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Fragebogenpsychologie

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slevink23
Beigetreten: 08.02.2011
Oldschool Grinder

Hey,

und zwar schreibe ich gerade eine Hausarbeit mit dem Bezug zu einer selbstausgeführten Umfrage. Dort gibt es nun einige Empfindungsfragen, in der sich die Befragten zu ihrer eigenen Situation äußern sollen.

Nun ist dort ein Widerspruch zwischen zwei Fragen entstanden.

Einmal bewerten sie ihre eigene Situation sehr gut, andererseits aber den gesamten Markt(diese Situation betreffend) als schlecht.

Mein Professor meinte es gäbe Studien bzw. Phänomene, dass die Leute, wenn es sie selbst betrifft, dies immer eher etwas positiver schätzen. Hingegen, äußere Umstände negativer einschätzen.

Gibt es zufällig Fachbegriffe für diese beiden Phänomene?

Denn ich würde gerne nach Quellenangaben suchen.

Vielen Dank

Edit:
Ich würde mich auch schon freuen, wenn ich wüsste nach welchen Themen ich suchen muss, um Belege für diese Thematik zu finden.


Antwort
Zitat
7 Antworten
xcbrx
Beigetreten: 16.08.2008
Elite Grinder

soziale erwünschtheit, maybe?


Antwort
Zitat
slevink23 Themenstarter
slevink23
Beigetreten: 08.02.2011
Oldschool Grinder

Original von xcbrx
soziale erwünschtheit, maybe?

Ne habe ich schon nach geschaut, aber da geht es ja eher darum, dass Leute etwas "falsches" ankreuzen weil sie sich sozial integrieren möchten.

Bei meinem Problem geht es aber darum, sich selbst zu belügen:

"Meine Situation ist doch gar nicht so scheiße. Eigentlich bin ich zufrieden."

Obwohl vielleicht die Lebenssituation miserabel ist. Quasi eine falsche Selbstwahrnehmung.


Antwort
Zitat
GrandeSmokio
Beigetreten: 24.11.2006
BlackMember

zwei sachen fallen mir dazu ein:

1) das eine ist, dass man zeigen kann, dass personen bei erfolg dies eher intrinsischen Faktoren zuschreiben ("ich war so gut in der klausur, weil ich gelernt hab wie ein kranker"). versagen sie hingegen, wird dies eher extrinsischen Faktoren zugeschrieben ("die fragen in der Klausur waren schlecht formuliert").

2) hilft dir vielleicht der Begriff der Kognitiven Dissonanz. Vereinfacht gesprochen; sachen die man macht, die art wie man lebt, wird eher positiv bewertet. wenn man wüsste/sich eingestehen würde, dass man da jeden Tag ziemlichen Mist abzieht, würde das zu einer dissonanz führen, die stress bedeuten würde. Man müsste sich dann mit der Frage auseinandersetzen, warum man so lebt, wie man lebt, wenn man doch eigentlich weiß, das es falsch/schlecht ist. (einfaches bsp.: Manager-Seminar; alle rennen über heiße Kohlen; danach erzählen alle wie großartig das Gefühl und die Selbsterkenntnis dabei war. Würden sie zugeben wie lächerlich die aktion war, müssten sie sich rechtfertigen, warum sie denn überhaupt mitgemacht haben --> kognitive dissonanz).

[alles ohne Gewähr]


Antwort
Zitat

http://en.wikipedia.org/wiki/Self-enhancement

Bitteschön, macht dann 50$ auf Fulltilt.


Antwort
Zitat
michaelg5pro
Beigetreten: 19.12.2006
PokerStrategist

Mein Professor meinte es gäbe Studien bzw. Phänomene, dass die Leute, wenn es sie selbst betrifft, dies immer eher etwas positiver schätzen. Hingegen, äußere Umstände negativer einschätzen.

Gibt es zufällig Fachbegriffe für diese beiden Phänomene?

Schnapp Dir ein Lehrbuch zur Sozialpsychologie. Mit kognitiver Dissonanz wurde schon ein relevanter Begriff genannt. Schaue etwa in ein Kapitel zu Attributionstheorien, insbesondere Attributionsfehler. Wahlweise alles auch bei online verfügbaren Büchern, Skripten/Vorlesungsunterlagen u.ä. sowie Wikipedia auffindbar.


Antwort
Zitat

Original von michaelg5pro

Mein Professor meinte es gäbe Studien bzw. Phänomene, dass die Leute, wenn es sie selbst betrifft, dies immer eher etwas positiver schätzen. Hingegen, äußere Umstände negativer einschätzen.

Gibt es zufällig Fachbegriffe für diese beiden Phänomene?

Schnapp Dir ein Lehrbuch zur Sozialpsychologie. Mit kognitiver Dissonanz wurde schon ein relevanter Begriff genannt. Schaue etwa in ein Kapitel zu Attributionstheorien, insbesondere Attributionsfehler. Wahlweise alles auch bei online verfügbaren Büchern, Skripten/Vorlesungsunterlagen u.ä. sowie Wikipedia auffindbar.

Attributionsfehler haben damit gar nichts zu tun, das sind fehlerhafte Ursachenzuschreibungen.
Attributionstheorie in Hinblick auf die Aussage des Professors nur, als dass Misserfolge und Erfolge unterschiedlich external/internal attribuiert werden. Aber darum geht es hier ja nicht, sondern um eine Einschätzung der Situation im Ist-Zustand, nicht um eine Ursachenzuschreibung.
Bei kognitiver Dissonanz geht es eher darum, dass man Dinge umdeutet, um irgendetwas zu rechtfertigen, ein Ereignis, eine Handlung z.B.
Man könnte natürlich sagen, dass es eine vorbeugende Handlung ist, um kognitive Dissonanz zu vermeiden, aber wahrscheinlich sind es einfach falsche Selbsteinschätzungen, die auf selbstwertdienlichen kognitiven Verzerrungen (self-enhancement, positive illusions, unrealistischer Optimismus) beruhen in Kombination mit Aussendarstellung (denn irgendjmd. wertet ja den Fragebogen aus).
Die Leute können ja durchaus halbwegs objektiv die Gesamtsituation einschätzen, während sie sich selber und ihre Situation halt zu optimistisch betrachten, so habe ich es verstanden.


Antwort
Zitat
michaelg5pro
Beigetreten: 19.12.2006
PokerStrategist

Es ging hier nicht nur um Situationseinschätzungen im Ist-Zustand (die Attributionen je nach Test/Items keineswegs ausschließen), sondern um den Hinweis seines Profs ("Studien bzw. Phänomene, dass die Leute, wenn es sie selbst betrifft, dies immer eher etwas positiver schätzen. Hingegen, äußere Umstände negativer einschätzen."). Insofern kann ich mir, da du es selber sagst, den Einwand nicht verkneifen, dass der erste Satz so nicht stimmt ("gar nichts ... zu tun"). (Leuchtet sofort ein, wenn man den zweiten Satz liest ("in Hinblick auf die Aussage des Professors nur")). Dass es darum nicht gehen soll ist unschädlich, denn schließlich wurde genau danach gefragt, auch wenn es möglicherweise in den Fragen seiner Skala nicht darum geht.


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Zitat
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