Hey Guys.
Kann mir jemand sagen, wie die Steuerung der Geldmenge durchgeführt wird?
Also wie wird In- & Deflation gemacht?
Durch die senkung und Erhöhung irgendwelcher Zinsen?
Hey Guys.
Kann mir jemand sagen, wie die Steuerung der Geldmenge durchgeführt wird?
Also wie wird In- & Deflation gemacht?
Durch die senkung und Erhöhung irgendwelcher Zinsen?
möglicherweise liege ich falsch:
wenn die IZB den Leitzins senkt ist tendenziell eine höhere Geldmenge im Umlauf und das würde pro Inflation sprechen
Nicht nur über die Zinsen, auch über den Mindestreservesatz kann die Geldmenge beeinflusst werden.
Prinzipiell gilt: Je niedriger die Zinsen, desto unattraktiver ist es, feste Anlagen zu tätigen, desto größer ist die Nachfrage nach Geld. Je höher der Mindestreservesatz, desto mehr Geld müssen Banken in Reserve halten, desto weniger Geld können sie verleihen, desto geringer ist der sogenannte Multiplikatoreffekt, desto geringer ist die Geldmenge (Geldschöpfungsmultiplikator)
Die Frage kann man aber nicht pauschal beantworten, weil die Wirksamkeit der einzelnen Maßnahmen stark vom Wirtschaftssystem abhängt, ggf. auch durch das Ausland bzw. die Wechselkurse zu ausländischen Währungen beeinflußt wird.
Original von beNjilicious
Kann mir jemand sagen, wie die Steuerung der Geldmenge durchgeführt wird?Also wie wird In- & Deflation gemacht?
Durch die senkung und Erhöhung irgendwelcher Zinsen?
Also ich bin zwar kein Theoretiker, aber ich versuche das mal:
Inflation oder Deflation soll nach den Grundsätzen der EZB vermieden werden.
Die wird auch nicht "gemacht". Ich drücke mich mal so aus: Das ist der Lauf der Dinge. Ein einzelner hat da keinen Einfluß.
So kann Inflation entstehen:
Es ist genügend Geld vorhanden, eben mehr als derzeit für Waren und Dienstleistungen benötigt werden. Die Anbieter können also die Preise anheben, ohne dass das dem Konsumenten weh tut.
Der Preis ist auch eine Darstellung von Angebot und Nachfrage. Knappes oder seltenes Gut wird immer teurer, da es nicht so einfach zu bekommen ist.
Ein anderer Punkt ist die Stimmung. Wenn jemand der Ansicht ist, ein gesichertes Einkommen zu haben, kauft er leichter und achtet nicht so auf den Preis.
Nicht zu vergessen ist die importierte Inflation. Wenn eben die Preise in einem anderen Geld- und Wirtschaftspreise sich ändern und wir von dort Produkte und Dienstleistungen kaufen, holen wir diese Änderung in unser System.
Bei der Deflation ist es umgekehrt. Geld ist genügend vorhanden, wird aber gehortet. Man erwartet in der Zukunft noch niedrigere Preise; und das nicht nur wegen der Rationalisierung oder der (technischen) Entwicklung, sondern auch weil mehr Ware als erforderlich vorhanden ist.
Die Deflation wird als gefährlicher und schwieriger zu bekämpfen eingestuft.
Für den Euro ist die EZB der "Gralshüter". Die politischen Staatshaushalte sollen durch richtiges wirtschaften eine zu hohe (Neu-) Verschuldung vermeiden um die Stabilität zu gewährleisten. Die Krux liegt darin, daß die EZB nicht allen gerecht werden kann. Manche Länder boomen und dort müßten die Zinsen hoch sein und andere Länder darben und dort müßten die Zinsen niedrig sein. Es wurde mMn versäumt neben der Euro-Geld-Einheit auch eine politische Einheits-Anpassung vorzunehmen (Steuern, Abgaben, Zölle, Wettbewerbsverzerrungen, ...). Durch den gemeinsamen Euro wurde der Ausgleichsmechanismus durch Wechselkursveränderung genommen.
Die Geldmenge wird nach der Fristigkeit unterschieden und bekannt gegeben. M1 ist kurzfristig (Bargeld, Sichteinlagen,...), sowie dann M2 und M3.
Die EZB steuert die Geldmenge durch sogenannte Offenmarktgeschäfte. Sie bietet einen hohen Zinssatz für die von ihr angebotenen Papiere und nimmt somit Liquidität vom Markt. Die Geschäftsbanken geben also lieber ihre Mittel an die EZB als Kredit an Kunden zu gewähren.
Die EZB nimmt z. B. auch Wertpapiere von den Geschäftsbanken als Sicherheit, um Liquidität in den Markt zu geben, also die Geldmenge zu erhöhen.
Die Steuerung erfolgt in verschiedenen Variationen:
- Zinsen sind zu bieten und es gibt eine maximale Geldmenge
- Zinsen stehen fest und es gibt unbegrenzte Geldmittel...
Ein anderes Instrument ist die Mindestreserve. Beispiel: von 100 % liquiden Mitteln darf die Bank 98% als Kredit vergeben und die 2% muß bei der EZB hinterlegt werden.
Die Schwierigkeit der Steuerung ist, dass die verschiedenen Möglichkeiten auch mit verschiedener zeitlicher Differenz wirken. Die Kunst ist es also auch das Timing.
Edit: Mit dem Beitrag habe ich schon um 19 Uhr 30 angefangen.
Vielen Dank erstmal. Jetzt hab ich wenigstens erstmal nen Anhaltspunkt.
Krass, wie komplex die Wirtschaftstheorien im Laufe der Zeit geworden sind.
Ich mein, gegen die Theorie des Monetarismus ist der klassische Liberalismus ja ein intellektueller Klacks.
Ich würde das mal als Folge der Globalisierung intepretieren...
Monetarismus als theoretisches Konstrukt >>> Quantitätstheorie
Edith fragt du meinst gar nicht das theoretische Konstrukt sondern einfach nur den Prozess der Geldschöpfung und wie damit die Preisentwicklung beeinflusst wird ?
Das ganze ist ja auch eine Frage der Geldmarktpolitik:
Übersicht über die Wirkung der Instrumente auf die Ziele
Eine Erhöhung (Senkung) des Mindestreservesatzes löst idealtypisch folgende Reaktionen aus:
* Die Banken können von ihren Einlagen einen geringeren (größeren) Teil als Kredite an Unternehmen und Privatpersonen vergeben.
* Die Banken können weniger (mehr) Kredite vergeben; die Geldschöpfungsmöglichkeiten sinken (steigen).
* Der Geldumlauf sinkt (steigt) dadurch.
* Ein geringerer (höherer) Geldumlauf dämpft (erhöht) die Inflation, da die Nachfrage sinkt (steigt).
* Da weniger (mehr) Geld für Kredite zur Verfügung steht, steigt (sinkt) der Zins; Zinsen sind der Preis für Geld, also ein Knappheitsindikator.
* Höhere (niedrigere) Zinsen dämpfen das Wirtschaftswachstum (kurbeln die Wirtschaft an).
* Bei höherem (niedrigerem) Zinsniveau wird mehr (weniger) gespart und weniger (mehr) konsumiert und investiert.
* Höhere (niedrigere) Zinsen führen zu Kapitalimporten (-exporten) und damit zu einer Aufwertung (Abwertung) der eigenen Währung.
* Aufwertungen (Abwertungen) dämpfen (steigern) Inflation und Wirtschaftswachstum zusätzlich.
Eine Erhöhung (Senkung) des Refinanzierungssatzes hat Folgendes zur Folge:
* Es wird für die Banken teurer (billiger), sich bei der Notenbank mit Geld zu versorgen
* Sie geben die gestiegenen (gesunkenen) Kosten an ihre Kunden weiter.
* Es werden weniger (mehr) Kredite vergeben.
* Der Geldumlauf sinkt (steigt) dadurch.
* Ein geringerer (höherer) Geldumlauf dämpft (erhöht) die Inflation.
* Höhere (niedrigere) Zinsen führen zu Kapitalimporten (exporten) und damit zu einer Aufwertung (Abwertung) der eigenen Währung.
* Aufwertungen (Abwertungen) dämpfen (steigern) Inflation und Wirtschaftswachstum zusätzlich.
Eine Erhöhung (Senkung) der Zinsen auf Offenmarktpapiere bewirkt Folgendes:
* Es wird für Banken lukrativer (weniger lukrativ), Offenmarktpapiere zu kaufen.
* Deshalb kaufen sie mehr (weniger) Offenmarktpapier und vergeben weniger (mehr) Kredite.
* Der Geldumlauf sinkt (steigt) dadurch.
* Ein geringerer (höherer) Geldumlauf dämpft (erhöht) die Inflation.
* Da weniger (mehr) Geld für Ausleihungen zur Verfügung steht steigt (sinkt) der Zins.
* Höhere (niedrigere) Zinsen dämpfen das Wirtschaftswachstum (kurbeln die Wirtschaft an).
* Höhere (niedrigere) Zinsen führen zu Kapitalimporten (exporten) und damit zu einer Aufwertung (Abwertung) der eigenen Währung.
* Aufwertungen (Abwertungen) dämpfen (steigern) Inflation und Wirtschaftswachstum zusätzlich.
Original von nrockets
Monetarismus als theoretisches Konstrukt >>> QuantitätstheorieEdith fragt du meinst gar nicht das theoretische Konstrukt sondern einfach nur den Prozess der Geldschöpfung und wie damit die Preisentwicklung beeinflusst wird ?
naja theoretisches konstrukt und geldschöpfung stehen ja in direkter verbindung oder?
geldschöpfung bzw geldmakrtpolitik ist ja ein element des monetarismus.
edit: weil sie einer angebotsorientierten wirtschaftspolitik enstprechen
Original von beNjilicious
Original von nrockets
Monetarismus als theoretisches Konstrukt >>> QuantitätstheorieEdith fragt du meinst gar nicht das theoretische Konstrukt sondern einfach nur den Prozess der Geldschöpfung und wie damit die Preisentwicklung beeinflusst wird ?
naja theoretisches konstrukt und geldschöpfung stehen ja in direkter verbindung oder?
geldschöpfung bzw geldmakrtpolitik ist ja ein element des monetarismus.
edit: weil sie einer angebotsorientierten wirtschaftspolitik enstprechen
Selbstverständlich stehen die in einer direkten Verbindung, aber bestimmte Elemente der heutigen realen Geldpolitik werden ja so überhaupt nicht vom Theorem abgedeckt bzw. sogar als negativ empfunden. Und wenn man dann noch was von Inflation/Deflation hören will, kommt eh gleich der Klassenkampf zwischen Monetarismus und Keynesianismus zum Vorschein ( auf theoretischer Ebene) und beides wird halt von z.B. Jotha schon teilweise durcheinander gewürfelt in dem er halt die Realpolitik vereinfacht erklärt, was ja auch vollkommen ok ist, solange niemand glaubt, dass das alles exakt so von Friedman und co theoretisch hergeleitet wurde...
Vielleicht hilft in diesem Fall ein wenig Lektüre http://www.monetative.de /" rel="nofollow ugc" target="_blank">Initiative Monetative
Zumindest findet man ein wenig Licht im Dunkeln und verschiedene Ansätze. Auch wird beschrieben, wie es eine Weiterentwicklung der bestehenden System (nicht nur nach Friedman ;-) ) geben könnte.
Die Links sind ebenfalls für "GeldsystemFans" zu empfehlen.
Es gibt jawohl noch ne Menge weiter Methoden die Geldmenge zu steuern. Man schau sich mal aktuell an, was da so alles gemacht wird um die Geldmenge zu erhöhen. Schrottpapiere werden als Sicherheit für Refinazierungsgeschäfte zugelassen (grischische Staatsanleihen z. B.). Staatsansleihen werden direkt aufgekauft.