Original von BradNitt
dann sag mir bitte mal wer in den letzten 5 jahren den attraktivsten fußball in deutschland gespielt hat?
für mich ist das ziemlich klar leipzig. leverkusen und stuttgart haben letzte saison auch sehr gut gespielt, davor sind wir uns wohl einig, dass beide nicht für attraktiven fußball mit konstanz standen. bayern ist in punkto attraktivem fußball auch ziemlich schwankend, dortmund besser erst gar nicht zu erwähnen um keine gefühle zu verletzen. also ja, für mich ist rb in sachen attraktiver fußball hier ganz vorn mit dabei.
und als marke steht red bull auch für "moderne" mit großflächigem sponsoring in gaming, extremsport, was weiß ich noch alles. sehe rb also auch als eine marke mit attraktiven, progressiven, modernen image....
Ich glaube, dass man über "attraktiven" Fußball ja durchaus streiten kann und dies ist als Argument nicht zielführend. Weder Attraktivität noch Erfolg können doch als Argument gelten, ob man etwas für richtig oder falsch hält. Erfolg schützt doch auch nicht vor Kritik?
Dazu habe ich - auch in der aktuellen Diskussion - nicht das Gefühl, dass es viele Leute gibt, welche RB abstreiten, dass sie einen guten Job machen + auch guten Fußball spielen. Natürlich spielen die oftmals tollen Fußball und verpflichten super Spieler.
Man kann doch anerkennen, dass die Leute dort eine gute Arbeit verrichten (in ihrem Beruf) und trotzdem das Konstrukt RB kritisieren. Der Aufbau führt zu starken Ungleichgewichten in der Liga, es ist kein organisch gewachsener Verein und entsteht eben aus dem Marketing-Gedanken. Das bestätigst Du ja sogar direkt, wenn Du positiv über die Markenwahrnehmung RB (Extremsport, Sponsoring, "Modernität") sprichst. Andere Vereine erarbeiten sich durch Sport die großen Sponsoren. Bei RB ist es andersrum.
Vereinsname und Logo sind (sowohl in DE als auch AT) auch immer noch so nah an der Marke RedBull und es wird an keiner Stelle versucht, hier eine Trennung herbeizuführen. RB Leipzig hat Stand heute 23 (!) stimmberichtigte Mitglieder (insgesamt 1.100) und die stehen dem Konzern in der Regel nahe. Es ist allein dabei kein Vergleich zu anderen Vereinen (Augsburg: 24.706 ) möglich und es ist einfach kein "normaler Verein, der einfach nur attraktiven Fußball spielt". Sie hebeln die 50+1 Regelung aus und finanziert ist es durch hohe Geldbeträge (Darlehen), die nach meinem Stand in der Vergangenheit mal eben im Rahmen von 100 Mio als vermeintliche "Eigenkapitalumwandlung" erlassen wurde.
Kritisiert man nun Klopp, hat das doch auch gar nichts mit dem Erfolg (und/oder der Kritik) RBs zu tun.
Man kritisiert, dass hier jemand eine sicherlich spannende Aufgabe annimmt, der vorher aber zumindest gerne hingenommen hat, dass er in Kommunikation und Wahrnehmung auf die besondere Bindung zu Traditionsclubs und Fans assoziiert wurde. Klopp hat sich sicherlich nicht großartig negativ zu RB geäußert,... aber er hat mit allem Wirken und Kommunikation durchaus immer diese "besondere Beziehung" zu seinen bisherigen Clubs genutzt. Gerade davon lebte doch auch sein Image,... es war immer Emotion, Fankultur, Bindung und harte Arbeit.
Dieses Image wird damit nun mehr als angekratzt und er geht eben zu einem "Verein", der genau dafür nicht steht.
Klar hat Liverpool Investoren. Klar hat Mainz Sponsoren. Klar ist der BVB an der Börse und hat z.T. beschissene Sponsoren.
Aber alle diese Vereine haben und leben eine ganz andere Kultur, als RB. Bei allen Vereinen geht es um Sport und nicht um den Verkauf von Getränken.