Zum Forum springen
Benachrichtigungen
Alles löschen

Immobilien GmbH

13 Beiträge
7 Benutzer
8 Reactions
2,384 Ansichten
pg89
Beigetreten: 05.04.2008
Oldschool Grinder

Das Thema wurde schon oft hier angesprochen und da bei mir in nächster Zeit wahrscheinlich auch der erste Immobilienkauf ansteht (wobei ich das auch schon seit Jahren sage...), mache ich mal einen eigenen Thread dazu auf.

So wie ich das bisher gelesen habe, sollte man sich auf jeden Fall vor dem Kauf entscheiden, ob man privat oder über ein GmbH kauft, da ein späterer Übertrag nochmal Notarkosten und Grunderwerbssteuer mit sich zieht und damit sehr teuer wird.
Vorteile der GmbH sind, dass man auf Mieteinnahmen nur noch 15% steuern zahlt, statt im schlimmsten Fall 45%. Das Geld ist dann aber erstmal bei der GmbH und kann mehr oder weniger ausschließlich in die gekaufte bzw. in andere Immobilien investiert werden. Also entweder Sanierungen oder eben ein Neukauf. Sobald man es sich auszahlen lässt, wird auch wieder der persönliche Steuersatz fällig, womit sich sogar eine doppelte Besteuerung ergibt. Das ganze Konzept ergibt also nur Sinn, wenn man an den Gewinn erst deutlich später ran will (eigentlich erst nach Renteneintritt).

Nachteile sind natürlich der höhere Verwaltungsaufwand. Es muss eine separate Steuererklärung erstellt werden, am Anfang kommen ein paar Tausend Euro für die Gründung zusammen. Man ist Geschäftsführer der GmbH, das heißt auch der Arbeitgeber muss informiert werden und mitspielen (keine Ahnung wie problematisch das ist, realistische Gründe warum er sich querstellen solle sehe ich eigentlich nicht). Auszahlungen sind wie schon geschrieben privat zu versteuern.
Auch der Verkauf von Immobilen ist teurer, da er auch nach 10 Jahren nicht steuerfrei wird. Außerdem muss man aufpassen, dass man nicht gewerblich agiert, da man sonst Gewerbesteuer zahlen muss. Dazu gehört wohl hauptsächlich der häufige Kauf/Verkauf und Reparaturen/Sanierungen auf eigene Faust.

Was für mich auf jeden Fall noch offene Fragen sind:
- Wie sieht es mit Krediten aus? Eine GmbH kann auch Kredite aufnehmen, aber ist das für die Bank nicht deutlich unsicherer? Privat hat man ein laufendes Einkommen + Mieteinnahmen, ersteres fällt bei der GmbH weg. Dazu gibt es auch noch die Haftungsbeschränkung bei der GmbH. Wie sehen da die Konditionen aus, vom Gefühl her würde ich sagen, die Kredite müssten deutlich teurer sein!?

- Je nachdem was ich wo kaufe, besteht die Überlegung, die Immobilie vorerst selbst zu nutzen. Das wäre aber nicht ewig, denn eine Wohnung in die ich jetzt einziehen würde, wäre spätestens wenn Kinder kommen zu groß. Da wie gesagt ein späterer Übertrag in eine GmbH teuer und aufwändig ist, wäre eine Überlegung, sie über die GmbH an mich selbst zu vermieten. In dem Fall ist man aber schlechter gestellt, da man bei einem privaten Kauf überhaupt keine Steuern zahlen würde, über die GmbH allerdings schon. Ich gehe mal davon aus, dass man die Miete auch nicht einfach auf 1€/Monat festlegen kann, allein schon wegen des Kredites, da die GmbH so praktisch keine Einnahmen mehr hätte.

- Meine Eltern haben mehrere Immobilien (privat), die ich zusammen mit meiner Schwester irgendwann erben werde. Wäre für mich eigentlich ein sehr guter Weg, die in eine GmbH zu übertragen, bei der wir beide zu 50% beteiligt sind, da man sich dann keine Gedanken über die Aufteilung machen muss. Aber geht sowas rechtlich überhaupt direkt oder müssen die Immobilien erstmal an einen der Erben übertragen werden? Müsste dann natürlich aber eine neue/eigene GmbH sein. Dazu liest man auch, dass man für jede Immobilie eine eigene GmbH erstellen kann und eine Holding, die über allen steht. Wobei ich hier irgendwie den Vorteil nicht verstanden habe, ist das nicht nur viel mehr Aufwand?

Ich hoffe es ergibt sich hier eine kleine Diskussion, alles was ich geschrieben habe ist auch Halbwissen, das ich mir irgendwo zusammen gesucht habe, also falls hier Unsinn steht, korrigiert mich gerne.


Antwort
Zitat
12 Antworten
Coach
mnl1337
Beigetreten: 14.01.2008
Elite Grinder

Ich denke du kommst nicht drum herum einen Spezialisten aufzusuchen, da es hier um viele spezielle Fragen geht, die dir ein Laie nicht sicher beantworten kann.
Folgendes Video könnte interessant sein:


Antwort
Zitat
ON3T1ME
Beigetreten: 29.11.2016
Legacy Member

Original von pg89
Das Thema wurde schon oft hier angesprochen und da bei mir in nächster Zeit wahrscheinlich auch der erste Immobilienkauf ansteht (wobei ich das auch schon seit Jahren sage...), mache ich mal einen eigenen Thread dazu auf.

So wie ich das bisher gelesen habe, sollte man sich auf jeden Fall vor dem Kauf entscheiden, ob man privat oder über ein GmbH kauft, da ein späterer Übertrag nochmal Notarkosten und Grunderwerbssteuer mit sich zieht und damit sehr teuer wird.
Vorteile der GmbH sind, dass man auf Mieteinnahmen nur noch 15% steuern zahlt, statt im schlimmsten Fall 45%. Das Geld ist dann aber erstmal bei der GmbH und kann mehr oder weniger ausschließlich in die gekaufte bzw. in andere Immobilien investiert werden. Also entweder Sanierungen oder eben ein Neukauf. Sobald man es sich auszahlen lässt, wird auch wieder der persönliche Steuersatz fällig, womit sich sogar eine doppelte Besteuerung ergibt. Das ganze Konzept ergibt also nur Sinn, wenn man an den Gewinn erst deutlich später ran will (eigentlich erst nach Renteneintritt).

Nachteile sind natürlich der höhere Verwaltungsaufwand. Es muss eine separate Steuererklärung erstellt werden, am Anfang kommen ein paar Tausend Euro für die Gründung zusammen. Man ist Geschäftsführer der GmbH, das heißt auch der Arbeitgeber muss informiert werden und mitspielen (keine Ahnung wie problematisch das ist, realistische Gründe warum er sich querstellen solle sehe ich eigentlich nicht). Auszahlungen sind wie schon geschrieben privat zu versteuern.
Auch der Verkauf von Immobilen ist teurer, da er auch nach 10 Jahren nicht steuerfrei wird. Außerdem muss man aufpassen, dass man nicht gewerblich agiert, da man sonst Gewerbesteuer zahlen muss. Dazu gehört wohl hauptsächlich der häufige Kauf/Verkauf und Reparaturen/Sanierungen auf eigene Faust.

Was für mich auf jeden Fall noch offene Fragen sind:
- Wie sieht es mit Krediten aus? Eine GmbH kann auch Kredite aufnehmen, aber ist das für die Bank nicht deutlich unsicherer? Privat hat man ein laufendes Einkommen + Mieteinnahmen, ersteres fällt bei der GmbH weg. Dazu gibt es auch noch die Haftungsbeschränkung bei der GmbH. Wie sehen da die Konditionen aus, vom Gefühl her würde ich sagen, die Kredite müssten deutlich teurer sein!?

- Je nachdem was ich wo kaufe, besteht die Überlegung, die Immobilie vorerst selbst zu nutzen. Das wäre aber nicht ewig, denn eine Wohnung in die ich jetzt einziehen würde, wäre spätestens wenn Kinder kommen zu groß. Da wie gesagt ein späterer Übertrag in eine GmbH teuer und aufwändig ist, wäre eine Überlegung, sie über die GmbH an mich selbst zu vermieten. In dem Fall ist man aber schlechter gestellt, da man bei einem privaten Kauf überhaupt keine Steuern zahlen würde, über die GmbH allerdings schon. Ich gehe mal davon aus, dass man die Miete auch nicht einfach auf 1€/Monat festlegen kann, allein schon wegen des Kredites, da die GmbH so praktisch keine Einnahmen mehr hätte.

- Meine Eltern haben mehrere Immobilien (privat), die ich zusammen mit meiner Schwester irgendwann erben werde. Wäre für mich eigentlich ein sehr guter Weg, die in eine GmbH zu übertragen, bei der wir beide zu 50% beteiligt sind, da man sich dann keine Gedanken über die Aufteilung machen muss. Aber geht sowas rechtlich überhaupt direkt oder müssen die Immobilien erstmal an einen der Erben übertragen werden? Müsste dann natürlich aber eine neue/eigene GmbH sein. Dazu liest man auch, dass man für jede Immobilie eine eigene GmbH erstellen kann und eine Holding, die über allen steht. Wobei ich hier irgendwie den Vorteil nicht verstanden habe, ist das nicht nur viel mehr Aufwand?

Ich hoffe es ergibt sich hier eine kleine Diskussion, alles was ich geschrieben habe ist auch Halbwissen, das ich mir irgendwo zusammen gesucht habe, also falls hier Unsinn steht, korrigiert mich gerne.

also....

eine Immobilien GmbH lohnt sich erst bei Objekten die über 1,5 mio € sind...die verwaltungskosten der gmbh sind einfach sonst viel zu teuer und aufwendig...der vorteil das du erstmal nur 15% steuern zahlst hoert sich zwar gut an aber dieser gilt auch nur wenn du das geld nicht auszahlst sondern in der gmbh lässt...sobald du auszahlst bezahlst du nochmal 25% steuern...ein weiter nachteil ist , dass du die immobilien nie steuerfrei verkaufen kannst...als privat person kannst du sie allerdings nach 10 jahren steuerfrei verkaufen...das ist auch der grund warum ich zb mehrfamilienhäuser welche eine hohe rendite haben über die gmbh kaufe aber wertsteigernde objekte welche aber ne geringe rendite haben privat kaufe...

kredite mit ner gmbh sind idr einfacher zu bekommen nicht schwieriger...

wenn du ne immobilie kaufst und da selber einziehst hast du steuernachteile...du kannst weder die zinsen des kredites noch verwaltungskosten und AFA absetzen...

das mit den immobilien deiner eltern funktioniert ...du kannst einfach ne gmbh mit der schwester 50/50 gründen und deine eltern können dann die immos der gmbh überschreiben ...vorrausgesetzt sie sind abbezahlt...


Antwort
Zitat
AyCaramba44
Beigetreten: 27.04.2010
BlackMember

Original von ON3T1ME
kredite mit ner gmbh sind idr einfacher zu bekommen nicht schwieriger...

Kommt aber wirklich stark auf die eigene Situation an. Wenn deine GmbH 25.000€ Kapital hat und du deine erste Immobilie 100% finanzieren möchtest dann sehe ich größere Probleme als bei einer Privatperson mit einem 90.000€ Gehalt. Umso größer das Portfolio, umso einfacher wird es natürlich bei ordentlichen Immobilien.

Allgemein sind Immobilien eine sehr individuelle Geschichte. Sowohl Steuerlich als auch von der Strategie. Ich finde z.B. das es Sinn macht viele Immobilien mit einer 100% Finanzierung zu kaufen und dann vom Cashflow zu Leben. Gerade mit ~1% Zinsen und ~2,5% Tilgung zur Zeit.


Antwort
Zitat
ON3T1ME
Beigetreten: 29.11.2016
Legacy Member

das mit dem vom cashflow leben funktioniert aber eher nicht wenn du einzelne immobilien kaufen möchtest...das frisst weg rücklagen , verwaltungskosten deine ganzen gewinne auf...selbst 5-6%er sind da even immobilien... da musst du schon mfhs kaufen


Antwort
Zitat
Tornano
Beigetreten: 11.12.2007
Elite Grinder

Original von ON3T1ME
das mit den immobilien deiner eltern funktioniert ...du kannst einfach ne gmbh mit der schwester 50/50 gründen und deine eltern können dann die immos der gmbh überschreiben ...vorrausgesetzt sie sind abbezahlt...

Wäre steuerlich ne Katastrophe.


Antwort
Zitat
ON3T1ME
Beigetreten: 29.11.2016
Legacy Member

es wäre als schenkung bis 400k pro kind steuerfrei...


Antwort
Zitat
Tornano
Beigetreten: 11.12.2007
Elite Grinder

Aber wenn man eine Immobilie, die man, weil die 10-Jahresfrist abgelaufen ist, steuerfrei verkaufen kann in eine GmbH geben will, dann sollte das entgeltlich geschehen, damit man den Kaufpreis abschreiben kann. Höhere Anschaffungskosten der GmbH-Anteile nützen einem i.d.R. auch nichts.


Antwort
Zitat
AyCaramba44
Beigetreten: 27.04.2010
BlackMember

Original von ON3T1ME
das mit dem vom cashflow leben funktioniert aber eher nicht wenn du einzelne immobilien kaufen möchtest...das frisst weg rücklagen , verwaltungskosten deine ganzen gewinne auf...selbst 5-6%er sind da even immobilien... da musst du schon mfhs kaufen

6-7% soll man schon anstreben um etwas zu verdienen. 40-50 Immobilien und du kannst ordentlich Leben. Ist aber auch die Frage wo man investiert. In München klappt das natürlich weniger, weil jeder auf eine Wertsteigerung hofft und entsprechend die Renditen geringer ausfallen. Da musst du am besten kaufen und wiederverkaufen. Wobei die Preise natürlich auch schon hoch sind.


Antwort
Zitat
jotha
Beigetreten: 20.04.2006
Elite Grinder

Wenn die Bank an eine neu gegründete GmbH Kredite vergeben soll, wird die persönliche Haftung der Gesellschafter eine Bedingung sein. Die Bank will keine Pfandleihe machen, sondern auf die Bonität Kredit vergeben.

Die GmbH wegen der Aufteilung an die Kinder ist nicht notwendig. Das geht auch an eine BGB-Gesellschaft.

Erst wenn voraussichlich Erbschaftssteuer fällig werden würde, kann man über die richtige Gestaltung nachdenken. Da wäre aber eher auch die Schenkung eines Teiles und Eintragung eines Nießbrauchrechtes wahrscheinlich kostengünstiger. Das kann man nach 10 Jahren wieder machen.

Eine richtige Beratung kann nur nach umfassenden Informationen erfolgen.

Die Holding der GmbH's macht wie oben geschrieben Sinn, wenn die Fixkosten durch den Wert der Immobilien relativiert werden. Dann kann bei Verkauf die Grunderwerbsteuer gespart werden. Da wird die GmbH zu x% verkauft und nach einer Sperrfrist der Rest.


Antwort
Zitat
topspit
Beigetreten: 07.02.2008
Oldschool Grinder

Halbwissen as its best:

Kein Spekulationsgeschäft bei Eigennutzung. Das bedeutet, dass in dem Fall keine Spekulationssteuer auf die Immobilien wegen der Eigennutzung entrichtet werden muss. ... Wer in den Jahren 2018 und 2019 selbst darin wohnt, ohne sie zu vermieten, kann die Immobilie im Jahr 2020 steuerfrei verkaufen.

Quelle Google. Soweit ich weiß will OP die Immobilie erst mal selbst nutzen. Also fällt dieses Argument sowieso unter den Tisch.


Antwort
Zitat
Coach
mnl1337
Beigetreten: 14.01.2008
Elite Grinder
pg89 Themenstarter
pg89
Beigetreten: 05.04.2008
Oldschool Grinder

Erstmal danke für die Antworten ;)
Dass ich am Ende, wenn es wirklich zu der Entscheidung kommt, nochmal eine Expertenmeinung einholen muss, ist klar. Es ging ja erstmal um ein paar allgemeine Fragen.
So wie ich das raus lese, lohnt sich das ganze ja scheinbar erst bei wirklich teuren oder vielen Immobilien. Also sollte man sich eigentlich vor dem Kauf der ersten Gedanken machen, wie viel man später noch in andere investieren möchte.

Ab wann es sich lohnt ist am Ende aber wohl wirklich eine spezielle Frage, die man nicht so pauschal beantworten kann.


Antwort
Zitat
Teilen: