Zum Forum springen
Benachrichtigungen
Alles löschen

Lebensmittel retten.

354 Beiträge
85 Benutzer
708 Reactions
44 K Ansichten

@Haiwen

Ich argumentiere nicht unbedingt für Discounter. Ich selbst kaufe überhaupt nicht mehr bei Discountern ein, das hat aber auch andere Gründe.
Trotzdem sind Discounter höchstwahrscheinlich, was den Ausschuss und Logistik angeht, ziemlich effizient.
Das geschriebene soll nur ein paar Fakten aufzeigen. Könnt gerne noch Fragen stellen was Discounterstorys angeht.:f_rolleyes:
2-3% finde ich persönlich nicht unbedingt viel, klar kann es auch weniger sein. Kann mir aber vorstellen das wir in den letzten zwei Jahrhunderten nie wirklich unter diesen Prozentsatz gekommen sind. Egal mit welchem Logistik/Distributionssystem. (Außer Selbstversorger, aber das ist ja heutzutage absolut unrealistisch)

Wie du schon geschrieben hast entsteht das größte Problem bei Produktion und Verbrauch.
Die Produktion sortiert vorher schon aus, des wegen wäre der erste Ansatz diesen "Ausschuss" auch irgendwie in den Verkauf zu bekommen.

so wie hier
http://www.spiegel.de/wirtschaft/unternehmen/lebensmittel-wie-aus-ausschussware-ein-erfolgsmodell-werden-kann-a-867249.html

der zweite Ansatz ist eben die "eigene Disposition", sprich wir werfen selbst am meisten weg. Da muss sich jeder selbst an die Nase packen.

Finde das Containern im übrigen für wirklich gut, alleine schon als Statement.


Antwort
Zitat

@Vaughn:
Hab auch schon mal von einer lokalen Bäckerei gehört, dass die Tafel Lebensmittel nicht abholt und man da natürlich auch im Zwiespalt ist die übrig gebliebende Ware kilometerweit durch die Gegen zu fahren und Zeit und Geld zu investieren.

@gereizt:
Du argumentierst schon klar für Discounter, aber ist ja auch egal. 2-3% mag relativen Werten nicht viel sein, aber in absoluten schon. Imo gibt es keine passenden Anreizsysteme für die Industrie, aber da hat ja auch keiner Interesse dran. Imo gäbe es relativ leicht umzusetzende Systeme für einen wesentlich bessere Verteilung dieser Lebensmittel, aber es gibt halt kein Interesse daran. Kostet halt Geld und man kann schwer was damit verdienen. Der Staat ist da natürlich auch nicht gerade hilfreich. Ob jetzt direkt mit Gesetzen oder auch Subventionen...


Antwort
Zitat
sarc
Beigetreten: 06.06.2008
PokerStrategist

Imo gäbe es relativ leicht umzusetzende Systeme für einen wesentlich bessere Verteilung dieser Lebensmittel

Ganz blöd gefragt: Welche?


Antwort
Zitat

Original von Haiwen
@Vaughn:
Hab auch schon mal von einer lokalen Bäckerei gehört, dass die Tafel Lebensmittel nicht abholt und man da natürlich auch im Zwiespalt ist die übrig gebliebende Ware kilometerweit durch die Gegen zu fahren und Zeit und Geld zu investieren.

@gereizt:
Du argumentierst schon klar für Discounter, aber ist ja auch egal. 2-3% mag relativen Werten nicht viel sein, aber in absoluten schon. Imo gibt es keine passenden Anreizsysteme für die Industrie, aber da hat ja auch keiner Interesse dran. Imo gäbe es relativ leicht umzusetzende Systeme für einen wesentlich bessere Verteilung dieser Lebensmittel, aber es gibt halt kein Interesse daran. Kostet halt Geld und man kann schwer was damit verdienen. Der Staat ist da natürlich auch nicht gerade hilfreich. Ob jetzt direkt mit Gesetzen oder auch Subventionen...

Gut was die Warenverteilung angeht, argumentiere ich schon ein bißchen für die Discounter. Aber bitte nicht verwechseln mit einem generellen Zuspruch für Discounter, die lehne ich sowieso aus mannigfaltigen Gründen ab.
Aber die Frage stellt sich mir beim Lesen auch:
Welches System wäre relativ leicht umzusetzten?


Antwort
Zitat
Coach
Paxis
Beigetreten: 01.11.2006
BlackMember

komisch das hier einer aus der discounterabteilung die gesetze nicht richtig kennt.
es dürfen auch produkte nach ablauf des MHDs verkauft werden solang diese noch in gutem zustand sind und der discounter ist nicht verpflichtet diese zu entsorgen, allerdings ist das einfacher als alles zu kontrollieren.


Antwort
Zitat
josch2001
Beigetreten: 25.03.2006
BlackMember

Und wie will der Discounter garantieren, dass die Produkte zu dem abgelaufenem MHD, dass der Hersteller garantiert noch in Ordnung sind?
Den Schuh wird sich halt kein Discounter und schon gar kein Marktleiter o.ä. anziehen.


Antwort
Zitat

Ist bei mir auch 10 Jahre her...
Wie schon gesagt breche ich hier nicht die Lanze für Discounter, das hat schon seine Gründe warum ich für so einen Laden nicht mehr Arbeite.
Ich behaupte nur das die Distribution und Logistik "wahrscheinlich" eine effizientere Verteilung und somit weniger Ausschuss produziert als andere Vertriebswege. Ob es bessere Wege, bei Einsatz von mehr Geld gibt? Ja, mit Sicherheit, dass muss aber auch bezahlt werden. Und das will dann wieder keiner.

Zum MHD Thema:
Zitat: Dabei obliegt demjenigen, der Lebensmittel in Fertigpackungen mit einem abgelaufenen Mindesthaltbarkeitsdatum in Verkehr bringt, eine erhöhte Verantwortung. Nach § 11 Abs. 2 Nr. 2 des Lebensmittel-, Bedarfsgegenstände- und Futtermittelgesetzbuchs (LFGB) muss dieser sich sorgfältig über die Beschaffenheit des Lebensmittels vergewissern und, sofern eine Wertminderung eingetreten ist, dies kenntlich machen.

Erfolgt die Kenntlichmachung nach § 11 Abs.2 LFGB nicht, so erfüllt dies den Straftatbestand des § 59 Abs.1 Nr.9 LFGB und wird mit Freiheitsstrafe bis zu einem Jahr oder mit Geldstrafe bestraft.

Das wird kein Lebensmittelmarkt auf sich nehmen.


Antwort
Zitat
Coach
Paxis
Beigetreten: 01.11.2006
BlackMember

das kann schon sein, aber sie sind nicht gesetzlich verpflichtet das wegzuschmeißen ;)


Antwort
Zitat

Original von Paxis
das kann schon sein, aber sie sind nicht gesetzlich verpflichtet das wegzuschmeißen ;)

nö das stimmt :f_drink:


Antwort
Zitat
Casihasi
Beigetreten: 14.02.2008
Oldschool Grinder

Läuft aber aus Haftungsgründen aufs Selbe hinaus, ist also imo Haarspalterei


Antwort
Zitat
Helgae
Beigetreten: 26.06.2007
PokerStrategist

Generell ist beim MHD das Problem eher bei der Politik und nicht bei den Supermarktketten.

Wenn Supermärkte nach Ablauf des MHDs Probleme mit der Haftung bekommen können, ist es verständlich, dass die sich da nicht mehr Mühe geben, das Zeug an den Mann zu bringen, als möglichst gut zu kalkulieren in Einkauf & Produktion ohnehin schon.

Leider ist die Verbraucher(schutz) Politik in Deutschland ja oft ein Witz. Zeigt sich daran, dass schon bei der Kennzeichnungspflicht alle möglichen Mauscheleien zugelassen werden, statt da einfach eine ganz klare & eindeutige Bezeichung einzuführen. (Ganz zu schweigen von ehrgeizigeren Projekten wie ner Lebensmittelampel).
Es kann halt eigentlich nicht sein, dass Produkte wie Mineralwasser ein MHD haben. Gibt da ja auch andere Modelle, wie in England.
Da gibts dann "consume until" oder so ähnlich für Produkte, die verderben wie rohes Fleisch, Milchprodukte etc. und "best before" für Produkte, die nach Ablauf dieses Datums vlt. nicht mehr den Standards entsprechen, mit denen sie ausgeliefert werden (in Puncto Geschmack, Konsistenz, andere Versprechen etc.), die aber noch unbedenklich gegessen werden können.

Da Verbraucherschutz & Landwirtschaft oft auf Bundesebene von CSUlern wie Frau Aigner besetzt sind, wundert es mich allerdings dann doch nicht so sehr, dass sich in diesen Punkten wenig tut ...


Antwort
Zitat
sarc
Beigetreten: 06.06.2008
PokerStrategist

Gab es da nicht mal Bestrebungen, das MHD von Produkten, die ewig haltbar sind, zu entfernen? Und ich meine, ein "zu verbrauchen bis" auch schon mal gesehen zu haben...

Ist aber echt lustig, wie blind sich manche Leute auf das MHD verlassen. Kenne auch Leute, die regelmäßig Zeug wegschmeißen, weils halt abgelaufen ist. Gleichzeitig wird aber offensichtlich angegammeltes Zeug verzehrt, weils ja noch zwei Tage hält. Versteh ich echt nicht, solche Leute können sich doch auch gar nicht von frischen Lebensmitteln ernähren, da wüssten sie ja gar ned, wann sies wegschmeißen müssen...


Antwort
Zitat
Carty
Beigetreten: 17.05.2006
Elite Grinder

allerlei milchprodukte (sahne, joghurt, dressing etc.) und sowas hau ich auch weg wenn es über dem mdh ist :f_rolleyes: wasser, schoko ist immer futterbar :f_thumbsup: :f_tongue:


Antwort
Zitat
sarc
Beigetreten: 06.06.2008
PokerStrategist

Das schöne an den meisten Milchprodukten ist, dass du sofort merkst, ob die noch gut sind oder nicht...


Antwort
Zitat
HoaXi
Beigetreten: 30.03.2006
PokerStrategist

Original von HelgaeGibt da ja auch andere Modelle, wie in England.
Da gibts dann "consume until" oder so ähnlich für Produkte, die verderben wie rohes Fleisch, Milchprodukte etc. und "best before" für Produkte, die nach Ablauf dieses Datums vlt. nicht mehr den Standards entsprechen, mit denen sie ausgeliefert werden (in Puncto Geschmack, Konsistenz, andere Versprechen etc.), die aber noch unbedenklich gegessen werden können.

Find auch, dass 'best before' netter klingt, glaub aber nicht, dass das irgendwas ändert - auch in UK ist 'food label confusion' ein so großes Problem, dass diskutiert wird 'best before' labels abzuschaffen. Imho kein Unterschied zwischen best before/use by und Mindesthaltbarkeits-/Verbrauchsdatum.


Antwort
Zitat
lemslin
Beigetreten: 21.09.2009
Oldschool Grinder

Nice hidi.

@gereizt:
Geschichten aus deiner Discounterzeit stoßen bei mir und sicher auch bei anderen auf Interesse.


Antwort
Zitat
hidigartmann Themenstarter
hidigartmann
Beigetreten: 12.10.2007
Elite Grinder

Sehr interessanter Beitrag von gereizt :f_thumbsup:!
Finde auch gar nicht, dass man die Schuld per se auf die Lebensmittelhändler schieben kann. Habe bereits früher im Thread die drei Handlungsfelder aufgezählt: Politik, Handel und Verbraucher. Von allen Seiten müsste sich etwas tun.
Den Wert von 2-3% empfinde ich übrigens als realistisch. Ist aber immer noch echt viel Müll, wenn man bedenkt wie viel gekauft wird. Das ist ungefähr bei jedem zweiten Einkauf ein zufälliges Produkt, welches in den Müll wandert.


Antwort
Zitat

Original von lemslin
Nice hidi.

@gereizt:
Geschichten aus deiner Discounterzeit stoßen bei mir und sicher auch bei anderen auf Interesse.

Ok, passt sogar zum Thema:

2005 gab es einen Skandal bezüglich Pestizid Rückstände im Gemüse
http://khd-blog.net/Food/in_M/edia_07.html#Pestizide_1

Hierbei schnitt LIdl besonders schlecht ab, es wurde sogar bei Stern TV berichtet etc.

2006 gleicher Test und siehe da, Spitzenplatz!

Was war passiert.

Erst mal ein Riesen Aufstand in der Zentrale, danach waren die Kontrollen und vor allem was auch weggeschmissen wurde noch schlimmer.
Dass das was gut aussieht erst recht gespritzt ist, naja.....
Nach dem Skandal wurden Zeitschriftenständer eingeführt (wäre eh passiert).
Normalerweise sind diese reine Kommissionsware. Auch wurden dort Greenpeace Zeitschriften verkauft, ich glaube 5 € das Stück oder so.
Witzigerweise sind diese Zeitschriften nicht wieder zurückgegangen. Die lagen in der Regionalzentrale im Müllcontainer.....

Und siehe da, ein Jahr später war die Gemüsewelt wieder in Ordnung....

Will das jetzt nicht überbewerten, aber so läuft´s halt.

Ps.: Zur damaligen Zeit war es auch so immer die kurz vor dem Ablauf stehenden Fleischprodukte mit 30% Aufkleber versehen wurden um diese noch zu verticken.
Was ja Sinn macht. Das wurde aber auch auf Grund verschärfter Kontrollen (hatte nichts speziell mit Lidl zu tun) der Gesundheitsämter abgeschafft.
Heißt es wurden dann Waren die noch 2 Tage haltbar waren weggeschmissen, vorher nicht.
Es gibt halt nicht nur schwarz und weiss....

Edit:
http://www.stern.de/tv/sterntv/obst-und-gemuese-die-ergebnisse-des-neuen-pestizid-tests-591986.html


Antwort
Zitat
josch2001
Beigetreten: 25.03.2006
BlackMember

Original von Helgae
Generell ist beim MHD das Problem eher bei der Politik und nicht bei den Supermarktketten.

Wenn Supermärkte nach Ablauf des MHDs Probleme mit der Haftung bekommen können, ist es verständlich, dass die sich da nicht mehr Mühe geben, das Zeug an den Mann zu bringen, als möglichst gut zu kalkulieren in Einkauf & Produktion ohnehin schon.

Leider ist die Verbraucher(schutz) Politik in Deutschland ja oft ein Witz. Zeigt sich daran, dass schon bei der Kennzeichnungspflicht alle möglichen Mauscheleien zugelassen werden, statt da einfach eine ganz klare & eindeutige Bezeichung einzuführen. (Ganz zu schweigen von ehrgeizigeren Projekten wie ner Lebensmittelampel).
Es kann halt eigentlich nicht sein, dass Produkte wie Mineralwasser ein MHD haben. Gibt da ja auch andere Modelle, wie in England.
Da gibts dann "consume until" oder so ähnlich für Produkte, die verderben wie rohes Fleisch, Milchprodukte etc. und "best before" für Produkte, die nach Ablauf dieses Datums vlt. nicht mehr den Standards entsprechen, mit denen sie ausgeliefert werden (in Puncto Geschmack, Konsistenz, andere Versprechen etc.), die aber noch unbedenklich gegessen werden können.

Da Verbraucherschutz & Landwirtschaft oft auf Bundesebene von CSUlern wie Frau Aigner besetzt sind, wundert es mich allerdings dann doch nicht so sehr, dass sich in diesen Punkten wenig tut ...

Was findest du denn jetzt an der momentanen MHD regelung schlecht? Ist doch sehr sinnvoll, wie soll denn sonst der Verbraucher beurteilen können in welchem Zustand das Lebensmittel ist?
Und Verbrauchsdatum und MHD gibts bei uns doch auch, das haben nicht die Engländer exclusive.
Unser Problem, ist dass die Sachen nur einseitig beleuchtet werden. Vor ein paar Jahren ist man an den Pranger gestellt worden wenn man was verkauft hat was OK war aber das MHD abgelaufen war, da war es völlig uninteressant ob das Lebensmittel an sich noch gut war. Und jetzt ist man dahingehend natürlich senisbilisiert jetzt wird wieder genau andersrum argumentiert.


Antwort
Zitat
sarc
Beigetreten: 06.06.2008
PokerStrategist

Wie wärs mit nem "hergestellt am" Datum? Von mir aus noch ne Info dazu, wie lang sich so was dann in der Regel hält. Bei besonders kritischen Sachen darf gern auch noch mehr Info mit drauf, von mir aus auch ein "zu konsumieren bis". Aber aktuell verdummt der Verbraucher halt, gibt genug Leute, die keine Ahnung mehr haben, woran sie schlechte Lebensmittel erkennen würden.


Antwort
Zitat
Teilen: