Du bettest am Turn nicht nur gegen schlechtere Pockets (diw durchaus callen können) sondern auch gegen AJ und AT. Das sind Gutshots, die viele Outs gegen dich haben. Wenn die callen, gut, wenn sie folden, um so besser. Am River raist dich K oder Q für Value. Auch die Ks können noch in der Range des Gegners sein, da er die am Turn way ahead way behind spielen kann. Am River wird es für den Gegner unwahrscheinlich, dass du eine Q hast, da schon 3 Qs auf dem Board liegen. Also kann er den K raisen, da du nur selten eine Q hast, aber öfter ein Pocket, das du vielleicht auch callen könntest. Kicker spielen am River keine Rolle mehr.
Insgesamt sind K und Q etliche Kartenkombinationen. Wenn er so viel für Value raisen kann, dann könnte er auch einiges bluffen. In Frage dafür kommen vor allem die geplatzten Straight Draws. JT sind 8 Kombos, Gutshots noch viel mehr. Wenn man nicht weiss, ob der Gegner bluffraisen kann, dann nimmt man als Ansatz die Nemesishypothese, das heisst, man traut dem Gegner bestmögliches Spiel zu. Was bedeutet, er kann bluffraisen und er raist so viele Hände, dass du indifferent für einen Call wirst.
Dein Gegenspiel sieht dann so aus, dass du von den Händen, die in deiner Range einen Bluff schlagen (Pockets, A7, AJ, AT) einen Anteil foldest, der den Pot Odds entspricht, die du für den Call bekommst. Also ca. 1/10 der Hände, die einen Bluff schlagen. Ob du jetzt AJ/AT am Turn bettest oder nicht, TT befindet sich sicher nicht am unteren Ende deiner Bluffcatcher (A7 und kleinere Pockets sind weiter unten). Da du fast alle Bluffcatcher callen musst, callst du TT auf jeden Fall. Da du am Turn vermutlich die meisten deiner Pockets gebettet hättest, würdest du wohl auch A7 callen und vielleicht sogar noch das eine oder andere schwächere Pocket.