Original von mnl1337
Original von SanchoHH
Mich stören weder Familien mit Kindern noch Studenten noch Rentner. Mich stört, ständig wechselnde und völlig unbekannte Leute im Haus zu haben.
Was stört dich daran genau? Ist es normal, dass man im Zentrum einer Großstadt alle Nachbarn kennt? Kann ich nicht nachvollziehen.
Da kann ich vllt etwas dazu beitragen, da ich
- gerne in der Großstadt wohne
- ungern etwas mit Nachbarn zu tun habe
- lange Zeit desinteressiert daran war, wie sich meine Nachbarn aufführen
- allerdings auch selbst ein lauter, feiernder Student war, der die Nacht zum Tag gemacht hat und der direkt am Gürtel in Wien gewohnt hat (viel Verkehr & Nachtleben).
Ich wohne allerdings seit >2 Jahren in einem anderen Bezirk, zahle pro m^2 deutlich mehr Miete und hatte dann immer öfter Probleme mit Kurz-Zeit-Airbnb'lern im gleichen Wohnhaus (etwa 60 Wohnungen).
- Flaschen aus dem Fenster, Lärm vor der Türe um 2-4 Uhr morgens, Klingeln mitten in der Nacht (weil die Leute Airbnb mit einem Hotel verwechseln oder einfach drunk af sind)
- wildfremde Leute, die durch alle Gänge in allen Stockwerken latschen / der Türstopper zur Eingangstür auf die Straße (beidseitig) wird oft eingehakt und dadurch kommen alle möglichen Leute in unser Wohnhaus (1 Straße weiter Drogen-Hotspot, kann man sich denken, wie cool das ist)
- dadurch auch plötzlich regelmäßig aufgebrochene Briefkästen; von dem Zeug, das jetzt im Fluchtweg-Bereich etc rumsteht mal ganz zu schweigen
- Zugang zur Parkgarage, den Kellerabteilen ist dadurch auch gegeben (hab zum Glück kein Auto und hauptsächlich Motten anzubieten, was ein Glück)
- Höhepunkt, letztes Jahr hat es im Müllraum (fast direkt unter meiner Wohnung) gebrannt, Schuldiger dafür wurde obv nicht gefunden
Generell ist es imo halt schon legitim, dass man sich in einer gewissen Lebenssituation (Familien mit Kindern, ältere Menschen, alleinstehende Personen, Menschen mit Ruhebedürfnis) in seinem Wohnbereich gerne privat abgesichert fühlt und auch isolieren kann vom "Rest der Welt" - oder dass es einen halt stört, wenn man (viel) gutes Geld fürs Wohnen ausgibt, und sich die Qualität dann innerhalb von Monaten oder wenigen Jahren deutlich verschlechtert. Und sind wir doch ehrlich, bislang (in den letzten Jahrzehnten) war es jetzt nicht "üblich", dass alle paar Tage ein paar laute, feiernde, rücksichtslose Menschen ein- und ausgingen. Ich denke, das Bedürfnis nach einer "geregelten" Wohnsituation ist schon nachvollziehbar.
Jetzt kann man natürlich argumentieren, dass ich mir ja einfach etwas Neues suchen kann (was ich getan habe, aber ich bin auch deutlich flexibler als eine junge Familie oä), oder Beschwerde bei der Gebäudeverwaltung einbringen könnte (was andere Mietparteien gemacht haben, aber für viele Fälle lassen sich halt keine Schuldigen finden, und das Fehlverhalten dadurch nicht bekämpfen), oder dass das eben das Resultats des Markts ist. Alles schön und gut - ich will hier auch gar nicht in die Diskussion diesbezüglich einsteigen, da ihr euch damit sicher deutlich intensiver auseinander gesetzt habt, und ich auch denke, dass das Thema (leistbares) Wohnen generell lange vernachlässigt wurde (zumindest bei uns in AUT).
Aber in Bezug auf die Frage, was "uns" normale Mieter daran stört ... einfach mal ein kurzer Einblick.
//edit: jetzt erst gesehen, dass du explizit nachgefragt hast
Original von mnl1337Wurde nicht beantwortet. In nem Plattenbau hast du auch 100 Nachbarn und die wechseln ständig. Hast du Angst beklaut/überfallen zu werden? Da hätte ich mehr Angst in sozialen Brennpunkten, als dass mich ein Tourist beklaut.
Einziger Nachteil, den ich mir erklären könnte ist, dass der Airbnb-Nachbar nicht das Paket annehmen soll oder meine Blumen gießen kann im Urlaub.
- Nur, weil es in sozialen Brennpunkten / im Plattenbau evtl auch viel Ärger gibt, heißt das aber doch noch lange nicht, dass das jetzt auch alle anderen Wohnräume betreffen muss, oder? Schon klar, dass das auch schlimm/schlecht ist. Aber wenn ich jetzt in eine "stinknormale" 50-60 qm Wohnung in Wien für 800 EUR einmiete, muss ich da dann diesselben Probleme eines sozialen Brennpunkts akzeptieren, nur weil es anderswo ja angeblich auch "wild zugeht"?
- Zum anderen würde ich bezweifeln, dass die Nachbarn in Plattenbauten auch nur annähernd so oft wechseln (alle paar Monate - Jahre) wie durch Airbnb-Vermietung (alle 24-72h). Das ist schon ein eklatanter Unterschied (beim einen kann ich die Person identifizieren, bei der Polizei anzeigen oder beim Vermieter anschwärzen, selbst mit ihr unter tags reden, mit anderen Nachbarn zusammen schließen ... beim anderen geh ich oft leer aus, den Schuldigen zu finden). In Österreich kriegt man übrigens eine Gemeindebau-Wohnung (jetzt nicht dasselbe wie Plattenbau, aber eben billige Wohnungen) erst nach langer Wartezeit, und die behält man im Normalfall auch ewig (über mehrere Generationen hinweg). Also hier in AUT trifft deine Argumentation nicht zu.
- Über die "Ängste" habe ich vorher ja schon geschrieben, ich denke, da kann man sich dann durchaus mehr darunter vorstellen und muss es nicht mit Blumen gießen ins Lächerliche ziehen