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66 Turn- und Riverplay

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TigerTom
Beigetreten: 16.07.2006

SB: Maniac, MP: loose passiv, WTS 31, 39 Hände

Poker Stars, $0.05/$0.10 Limit Hold'em Cash, 5 Players
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Preflop: Hero is BB with 6♥: 6♣:
MP calls, 2 folds, SB completes, Hero checks

Flop: (3 SB) 4♦: 9♦: J♠: (3 players)
SB checks, Hero checks, MP checks

Turn: (1.5 BB) J♦: (3 players)
SB bets, Hero calls, MP calls

Das Board ist für einen Maniac wie geschaffen. Er wird ab hier einfach durchballern.
Gegen ihn bin ich oft genug vorne. Aber wie sieht es mit MP aus? Leute wie er spielen
gerne suited und connected Karten oder Pockets. Der Flush kommt an und auch ein FH
wird möglich. Auch wenn ich noch Outs auf ein FH habe, kann leicht ein besseres unterwegs
sein. Ich denke, dass ich hier schon folden sollte, auch wenn MP einen onecardflushdraw haben
könnte. Auch ist der Pot klein. Gegen den Maniac alleine hätte ich keine Probleme runterzucallen.

River: (4.5 BB) A♠: (3 players)
SB bets

Auch das sollte ein Fold sein. Jetzt kommt noch hinzu, dass dass MP raisen könnte.


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4 Antworten
Moderator
cjheigl
Beigetreten: 10.04.2006

Gute Entscheidung auf dem Flop. Da ist dein Pair nicht so wahnsinnig stark gegen zwei Overcards auf dem Board und der loose passive Spieler wird sich durch eine Bet nicht leicht vertreiben lassen. Am Turn kommt eine tolle Karte, die wahrscheinlich keinen Spieler verbessert und das top Pair unwahrscheinlich macht. Da der Maniac selten etwas haben wird ausser einem Draw ist dort eine gute Gelegenheit für einen Raise. Der wird auch auf den loose passiven Spieler Eindruck machen. WtS 31 sieht nicht so aus, als würde er mit Biegen und Brechen unsicheren Outs nachjagen. Overcards bringst du zum folden, vielleicht sogar einen kleinen 1-Karten Flush Draw. Overcards zur 6 haben 8 Outs gegen uns wegen einer 9 auf dem River. Kannst du den Maniac isolieren, hast du viel gewonnen und kannst dir auf dem River sehr oft den Showdown ansehen.

Zu dritt ist es auf dem River schwieriger. Da MP auf dem Turn gecallt hat, kann MP ein Pair haben. Ob er eine 9 nach einem Call von dir aufgibt ist unklar. MP könnte auch ein Ass haben. Ein Raise von MP wäre kein Problem für dich, da du dann eindeutig weisst, dass MP eine bessere Hand hat. Nach einem Raise von MP kannst du keine Fehler machen. Die Frage ist aber, ob du die Bet von SB raisen könntest, um eine 9 oder ein Pocket bei MP zum folden zu bringen. Gegen SB kannst immer noch Showdownvalue haben. SB hat selten eine 9 (bettet er auf dem Flop), praktisch garantiert keinen J und keinen Flush (bettet er unbedingt auf dem Flop) und auch nur selten ein Ass (raist er preflop). Das ist ein 2-way Play mit möglicher Foldequity gegen MP und Showdownvalue gegen SB. Ich kann mir bei WtS 31 von MP vorstellen, dass das funktioniert, auch wenn das Chance/Risiko Verhältnis wegen des relativ kleinen Pots nicht gerade glänzend ist. Ich würde es jedenfalls in Betracht ziehen, wenn MP noch keine wirklich schwache Hand nach viel Action auf dem River gezeigt hat.


Antwort
Zitat
TigerTom Themenstarter
TigerTom
Beigetreten: 16.07.2006

Raise Turn hört sich gut an. Sollte MP raisen, habe ich einen einfachen Fold
und wenn er foldet bin ich am showdown mit dem Maniac.

Was ist aber, wenn MP meinen Raise callt und a) der Maniac callt b) der Maniac raist?

Was mache ich bei am River bei a auf eine Donk vom Maniac und bei b auf eine Bet
vom Maniac?


Antwort
Zitat
Serdna777
Beigetreten: 15.01.2010

ich würde hier die Hand am Turn folden :da SB Maniac ist,muss man wahrscheinlich sowohl T als auch R callen.
und da der Pott so klein (1.5BB) ist,lohnt es sich nicht.

Raise T gefällt mir nicht : maniac kann locker 3betten oder sogar total unlogisch T auf Raise callen und am River donken.

Tom hat auch die schwierigen Situation aufgelistet.
Ist es nicht besser.solche Situationen auf so kleinen Limits gegen unberechenbare Gegner zu vermeiden?


Antwort
Zitat
Moderator
cjheigl
Beigetreten: 10.04.2006

Auf Grund der Reads halte ich das für eine gut einschätzbare Situation. Ein Maniac ist nicht unberechenbar. Sie sind nur in anderer Weise berechenbar als z. B. ein tighter Spieler.

Der Pot am Turn ist in der Tat klein, aber man kann ja auch in kleinen Pötten ausrechnen, wie oft was klappen muss, damit es profitabel wird. Nach der Bet von SB sind 2,5 Bets im Pot, wir addieren 2 Bets mit einem Raise für einen dann 4,5 Bets grossen Pot. Wenn alle folden, dann haben wir kein Problem, kritisch wird es, wenn es noch weitergeht. Das heisst, wir addieren noch eine weitere Bet, da diese nötig ist, um den Pot weiterlaufen zu lassen. Wir brauchen einen Erfolg in 2/5,5 ~ 36% der Fälle. Sagen wir in 40%, weil wir diese Bet nicht immer bekommen.

Angesichts der Action am Flop denke ich, dass wir zu mindestens 90% vorne sind gegen SB. MP kann etwas getroffen haben, aber ich denke, die Foldequity gegen ihn beträgt mindestens 60%, weil er so oft eben nichts besonderes getroffen hat, das ihn gegen einen Raise weiterspielen lässt. Zusammen ist das 55%, dass es günstig für uns läuft. Natürlich hat SB Outs, wenn er im Pot bleibt und nicht wenige. Das reduziert unsere Erfolgschancen. Andererseits sind wir auch nicht chancenlos, wenn alle im Pot bleiben. Ich denke schon, dass man in der Summe auf 40% Erfolg kommt.

Was passiert, wenn der Move nicht klappt?

MP callt, SB foldet: immer noch in Ordnung, da wir vorne liegen könnten (MP hat häufig einen Flush Draw). Wir können am River gewinnen, wenn am River kein Karo kommt und MP nicht bettet (die Chancen dafür sind gut, wenn er nichts trifft, da wir am Turn viel Stärke gezeigt haben). Bettet er, folden wir.

MP callt, SB callt: Wir hoffen auf einen kostenlosen Showdown am River.

MP callt, SB callt, SB donkt am River: entscheidet man auf die Karte am River. Flush und Straightkarten sind schlecht, auf alles andere wird nicht aufgegeben. Auch da kommt ein Riverraise in Betracht, da MP meistens keine gute Hand hat und man gegen SB auch dann noch vorne liegen kann. Da der Pot jetzt gross ist, muss das gar nicht so oft klappen.

MP callt, SB 3-bettet: MP wird die 3-bet callen, also geht es am Turn um 1,5+2*3 + 2 = 9,5 Bets und am River um mindestens 2 Bets an implied Odds für das FH. Wir können immer noch vorne sein, aber seltener. Die Outs auf das FH alleine reichen nicht für den Call, wir müssten also auch in der Lage sein, den Showdown unverbessert sehen zu können, damit wir callen können. Für den Showdown bezahlen wir noch zwei Bets, weil am River wahrscheinlich auch eine fällig wird. 1/2 Bet wird durch die Outs abgedeckt, also muss der Showdownvalue 1,5 Bets in einem 13,5 Bets grossen Pot wert sein. Die 6er müssen unverbessert in mindestens 12% der Fälle gewinnen können. Wenn wir noch vorne sind, haben wir ca. 24 Outs gegen uns. Die treffen in 52% der Fälle. Das heisst, wir müssen am Turn noch zu mindestens 25% vorne sein, damit wir am River noch 12% behalten. Eine extrem marginale Situation, weil sich das schlecht einschätzen lässt und wir am River kaum Karten haben, auf die wir noch einigermassen gerne callen (Karten 2-5 ohne Karo). In vielen Fällen werden wir verlieren und es wird sich anfühlen wie rausgeworfenes Geld. Wenn man das ertragen kann und man sich am Turn nach einer 3-bet noch 25% gibt, vorne zu sein, dann kann man das machen. Man muss sich im Klaren darüber sein, dass der Hauptprofit des Moves am Turn nicht war, am River gegen 2 Leute in den Showdown gehen zu müssen und das teuer bezahlt zu haben. In dieser Situation steckt sehr wenig Value. Es ist ok, nach der 3-bet zu folden, weil das weniger tiltet und man sich sagen kann, den Move am Turn aus anderen Gründen gemacht zu haben.

Die Hauptidee ist, wir glauben unseren Reads und ziehen darauf die Linie durch.

Wichtig ist aber: die Linie ist varianzlastig. Varianz kann tilten. Wer sich in dieser Hinsicht nicht traut, foldet besser am Turn. Es ist kein high Value Spot, man verpasst also nicht viel. Tiltvermeidung ist wichtiger als einen knappen Spot wahrzunehmen.


Antwort
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