Hallo,
ich überlegte mir neulich folgenden Gedankengang und will mal wissen, was ihr davon haltet:
Ausgangssituation : Wir haben die Initiative am Flop, etwas SD-Value und Gegner geht nur mit anständigen Händen zum Flop (also keine Callingstation, kein Fisch).
Beispielsweise raist der SB, wir 3-betten mit AJo und ...
... Flop ist KT8r
Wir haben laut pokerstove eine Equity von gut 48% und ich nehme mal an eine Foldequity, die unter 33% liegt.
Da der Hauptteil dieser Equity wohl durch ein Draw kommt, müsste ich, wenn ich das ganze praktisch sehen will Equity abziehen um den Wert meiner Hand zu errechnen, da wir in den meisten Fällen nicht den River sehen und uns daher ~15% Equity entgehen.
Gleichzeitig haben wir einen Gutshot und ein geringes SD Value.
Wenn Turn und River Blanks sind, haben wir immernoch 35% Equity.
Wäre es hier eine Idee den Flop nicht zu betten, sondern einen Check behind zu machen?
Die Idee davon ist, eine höhere Foldequity am Turn zu erzeugen als durch eine einfache Bet am Flop und die Riverkarte zu sehen
Am Turn entscheiden wir dann je nach Karte, ob wir einen Raise for free SD machen oder direkt folden ( beispielsweise auf eine 9).
Angenommen, der Gegner liegt am Turn zu 60% vorne, foldet 15% seiner winninghands,checkt 50% seiner loosinghands und bettet folglich 50% seiner loosing hands, die er auf einen Raise foldet, dann ergibt sich...
Wir gewinnen nach einem Raise zu 35%.
Wenn wir uns jetzt noch 10% zum Ausdrawen geben, so haben wir 45%, was den Raise in diesem Fall profitabel macht.
Ein weiteres Beispiel anderer Art wäre :
Wir halten KQs auf dem Button und raisen einen Stealraise vom Cutoff.
Flop ist AK5r.
Wenn Gegner mit KT aufwärts raist, gibt es hier wohl nur KT und KJ gegen die wir durch eine Flop Bet Value rausholen können.
Gleichzeitig können wir bei einem call flop des Gegners den Turn gar nicht mehr for value betten.
Wenn nun Gegner am Turn erneut checkt, können wir getrost betten und auf einen Raise haben wir einen easy fold.
Wenn wir den Flop gebettet hätten, und der Gegner gecheckraist hätte, hätten wir am Turn einen schweren call und verlieren eine BB mehr, wenn wir hinten liegen.
Vorteil : Wenn wir klar hinten liegen sparen wir Geld, wir erzeugen Bluffs und sehen eine Karte mehr.
Nachteil : Der Gegner könnte mit Händen wir JT ausdrawen
Das ganze ist natürlich nicht so gedacht, mehrmals in einer Session an einem Tisch zu machen, sondern ein gelegentlicher Einschub zur richtigen Zeit gegen den richtigen Gegner.
Ich wendete diese Idee in letzter Zeit öfters mal an und bemerkte, dass starke TAG�s oft nichtmal mit top pair den Turn betteten, was allerdings auf Grund von zu seltener Anwendung nicht als Argument dienen soll.
Meine Frage lautet nun, als was nehmt ihr Checks am Flop wahr und was haltet ihr davon?