Genau diese Frage sollten sich die Verantwortlichen doch stellen, oder nicht? Wer soll Lewandowski irgendwann ersetzen? Und das sollte man sich eben nicht erst dann überlegen, wenn der Mann irgendwann einmal seine Karriere beendet oder den Verein verlassen hat, sondern eher jetzt. Dem Anschein nach ist man da zumindest an Werner dran.
Ich verstehe halt nicht, wie man sich grundsätzlich einem Backup oder einem weiteren Stürmer verschließen kann, nur weil dieser qualitativ nicht an Lewandowski heranreicht, oder weil er evtl. unzufrieden mit seiner Rolle sein könnte. Um das zu moderieren sollte man doch eigentlich einen fähigen Trainer haben. Wenn der das nicht kann und möglichst wenig Wettbewerb innerhalb der Mannschaft haben möchte, dann könnte es halt eng werden mit den Ambitionen. Und diese Ambitionen werden doch 100% sein, irgendwann in naher Zukunft wieder um die Champions League mitzuspielen. Alles andere nehme ich Hoeneß nicht ab.
Bei de Bruyne, Sané und Brandt ging es mir gar nicht mal darum, dass man alle hätte kaufen sollen. Aber all diese Transfers wären bei weitem kein Hexenwerk gewesen, bei denen man alle gegen die englischen Vereine keine Chance gehabt hätte. Und jetzt haben wir eben Bedarf auf all diesen Positionen, weil man seit Jahren den zumindest Quantitativen Ersatz auf den Flügeln verschlafen hat, und weil man mit James einen relativ preisgünstigen offensiven Mittelfeldspieler nicht in die Mannschaft integrieren wollte/konnte. Dann muss man halt jetzt tiefer in die Tasche greifen, und darf nicht rumjammern, wie unfair das doch alles ist mit den Preisen. Mit ein wenig mehr Weitsicht hätte man das alles evtl. bisschen günstiger haben können.
Übrigens gab es schon immer Transfers für Summen, die andere Vereine locker stemmen konnten oder wollten, und Bayern München eben nicht. Ronaldo wechselte 2002 für ca. 45 Millionen Euro zu Real Madrid. Zu diesem Zeitpunkt hatte Uli noch nicht einmal die Schatulle für Beträge über 10 Millionen Euro geöffnet. Im Verhältnis doch gar nicht mal so viel anders als heute. International gehandelte Topleute wechseln für 100 bis 150 Millionen Euro den Verein (Die absoluten Topstars, die mittlerweile als eigene Marke gehandelt werden stehen da natürlich nochmal drüber), und Uli treiben schon Preise ab 40 Millionen die Schweißperlen auf die Stirn. 2002 war der Umsatz bei bisschen über 160 Millionen Euro, heute ist er bei 700 Millionen Euro.
Und ja, du hast recht: Wir haben einige junge Spieler mit Entwicklungspotential in der Mannschaft. Vor allem Gnabry, Kimmich und Süle gefallen mir da sehr. Auch Coman hat in der vergangenen Rückrunde viele Scorerpunkte einfahren können. Und da ist es halt wichtig, dass diese Spieler auch wirklich gefördert und weitergebracht werden. Das passiert natürlich nicht, indem man Trainer wie Ancelotti an die Isar holt, der eher auf Erfahrung setzt; und ob Kovac einer dafür ist, steht auch noch in den Sternen. Wie schon zig mal gesagt: da ist eben das Konzept gefordert, das der Verein aufstellen sollte. Was sind meine Ziele? Wie möchte ich sie erreichen? Wie viel Zeit gebe ich mir dafür? Nicht einmal Hü und einmal Hott: "Der hat dreimal die Champions League gewonnen, den holen wir!", "das ist uns alles zu teuer, wir setzen jetzt auf die Jugendabeilungen!", "dann muss halt der Trainer aus dem vorhandenen Material das Optimum herausholen!", "der ist Weltmeister, den holen wir für 80 Millionen!".
Alles in allem gilt für das kommende Transferfenster (beginnt ja erst am 01. Juli): Bisher haben fünf gestandene Profis den Verein verlassen, drei Spieler gelten als fix. Wackelkandidaten sind für mich noch Boateng und Sanches. Sollten die beiden noch gehen, dann hat sich der eh schon kleine Kader um weitere vier Feldspieler verkleinert. So oder so sollte Salihamidzic in den kommenden Monaten noch einiges präsentieren. Günstig wird es wohl nicht werden.