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[Geschlossen] Ausformulierung Poker als Geschicklichkeitsspiel -> Klage

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Korn
Beigetreten: 14.01.2005
Elite Grinder

Hi Josh,

super Beitrag.

Angenommen jemand würde nun (i.e. ohne Gesetzesänderung) einen Pokeranbieter mit den entsprechenden technischen Einschränkungen (forced BRM, etc, d.h. mathematisch zu <50% Zufall) in Deutschland aktiv bewerben. Was denkst du wie würde es vor Gericht ausgehen?


Original von JoshNRW
Es wird wohl darauf hinauslaufen, dass in Deutschland die Operator in einem regulierten Markt, aehnlich Frankreich, ihre Server ueber einen (staatlich kontrollierten) Zentralserver laufen lassen, so dass Schranken (Einzahlungslimit, Verlustgrenze usw.) eingehalten und kontrolliert werden.

Guter Beitrag! Grundsätzlich ist nichts gegen die von Dir zitierte Entwicklung einzuwenden, solange die Spielerpools nicht abgetrennt werden (nicht notwendig für die Kontrolle der Einzahlungen) und der Rake nicht zu hoch angesetzt wird. Diese zwei Punkte sind aber in Frankreich und Italien problematisch derzeit. Hier müsste stark Gegensteuer gegeben werden, und zwar auf einer globalen oder zumindest europaweiten Skala. Sonst kann man grosse Turniere (erst recht Turnierserien à la WCOOP), FL Holdem und erst recht alle weniger verbreiteten Pokervarianten vergessen.

Zum Thema Geschicklichkeitsspiel/Glücksspiel: Denke auch, dass diese Einschätzung für die Situation in Deutschland wenig Unterschied macht, und zwar wie erwähnt deswegen, weil das Glücksspielrecht nun mal in erster Linie die Aufgabe hat, die sozialen Kosten niedrig zu halten - und hier ist die Definition als Glücksspiel oder Geschicklichkeit sekundär.
Dennoch wäre es im Sinne der Popularisierung von Poker und zur Verbesserung des Rufes dieses Spiels wichtig, die Allgemeinheit über die Natur des Spiels aufzuklären. Hier sehe ich PS.de schon auch in der Pflicht. Es kann nicht angehen, dass sogar bei Wikipedia unter "Poker" von einer "Familie von Glücksspielen" gesprochen wird (im 1. Satz!).


JoshNRW
Beigetreten: 02.08.2006
PokerStrategist

@Korn: Also wenn Poker vorher schon in einer rechtlichen Grauzone agierte, in der man deine Frage nicht wirklich zuverlaessig haette beantworten koennen, dann gilt das fuer den derzeitigen Markt erst recht. Der Ansatz die Einordnung anhand des vorgegebenen BRM zu regeln ist gut, allerdings muesste so ein Ansatz gesetzlich verankert bzw. richterlich bestaetigt sein; sonst ware es halt eine gute Idee ohne rechtliche Grundlage. Alternativ koennte man so einen Ansatz ueber Jahre durch die Instanzen klagen, bis man eine hoechstrichterliche (BVerwG oder BVerG) Entscheidung erreicht, die dann in die Hose geht, weil den Richtern der Ansatz nicht gefaellt. Der beste Weg ist wohl weiterhin Poker zu popularisieren und gesellschaftsfaehig zu machen.
Ausserdem: derzeit wuerde sich wohl kaum eine Institution trauen gegen solche Werbung zu klagen, also den Werbenden zu verklagen; genau so wie die deutschen Staatsanwaltschaften nahezu keine Klagen gegen Spieler angestrengt haben, aufgrund der Rechtsunsicherheit.

@TxPoker888: Das mit den gemeinsamen Spielerpools waere natuerlich am Besten und sinnvollsten. Allerdings wird das kaum zu realisieren sein, da die EU-Mitgliedsstaaten alle eigenen Interessen verfolgen (Besteuerung, Schutzniveau, Kontrollmoeglichkeiten) und kaum bereit sind Kompetenzen abzugeben bzw. sich gar nicht auf einen Nenner einigen koennen... Und in Italien sind die Steuereinnahmen nach der Regulierung, trotz abgeschottetem Markt, ja stark gestiegen. Also fuer Politiker kein Grund im Interesse der Spieler eine gemeinsame Linie zu finden und Kompromisse einzugehen. Die Kernaussage aller EuGH-Entscheidungen der letzten Jahre zu diesem Thema ist genau die, dass alle Mitgliedsstaaten ihre Maerkte, das Schutzniveau etc. selbst regulieren duerfen.

Fuer Spieler wird eine Regulierung unter diesen Aspekten wohl erstmal eher Nachteile bringen, auf der anderen Seite gibt es dann endlich fuer alle Seiten Rechtssicherheit, es darf (und wird) dann legal stark geworben werden und auch das geflame ueber Auszahlungen die nicht ankommen, Punkte die sich in Luft aufgeloest haben usw. hoert auf, da die Anbieter kontrolliert werden und ihre Lizenz nicht verlieren wollen.
P.S und der Spielerstrom wird zwangslaeufig zu den lizenzierten Anbietern gelenkt, da diese werben koennen und andere Anbieter durch Access-Blocking (IP-Sperre) kaum noch zu erreichen sind.


NiceToMeetYou
Beigetreten: 01.07.2007
Oldschool Grinder

Hmm der Ansatz mit dem erzwungenen BRM gefällt mir irgendwie nicht. Damit würden wohl auch Einzahlungsgrenzen einhergehen (max. 1000€ im Monat oder sowas), damit keiner der "Spielsüchtigen" mal eben einen 50k Kredit aufnimmt damit er NL1k spielen kann und so das erzwungene BRM umgeht.

Das wiederum ist für die wenigsten gut. Der Highroller braucht Jahre, um seine BR auf die tolle neue staatlich regulierte Plattform zu shippen (und muss nl25 spielen) und der Fish wird eben am Einzahlen gehindert.

Zudem ist es letztlich ja auch egal, ob ich meine BR auf dem Konto oder der Plattform habe. Problematisch wäre das wohl auch für live-Poker (dafür müssten ja die gleichen Regeln gelten, damit es kein Glücksspiel ist), wie soll man da ein BRM erzwingen?


NiceToMeetYou
Beigetreten: 01.07.2007
Oldschool Grinder

sorry doppelpost


Original von NiceToMeetYou
Hmm der Ansatz mit dem erzwungenen BRM gefällt mir irgendwie nicht. Damit würden wohl auch Einzahlungsgrenzen einhergehen (max. 1000€ im Monat oder sowas), damit keiner der "Spielsüchtigen" mal eben einen 50k Kredit aufnimmt damit er NL1k spielen kann und so das erzwungene BRM umgeht.

Dann müsste man eben neben der Einzahllimite (welche bereits jetzt auf einigen Seiten existiert) die Möglichkeit schaffen, diese Limite zu erhöhen, und zwar durch die Dokumentation, dass man in geregelten finanziellen Verhältnissen lebt, sich das Limit also leisten kann. Ist gegenüber dem Status Quo wohl aufwändiger, dies ist jedoch ein Abstrich, den man zur Senkung der sozialen Kosten wohl akzeptieren muss (Spielsucht-Prävention).

@TxPoker888: Das mit den gemeinsamen Spielerpools waere natuerlich am Besten und sinnvollsten. Allerdings wird das kaum zu realisieren sein, da die EU-Mitgliedsstaaten alle eigenen Interessen verfolgen (Besteuerung, Schutzniveau, Kontrollmoeglichkeiten) und kaum bereit sind Kompetenzen abzugeben bzw. sich gar nicht auf einen Nenner einigen koennen... Und in Italien sind die Steuereinnahmen nach der Regulierung, trotz abgeschottetem Markt, ja stark gestiegen. Also fuer Politiker kein Grund im Interesse der Spieler eine gemeinsame Linie zu finden und Kompromisse einzugehen. Die Kernaussage aller EuGH-Entscheidungen der letzten Jahre zu diesem Thema ist genau die, dass alle Mitgliedsstaaten ihre Maerkte, das Schutzniveau etc. selbst regulieren duerfen.

Ich denke, dies ist der Punkt, den auch die Politiker nicht begreifen... es geht nicht darum, den einzelnen Staaten bezüglich Einzahllimiten, Spielsuchtprävention oder Besteuerung reinzureden. Die Pokeranbieter müssen den eingenommenen Rake einzig nach dem Herkunftsland aufschlüsseln und den einzelnen Staaten ihren Rakeanteil abgeben. So wie dies aktuell z.B. bei den Affiliates der Fall ist. Ist technisch überhaupt kein Problem.

Nachdem dies bereits an anderer Stelle immer wieder zu Fragen Anlass gab, denke ich, dass die "Poker-Lobbyisten" dieses Prinzip mal den Politikern erklären müssten - könnte mir vorstellen, dass es hier happert mit dem Verständnis. Denn mit dieser Lösung sollte es ja eigentlich überhaupt keinen Einwand für national abgeschottete Räume geben.

Edit: Auch nationale Einzahllimiten / Rakeanteile zu implementieren dürfte für die Pokeranbieter (zumindest in einer gewissen Bandbreite) kein Problem sein.


GrandeSmokio
Beigetreten: 24.11.2006
BlackMember

Original von TxPoker888
Die Pokeranbieter müssen den eingenommenen Rake einzig nach dem Herkunftsland aufschlüsseln und den einzelnen Staaten ihren Rakeanteil abgeben.

genau so müsste es doch eigentlich sein.

Beim Einzahlen PersoCheck und anschließend X Prozent des erwirtschafteten Rakes als Steuer an das FA des Herkunftslandes Abführen.

RakeBack für den Staat ist das Schlagwort ... würd mich auch beim FinanzAmt tracken lassen wenn sie dafür Content bieten =)

.Grande :spade:Smokio.


Original von GrandeSmokio

RakeBack für den Staat ist das Schlagwort ... würd mich auch beim FinanzAmt tracken lassen wenn sie dafür Content bieten =)

.Grande :spade:Smokio.

Darf ich das als Signatur verwenden ? Absolut geiler Spruch !!!


GrandeSmokio
Beigetreten: 24.11.2006
BlackMember

zieh durch min jung =)


Mahlzahn
Beigetreten: 21.05.2006
Elite Grinder

Original von TxPoker888

Original von NiceToMeetYou
Hmm der Ansatz mit dem erzwungenen BRM gefällt mir irgendwie nicht. Damit würden wohl auch Einzahlungsgrenzen einhergehen (max. 1000€ im Monat oder sowas), damit keiner der "Spielsüchtigen" mal eben einen 50k Kredit aufnimmt damit er NL1k spielen kann und so das erzwungene BRM umgeht.

Dann müsste man eben neben der Einzahllimite (welche bereits jetzt auf einigen Seiten existiert) die Möglichkeit schaffen, diese Limite zu erhöhen, und zwar durch die Dokumentation, dass man in geregelten finanziellen Verhältnissen lebt, sich das Limit also leisten kann. Ist gegenüber dem Status Quo wohl aufwändiger, dies ist jedoch ein Abstrich, den man zur Senkung der sozialen Kosten wohl akzeptieren muss (Spielsucht-Prävention).

@TxPoker888: Das mit den gemeinsamen Spielerpools waere natuerlich am Besten und sinnvollsten. Allerdings wird das kaum zu realisieren sein, da die EU-Mitgliedsstaaten alle eigenen Interessen verfolgen (Besteuerung, Schutzniveau, Kontrollmoeglichkeiten) und kaum bereit sind Kompetenzen abzugeben bzw. sich gar nicht auf einen Nenner einigen koennen... Und in Italien sind die Steuereinnahmen nach der Regulierung, trotz abgeschottetem Markt, ja stark gestiegen. Also fuer Politiker kein Grund im Interesse der Spieler eine gemeinsame Linie zu finden und Kompromisse einzugehen. Die Kernaussage aller EuGH-Entscheidungen der letzten Jahre zu diesem Thema ist genau die, dass alle Mitgliedsstaaten ihre Maerkte, das Schutzniveau etc. selbst regulieren duerfen.

Ich denke, dies ist der Punkt, den auch die Politiker nicht begreifen... es geht nicht darum, den einzelnen Staaten bezüglich Einzahllimiten, Spielsuchtprävention oder Besteuerung reinzureden. Die Pokeranbieter müssen den eingenommenen Rake einzig nach dem Herkunftsland aufschlüsseln und den einzelnen Staaten ihren Rakeanteil abgeben. So wie dies aktuell z.B. bei den Affiliates der Fall ist. Ist technisch überhaupt kein Problem.

Nachdem dies bereits an anderer Stelle immer wieder zu Fragen Anlass gab, denke ich, dass die "Poker-Lobbyisten" dieses Prinzip mal den Politikern erklären müssten - könnte mir vorstellen, dass es hier happert mit dem Verständnis. Denn mit dieser Lösung sollte es ja eigentlich überhaupt keinen Einwand für national abgeschottete Räume geben.

Edit: Auch nationale Einzahllimiten / Rakeanteile zu implementieren dürfte für die Pokeranbieter (zumindest in einer gewissen Bandbreite) kein Problem sein.

This. Ich sehe das Hauptproblem der kommenden Regulierung in der Uninformiertheit der zuständigen Entscheidungsträger und der Passivität der europäischen/deutschen Pokercommunity dies ändern zu wollen...Die Frage ist nämlich: Gibt es eine politisch orientierte Pokerlobby?

Siehe auch:Pokerstrategy und die Pokerlobby

Viel kommt da nicht...


Apriorisuperior
Beigetreten: 17.11.2008
PokerStrategist

Original von Mahlzahn

Original von TxPoker888

Original von NiceToMeetYou
Hmm der Ansatz mit dem erzwungenen BRM gefällt mir irgendwie nicht. Damit würden wohl auch Einzahlungsgrenzen einhergehen (max. 1000€ im Monat oder sowas), damit keiner der "Spielsüchtigen" mal eben einen 50k Kredit aufnimmt damit er NL1k spielen kann und so das erzwungene BRM umgeht.

Dann müsste man eben neben der Einzahllimite (welche bereits jetzt auf einigen Seiten existiert) die Möglichkeit schaffen, diese Limite zu erhöhen, und zwar durch die Dokumentation, dass man in geregelten finanziellen Verhältnissen lebt, sich das Limit also leisten kann. Ist gegenüber dem Status Quo wohl aufwändiger, dies ist jedoch ein Abstrich, den man zur Senkung der sozialen Kosten wohl akzeptieren muss (Spielsucht-Prävention).

@TxPoker888: Das mit den gemeinsamen Spielerpools waere natuerlich am Besten und sinnvollsten. Allerdings wird das kaum zu realisieren sein, da die EU-Mitgliedsstaaten alle eigenen Interessen verfolgen (Besteuerung, Schutzniveau, Kontrollmoeglichkeiten) und kaum bereit sind Kompetenzen abzugeben bzw. sich gar nicht auf einen Nenner einigen koennen... Und in Italien sind die Steuereinnahmen nach der Regulierung, trotz abgeschottetem Markt, ja stark gestiegen. Also fuer Politiker kein Grund im Interesse der Spieler eine gemeinsame Linie zu finden und Kompromisse einzugehen. Die Kernaussage aller EuGH-Entscheidungen der letzten Jahre zu diesem Thema ist genau die, dass alle Mitgliedsstaaten ihre Maerkte, das Schutzniveau etc. selbst regulieren duerfen.

Ich denke, dies ist der Punkt, den auch die Politiker nicht begreifen... es geht nicht darum, den einzelnen Staaten bezüglich Einzahllimiten, Spielsuchtprävention oder Besteuerung reinzureden. Die Pokeranbieter müssen den eingenommenen Rake einzig nach dem Herkunftsland aufschlüsseln und den einzelnen Staaten ihren Rakeanteil abgeben. So wie dies aktuell z.B. bei den Affiliates der Fall ist. Ist technisch überhaupt kein Problem.

Nachdem dies bereits an anderer Stelle immer wieder zu Fragen Anlass gab, denke ich, dass die "Poker-Lobbyisten" dieses Prinzip mal den Politikern erklären müssten - könnte mir vorstellen, dass es hier happert mit dem Verständnis. Denn mit dieser Lösung sollte es ja eigentlich überhaupt keinen Einwand für national abgeschottete Räume geben.

Edit: Auch nationale Einzahllimiten / Rakeanteile zu implementieren dürfte für die Pokeranbieter (zumindest in einer gewissen Bandbreite) kein Problem sein.

This. Ich sehe das Hauptproblem der kommenden Regulierung in der Uninformiertheit der zuständigen Entscheidungsträger und der Passivität der europäischen/deutschen Pokercommunity dies ändern zu wollen...Die Frage ist nämlich: Gibt es eine politisch orientierte Pokerlobby?

Siehe auch:Pokerstrategy und die Pokerlobby

Viel kommt da nicht...

Ok ich mach Schilder und dräng mich zwischen die Stuttgart 21 Demonstranten mal sehen ob's was bringt

Ne Quatsch aber ps.de hätte doch sicherlich Resourcen dafür. Schließlich leidet ihr mit wenn deshalb evt. sogar einige Poker quitten würden.


Mahlzahn
Beigetreten: 21.05.2006
Elite Grinder

LOL...mir gings auch eher um Bündelungkräfte großer Communities (also ps etc), ihrer Expertise und Ressourcen als Vertreter der Spieler...


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