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T6s auf AJ6-Flop

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Sendrafreak
Beigetreten: 31.05.2011

Preflop: Hero is SB with T 6
2 folds, BTN raises, Hero calls, BB folds

Flop: (5 SB) 6 A J (2 players)
Hero checks, BTN bets, Hero???

Ok, folden kann ich nicht, da 40% Equity, was für nen Calldown reicht. c/c oder c/r? Wie kann man das nochmal genau mit dem Combonator balancen?

Gruß,
Sendrafreak

P.S.: cc im SB war Misclick, ist normal natürlich ein Openfold.


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8 Antworten
MyLady17
Beigetreten: 11.03.2007

c/c als default, je nach Boardentwicklung und Cbet Werten weiterspielen. c/r (for value) ohne Equityedge bringt nichts, außerdem hast du dann keine c/c-Range mehr.


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Sendrafreak Themenstarter
Sendrafreak
Beigetreten: 31.05.2011

Ok, verstehe. Arbeitest Du mit dem Combonator? Wie genau muss (oder sagen wir sollte) die c/c-Range aussehen?


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Moderator
cjheigl
Beigetreten: 10.04.2006

Siehe MyLady17. cr Flop bringt nichts, da du keinen Vorteil hast und keine stärkeren Hände folden. Deine Hand ist aber zu gut am Flop, um sie zu folden.

cc Flop spielst du mit Händen, die du weder raisen noch folden willst. Klingt banal, aber du wirst ja eine gute Corstellung davon haben, welche Hände du raisen willst und welche du folden willst. Was in deiner Range übrig bleibt, ist dann cc. Typischerweise sind das Hände mit ausreichend Showdownvalue für einen Calldown oder Hände mit ein paar Outs, mit denen du die Turnkarte noch sehen willst, dir aber keine ausreichende Foldequity für cr versprichst. Ausserdem noch Hände, mit denen du cc Flop, cr Turn spielen willst. Für diese Linie brauchst du aber spezielle Bedingungen. Siehe dazu auch mein Coachingskript zum Theoriecoaching HU am Flop: HU am Flop [pdf].


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MyLady17
Beigetreten: 11.03.2007

Ich arbeite nicht mit dem Kombonator, mit dem Equilab kann man aber ganz gute Analysen machen. Mit dem Kombonator geht das Ganze sehr ins theoretische, was einem im Normalfall nicht wirklich hilft, wenn man mit den Equities nicht wirklich fit ist.


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Sendrafreak Themenstarter
Sendrafreak
Beigetreten: 31.05.2011

@ cjheigl / MyLady17

Vielen Dank für die Antworten. Ich komme auch auf c/c, klar (aus den genannten Gründen, die ich gut nachvollziehen kann), hätte mich aber eher für das Auseinanderdröseln der einzelnen Alternativen in Ranges interessiert, wie zum Beispiel die Frage: "Mit welcher Range sollte man hier auf einem AJ6-Flop buffcheckraisen?", denn man hat ja eine optimale Checkraisingrange von 25-35%, und wenn man mit seinen "üblichen" Checkraisecombos (z.B. TwoPair, Sets, usw.) eben nicht auf zumindest 25% kommt, braucht man ja auch noch eine Bluffcheckraisingrange, wenn ich alles richtig verstanden habe.

Gut, es stimmt, das Ganze wird dann sehr theoretisch, wenn man mit dem Combonator arbeitet, aber gerade solche theoretische Spielereien finde ich eben ganz interessant.

Nun noch eine abschließende, theoretische Frage: Wie viel Prozent meiner Prefloprange muss/sollte man am Flop folden? Kann man das irgendwie mathematisch berechnen?

Gruß,
Sendrafreak


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Moderator
cjheigl
Beigetreten: 10.04.2006

Wieviel du bluffcheckraist, hängt von der Grösse deiner Valuerange ab und der Anzahl deiner Semibluffs. Auf diesem Flop z. B. kannst du jedes Ass für Value checkraisen, mit einem J hast du je nach Kicker um die 50%. D. h. ein J ist kein klarer Checkraise für Value mehr.

Wieviele Asse du in deiner Range hast, hängt von deiner Prefloprange ab. Ein cold Call im SB ist ungewöhnlich, gehen wir mal von der Chartrange im BB aus. Dort hättest du A5s-A2s und A7o-A2o in deiner Rage. Das sind 64 Kartenkombinationen. Dazu kommen noch ein paar wenige 2-Pairs. Weitere Valuehände hättest du nur, wenn du preflop nicht 3-bettest. Ausserdem hättest du 36 Kombos mit Flush Draws in deiner Range und 30 weitere Gutshots. Du hast also bereits Draws in einer Menge, die deinen Valuehänden entspricht. Um eine balancierte Checkraiserange zu haben, solltest du keine weiteren Bluffs hinzufügen. Deine Draws reichen schon völlig.

Als nächstes kannst du noch die any 2 Hypothese überprüfen. Checkraise mit any 2 lohnt sich, wenn der Gegner zuviel foldet. Gemessen an den Odds brauchst du dafür eine Foldequity von 2/7,5 = 26,7%. Foldet der Gegner mehr, dann lohnt sich der Checkraise mit any 2. Da die Range des Gegners diesen Flop aber sehr gut trifft, gibt es nur sehr wenige Hände, die absolut nichts haben (nicht mehr als einen backdoor Draw). Nur 8% der gegnerischen Range haben auf diesem Flop nichts. Checkraise mit any 2 kommt also nicht in Frage, wenn du nicht besondere Reads hast.

Wieviel du am Flop folden solltest, hängt von der Equity der Range des Gegners ab. Wenn der Gegner den Flop gut getroffen hat, dann bleibt dir nichts anderes übrig als viel zu folden. Auf einem Flop wie diesem musst du viel mehr folden als auf einem 233 Flop.


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Moderator
cjheigl
Beigetreten: 10.04.2006

Nein, ich würde die Gutshots nicht immer raisen. Wenn ich mir eine Raisingrange zusammenstelle, dann ordne ich die Hände nach einer Priorität in die Range. Priorität 1 sind Valuehände und gute Draws (Flush Draw, oesd). Diese Hände müssen in die Range, es sei denn, wir wollen auf Board oder Gegner bezogen generell cc Flop (cr Turn) spielen. Priorität 2 haben schwache Draws (Gutshots). Das sind Hände mit noch passabler Equity, so dass man für diese auch noch nicht viel Foldequity braucht. Wenn das Board aber sehr viele starke Draws ermöglicht oder nur wenige Valuehände, dann lasse ich die schwachen Draws lieber weg, da unsere Range sonst zu blufflastig wird. Priorität 3 sind dann Hände mit noch schwächeren Draws (backdoor Draws) und danach kommen Hände ohne Outs. Ich fülle meine Range solange mit Händen aus der noch unverbrauchten besten Priorität auf, bis meine Range balanciert ist.

Das alles natürlich unter der Massgabe, dass Balancing nötig ist. Gegen Callingstations wird offensichtlich sehr wenig geblufft, gegen weak tighte Spieler deutlich mehr.

Auf diesem Board hat man nur wenige Valuehände, weil die Range des Gegners ziemlich stark und unsere ziemlich schwach ist. Das Board hat den Gegner besser getroffen als uns. Daher werden unsere Flush Draws unsere Bluffquote schon zum grossen Teil verbrauchen. Spielt man eine no 3-bet Strategie, hat man deutlich mehr Valuehände und sollte die Gutshots in die cr Range mit reinnehmen.

Die Monsterdraws (Flush Draw + Gutshot) würde ich mit der gleichen Linie spielen wie die Monster-Valuehände (Sets). Das balanciert sich von alleine gut aus, da Valuemonster selten vorkommen und Monsterdraws noch etwas seltener. Auf diesem Board würde ich beides checkraisen. Die Chancen sind ja nicht schlecht, dass man noch zusätzliche Action bekommt, weil BU öfters ein Ass hat.


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Moderator
cjheigl
Beigetreten: 10.04.2006

Aus deiner Range lässt sich erkennen, dass du no 3-bet spielst, was die Zahl deiner Valuehände erhöht. Ausserdem verteidigst du ziemlich loose, so dass du eine sehr weite Range hast. 66% sind 757 Kombinationen auf dem Flop. Du checkraist jede Hand für Value, die einen J schlägt. Das sind 168 Kombinationen, also 22,2% deiner Range. Die Flush Draws (inklusive Monsterdraws, ohne top Pair) sind 34 Kombos. Es gibt 45 Gutshots (ohne Monsterdraws).

Würdest du zu deinen Valuehänden auch alle Flush Draws und alle Gutshots checkraisen, dann checkraist du insgesamt 168+34+45 = 247 Kombos, also 32,6% deiner Range. Davon wären 79 Kombos Draws, also 79/247 = 32% deiner Checkraiserange.

Das ist prinzipiell nicht zu hoch, da deine Flush Draws eine gute Equity haben. Mit einem Flush Draw hast du über 40% Equity gegen die Range des Gegners. Das bedeutet, ein Flush Draw hat einen hohen Valueanteil auf Grund der Wahrscheinlichkeit, dass er den Showdown gewinnt, sollte der Gegner nicht folden. Der Bluffanteil ist bei einem Flush Draw gar nicht besonders hoch. Zum grössten Teil ist ein Checkraise mit dem Flush Draw eine Valuebet (wenn auch nicht zu 100%) und nur zu einem kleinen Teil ein Bluff. Wenn du einen Flush Draw mit einer pure Bluff Hand vergleichst, wirst du mit dem Flush Draw viel öfter gewinnen. Wenn du davon ausgehst, dass eine Bluffrange einen bestimmten EV haben sollte und du dann verschiedene Bluffranges miteinander vergleichst, dann sollte klar sein, dass eine Bluffrange, die nur aus Flush Draws besteht, viel mehr Hände enthalten darf als eine Bluffrange aus pure Bluffs, weil du deine Investition viel öfter zurückgewinnst. Wenn du also in deiner Range eine bestimmte Anzahl von Bluffhänden haben willst (als Anteil deiner Checkraiserange) und deine Bluffhände zählst, dann zählen Flush Draws viel weniger als Gutshots und die zählen immer noch deutlich weniger als pure Bluffs.

Die Aussage, eine Range sollte nicht mehr als x% Bluffes enthalten ist ungenau, weil sie die Qualität der Bluffhände nicht berücksichtigt. x% ist keine feste Zahl, sondern sollte an die Qualität deiner Bluffhände angepasst werden. Eine Aussage, dass generell nur so und so viel Prozent deiner Range Bluffes sein sollen ist unbrauchbar. Wieviele Hände du bluffen solltest, hängt von der Qualität deiner Bluffhände ab und der Foldequity, die du erzielen kannst. Die Foldequity hängt wiederum davon ab, wie gut die Range des Gegners das Board getroffen hat, also vom Board und der Range des Gegners. Der Bluffanteil in deinen Ranges ist also höchst variabel und situationsbezogen.

Eine bessere Aussage wäre, auf bestimmten Boards will ich gegen eine bestimmte Range so und so viel Bluffhände in meiner Range.

Richtig ist allerdings auch, dass sich manche Draws besser zum Checkraise eignen als andere. Hände mit Outs und Showdownvalue z. B. könnte man auch cc spielen. Das betrifft z. B. KQ und vielleicht auch KT. Der Gewinn, solche Hände in einen Bluff zu verwandeln ist nicht sehr hoch, da eine andere gute Linie für diese Hände zur Verfügung steht. Nimmt man solche Hände aus der Bluffrange heraus, verringert sich der Anteil der Bluffhände. Dann kann man vielleicht andere Hände in die Bluffrange nehmen, um sie wieder so aufzufüllen, dass die Checkraiserange balanciert ist. Da diese Hände weniger Outs haben, nimmt man für sie weniger Kombos in die Checkraiserange als man an Händen mit zahlreicheren Outs herausgenommen hat. Z. B. könnte man KQ durch Q:s 9 ersetzen. Q:s 9 hat nur backdoor Draws und viel weniger Equity als KQ, aber es sind auch nur 4 Kartenkombinationen statt 15 (K:s Q:s wird man immer noch checkraisen wollen).


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