Wie schon viele hier im Thread festgestellt haben, geht es in deinem Fall darum, deinen Körperfettanteil zu senken und gleichzeitig Muskulatur aufzubauen. Du willst auf keinen Fall Gewicht abnehmen.
Sport ist hier der wichtigste Punkt. 2mal die Woche sollte ein guter Anfang sein. Im Fitnessstudio sollten die Cardiogeräte nicht zu kurz kommen, also, wenn du aufs Laufband oder Ähnliches gehst, dann mindestens 30-40 Minuten.
Ernährungstechnisch musst du gar nicht so sehr bei den Zutaten tunen. Fahr einfach den Fastfoodanteil runter und koche regelmäßig selbst! Kochen bedeutet hier, dass du dir Grundnahrungsmittel kaufst (Kartoffel, Nudel, Fleisch, Gewürze blabla) und daraus was machst und eben nicht nur ne Fertigpackung warm machst. Du kannst beim Selbstkochen auf Lowfatzutaten achten, aber hier musst du es nicht übertreiben, allein selbstgekochtes Essen ist schon ein großer Fortschritt zu Fastfood.
Viel wichtiger als die Zutaten ist deine Ernährungsgewohnheit. Dazu will ich kurz ausholen (Ich vereinfache hier einiges, aber um deine Ernährung in den Griff zu bekommen, reicht das völlig):
Nahrung hat grob drei Bestandteile: Kohlenhydrat, Fett und Eiweiß. Diese Bestandteile brauchst du alle unbedingt. Ihr Energiegehalt (gemessen in kcal, "Kalorien") steht im Verhältnis 2:1:1 (Kohlenhydrat:Fett:Eiweiß). Das führt dazu, dass man in einer ausgewogenen Ernährung mehr Kohlenhydrate isst als Fett und Eiweiß (, da Kohlenhydrate weniger Energie liefern als die anderen beiden Bestandteile).
In der Wachphase ist dein Körper auf Kohlenhydratverwertung optimiert, in der Schlafphase auf Fett- und Eiweißverwertung. Daher tendenziell Frühstück und Mittagessen Kohlenhydratlastig und Abendessen Fett/Eiweißlastig gestalten.
Dein Körper ist auf stoßweise Mahlzeiten optimiert. Das bedeutet drei Mahlzeiten pro Tag, die mindestens 4 Stunden auseinander liegen. Diese Mahlzeiten dürfen ausdrücklich schwer sein (viele Kalorien) und dürfen auch süße Nachspeisen enthalten. Wichtig ist, dass du zwischen diesen Mahlzeiten nur Wasser oder Tee (ohne Zucker/Honig) trinkst und nichts isst (GAR NICHTS!). Warum, will ich dir erklären: Bei der Verdauung erhöht sich dein Blutzucker, dieser wird durch Ausschüttung von Insulin gesenkt (zu hoher Blutzucker ist giftig). Insulin bewirkt, dass deine Zellen Blutzucker entnehmen und verwerten. Isst du stoßweise wie oben beschrieben, dann wird auch nur stoßweise Insulin ausgeschüttet. Isst du kontinuierlich, zb indem du zwischen den Mahlzeit Snacks, Säfte etc isst, dann wird konitnuierlich Insulin ausgeschüttet. Deine Zellen entwickeln dann über längeren Zeitraum eine graduelle Insulinimmunität. Sprich, die Effektivität, mit der deine Zellen Blutzucker abbauen, nimmt ab. Da der Blutzucker aber unbedingt abgebaut werden muss, bleibt deinem Körper nur noch die Option Fettzellen aufzubauen. Dies ist eine recht neue Erkenntnis, die erst in den letzten paar Jahren umgesetzt wird. Früher hat man viele kleine Mahlzeiten (gemessen in Broteinheiten, BE) empfohlen, was genau falsch ist. Zusammenfassung: Sorgst du für eine kontinuierliche Insulinausschüttung durch konitnuierliches Essen, tendiert dein Körper eher dazu, aufgenomme Nahrung in Fettgewebe umzusetzen. -> Iss strikt stoßweise.
Alkohol ist energietechnisch vergleichbar mit Fett/Eiweiß. Für gewöhnlich trinkt man Alkohol über mehrere Stunden verteilt, was zur Erhöhung von Blutzucker führt und das zur kontinuierlichen Insulinausschüttung. Neben dem Fakt, dass Alkohol selbst schon viele Kalorien hat, wirkt Alkohol oft noch appetitanregend. Wie du siehst, ist häufiger, ausgedehnter Alkoholkonsum fördernt für eine Insulinimmunität deiner Zellen und folgender vermehrter Bildung von Fettgewebe.
Kohlenhydrat macht wie oben beschrieben den mengenmäßig größten Anteil unserer Nahrung aus. Dazu gibt es viele unterschiedliche Arten von kohlenhydratreicher Nahrung. Ein wichtiger Aspekt ist hier, wie schnell die vorliegende Kohlenhydratnahrung verdaut werden kann. Dafür gibt es ein Maß - der glykemische Index. Damit sollte man genug Material im Netz finden, sowie Tabellen etc. Ich will mich hier kurz fassen. Je schneller dein Körper eine bestimmte (kohlenhydratreiche) Nahrung verdaut, desto höher ist deren glykemischer Index. Ist die Nahrung roh, ist der glykemische Index in der Regel niedriger als bei garer Nahrung. Das gilt graduell, zb sind al dente Nudel (roher) langsamer verdaubar als weichgekochte Nudel (garer). Der Kochprozess (macht Nahrung garer) macht Nahrung also schneller abbaubar (Das ist auch ein essentieller Faktor, warum der Mensch es soweit geschafft hat -> weil er alles verwertbarer machen kann durch Kochen). In unserer Gesellschaft gibt es ein Überangebot an Essen, sprich vorhandene Nahrung ist zu nahrhaft. Daher enthalten viele Diäten Rohkost. Der Effekt ist klar, Rohkost hat einen niedrigen glykemischen Index, also ist Rohkost für den Körper weniger gut verwertbar und man kann viel essen ohne gleich aus allen Nähten zu platzen (Es gibt noch andere Aspekte von Rohkost, also bitte nicht darauf reduzieren). Jede Art von industriell gefertigtem Essen (auch das meiste Essen aus der Gastronomie) hat einen höheren glykemischen Index als die selbstgekochte Variante.
Du willst Kohlenhydrat mit niedrigem glykemischen Index essen (langsam/schwer verdaubar). Warum?
1. Du verhinderst damit Heißhungerattacken, in der Zeit zwischen deinen Mahlzeit, in denen du nichts essen sollst. Sprich die Verdauung deiner Stoßmahlzeit beschäftigt deinen Körper lange genug bis zur nächsten Stoßmahlzeit. Gleichzeitig ist die Verdauung von schwerer verdaubarem Essen aufwändiger, verbraucht also schon einen größeren Teil der Kalorien allein durch die Aufnahme (als bei gut verdaubarem Essen).
2. Fettverdauung dauert im Vergleich zur Kohlenhydratverdauung recht lange. Dein Körper hat grob zwei Arten von Energiespeicher, den langfristigen, unendlichen Speicher als Fettgewebe und einen kurz-/mittelfristigen, begrenzten Speicher in der Muskulatur. Energie aus dem Fettspeicher zurückzugewinnen ist aufwändiger als aus dem Muskelspeicher, daher hat der Muskelspeicher Vorrang. Der Muskelspeicher wird zuerst aufgefüllt. Wenn der Fettanteil in deinem Essen verdaut wird, kommt quasi mit etwas Verzögerung ein Peak in der Blutzuckerkurve. Zu diesem Zeitpunkt soll dein Muskelspeicher nicht schon voll sein mit Energie aus schnell verdaubaren Kohlenhydraten. Weil dann kann der "Kalorienbrocken" nur noch in den Fettspeicher wandern. Beispiel: Ein Bigmac ist nicht das Problem, aber in Kombination mit der Cola (raffinierter Zucker, sehr hohe glykemischer Index) und den Pommes (Kartoffel = Kohlenhydrat pur, und verdammt gar, weil sehr heiß fritiert -> sehr hohe glykemischer Index) füllt dein Körper den angestrebten Muskelspeicher mit Energie aus den Kohlenhydraten auf und der Bigmac wandert direkt ins Fettgewebe.
Zum Schluss noch eine Prioritätenliste der wichtigsten Punkte:
1. Mach Sport!
2. Iss stoßweise 3 große Mahlzeiten, morgens/mittags kohlenhydratlastig, abends fett/eiweißlastig. Tendenziell abnehmend in der Menge, also abends die leichteste Mahlzeit.
3. Reduzier Fastfood- und Alkoholkonsum und koche mehr selbst.
4. Achte auf gute Kohlenhydrate (niedriger glykemischer Index) und Fettreduzierte Zutaten (nicht soo wichtig, wenn du 1-3 befolgst)
(Die hier genannten Punkte gelten für Personen mit zu hohem Körperfettanteil und geht von unserer Gesellschaft mit einem Überangebot an nahrhaften Essen aus. Ich kann keine Aussage machen, was hier für andere Szenarien passt, da ich kein Mediziner/Biologe bin und die Information einer selbst mitgemachten Ernährungsberatung entnehme.)
Ich hoffe, ich konnte dir ein bissl weiterhelfen.