel mehr) wird, meiner Meinung nach, durch Thosmas Sedlaczek in seinem recht neuen Buch "Die Ökonomie von Gut und Böse" beschrieben. Er selbst war Berater des tschechischen Präsidenten Vaclav Havel, das Buch habe ich mir bei der BpB (bpb.de) bestellt, 3,xx€ statt 25€ im Handel. Schau mal, ob es das dort noch gibt, eines der besten Bücher das ich seit langem gelesen habe!


Antwort
Zitat

Original von krush22
Ich werde mal anfangen deine Fragen zu beantworten. Hier haben die wenigsten wohl mal ernsthaft sich mit Volkswirtschaft auseinander gesetzt, anders kann ich mir teilweise die Haarsträuzbenden antworten nicht erklären.

Zu 1.
http://de.wikipedia.org/wiki/Solow-Modell

Vereinfacht gesagt brauchen wir Wachstum, weil sich die Techik weiter entwickelt. Würde dies nicht geschehen würden für zu einem "Steady-Point" wachsen. Aber wenn sich die Technik verbessert brauchen wir für die selbe produktion immer weniger Arbeitskraft , desweggen wird es Wachstum auch weiterhin geben.

Zu 2. Der BIP ist der Indikator für Wohlstand schlechthin, weil er sich gut messen lässt. Alle anderen versuche sowas wie Wohlstand und Umweltverschmutzung in Einklang zu bringen sind eben schwammig etc.... Übrigens misst der BIP den Wohlstand und nicht Glück oder sonst was, weil das recht wenig mit Wohlstand zu tun hat (@ marc).
Aber eigentlich ist für Wohlstand auch das pro Kopf Kapital sehr wichtig un ddas wird selten gemessen. Aber weil es irrelevanter für entscheidungen ist und schwerer zu messen.

zu 7. Ich halte die geldschöpfung für eine der zentralsten staatlichen Aufgaben. ich sehe nicht was datran schlecht sein soll. Und schon gar nicht was daran unmarktwirtschaftlich sein soll. Es hat einfach riesige vorteile bspw für konjunkturglättung. Dann kann man alles was der Staat macht für überflüssig halten, ist es aber nicht, er hat eben seine Aufgaben und die geldschöpfung halte ich für eine der wesentlichsten.

8. Du sagst wahre Worte.
Der Staat hat immer mehr Eifnluss gewonnen. bn Die Staatsquote ist gestiegen. Das angebliche " der Staat zieht sich zurück" ist Stimmungsmache der linken und hat nichts mit der Wahrheit zu tun.
Die Weltwirtschaftskirse 2008 ist vorallem falschen Staatlichen Eingriffen ( soziapolitik) verschuldet, teilwesie auch einer zu starken Deregulierung aber auch das war politisch, vorallem in den USA gewollt umd Soziapolitik zu betreiben. Außerdem noch falscher Geldpolitik.
Nur das lässt sich eben schlecht verkaufen. Lieber die Schuld den fiesen bänkern zu schieben ( sind sicher nicht unschuldig). Das kann man jetzt aber viel zu weit ausführen.

Die aktuelle krise ist noch viel eindeutiger falschen Staatshandlen zuzuschreiben. Aber selbst jetzt versuchen es schon wiieder etliche den Banken und Spekulanten zuzuschieben.

1. solow modell erklärt genau was du beschrieben hast. aber die frage von op war eine andere, die wohl tatsächlich eher in die die philosophische ecke driftet. deine antwort ist eher tautologisch (aber natürlich nicht falsch!).

2. auch hier: die frage von op war: warum nimmt man nicht eine messgrösse, die mehr beschreibt als nur realwirtschaftliche güter, wäre eine umfassendere messgrösse nicht besser? daher auch meine antwort: solche umfassenderen konzepte gibt es, sie sind aber schwer zu messen. (stichwort: gross national happiness. ja, auch sowas überlegen sich ökonomen...).

bei 7 und 8 stimme ich dir uneingeschränkt zu!

in before knuddelhundi erklärt uns wie es richtig ist... :coolface:


Antwort
Zitat
2plus2is4 Themenstarter
2plus2is4
Beigetreten: 20.05.2008
BlackMember

Original von FiftyBlume
Also wenn ich 2012 10 Kuchen gebacken habe, dann backe ich in 2013 11 und hab 10% Wachstum, unabhängig davon, ob und wie ich die verkaufe?

Wie finanzier ich die Zutaten für den elften Kuchen? Durch meinen eigenen Gewinn vom Vorjahr? Kredit?

@krush22

1.
Das Solow-Modell hatte ich auch schon mal geschaut und ich finde es sehr, sehr theoretisch. Mir geht es schon auch um praxisnahe Erklärungen mir ist klar, dass so etwas nicht leicht zu beantworten ist, aber die Kritikpunkte am Solow-Modell werfen fast mehr Fragen auf als sie beantworten. Ich habe die Kennzahlen usw. auch schon mal alle in der Uni ausgerechnet aber mir erschien das ganze doch trotzdem megatheoretisch wie gesagt

2.
Ok das habe ich soweit verstanden. Jetzt kommt hier direkt eine weitere Frage auf die ich mir auch schon seit längerer Zeit gestellt habe. Ich werde sie auch in den Ausgangspost editieren

Nennen wir sie Frage 10.
Wenn der Wohlstand ein sehr wichtiges Kriterium einer Volkswirtschaft ist wie soll man dann zu Gewerkschaften stehen? Gewerkschaften(habe ich vor einiger Zeit gelesen ich kann den genauen Wortlaut nicht wiedergeben) noch nie zu einer Erhöhung der Gesamtwohlfahrt beitragen sondern haben, dadurch das sie Löhne über dem marktüblichen Preis durchsetzen können, negative Effekte auf den Gesamtwohlstand, da nachdem Insider-Outsider Prinzip die Insider zwar davon profitieren in Form von höheren Löhnen als üblich, aber die Outsider arbeitslos bleiben.

7.
Geldschöpfung als zentrale staatliche Aufgabe führt doch in Kombination mit gesetzlichem Zahlungsmittel zu einer so ungeheuren Machtstellung des Staates das mir zu denken gibt. Wenn das Geld als wichtigstes Handelselement von einem Markteilnehmer(der Staat in diesem Fall) beliebig vermehrbar ist kann der Staat sich als Schuldner doch recht einfach von seinen Lasten befreien oder? ;)
Weiterhin sind die Möglichkeiten z.B zur Konjunkturglättung auch wieder größtenteils theoretischer Natur. Keynes funktioniert wunderbar in der Theorie jedoch geraten Politiker in ein Dilemma wenn sie in Boomphasen wieder die Staatseinnahmen erhöhen möchten. Man kann ja nicht nur konsequent eingreifen wenn es der Volkswirtschaft schlecht geht und nur halbherzig zulangen wenn es wieder besser läuft. So entstehen doch Budgetdefizite, Staatsverschuldung etc. oder?

@preacher91
Das Buch liegt schon auf dem Schreibtisch muss nur noch 2 Bücher lesen, dann habe ich mir jenes vorgenommen.


Antwort
Zitat
2plus2is4 Themenstarter
2plus2is4
Beigetreten: 20.05.2008
BlackMember

.


Antwort
Zitat
2plus2is4 Themenstarter
2plus2is4
Beigetreten: 20.05.2008
BlackMember

.


Antwort
Zitat
2plus2is4 Themenstarter
2plus2is4
Beigetreten: 20.05.2008
BlackMember

Original von krush22
Zu 3.
Wirtschaftswachstum verläuft aber die letzten 5000 jahre exponential und wird es auch noch in Zukunft, man wächst ja niocht um den betrag x sondern um einen Anteil der jetzigen Wirtshcaftsleistung bspw 2% .
Die geldmenge wächst normalerweise etwas schneller um eine gewisse inflation zu haben.

Mir geht es jetzt mal um die mathematische Betrachtungsweise.

Wirtschaftswachstum: BIPt1=BIPt0 x 1,02 Lineare Funktion
Geldmengenwachstum: Mt1= Mto X 1,02^1,03 Exponentialfunktion

Folgt daraus nicht der zwangsläufige unabwendbare Kollaps, spätestens wenn das BIP=Zinslast ist?


Antwort
Zitat
FacelessVoid
Beigetreten: 30.08.2006
PokerStrategist

Wirtschaftswachstum:
BIPt1=BIPt0 * 1,02
BIPt(x) = startwert * 1,02^x

Geldmengenwachstum:
Mt1= Mto * 1,03
Mt(x) = startwert * 1,03^x

beides Exponentialfunktionen


Antwort
Zitat
dak113
Beigetreten: 25.04.2009
PokerStrategist

5. Nach heutigen Schätzungen reichen die Reserven an Erdöl noch für ca. 40 Jahre, Erdgas und Kohle sogar noch beträchtlich länger. Hinzu kommen noch nicht wirtschaftlich nutzbare Ressourcen, bei einem entsprechendem Preis für Energie werden auch diese förderbar sein. Man kann also davon ausgehen, dass wir noch einige Jahrzehnte Zeit haben, um unser Energieproblem zu lösen. Allein in den letzten 10 Jahren hat sich der Anteil der erneuerbaren Energien (in Deutschland) an der Gesamtversorgung verdreifacht, Tendenz steigend. Wenn man jetzt noch davon ausgeht, dass die Energienutzung immer effizienter wird, neue Techniken zur effektiveren Förderung von fossilen Brennträgern (Beispiel Fracking) angewendet werden und weitere Energielieferanten erschlossen werden, dann relativiert sich das Energieproblem schon deutlich.
Vereinfacht kann man auch sagen, je schwerwiegender das Problem ist, desto teurer wird Energie und damit besteht auch ein zunehmend größer werdender Anreiz Lösungen zu schaffen. Deshalb werden wir auch in einigen hundert Jahren noch über fossile Brennstoffe verfügen, sie werden halt dann nur noch sehr speziell eingesetzt werden.

6. Denk man nun 5. weiter kommt man schnell zu einer Antwort: Wir zahlen momentan einen gewissen Preis dafür, dass wir Vorreiter in der Energiewende sind. Dieser macht sich aber mehr als bezahlt, wenn die Uran- und Erdölvorkommnisse soweit aufgebraucht wurden, dass auch sie zu teuer werden. Je nachdem wie schnell man neue Verfahren findet, könnte das schon in 20 Jahren der Fall sein. Der große Vorteil den wir in Deutschland dann haben, ist das wir bereits über hochmoderne Techniken zur alternativen Energiegewinnung verfügen und damit nicht nur günstiger Energie beziehen, sondern unsere Techniken auch verkaufen können. Hinzu kommt in einigen Jahren eine größere Unabhängigkeit von ausländischen Lieferanten, im Moment können wir es uns leisten vom Ausland abhängig zu sein, da noch "genug da ist".


Antwort
Zitat
2plus2is4 Themenstarter
2plus2is4
Beigetreten: 20.05.2008
BlackMember

Wieso die Wirtschaft wächst doch um sagen wir mal 2% pro Jahr.

Die Geldmenge um 2% pro Jahr + davon 3% Zins und Zineszins und das hast du in deiner Gleichung dann nicht berücksichtigt oder. Ergo wächst die Geldmenge trotzdem bedeutend schneller als die Gütermenge oder wo ist der Fehler?

Aber das beides Exponentialfunktionen sind da hattest du Recht. =)


Antwort
Zitat

und wo ist das problem? ein brot kostet ja auch nicht mehr 10 cent wie 1950, sondern 5$...


Antwort
Zitat
krush22
Beigetreten: 19.12.2008
Oldschool Grinder

Zu 7.

Ja der Staat könnte so seine Schulden schlagartig loswerden, das wurde früher auch öfter gemacht. Jedoch hat man dann eine gewaltige Inflation, deswegen hat man in vielen ländern das "Deutsche" Modell übernommen und die zentralbanken "unabhängig" gemacht.


Antwort
Zitat
2plus2is4 Themenstarter
2plus2is4
Beigetreten: 20.05.2008
BlackMember

Original von marc0506
und wo ist das problem? ein brot kostet ja auch nicht mehr 10 cent wie 1950, sondern 5$...

wenn die geldmenge schneller wächst als die gütermenge haben wir ja auch einen erheblichen kaufkraftverlust oder?


Antwort
Zitat
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