Um mal ein wenig zu erklären, wie ein MHD entsteht, ein Praxisbeispiel:
Wie in anderen Threads der ein oder andere mitbekommen hat, komme ich aus der Nahrungsmittelindustrie. Unter anderem habe einige Jahre Qualitätssicherungen, Produktentwicklungsabteilungen mitgeführt oder bin jetzt als GF eh verantwortlich.
Nehmen wir mal an wir wollen ein Dressing für den LEH im Frischesegment herstellen. Die Rezeptur ist schnell gefunden, doch wie lange MHD hat so ein Dressing? Das ist von diversen Dingen abhängig, wie Produktionsprozeß, Keimgehalt der Rohware und so weiter. Wir testen also die Haltbarkeit anhand mikrobiologischer Untersuchungen für diverse Temperaturbereiche (Lagertemperatur / Kühlkette etc ist bei frischen Lebensmitteln das A und O). Anahnd dieser Werte und der verschiedenen Intervalle kann man an ganz gut feststellen, wann ein Produkt a) Mikrobiologisch nicht mehr verzehrbar ist und b) geschmacklich oder sensorisch nicht mehr einwandfrei ist.
Dann wird innerhalb der QS / GF entschieden, welches MHD und welche Handelsrestlaufzeit gewählt wird. Normalerweise ist fast immer ein bis zwei Tage Minimum Luft in den Angaben. Das hat den Hintergrund, dass kleine Temperaturabweichungen einen großen Einfluss haben. Auch ist mir die Produktsicherheit (und damit im Endeffekt der Endkunde) wichtiger, ein ein ausreizen der Grenze für den Handel.