Ich habe mir die Seite angeschaut, und meiner Ansicht nach hört sich das sehr vernünftig an. Sicherlich sind die Leute von fairr.de rechtlich ein ganz normaler Vermittler, aber man muss sich genau mit deren Strategie auseinandersetzen. Durch Wegfall der Vermittlerprovision entsteht ein transparentes Kostenmodell für den Kunden. Durch passives Management des Fonds entstehen ebenso weniger Kosten, weil nicht ständig hin- und her verkauft wird. Fairr.de setzt auf sog. ETFs, die versuchen Indizien nachzubilden.
Nehmen wir mal einen klassischen Anbieter der Riesterprodukte. Dieser setzt auf Berater, welche Abschlußkosten verursachen. Diese werden auf das Produkt draufgepackt, und so weit ich weiß auf die ersten 5 Jahre verteilt. Außerdem wird meistens in Fonds der Hausbanken, Fondsgesellschaften etc. investiert welche größtenteils "aktiv" gemanagt werden. Und dabei kassieren die Fonds natürlich wiederum ihre Gebühren, wenn sie Aktien kaufen oder verkaufen. Daher fallen nicht nur hohe Gebühren für das Managen des Fonds. Man muss auch noch für den Kauf der Fondsanteile obendrein den Ausgabeaufschlag bei der Fondsgesellschaft leisten, teilweise bis zu 6% der Anlagesumme. Auch die Performancegebühr kann anfallen. Diese muss der Kunde langfristig erstmal aufholen. Bei ETF sind die Kosten günstiger.
Nehmen wir mal an, der Kunde investiert in DAX-Aktien, und sein passiv gemanagtes Fond bildet exakt den DAX wieder. Auf der anderen Seite muss ein Fondsmanager in seinem aktiven Fond hervorragend die Aktien gewichten um den "DAX zu schlagen". Dabei darf er gesetzlich keine Aktie mit mehr als 10% gewichten. Der positive Aspekt dieser Regel ist, dass der Kunde weniger Risiko hat. Der negative ist, dass ein guter Fondsmanager nicht so viel rausholen kann wie es möglich wäre. Also würde ein Kunde mit so einer ETF-Anlage weniger Möglichkeit haben größere Gewinne zu erzielen als mit einem aktiven Fond. Seine Anlage entwickelt sich wie der Markt selbst. Er wird aber gleichzeitig kein Risiko eingehen, dass sich Fondsmanager verzocken oder zu hohe Kosten die Teile seiner Anlage auffressen.
So lange das ETF-Portfolio bei fairr.de transparent ist, und wie ich sehe ich ist die Anlage weltweit verteilt (was auch nicht schlecht ist) sehe ich da ein sehr interessantes und innovatives Produkt. Dieses Produkt setzt auf mehr Sicherheit, und niedrigere Kostenstruktur. Zumal die Abschlußposten entfallen, welche sich sehr stark auf die Kosten einer Anlage niederschlagen können. Ich würde gerne wissen wie deren Portfolio aussieht, und werde mich da bei Bedarf informieren.