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"Regret"-optimized asset allocation

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Xantos
Beigetreten: 07.09.2005

Gerade einen spannenden Podcast gehört (übrigens der von Ben Felix, der hier ja schon öfter erwähnt wurde):
https://rationalreminder.ca/podcast/254

Gast ist ein Finance-Prof, der das Thema Regret untersucht hat. Damit ist letztlich FOMO gemeint, also dass man, wenn man ein "optimales Portfolio" hat (bspw nur ETF), den Regret riskiert, wenn dann ein risky Asset (bspw Crypto, oder Hype Stocks) durch die Decke geht.

Dieser Regret ist zum einen ein direkter Schmerz, ähnlich wie risikaverse Menschen Schmerz beim -10% Drawdown empfinden.

Und zum anderen birgt der Regret die Gefahr, dass man seine optimale Strategie verlässt und Blödsinn macht.

Daher kann es optimal sein, eine gewisse Menge in eigentlich irrationale Assets zu stecken. Das Risiko ist kontrolliert durch kleine Position, und der Regret ist abgewendet weil man im spekulativen Erfolgsfall partizipiert.

---

Ich erkenne mich darin selbst durchaus wieder. Beispielweise glaube ich, dass meine Investments in Startup und Crypto Fund von Freunden davon partiell getrieben waren.

Vielleicht ist der Ansatz für einige hier interessant, um zu reflektieren, wieviel man aus diesem Grund in bspw Crypto, Hype Stocks haben möchte, um insgesamt zufrieden zu sein und das eigentliche Risiko, aber auch das Potential für Regret, zu optimieren.

Eine Hypothese: Das wird schwieriger, je kleinteiliger man sich mit Assets beschäftigt.

Beispiel: Für mich als Crpyto-Outsider wäre die Alternative zu dem Fonds entweder kein Crypto, oder vielleicht noch BTC/ETH. Für den Szene-Insider ist aber vielleicht dann jeder Coin FOMO, weil er ja 100x moonen könnte. Und da man dann zumindest das Double up haben wollte, muss man mindestens 1% Portfolio investieren, um die FOMO zu stillen. Das ist bei 2-3 Assets ok, aber bei 30 coins oder 30 Hype Stocks in Bereichen die AI, Uran, Gold, Lithium etc pp

Bestärkt mich darin, mich nicht zu viel mit Crypto und Hype Stocks zu beschäftigen, damit keine neuen FOMO Themen dazukommen und ich meiner Strategie emotional einfacher folgen kann (also auf 80%+ ETF etc).

---

Was denkt ihr zum Thema?
Wie seht treibt ist euer Portfolio zum einem von klassischem Risikomanagement, zum anderen von FOMO getrieben? Oder könnt ihr euch davon frei machen und haltet eure Positionen insgesamt für hinreichend rational?


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6 Antworten
meistermieses
Beigetreten: 31.12.2006

Stimme dir absolut zu. Seitdem ich kleine Beträge bei Sportwetten verwette, habe ich kein/kaum Verlangen mehr mir Knockout Zertifikate auf random Trash zu genehmigen.


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derVuk
Beigetreten: 05.02.2008

Interessantes Thema.

Kann eure Gedanken zu 100% nachvollziehen, denke aber es gibt da keine allgemeingültige Lösung/Empfehlung.

Mir persönlich fällt es viel leichter auf etwas zu verzichten, wenn ich komplett die Finger davon lasse. Wenn ich "ein wenig" rumzocken würde, wäre die Gefahr bei mir viel größer., dass ich nach und nach immer mehr in den Bereich investiere, als wenn ich diese Bereiche komplett ignoriere.


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Xantos Themenstarter
Xantos
Beigetreten: 07.09.2005

100% agree, Vuk.

Das sagt ja auch der Prof im Podcast:
Das Thema Risiko ist viel allgemeingültiger als das Thema Regret.

Sowohl, ob man so tickt, als auch was dann das "Regret asset" ist, welches man nehmen Faustregel: Das, bei dem man Leidenschaft / Überzeugung oder viele soziale Kontakte mitbringt.

Ein ganz klassisches Beispiel ist ja auch Lotto. Vielleicht ermöglicht Lotto spielen vielen Leuten, dafür sonst keine schlechten Risiken einzugehen. Weil der itch dadurch gescratched wird.

Können wir ja direkt mal testen: Meistermieses, hast du Leidenschaft für die Sportarten, bei denen du wettest? ;)

Ein gewisses Risiko sehe ich darin, sich über das Internet mit potentiell zu vielen solchen "könnte moonen" Assets auseinander setzt. Dadurch hat man vielleicht zu viele Themen, bei denen man dabei sein will. Kombiniert mit ungleich verteilter Tendenz zur Spielsucht oder impulsiven Handlungen könnte ich mir vorstellen, dass es da dann schwierig wird.


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cawa89
Beigetreten: 08.01.2008

Original von Xantos

Ein ganz klassisches Beispiel ist ja auch Lotto. Vielleicht ermöglicht Lotto spielen vielen Leuten, dafür sonst keine schlechten Risiken einzugehen. Weil der itch dadurch gescratched wird.

Bis auf etwas Krypto und paar Meme-Stocks halte ich es eigentlich auch langweilig mit Standard-ETFs. Als "Gamble-Position" gönne ich mir aber ein Monatsabo bei "Aktion Mensch" mit Gewinnchance auf 20-Jahre monatliche "Sofort-Rente" iHv EUR 7.500,00. Gedanklich buche ich es "Spende" für soziale Zwecke ab und gleichzeitig hat man damit Aussicht bzw. das Gefühl auf mögliche upside:-) Wenn Leute gamblen wollen, empfehle ich ihnen dieses Modell


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meistermieses
Beigetreten: 31.12.2006

Ja, ich wette überwiegend Fußball und das interessiert mich schon ein bisschen. So etwas wie Snooker oder Cricket wette ich gar nicht, weil ich die Regeln gar nicht kenne und somit mein Erwartungswert noch negativer ist.


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seniorin
Beigetreten: 14.02.2011

Kann ich nur zustimmen,

5% Haier
95% Tagesgeld


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