Die 10 häufigsten Anfängerfehler
Einleitung
In diesem Artikel
- Jeder macht Fehler, nur manche mehr, andere weniger
- Die Fehler, die deine Gegner machen, sind dein Profit
- Die Fehler, die du nicht machst, sind dein Profit
Im Poker gibt es einen sehr einfachen Grundsatz: Du machst immer dann Profit, wenn du deinen Gegner dazu bringst, einen Fehler zu begehen.
Aber auch der umgekehrte Fall ist richtig: Du machst immer dann Verlust, wenn du einen Fehler begehst.
Natürlich kommt es vor, dass dein Gegner einen massiven Fehler begeht, indem er z.B. mit irgendwelchen Mistkarten bis zum River jeden Einsatz zahlt, dann aber irgendeine magische Karte trifft und den Pot gewinnt. Kommt vor, immer wieder.
Er hat trotzdem aus der Sicht des professionellen Spielers Verlust gemacht. Dein Gegner hat einen Fehler begangen und er wird ihn immer wieder machen. Er wird durch diesen Fehler auf lange Sicht mehr Geld verlieren, als er gewinnen wird. Was jetzt ist, ist irrelevant. Die Bilanz am Ende der Woche, am Ende des Monats oder am Ende des Jahres zählt.
Wenn du erfolgreich pokern möchtest, auch auf lange Sicht deine Bankroll immer weiter ausbauen möchtest, vielleicht sogar Ambitionen hast, mal in höheren Limits mitzumischen, dann ist es am besten, wenn du dir gleich diese Sichtweise des professionellen Spielers aneignest.
Sichtweise
- Ich versuche, so wenig Fehler wie möglich zu machen, denn desto größer wird mein Profit.
- Ich versuche, meine Gegner dazu zu bringen, so viele Fehler wie möglich zu begehen, denn desto größer wird mein Profit.
Dieser Artikel listet nun die 10 häufigsten Anfängerfehler auf. Du solltest ruhig kritisch dir selbst gegenüber sein und dich fragen, ob du dich wiedererkennst. Auf der anderen Seite wird dir dieser Artikel dabei helfen, zu verstehen, welche Fehler deine Gegner begehen und woher dein Profit kommt.
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Die erweiterten Charts zum Spiel vor dem Flop
Die Übersicht zur Mathematik des Pokerns - Odds und Outs
Platz 1: Zu viele Starthände spielen
Es ist ein harter mathematischer Fakt, dass an einem Tisch mit zehn Spielern maximal die besten 20% der Starthände profitabel sind. Eine schlechtere Hand zu spielen, ist Glücksspiel mit negativem Erwartungswert.
Zahlst du zum Beispiel in später Position nach zwei bereits ins Spiel eingestiegenen Spielern eine Small Bet (SB), um mit einer Hand wie A2o den Flop zu sehen, liegt der erwartete Gewinn zu dem Zeitpunkt unterhalb von einer Small Bet. Natürlich, ab und zu hat man Glück und gewinnt, aber auf lange Sicht macht man sicheren Verlust.
Geduld ist eine der obersten Tugenden im Poker. Diese nicht zu haben, nicht auf die richtigen Karten warten zu können, ist ein Fehler, den viele Einsteiger begehen.
Dieser Fehler ist technisch gesehen am einfachsten abzustellen. Halte dich einfach an das Starting-Hands-Chart. Mit diesem Chart kannst du dir sicher sein, auf lange Sicht nur in profitablen Situationen zu spielen.
Das grundlegende Chart findest du im Artikel zum Spiel vor dem Flop: zum Artikel
Wenn du das schon sicher beherrscht und dein Spiel erweitern möchtest, dann helfen dir die Chart-Erweiterungen aus dem Artikel "Erweiterungen zum Spiel vor dem Flop" weiter: zum Artikel
In Hinsicht auf deine Einstellung bleibt nur zu sagen: Ohne die Fähigkeit, dich in Geduld zu üben, wirst du es nicht weit bringen. Das wusste schon Siddharta Gautama aka Buddha und der Junge hatte Ahnung.
Platz 2: Coldcalling mit schwachen Händen
Man spricht von coldcallen, wenn man vor dem Flop zwei Bets auf einmal mitgeht. Ein Gegner erhöht vor dem Flop, du bist nach ihm an der Reihe und gehst die Erhöhung mit - das ist ein Coldcall. Du bezahlst zwei Bets, den Big Blind plus die Erhöhung, um den Flop zu sehen.
Es ist nur selten korrekt, eine Erhöhung coldzucallen. Das Warum hat der us-amerikanische Pokerprofi und Buchautor David Sklansky in einem einfachen Lehrsatz, dem Gap-Konzept, zusammengefasst.
Nimm an, du hältst AQ. Wenn vor dir einer erhöht hat (nehmen wir der Einfachheit halber an, in früher Position), dann zeigt er damit an, dass er über eine Premiumhand verfügt.
Premiumhände, das sind: AA, KK, QQ, JJ, TT, AK, AQ, eventuell AJ und 99. Deine AQ ist nur AJ überlegen und natürlich gleich auf mit AQ. Gegen alle anderen Hände ist AQ im Nachteil.
Warum sollte man sich also von Haus aus in eine ungünstige Lage begeben, wenn man doch gar nicht verpflichtet ist, überhaupt Geld zu investieren?
Erhöhst du hingegen (als Erster) mit AQ, so besteht eine gute Chance, dass du damit die beste Hand am Tisch hast. Du würdest eventuell sogar eine andere AQ-Hand zur Aufgabe bringen, wenn die betreffende Person so vorsichtig spielt, wie wir es bei uns im Forum empfehlen.
Auch 88 und jedes kleinere Paar könntest du aus der Hand jagen, obwohl AQ gegen all diese Hände knapp unterlegen ist. Deine Gegner wissen ja nicht, dass du "nur" AQ hast. Es könnte ja auch ein hohes Paar sein (99 und höher).
Ein Paar hat gegen ein höheres Paar gerade einmal etwa 20% Gewinnwahrscheinlichkeit. Deshalb sollte man in der Regel auch nicht mit kleinen Paaren zwei Bets auf einmal callen, also mitgehen. Entweder, man ist leichter Favorit gegen zwei Überkarten (AK oder AQ, im allgemeinen alle höheren Karten) oder weit hinten gegen ein höheres Paar.
Das ist natürlich eine schlechte Ausgangslage. Dein AQ, das du erhöht hast, verteidigt sich also gegen die kleinen Paare mit der Drohung, eventuell ein großes Paar zu sein. Initiative ist beim Pokern ein kostbares Gut.
Halte dich an die Charts! Es führt kein Weg daran vorbei. Und wann immer du dich mit einer Erhöhung konfrontiert siehst, deine Karten anschaust und dir denkst: "Mei, des schaut fei guad aus", erinnere dich an das Gap-Konzept und frage dich, ob deine Hand wirklich stark genug ist, um coldzucallen. Dafür muss sie nämlich weitaus stärker sein, als würdest du selbst mit ihr erhöhen.
Platz 3: Limpen mit AK oder hohen Paaren
Hin und wieder ist zu beobachten, dass Spieler mit Händen wie AK oder AA, KK und QQ vor dem Flop statt zu erhöhen nur mitgehen, um ihren Gegnern eine Falle zu stellen. Fast immer ist das ein Fehler, bei QQ sogar ein ganz krasser, da die Hand auf dem Flop gleich von zwei Überkarten (Ass oder König) ruiniert werden kann. Hat man durch das passive Verhalten mehrere Gegner dazu eingeladen, den Flop zu sehen, hat meistens einer davon getroffen, wenn ein A oder K auftaucht.
Gegen einen einzigen Gegner wären die Gewinnchancen dagegen intakt. Selbst zwei Asse sind gegen mehrere Gegner sehr verwundbar. Deshalb sollte man stets versuchen, mit einer Erhöhung die Blinds aus der Hand zu drängen. Wie oft sieht man zwei Asse gegen seltsame zwei Paare verlieren, nur weil die Blinds billig mitspielen durften?
Außerdem: Auf kleineren Limits wird gerne coldgecallt (siehe vorherigen Abschnitt). Die Erhöhung mit AA bringt auf diese Weise mehr Geld in den Pot. Du brauchst nicht versuchen, trickreich zu spielen. Das geht häufiger nach hinten los, als dass es wirklich irgendeinen Nutzen hat.
Ist der Pot erst einmal groß (durch die Erhöhung), dann gehen die Leute auch gerne mal am Flop mit sehr schlechten, sich noch entwickelnden Händen mit. Wieder verdient der AA-Spieler dabei Geld.
Spiele ganz einfach geradeaus und halt dich an die Charts! Keine Tricks, keine Fallen! Du hast eine gute Hand, mit der du erhöhen solltest? Dann erhöhe. Es gibt unter Anfängern immer wieder welche, die einem erzählen wollen, wie gut sie damit führen, mit einem Paar Asse erst einmal nur zu limpen. Die tischen einem die dollsten Geschichten auf, was für Pötte sie damit geholt hätten. Mumpitz!
Das sind die gleichen Spieler, die hinterher über vermeintliche Bad Beats jammern, wenn der Big Blind mit 72o zwei Paare trifft und ihre Asse knackt. Hätten sie einfach mal erhöht und den Big Blind nicht kostenlos den Flop sehen lassen. Spieler, die so etwas gewohnheitsmäßig machen, sind auch gewohnheitsmäßig sehr schnell pleite. Das ist schon fast ein Naturgesetz.
Platz 4: Potenziell dominierte Hände spielen
Etliche Anfänger scheinen in der Pokerschule gefehlt zu haben, als das Thema Kicker behandelt wurde. Sie spielen eine Hand wie z.B. A3o, ist ja immerhin ein Ass dabei, treffen am Flop das Paar Asse, denken sich: "Holla die Waldfee", und legen ihre Karten nicht mehr weg, nur um am River gegen ein anderes Paar Asse mit höherem Kicker, wenn nicht sogar schlimmer zu verlieren.
Wer gerne kleine Asse wie A9 und schlechter oder kleine suited Asse in früher Position spielt, der wird häufig von anderen Händen dominiert. Kommt ein Ass auf dem Flop, so gibt es zwei Standardszenarien:
- Kein Gegner hält ein Ass. Alle steigen aus und man gewinnt nur einen kleinen Pot.
- Oder aber ein Gegner hält ein Ass mit besserem Kicker. In dem Fall hat man eine teure zweitbeste Hand und zahlt die Turn- und Riverbets, um das festzustellen.
Andere Beispiele für potenziell dominierte Hände (Traphands) sind KJ, KT, QJ, QT und JT. Macht man damit ein Top-Paar, so rennt man häufig in "legitime Hände" mit höherem Kicker. KJ wird beispielsweise dominiert von AK, KQ und AJ.
Die Traphands sind keine "legitimen Hände", wenn sie in früher oder mittlerer Position gespielt werden, da die Gefahr zu groß ist, dass hinter einem noch eine dominante Hand sitzt. Mit dominierten Händen gewinnt man wenig und verliert viel!
Vermeide die teuren Traphands und halt dich einfach an die Charts. Poker ist kein Schönheitswettbewerb und nur weil eine Hand gut aussieht, muss sie nicht auch gleich profitabel sein. Zwei Bildkarten wie König und Bube sind ganz nett anzuschauen, können dir aber verdammt viel Ärger einbringen. Darum sagt man auch, dass einer der ersten großen Meilensteine eines Pokerspielers der ist, wenn er gelernt hat, König Bube wegzulegen.
Platz 5: Schwachen Draws hinterherjagen
Viele Spieler verstehen nicht die grundlegenden Konzepte hinter Pot Odds und Outs, einer mathematischen Abwägung zwischen Chance und Risiko eines Einsatzes.
Zugegeben, es ist nicht ganz einfach, sich daran zu gewöhnen. Aber um korrekte Entscheidungen zu treffen, ist das unerlässlich. Vor allem muss man erkennen können, wann es Zeit ist, die Hand aufzugeben.
Ein Draw ist eine unfertige Hand, bei der es letztlich nur um den Erwartungswert geht: Man möchte einen Einsatz des Gegners nur dann mitgehen, wenn man im Durchschnitt bei Verbesserung seiner Hand mehr als den zu zahlenden Betrag gewinnt.
Die meisten Spieler gehen generell zu weit mit ihren Händen und zahlen zu viel für sie. Sie haben z.B. eine Hand wie A2o bei einem Flop von KQ7 und denken sich: "Ich habe immer noch die Chance, dass ein Ass kommt, also gehe ich den Einsatz mit."
Sie vergessen dabei, dass ein Ass nur mit einer Chance von 1 zu 15 auf dem Turn erscheint und dass man selbst dann nur eine relativ schwache Hand besäße (man verliert gegen jedes größere Ass und gegen noch bessere Hände).
In solchen Situationen regelmäßig gegnerische Einsätze mitzugehen, kostet langfristig ein Vermögen. Das ist übrigens so ziemlich der häufigste Fehler eurer Gegner und daher kommt ein Großteil eures Gewinns. Sie legen ihre Karten nicht weg. Prinzip Hoffnung - es könnte ja doch noch die eine Karte kommen, die sie brauchen. Dass sie bis dahin viel zu viel Geld dafür bezahlt haben, kümmert sie wenig bzw. verstehen sie es einfach nicht.
Pot Odds und Outs zu meistern ist schwierig, denn die dahinterliegende Theorie lässt sich weiter und weiter verfeinern. Es reicht aber aus, zu wissen, wie man Outs zählt, wie man diese anhand ihrer Stärke abwertet und wie man dann von den Outs auf die Chance kommt, sich mit der nächsten Karte zu verbessern (siehe Artikel Mathematik des Pokerns - Odds&Outs).
Platz 6: Passives Spiel mit guten Händen / Slowplaying
Viele Hold'em-Neulinge erzählen Folgendes: "Meine Gegner spielen mit allen möglichen Karten. Ich setze und erhöhe wie verrückt, aber sie steigen nicht aus, sondern gehen bis zum River jeden Einsatz mit. Am River bekommen sie auf einmal genau die Karte, die sie brauchen, um mich zu schlagen. Deshalb ist es doch besser, gar nicht erst zu setzen!"
Aus mathematischer Sicht ist das ein klarer Fehler: Zum einen verschenkst du dadurch möglichen Gewinn, zum anderen gibst du deinen Gegnern die Chance, die nächste Karte sogar für umsonst zu sehen!
Betrachten wir mal ein Beispiel aus mathematischer Sicht: Du hast AK, ein Gegner hat 76, der Flop ist K62. Du liegst also zurzeit vorne. Durchschnittlich gewinnst du in mehr als 80% der Fälle.
Setzt du nun 1 Dollar und der Gegner geht mit, so gehören dir von den daraus resultierenden 2 Dollar im Pot ca 80%, also 1,60 Dollar. Deinem Gegner gehören nur 40 Cent. Durch deinen Einsatz hast du also 60 Cent Gewinn gemacht, dein Gegner hingegen effektiv 60 Cent an dich gezahlt.
Diese Zahlen sind natürlich Durchschnittswerte. Auf lange Sicht tendieren aber die tatsächlichen Werte genau dorthin. Jeder unberechtigte Call eines Gegners bringt dir Geld.
Was aber, wenn ein Gegner einen berechtigen Call hat? Natürlich hättest du gerne, dass er aus der Hand verschwindet. Vergiss es! Deine Gegner bezahlen bereits zu viel mit schwachen Händen. Du wirst sie nicht dazu bringen können, berechtigte Hände wegzuwerfen.
Dein Gewinn kommt dadurch, dass sie mit unberechtigten Händen mitgehen. Was du aber dennoch machen musst, ist, deine Hand, die gerade vorne liegt, durch Setzen und Erhöhen zu schützen. Mach es so teuer wie möglich für deinen Gegner, die nächsten Karten zu sehen. Dadurch minimierst du seinen und maximierst deinen Gewinn.
Was ist mit Händen, die so gut sind, dass sie an sich nicht beschützt werden müssen, da sie so oder so gewinnen? Das nennt sich Slowplaying. Da deine Gegner auf den unteren Limits ihre Karten nur ungern weglegen, liegt es auf der Hand, dass Slowplaying nichts bringt. Zum einen bezahlen deine Gegner sowieso jeden Einsatz, zum anderen denken sie häufig, man würde bluffen, wenn man übermäßig viel Action macht.
Platz 7: Nicht loslassen können
Manchem fällt es schwer, sich von der Hand zu trennen, auch wenn es ersichtlich ist, dass er geschlagen ist.
Szenario 1: Du hältst A




Szenario 2: Du hältst A




Zu erkennen, wann du hinten liegst und aussteigen solltest, ist nicht in jeder Situation so offensichtlich wie in den beiden oben gezeigten. Die Erfahrung, die du dafür brauchst, musst du dir aber keineswegs nur am eigenen Leib am Pokertisch mühsam aneignen. Gerade dafür sind auch die Coachings bei PokerStrategy und die Beispielhandforen gedacht. Wenn du bei einer Hand unsicher bist, stell sie zur Diskussion und hol dir die Meinung eines professionellen Handbewerters ein. Schau dir auch Hände anderer Spieler an und lies die Analysen.
Platz 8: Die Missachtung der Position
Poker ist so viel mehr als nur Karten spielen. Besonders Einsteiger haben aber eine Art Tunnelblick, der sie nur die eigenen Karten sehen lässt. Hold'em ist aber auch ein Spiel der Position. Das hast du schon in den Einsteigerartikeln gelernt: Wie stark deine Karten sind, hängt auch davon ab, in welcher Position du bist. Das gilt natürlich auch für deine Gegner.
Szenario 1: Ein Spieler geht mit Ass Zehn als UTG (= Under the Gun / erster Spieler, der vor dem Flop an der Reihe ist) vor dem Flop mit.
AT ist keine ganz schlechte Hand und man würde mit ihr in einer mittleren Position sogar erhöhen, wenn noch keiner eingestiegen ist. UTG ist sie jedoch viel zu schwach, da noch 9 Spieler folgen, von denen jeder ein größeres Ass oder ein sehr hohes Paar in Händen halten könnte.
Szenario 2: Du erwischst einen Flushdraw auf dem Flop. Der Spieler rechts von dir setzt, du erhöhst, alle anderen Spieler steigen aus.
Die Erhöhung war ein Fehler, da du dich jetzt höchstwahrscheinlich gegen einen Spieler mit einer fertigen Hand isoliert hast und du mit Flushdraws gegen mindestens zwei Spieler spielen möchtest.
Mit einem Flushdraw solltest du möglichst keine Gegner vertreiben (Ausnahme: der Pot ist bereits sehr groß).
Einer deiner ersten Blicke, bevor du deine Spielentscheidung triffst, sollte deiner Position gelten und natürlich auch den Positionen deiner evtl. Gegner. Position ist so unheimlich wichtig in Texas Hold'em. Deshalb beherzige die Charts und nimm das Thema Position ernst. Die Grenze zwischen richtig und falsch liegt manchmal nur zwei Plätze auseinander.
Platz 9: Das Ignorieren der Gegner und ihrer Aktionen
Wie im Falle der Position unterschätzen einige Spieler auch hinsichtlich der Gegner die dynamische Komponente und spielen einfach nur stur ihre Karten.
Eine Hand hat keinen absoluten Wert. Ein Drilling ist nur so lange stark, wie keiner der Gegner eine Straße oder einen Flush sein Eigen nennt. Bei jeder Entscheidung musst du daher die Action deiner Gegenspieler berücksichtigen, da sie die Stärke ihrer Hände indiziert.
Im Übrigen kommt es hierbei nicht nur auf Quantität an, sondern auch auf Qualität. So deutet eine Erhöhung eines sehr passiven, schüchternen Spielers auf eine Monsterhand hin, während die Erhöhung des Table-Maniacs (überaggressiver Spieler) möglicherweise nur bedeutet, dass er zwei Karten in der Hand hält.
Adlerauge, sei wachsam! Schau immer, was gerade am Tisch vor sich geht. Wenn du eine Entscheidung triffst, dann frag dich: Was haben die Gegner bisher eigentlich gemacht und was kann das bedeuten?
Bist du nicht in der Hand, dann beobachte deine Gegner. Achte dabei u.a. darauf:
- Spielen sie loose, also viele Starthände und machen sie unberechtigte Calls?
- Spielen sie tight, also nur gute Starthände und machen sie nur berechtigte Calls?
- Spielen sie aggressiv oder passiv?
Platz 10: Unbegründetes Bluffen
So wie Poker in vielen Filmen dargestellt wird, ist ständiges Bluffen der Weg zum Erfolg. Das ist schlichtweg falsch. Bluffen ist nur dann berechtigt, wenn es eine gute Chance gibt, dass alle Gegner folden. Poker ist kein Bluff-Contest. Manche Spieler sehen das aber so. Im Extremfall sind das solche Gehirnakrobaten, bei denen du genau sagen kannst, dass sie tatsächlich mal eine Hand halten, wenn sie auf einmal keine Action machen.
Du musst dir im Klaren darüber sein, dass der Hauptfehler der meisten Low- Limit-Spieler das übermäßige Callen ist. Sie gehen einfach unglaublich gerne Einsätze ihrer Gegner mit. Deshalb sind sie so gut wie nicht bluffbar.
Abgesehen von einigen wenigen Situationen solltest du also einfach nicht bluffen, auch wenn es dir komisch vorkommt. Erhöhst du z.B. mit AK, vier Spieler gehen die Erhöhung mit und der Flop ist T92, so besteht quasi keine Chance, dass du mit einem Einsatz alle Gegner aus der Hand drängst. Das einzig Richtige hier ist, zu schieben und zu sehen, was passiert.
Der richtige Ansatz ist schlichtweg, dass du mit deinen guten Karten so viel Geld wie möglich einfahren und nicht mit deinen schlechten Karten um irgendwelche winzigen Pötte kämpfen möchtest.
Fazit
Fehler macht jeder. Der Unterschied zwischen einem guten und einem schlechten Spieler besteht darin, dass der gute Spieler weniger Fehler macht. Zudem hinterfragt er aktiv sein Spiel und seine Entscheidungen.
Ganz zu recht besagt eine Lebensweisheit aus Großmutters Zitatekiste: Es ist nicht schlimm einen Fehler zu machen. Es ist schlimm, nicht daraus zu lernen.
Am Anfang einige Fehler zu machen, ist ganz normal. Was du aber aus diesem Artikel mitnehmen solltest, ist, dass sich vieles sehr leicht vermeiden lässt. Nutze das Angebot von PokerStrategy, die Coachings, die Artikel, die Beispielhandforen, um dein Spiel ständig zu verbessern und derjenige zu werden, der nicht den Fehler macht, sondern der ihn ausnutzt.
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