Aktualisiert am 26 Feb. 26 von

Der Einfluss von Rake auf die Varianz beim Poker

Heute geht es einmal mehr um Varianz im Pokeralltag und warum mehr Rake definitiv nicht besser für die Aussichten der eigenen Laufbahn an den Tischen ist.





Ich habe Spaß daran, über Strategien zur Verringerung der Varianz zu schreiben. Dazu gehörten bisher das Reduzieren der Einsätze im Vergleich zum Spielen weniger Tische, die Unterschiede in Bezug auf Auszahlungsstrukturen sowie die Erhöhung des Volumens. Zusammen mit Dara O'Kearney haben wir uns auch schon mit den Varianzunterschieden zwischen Turnieren mit kleinen und großen Teilnehmerfeldern beschäftigt.

Aktuell spiele ich hauptsächlich Bounty-Turniere und kürzlich habe ich angefangen, gegen Ende meiner Sessions die Battle-Royale-PKOs von GGPoker zu spielen. Diese haben eine ziemlich schnelle Struktur und haben in der Regel nur 30 Teilnehmer – also perfekt dafür geeignet, eine Session ausklingen zu lassen. Der Rake ist auch sehr niedrig und beträgt 5% – vergleichbare Turniere bei GGPoker haben sonst 7,4%. Der Grund dafür ist wohl, das Battle-Royal-Turniere eine schnelle Struktur haben.

Rake ist ein so wichtiger Faktor bei der Gameselection, dass ich einen Test mit dem Varianzrechner von Prime Dope durchführen wollte, um zu sehen, wie signifikant eine Rake-Reduzierung tatsächlich ist.

So sehen 20 zufällige Simulationen von einem Turnier mit einem Buy-in von $50, 10% Rake, 100 Teilnehmern und einem ROI von 10% aus:

Poker

Im Best-Case-Szenario liegt der Gewinn bei knapp $20.000 und der Verlust im schlechtesten Fall bei ungefähr $10.000 – der durchschnittliche Profit bei $5.055. Das Risiko, bei 1.000 Turnieren in den roten Zahlen zu landen, liegt bei 17% und es wird eine Bankroll von $8.201 benötigt, um nicht pleite zu gehen.

In der folgenden Grafik wird deutlich, was passiert, wenn der Rake nur 5% anstatt 10% beträgt – die Parameter Buy-in, Teilnehmer und Volumen bleiben gleich. Der ROI musste natürlich nach oben angepasst werden, denn weniger Rake bedeutet automatisch, dass sich die Profitaussicht natürlich erhöht.

Poker

Wenn man auf der richtigen Seite der Varianz steht, verdient man im besten Fall fast $30.000. Das Worst-Case-Szenario zeigt einen Verlust von knapp $10.000 an, aber im Durchschnitt gewinnt man $7.509. Die Wahrscheinlichkeit, 1.000 Turniere mit einem Minus zu beenden, liegt bei 9,9% und um einen Totalverlust zu vermeiden, wird eine Bankroll von $7.763 benötigt.

Es ist natürlich keine Überraschung, dass die Wahrscheinlichkeit, nach 1.000 Turnieren einen Verlust verbuchen zu müssen, niedriger ist – der Unterschied im Best-Case-Szenario hingegen war überraschend hoch. Dieser Faktor ist für mich ausschlaggebend, denn viel Rake macht es natürlich schwieriger zu gewinnen, aber dadurch wird auch die Summe deutlich verringert, die man im besten Fall gewinnt.

Mehr Rake ist natürlich für alle Pokerspieler nicht gut, aber es ist auch wichtig, einige Zahlen zu kennen. Die beiden Simulationen haben deutlich gezeigt, dass durch eine Reduzierung des Rakes die Profitaussicht sofort ansteigt.

Wie wichtig ist die Höhe des Rakes für euch bei der Auswahl eurer Partien? Wir freuen uns auf eure Kommentare!