Original von MrPGrey
Ansonsten wird ein Kind wohl mehr dadurch geprägt, dass es neben sich im Stadion
einige Hundert Menschen minutenlang "Hurensohn" schreien hört,
als dass gleiches Kind eine News über die innerorganisatorische Korruption des DFB
hört, die es ohnehin nicht verstehen und einordnen kann.
Aber ja,
verteidige ruhig eine Gruppe von Menschen, die sich aufgrund einer random Vereinsmitgliedschaft
vermeintliche Mitspracherechte bei organisatorischen oder anderweitigen Dingen verspricht.
Und rede dir ruhig ein, dass irgendein halbwegs intelligenter Mensch diese Gruppe noch
annähernd ernst nimmt
.
Ich verteidige keine Gruppe. Das ist nicht meine Aufgabe. (lel, bin ja kein Anwalt) Hoffe, du wirst mal ein Guter. Gibt übrigens auch die Fananwälte. Vielleicht ist das ja mal was für dich
Wenn überhaupt, dann verteidige ich Interessen aktiver Fans. Ich selbst bin schon allein wegen meines Alters der Ultrakultur längst entwachsen.
Wie geschrieben, bin ich nicht mit allem einverstanden. Wortwahl und Stil würde ich anders wählen. Verstehen kann ich diese Bewegung aber durchaus.
Zur Prägung im Kindes/Jugendalter:
Ich war als Heranwachsender/Jugendlicher bereits in den 80ern in Stadien und kann dir sagen, dass damals keiner Hurensohn gerufen hatte. Da wurde ungehindert gehitlert und die Kurven waren durchsetzt von Rassismus und Diskriminierungen. Das zog sich bis in die End90er, bis hierzulande die Ultrabewegung aufkam. Ich selbst durfte sogar im Mai 1990 miterleben, wie nach einem Fußballspiel in Zagreb ein echter Bürgerkrieg entstanden ist, bei dem viele Menschen ums Leben kamen. Ich würde behaupten, dass mich der Fußball tatsächlich sehr geprägt hat. Allerdings differenziere ich dabei grundsätzlich.
In meinem Bekanntenkreis gibt es viele, die diese Zeit überstanden haben ohne dass sie diese Einstellung von damals übernommen haben.
Bitte entschuldige, dass ich dir unterstellte, dass du nichts gegen die Probleme tun würdest. Das kann ich tatsächlich nicht beurteilen.
Mir gings eher darum, dass man "die Ultras" (eigentlich kann man sie gar nicht schubladisieren) nicht pauschal verurteilen sollte. Es gibt durchaus mehr positive Aspekte als negative. Aber Ultras bekommt man halt nicht aus dem Katalog. Die gibts nur als Ganzes. Mit allem was da dazugehört. Dazu ist diese Bewegung einfach viel zu verschieden.
Differenzieren heisst doch hier die Lösung.
Letztlich lassen sie sich auch wenig von anderen Meinungen beeinflussen. Also was du oder ich darüber denken, interessiert die herzlich wenig.