Zum Forum springen
Aufstieg in höhere ...
 
Benachrichtigungen
Alles löschen

Aufstieg in höhere Limits

9 Beiträge
6 Benutzer
0 Reactions
711 Ansichten
blDraX
Beigetreten: 11.08.2012
PokerStrategist

Hallo zusammen,

ich spiele als Frischling mittlerweile seit etwa anderthalb Monaten Online-Poker. Als braver Junge mit solidem Bankrollmanagement habe ich erst einmal kleine Einzahlungen gemacht und auf NL2 mit nur einem aktiven Tisch angefangen.

Nun habe ich mittlerweile einige positive wie auch negative Erfahrungen gemacht, durch die ich über diese Zeit hinweg praktisch break-even bin. Auch wenn ich kurzzeitig mal ein Plus von etwa 15€ hatte, ist das leider mittlerweile verflogen und ich bin wieder an meinem Betrag angelangt, den ich damals auch eingezahlt hatte.

Da ich aber immer noch hochmotiviert bin, habe ich mir ein wenig Gedanken über meine Poker-Zukunft gemacht - schließlich will ich ja auch irgendwann aufsteigen. Da ich aber noch keine konstanten Gewinne verbuchen kann, bin ich bisher auf einem aktiven Tisch geblieben. Nun habe ich an verschiedenen Stellen gehört, dass inkl. Varianz und allem kram für No Limit Holdem 5 BBs pro 100 Hände schon von solidem Spiel zeugen.

Da bin ich stutzig geworden und habe mal gerechnet: Wenn ich mir diese Winrate gebe (und ich bin mir sicher, ich liege darunter), dann brauche ich für einen Aufstieg (den ich ja erst bei 25 Buy ins von je 100 BBs des nächsthöheren Limits, also etwa 50 Buy ins von je 100 BBs des niedrigeren Limits mache) 50*100 BBs in meinem aktuellen Limit, also 5000 BBs. Das entspricht 1000*100 = 100.000 solide gespielten Händen.
Wenn ich an einem Tisch 50 Hände pro Stunde spielen kann, brauche ich hierfür also an einem Tisch 2000 Stunden reine Spielzeit. Selbst bei einer völlig utopischen Spielzeit von 5 Stunden Poker am Tag (die man mit einem normalen Tagesablauf kaum hinbekommt, schließlich geht ja auch Zeit für Theorie lernen und Handreviews drauf) bräuchte man hierfür an einem einzelnen Tisch noch ein komplettes Jahr!

Nun kann das ja aber irgendwie nicht sein, dass ich 1-2 Jahre pro Aufstieg brauche. Mein Menschenverstand sagt mir, dass ich auch irgendwie früher zumindest mal auf NL10 kommen können sollte. Wo liegt hier also mein Denkfehler?
Steigt man auf niedrigeren Limits wirklich viel schneller als obige Winrate von etwa 5BB/100? Oder ist es einfach Standard, an >10 Tischen zu spielen, um das Ganze signifikant zu beschleunigen?
Falls ja, woher weiß ich denn, wann ich wie viele Tische spielen kann? Der zugehörige Artikel hier auf PS zum Multitabling sagt zwar, dass man mehrere Tische spielen kann, solange man an einem Tisch solide Gewinne macht, aber an einem Tisch spiele ich ja so wenige Hände, dass ich dank Varianz ewig brauche, um überhaupt sagen zu können, ob ich nun langfristig gewinne oder verliere.

Vielleicht könnt ihr mir hier ein wenig Klarheit geben. :) Wie sieht denn so eine typische Pokerlaufbahn aus von jemandem, der auf NL2 mit seiner 20€ Bareinzahlung startet? Wie soll ich denn vorgehen, damit ich wie schnell auch mal auf NL5 aufsteigen kann? Wann kam bei euch der erste Aufstieg?


Antwort
Zitat
8 Antworten

Ich würde wenn du dich "sicher" fühlst 4 bis 6 Tische spielen und anfangs sehr aggressiv aufsteigen. Einfach mal bei 15 bis 20 Stacks einen Shot auf das nächst höhere Limit wagen. Selbst wenn du komplett broke gehst ist das auf diesem Limit noch kein wirklicher Verlust (bei solidem Einkommen). Ich würde einfach bei $75 mal NL5 anspielen und notfalls bei $50 oder so wieder runter. Wirklich tightes BRM ist mmn. erst nötig wenn du Limits spielst wo du ernsthaft was verdienst bzw. Poker ein großes Teil deines Einkommens ist.


Antwort
Zitat
crushiii
Beigetreten: 13.04.2007
Oldschool Grinder

Ziel sollte es sein, so hoch wie möglich aufzusteigen, ohne allzu viel privat zu investieren.

Ich habe eigentlich ein BRM von 20 Stacks für das jeweilige Limit als Minimum.
Auch wenn es nur um Centbeträge geht, ist oftmals die Gefahr da, dass man mit sehr loosem BRM zuviel Respekt vor den Beträgen hat und zu vorsichtig spielt, was Value auf der Strecke lässt.

Meine Empfehlung wäre, einen weiteren Tisch dazu zu nehmen und schau einfach, ob du dabei in Stress gerätst.
Wenn du bequem spielen kannst und auch nicht ständig auf Tischen austimest, nimm noch einen dazu und so weiter.

Nur einen Tisch spielen ist vielleicht am Anfang in Ordnung, aber du solltest dir auf kurz oder lang angewöhnen, bis zu 4 Shorthanded spielen zu können.

Ich habe damals z.B. bis 16 Fullring gespielt und bin ans Limit gestoßen ;)
Da ging außer klicken nicht viel.
Shorthanded hab ich 8 gespielt.
Beides jeweils auf NL25/50 und das war schon sehr anstrengend!

Taste dich langsam vor und schau, ob es für dich nicht zu hektisch wird!

Aber werde nicht zu loose mit deinem BRM, nur weil du "lediglich" 40€ oder so investiert hast und das für manche nicht viel Geld in der Realität ist.
Wenn du dieses Denken dann nicht irgendwann abstellst, kann es schnell zu einer Spielsucht werden!


Antwort
Zitat

Einfache Lösung: Zoom Zoom Zoom (bzw. die entsprechende Speed Variante falls du auf ner anderen Seite spielst). Sollte aber natürlich eine entsprechende Routine vorhanden sein, das grundlegende "Handwerkszeug" sollte man schon aus dem Eff Eff beherrschen.

Mal ne kurze Beispielrechnung für Stars NL2 SH:

Mit 4 Tischen Zoom schaffst du mindestens 1000Hände/h (mit viel Routine auch 1200+, gehe jetzt mal von 1000 aus).

Als halbwegs guter Spieler machst du mind. 5BB/100 Hände (10 sind auf jeden Fall auch drin), d.h. in der Stunde bei 1000 Händen 1$.

Bei angenommen 50$ Startkapital 200$ erspielen um aufzusteigen, brauchste dafür 200h. Also wenn du am Tag durchschnittlich 2h spielst 100 Tage - gut 3 Monate.

Wenn deine Winrate doppelt so hoch ist (10BB), brauchste halb so lange. Wenn du mehr als 1000 Hände/h schaffst oder mehr als 2h durchschnittlich spielst, geht's noch schneller.

Dann erspielst du noch nebenbei Punkte mit denen du dir mind. 2 Stellar-Boni erspielen kannst, was nochmal 20$ sind. Mit den Punkten kannste auch Sats zocken, da T$ erzocken und die dann in Cash umwandeln oder in SNGs einsetzen. Sind nochmal ein paar Dollar drin.

Also ich würde sagen, wenn man in das Projekt Zeit investiert, und halbwegs gut spielt, kann man auch mit konservativem BRM mit winnings und rakeback in 2 Monaten locker aufsteigen -> mit Zoom.

Meine persönliche Meinung zum Thema BRM: Ich kann nur raten, ein konservatives BRM zu fahren und auf möglicherweise zu frühe Aufstiege zu verzichten. Du kannst auch Swings von 20 Stacks oder haben. Dann sind einige auch anfällig für scared-money-Effekte, d.h. wenn die Roll immer kleiner wird spielen sie vorsichtiger und meist auch suboptimal. 50 Stacks fürs nächsthöhere Limit oder zumindest nicht weniger als 40 halte ich für ne gute Herangehensweise.
Sind aber lediglich meine 2 Cents, gibt auch durchaus aggressivere Ansätze, die auch nicht für per se falsch sind, dass muss jeder für sich selber entscheiden.

gl


Antwort
Zitat
DerIkeaElch
Beigetreten: 16.05.2010
Oldschool Grinder

Sorry, aber einem Anfänger zu raten, er soll vier Tische Zoom spielen?!?! Das kann ja wohl nicht ernst gemeint sein....

@bldrax
Probier einmal Zoom einen Tisch und wenn du dich gut fühlst einmal einen zweiten. Nur ein normaler Tisch alleine, da muss man ja einschlafen dabei oder nicht???


Antwort
Zitat

Hast ja recht, sollte auch nur aufzeigen was möglich ist und das man mit Sicherheit keine 1-2 Jahre für einen Limitaufstieg braucht.
Ansonsten #, mit einem Tisch anfangen, Anzahl schrittweise erhöhen wenn die Routine da ist. Irgendwann ist man dann automatisch bei 4.


Antwort
Zitat
Palmero92
Beigetreten: 23.05.2010
Elite Grinder

Ganz zu Beginn ist es defintiv nicht falsch konzentriert zu onetablen, aber wenn du dich Limits hoch spielen willst, musst du irgendwann anfangen richtig zu grinden (9+ Tische oder 3 Zoom tische z.b., deine Rechnung wird schon stimmen - mit dem 9-fachen Volumen und ner konstanten Winrate von 5bb auf den Limits wärst du nach nem Jahr aber schon minimum auf NL200 ;)). DAS HEIßT ABER NICHT, dass du dann fertig bist dich mit deinem Spiel zu beschäftigen. Meiner Meinung nach gehört Content grundsätzlich nicht an den Tisch, sondern daneben. Also lieber zu schnell zu viele Tische spielen und dafür 30% der Zeit in Theorie investieren, also 100% der Zeit "konzentriert" zu onetablen (was mMn viel zu viele Leute tuen). Am fehlenden Volumen scheitern gute Spieler höchstens in mtt's^^ - im cashgame brauchst du einfach den Skill!

Du sollst jetzt natürlich nicht direkt mit 9 Tischen anfangen, aber halt sukzessive steigern und nach und nach das Volumen erhöhen. Zu Beginn ist es defintiv auch nicht verkehrt über 50% der Zeit in Theorie zu investieren. Umso besser du bist umso aggressiver kannst du dann auch dein BRM gestalten, solltest du aufgrund von nem Downsing die Stacks nicht zusammen bekommen . Ohne ein sich ständig verbesserndes Spiel bringt dir aber auch kein Upswing was - du wirst irgendwann an eine natürlich Grenze stoßen. Dich mit Theorie zu beschäftigen, da führt einfach nichts dran vorbei (wenn du gut bist und Talent hast kommen die Aufstiege ganz von alleine (mit ein paar mehr Tischen^^)).


Antwort
Zitat
blDraX Themenstarter
blDraX
Beigetreten: 11.08.2012
PokerStrategist

Vielen Dank für eure Meinungen. :)

Original von DerIkeaElch
Probier einmal Zoom einen Tisch und wenn du dich gut fühlst einmal einen zweiten. Nur ein normaler Tisch alleine, da muss man ja einschlafen dabei oder nicht???

Es geht schon. :) Das schöne ist, dass man sehr viel Zeit hat, die Gegner ein wenig zu lesen, auch in den Händen, in denen man gar nicht dabei ist. Ich habe gestern einfach mal testweise vier Tische gespielt. Es lief auch halbwegs okay (damit meine ich, keine zu großen Verluste gemacht :P).
Was am meisten gelitten hat, war leider das Postflop-Play. Preflop ist alles kein Problem, da hätte ich sogar mehr geschafft, aber wenn ich an einem Tisch mal postflop bin, habe ich meist keine Ahnung, was für ein Gegner da gerade vor mir sitzt, weil man einfach, wenn man mit 32 anderen Spielern auf Tischen unterwegs ist, dem einzelnen kaum Beachtung schenken kann (nur einige Callingstations stachen offensichtlich heraus). Ich benutze zwar Poker Tracker, aber dennoch macht mir das Bauchschmerzen.

Ist ZOOM für einen Anfänger wirklich empfehlenswert? Da geht ja die komplette Komponente des Gegner lesens drauf. Außerdem habe ich auf die Schnelle keine Artikel dazu in der Strategiesection gefunden. Haben wir da was hier?


Antwort
Zitat
DerIkeaElch
Beigetreten: 16.05.2010
Oldschool Grinder

Fang lieber mit wenig normalen Tischen an und arbeite dich mal dort durch. Zoom ist schon eher etwas für Fortgeschrittene und du solltest spätestens dann auch einen Tracker haben ;)


Antwort
Zitat
Teilen: