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Fortpflanzung?

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Numisma
Beigetreten: 11.09.2009

Gibt es einen philosophischen Diskurs bzw. eine philosophische Fragestellung mit plausibler Begründung, woher sich das einzelne Individuum der Gattung Homo Sapiens sich die Legitimation nimmt / gibt (bin mir bei dem Begriff Legitimation nicht sicher, ob es überhaupt passend ist) sich fortzupflanzen und damit meine ich nicht die praktischen Probleme (passenden Reproduktionspartner, geglücktes Leben der Kindes, Populationsüberschuss und alle negativen Inmplikationen etc. ) sondern die Grundfrage, wie ich begründe, ungefragt (wie auch sonst) neues bewusstes Leben zu schafen oder gibt es darauf keine Antwort bzw. nicht einmal eine passende Frage , weil es eben eine biologische Grundprinzip ist und daher kein warum gefragt werden kann, sonder nur ein wozu?


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15 Antworten
the_typhoon
Beigetreten: 02.03.2005

Nur mal ein paar Denkanstöße…

Von Natur aus ist Leben in erster Linie dazu da um zu existieren. Da ein Mensch nicht ewig lebt, ist Reproduktion die einzige möglichkeit die Existenz auch in ferner Zukunft weiter zu sichern.

Es wird sicher Formen der Philosophie geben, die sagen, dass ein Leben ohne Kinder keinen Sinn macht, auch wenn die meisten Philosphen, den Sinn des Lebens in Dingen sehen, die in der Maslow-Pyramide weiter oben angesiedelt sind.

Nach dem Quran hat die Anzahl der Kinder afaik Einfluss darauf, wie schön man es im Paradies hat. Es gibt ja auch ein arabisches Sprichwort: "Kinder sind die Brücke zum Paradies."

Mein Religionslehrer hat mal gesagt, dass er mit seiner Frau ziemlich lange philosophiert hat, bevor sie sich zum Kinderkriegen entschieden haben. Dabei stand die Frage: "Will man es seinen Kindern zumuten in einer derart schweren Zeit aufzuwachsen." im Mittelpunkt.

Kinder, die man in die Welt setzt haben nicht immer nur positive Folgen. Die Expansion der zivilisierten Welt gefährdet z.B. die Artenvielfalt von Tieren. Siehe auch China 1-Kind-Politik.

So jetzt gehe ich pennen ;)


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HijackerStar
Beigetreten: 07.07.2008

Original von the_typhoon
Dabei stand die Frage: "Will man es seinen Kindern zumuten in einer derart schweren Zeit aufzuwachsen." im Mittelpunkt.

Höre ich recht oft muss ich sagen. Find es skurril zu behaupten, wir leben ausgerechnet heute in "schweren Zeiten".
Aus meiner Sicht war es nie einfacher und bequemer. Lediglich unsere Erwartungen an unser eigenes Leben stehen heute (im Gegensatz zu früher) im Wege.

Will aber nicht vom Thema abweichen.

Fortpflanzung ist aus meiner Sicht (neben Glücklichwerden) der Sinn des Lebens. Und das Leben legitimiert die Wege, den eigenen Sinn nachzukommen.


Antwort
Zitat

"Das egoistische Gen" von Richard Dawkins hat mein Weltbild verändert.

Kundenrezension

Werde es, so wie es auftaucht, beim Bücherzock einstellen.

Bücherzock


Antwort
Zitat

Original von HijackerStar

Original von the_typhoon
Dabei stand die Frage: "Will man es seinen Kindern zumuten in einer derart schweren Zeit aufzuwachsen." im Mittelpunkt.

Höre ich recht oft muss ich sagen. Find es skurril zu behaupten, wir leben ausgerechnet heute in "schweren Zeiten".
Aus meiner Sicht war es nie einfacher und bequemer. Lediglich unsere Erwartungen an unser eigenes Leben stehen heute (im Gegensatz zu früher) im Wege.

Will aber nicht vom Thema abweichen.

Fortpflanzung ist aus meiner Sicht (neben Glücklichwerden) der Sinn des Lebens. Und das Leben legitimiert die Wege, den eigenen Sinn nachzukommen.

##
Grade in unserer Gesellschaft ist es doch die sicherste und luxuriöseste seit Beginn der Menschheit, wage ich zu behaupten. Offenbar sind die Menschen dadurch so verweichlicht, dass selbst Luxusprobleme wie "Katastrophen" anmuten. Das meiste Elend schafft sich jeder Mensch imho stets selbst, durch seine Einstellung, sein Ego und Naivität.
Natürlich ist Fortpflanzung ein Trieb, der fast alles bestimmt, was wir tun.
Wir essen, trinken, atmen und arbeiten, weil wir unser Leben erhalten wollen/müssen, um uns darin irgendwann fortzupflanzen.
Wir streben nach Selbstverwirklichung, um unsere Chancen zu optimieren einen ebenso gelagerte (aka idealen) Partner zu finden, und uns fortzupflanzen.

Wer diesen Trieb nicht verspürt, ist imho als ernstlich krank zu bezeichnen (nicht im abwertenden Sinne, sondern im medizinischen) und hat entweder ein grundzerrüttetes Mindset (möglicherweise durch Traumata in der Vergangenheit hervorgerufen) oder hat schlichtweg noch keine entsprechend positiven Erfahrungen gemacht.
Ich glaube, die Menschen in unserer Zeit und unserer Zivilisation sind überladen mit Informationsangebot und den Möglichkeiten, ihr Leben zu gestalten. Damals war alles einfacher, übersichtlicher. Die Linie war klar, es gab wenig(er) Ablenkungen. Life was simple.
Heute wirkt es kompliziert, durch das Internet und Globalisierung gibt es soviel Informationen, Berufe, Dinge und Gebrauchsgegenstände wie noch nie zuvor. Das ging so schnell, dass unser Hirn sich darauf vielleicht noch gar nicht einstellen konnte.

Trotzdem hat jeder diesen Trieb in sich, sich fortzupflanzen. Ich denke, um das nicht wahrzunehmen muss man so dermaßen abgelenkt vom Leben sein, dass man den eigenen Körper dadurch ignoriert. Denn der meldet sich irgendwann definitiv, dass es allerhöchste Eisenbahn wird. Bei Frauen gut zu beobachten, die gegen Ende ihrer Fruchtbarkeit dann fast jede Vorsicht aufgeben, zumindest die, die vorher noch keinen Nachwuchs gezeugt haben. Männer haben da vielleicht etwas mehr Zeit, aber auch die verspüren irgendwann ein gewisses Verlangen.

Disclaimer: Das kann ich alles nicht wissenschaftlich belegen und beruht auf meiner eigenen Meinung, Erfahrung und Beobachtung.


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nervermore
Beigetreten: 13.01.2007

Original von nl4jackelson
"Das egoistische Gen" von Richard Dawkins hat mein Weltbild verändert.

Kundenrezension

Werde es, so wie es auftaucht, beim Bücherzock einstellen.

Bücherzock

Selfish Gene ist wissenschaftlich größtenteils überholt, würde lieber zu einer aktuelleren Einführung in die Evolutionstheorie greifen.


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Es ist 17 Jahre her, dass ich das Buch gelesen habe. Da mag es durchaus überholt sein.
Ich fand den Aspekt bemerkenswert, dass dar Mensch zu 98% triebgesteuert ist und seine 2% Verstand dafür benutzt dies zu verschleiern. Bei kritischer Selbstbetrachtung musste ich ihm damals Recht geben.
Möglicher Weise brauchen meine Ansichten die selben Anpassungen wie meine Ranges.

@ nervermore - Welche aktuelle Lektüre würdest Du empfehlen?


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Nani74
Beigetreten: 15.12.2005

da sieht man mal wieder wie unsinnig es war das philosophieforum aufzulösen, eigentlich sollte das jetzt in kunst un dliteratur zu finden sein, aber nun verteilen sich die interessanten threads übers ganze forum :( werde hier aufmerksam mitlesen, könnte interessant werden.


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bastii1990
Beigetreten: 03.03.2010

Original von Romeryo

Wir essen, trinken, atmen und arbeiten, weil wir unser Leben erhalten wollen/müssen, um uns darin irgendwann fortzupflanzen.
Wir streben nach Selbstverwirklichung, um unsere Chancen zu optimieren einen ebenso gelagerte (aka idealen) Partner zu finden, und uns fortzupflanzen.

Wer diesen Trieb nicht verspürt, ist imho als ernstlich krank zu bezeichnen (nicht im abwertenden Sinne, sondern im medizinischen) und hat entweder ein grundzerrüttetes Mindset (möglicherweise durch Traumata in der Vergangenheit hervorgerufen) oder hat schlichtweg noch keine entsprechend positiven Erfahrungen gemacht.

Also meinst du Homosexuelle sind medizinisch gesehen ernsthaft krank?
Die finden zwar Partner - wissen aber schon vorher, dass es nicht der perfekte Partner zum Fortpflanzen ist.
Die Frage ist ernst gemeint ;)


Antwort
Zitat

Original von bastii1990

Original von Romeryo

Wir essen, trinken, atmen und arbeiten, weil wir unser Leben erhalten wollen/müssen, um uns darin irgendwann fortzupflanzen.
Wir streben nach Selbstverwirklichung, um unsere Chancen zu optimieren einen ebenso gelagerte (aka idealen) Partner zu finden, und uns fortzupflanzen.

Wer diesen Trieb nicht verspürt, ist imho als ernstlich krank zu bezeichnen (nicht im abwertenden Sinne, sondern im medizinischen) und hat entweder ein grundzerrüttetes Mindset (möglicherweise durch Traumata in der Vergangenheit hervorgerufen) oder hat schlichtweg noch keine entsprechend positiven Erfahrungen gemacht.

Also meinst du Homosexuelle sind medizinisch gesehen ernsthaft krank?
Die finden zwar Partner - wissen aber schon vorher, dass es nicht der perfekte Partner zum Fortpflanzen ist.
Die Frage ist ernst gemeint ;)

Ne, der Trieb ist ja vorhanden. Ich würde eher Asexualität darunter zählen. Auch Homosexuelle haben das Bedürfnis sich fortzupflanzen, daher finden sie eben andere Wege. Ihre Triebe bzgl Sexualität leben sie ja dennoch aus.


Antwort
Zitat

Original von Romeryo

Original von HijackerStar

Original von the_typhoon
Dabei stand die Frage: "Will man es seinen Kindern zumuten in einer derart schweren Zeit aufzuwachsen." im Mittelpunkt.

Höre ich recht oft muss ich sagen. Find es skurril zu behaupten, wir leben ausgerechnet heute in "schweren Zeiten".
Aus meiner Sicht war es nie einfacher und bequemer. Lediglich unsere Erwartungen an unser eigenes Leben stehen heute (im Gegensatz zu früher) im Wege.

Will aber nicht vom Thema abweichen.

Fortpflanzung ist aus meiner Sicht (neben Glücklichwerden) der Sinn des Lebens. Und das Leben legitimiert die Wege, den eigenen Sinn nachzukommen.

##
Grade in unserer Gesellschaft ist es doch die sicherste und luxuriöseste seit Beginn der Menschheit, wage ich zu behaupten. Offenbar sind die Menschen dadurch so verweichlicht, dass selbst Luxusprobleme wie "Katastrophen" anmuten. Das meiste Elend schafft sich jeder Mensch imho stets selbst, durch seine Einstellung, sein Ego und Naivität.
Natürlich ist Fortpflanzung ein Trieb, der fast alles bestimmt, was wir tun.
Wir essen, trinken, atmen und arbeiten, weil wir unser Leben erhalten wollen/müssen, um uns darin irgendwann fortzupflanzen.
Wir streben nach Selbstverwirklichung, um unsere Chancen zu optimieren einen ebenso gelagerte (aka idealen) Partner zu finden, und uns fortzupflanzen.

Wer diesen Trieb nicht verspürt, ist imho als ernstlich krank zu bezeichnen (nicht im abwertenden Sinne, sondern im medizinischen) und hat entweder ein grundzerrüttetes Mindset (möglicherweise durch Traumata in der Vergangenheit hervorgerufen) oder hat schlichtweg noch keine entsprechend positiven Erfahrungen gemacht.
Ich glaube, die Menschen in unserer Zeit und unserer Zivilisation sind überladen mit Informationsangebot und den Möglichkeiten, ihr Leben zu gestalten. Damals war alles einfacher, übersichtlicher. Die Linie war klar, es gab wenig(er) Ablenkungen. Life was simple.
Heute wirkt es kompliziert, durch das Internet und Globalisierung gibt es soviel Informationen, Berufe, Dinge und Gebrauchsgegenstände wie noch nie zuvor. Das ging so schnell, dass unser Hirn sich darauf vielleicht noch gar nicht einstellen konnte.

Trotzdem hat jeder diesen Trieb in sich, sich fortzupflanzen. Ich denke, um das nicht wahrzunehmen muss man so dermaßen abgelenkt vom Leben sein, dass man den eigenen Körper dadurch ignoriert. Denn der meldet sich irgendwann definitiv, dass es allerhöchste Eisenbahn wird. Bei Frauen gut zu beobachten, die gegen Ende ihrer Fruchtbarkeit dann fast jede Vorsicht aufgeben, zumindest die, die vorher noch keinen Nachwuchs gezeugt haben. Männer haben da vielleicht etwas mehr Zeit, aber auch die verspüren irgendwann ein gewisses Verlangen.

Disclaimer: Das kann ich alles nicht wissenschaftlich belegen und beruht auf meiner eigenen Meinung, Erfahrung und Beobachtung.

Wer Meinungen/subjektive Ansichten vertritt sollte eine Schreibweise, welche allgemeine Gültigkeit vermuten lässt, eher vermeiden.
Ansonsten mal für dich ein Zitat von meinem ehemaligen Philosophielehrer : "Wer glaubt im Stande zu sein, komplexe Sachverhalte zu erfassen, sollte sich darin üben, diese kurz und präzise zu artikulieren." ;)

Zu der Fortpflanzung und dem Sinn des Lebens im Allgemeinen meinte Anders mal sowas wie:

Warum glauben wir eigentlich, dass das Leben noch etwas anderes haben müsste als seine bloße Existenz?

Spoiler

Obv meine Worte.Komm nicht mehr auf den wortlaut, kein bock auf googlen. :milord:


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DarkZonk
Beigetreten: 21.12.2008

Der Sinn des Lebens liegt in erster Linie mal in der Weitergabe von Leben. Allein aus der biologischen Sicht


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kingpowl
Beigetreten: 15.10.2006

Original von Numisma
Gibt es einen philosophischen Diskurs bzw. eine philosophische Fragestellung mit plausibler Begründung, woher sich das einzelne Individuum der Gattung Homo Sapiens sich die Legitimation nimmt / gibt (bin mir bei dem Begriff Legitimation nicht sicher, ob es überhaupt passend ist) sich fortzupflanzen und damit meine ich nicht die praktischen Probleme (passenden Reproduktionspartner, geglücktes Leben der Kindes, Populationsüberschuss und alle negativen Inmplikationen etc. ) sondern die Grundfrage, wie ich begründe, ungefragt (wie auch sonst) neues bewusstes Leben zu schafen oder gibt es darauf keine Antwort bzw. nicht einmal eine passende Frage , weil es eben eine biologische Grundprinzip ist und daher kein warum gefragt werden kann, sonder nur ein wozu?

es ist weder geklärt
- was unter bewusstsein / bewussten leben zu verstehen ist
- ob es überhaupt einen freien willen gibt (und damit die wahl des einzelnen, leben zu schaffen oder eben nicht)
- wer oder was das recht haben sollte das eine oder andere "zu legitimieren"

daher würde ich eher sagen: reproduktion passiert einfach. und zwar weil es passieren kann (oder muss, je nach weltbild).


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Rangan2
Beigetreten: 04.03.2006

Warum sollte man jemanden zum Leben verurteilen?

Ich finde es sollte ein weltumspannendes "Fortpflanzungsministerium geben", in dem eindeutig geregelt wird, wer sich fortpflanzen darf. Man muss also eine Art Fortpflanzungsführerschein oder -Bescheinigung erlangen, bevor man neue Kinder in die Welt setzen darf.
Dadurch würde es (hoffentlich) weniger dumme und mehr kluge und weniger Menschen auf der Erde geben.

Das wäre gut! (Ich bin nur ein halber Troll)


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HijackerStar
Beigetreten: 07.07.2008

Nach der übernächsten Dekadenz wird es das geben, keine Sorge.


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kingpowl
Beigetreten: 15.10.2006

und in welchen kontexten es das letzte mal eugenik (hierzulande) gab sollte ebenso obv sein..


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