Prinzipiell ist das BRM bei 0,02/0,04 nur für den Aufstieg wichtig, da man nicht absteigen kann. Ob man mit 100 BB spielt und 100 BB nachschiesst, falls man broke geht oder ob man gleich mit 200 BB anfängt, spielt eigentlich keine Rolle, ausser dass man mit 100 BB mehr Zeit braucht, um auf z. B. 600 BB für einen Aufstieg zu kommen.
In diesem Limit will man eigentlich nur wissen, ab wie vielen BB man ins nächsthöhere Limit aufsteigen kann. Dort wird das BRM dann wichtig, da man wieder absteigen kann. 300 BB für full ring ist die Standardempfehlung. Je nach individueller Gewinnrate kann man das BRM anpassen, da es ein an die Gewinnrate ausgerichtetes optimales BRM gibt (Kelly-Kriterium). Damit kommt man im Durchschnitt am schnellsten auf das nächsthöhere Limit, auch wenn man mögliche Abstiege berücksichtigt. Das Problem dabei ist, dass man die zukünftige Gewinnrate nicht kennt. Erst recht nicht nach einem Aufstieg im nächsthöheren Limit. Man kann sich daher das Kelly-Kriterum einigermassen sparen und lässt es einfach bei den üblichen Empfehlungen.
Generell gilt, je höher die Gewinnrate, desto aggressiver kann das BRM sein und je niedriger die Gewinnrate, desto konservativer. Im kleinsten Limit brauchst du keine Mindestbankroll, da du einfach so lange spielst, bis du eine ausreichende Bankroll für das nächsthöhere Limit erspielst oder so lange, bis du broke bist und dann überlegst, was du dann machst. 200 BB oder mehr, um nicht gleich nach den ersten paar Sessions broke zu sein, sind psychologisch vielleicht ganz gut. Ausserdem hilft eine nicht ganz so winzige Bankroll im kleinsten Limit, etwas Bankrolldisziplin für das nächsthöhere Limit zu üben. Wenn man mit 100 BB anfängt und es schafft, sich auf 200 BB zu spielen, dann sollte man nicht denken, dass man schon aufsteigen kann.