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Wie definiere ich mich als Fan eines Teams?

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karamasow
Beigetreten: 11.02.2007
Oldschool Grinder

Ich finde den Thread sehr interessant, zumal ich mir in letzter Zeit häufig selbst diese Frage gestellt habe. Vor allem da ich viel im Schalker Block lese und man da schon schnell den Eindruck gewinnt, dass jemand ohne Dauerkarte kein "echter" Fan ist. Als Wahlberliner, fern von der Heimat, halte ich mich aber doch dafür und will es mal versuchen zu erklären.

Schalke ist mein Verein seit 1988, mein erster Held auf Schalke hies Ingo Anderbrügge. In meiner Familie gibt es keine echten Fußballfans, die mich dahingehend beinflußt hätten und von der geographischen Lage meines Heimatorts her hätte es eher der Club aus der verbotenen Stadt werden müssen. Ich kann also behaupten, mich in vollkommener Freiheit für den Verein entschieden zu haben.

De facto war es so, dass ich meinen Vater richtiggehend nötigen musste, das erste mal mit mir ins Stadion zu gehen. In den frühen 90ern hatte ich dann einige Freunde, die meine Leidenschaft teilten, und was noch wichtiger war, deren Väter auch. So kam ich endlich regelmäßig ins Stadion, zumal es zu Zeiten des Parkstadions sehr unkompliziert war an Tickets zu kommen. Es reichte 40 min vor dem Spiel zur Ticketbude zu gehen. Als ich endlich selber fahren konnte, wurde das Ganze natürlich noch einfacher.

Vor ca 8 Jahren zog ich nach Berlin. Allein durch die große Distanz ist es natürlich nicht mehr möglich regelmäßig ins Stadion zu gehen. Meine Freunde hier sind alle keine Schalke Fans und für einen Fanclub bin ich einfach nicht der Typ. Somit fallen auch Fahrgemeinschaften oder ähnliches aus.

Ich halte mich trotzdem für einen echten Fan, weil ich viele Höhen und Tiefen mit dem Verein durchlebt habe und meine Liebe für den Club nie wankte. Ich habe meine Zuneigung für den Verein nie versteckt oder geleugnet, selbst in irgendwelchen Hertha Bunken Kneipen. Hätte bspw. in der Nacht vorm Pokalfinale fast in der U- Bahn von 3 Duisburgern aufs Maul bekommen, nur weil ich meinte zu ihren Gesängen einen Kommentar abgeben zu müssen.

Meine Stimmung am Wochnenede hängt stark mit dem Ausgang des Spieltags zusammen. Ich lache, weine und fiebere mit dem Verein mit, wie schon vor über 20 Jahren, auch wenn es heute mehr aus der Ferne geschieht. Darum behaupte ich von mir ein echter Fan zu sein.


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FiftyBlume
Beigetreten: 06.06.2010
PokerStrategist

Original von HOlb
also ich muss sagen, dass ich 1995/96 dortmund fan geworden bin und natürlich hat es auch mit erfolg zu tun. damals war ich 5,6 jahre alt und hab die ersten male fußball geschaut. dabei war es dann einfach dortmund, die mich am meisten begeistert haben, sei es wegen schönen spielen und toren, sei es wegen coolen spielern. aber danach habe ich ihnen immer die treue gehalten, egal wie schlecht es lief. war in den schwierigsten zeiten um 2005 sogar die meisten spiele gucken, weil der verein mich einfach immer weiter fasziniert hat.
in meinem freundeskreis gibt es relativ gesehn sehr viele Dortmund fans, die schon seit jahren fans sind und das, obwohl wir ca. 200 km weit weg wohnen. ich denke, die zeit, in der man sich das erste mal so richtig für fußball interessiert, ist einfach extrem prägend!

Stimmt^^.....wohne ähnlich weit weg von Dortmund und bei uns sind die drei großen Vereine Bayern, Schalke, BVB.

Klar, als kleiner Junge wird man "Erfolgsfan", weil man meist wen vom ersten Verein wird, den man so hört - mein Großvater war extrem angetan von Borussia Mönchengladbach, die fand ich damals dann auch toll(neben dem glorreichen FCB) und hege immernoch Sympathien(auch als die in der zweiten Liga waren).

Finds nur wichtig, dass man dazu steht, in guten wie in schlechten Zeiten^^


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facebook --> favorite team --> x

taadaaa ! mehr fan kann man nicht werden !


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Hugh57
Beigetreten: 05.07.2005
Elite Grinder

Finds nur wichtig, dass man dazu steht, in guten wie in schlechten Zeiten^^

Nur wie weit gehen die schlechten Zeiten? Ich hab bei vielen das Gefühl die sind nur Fans weil der Verein 1. oder 2. Liga spielt. Was passiert denn wenn es plötzlich 4. Liga ist?

Ich bin in Krefeld geboren und war schon immer Uerdinger. Jedes Spiel da egal ob Heim oder Auswärts. Nebenher sympathisiere ich halt mit dem HSV. Schaue mir jede Saison paar Spiele im Stadion an. Aber ich kann nie das empfinden fürn HSV was ich für Uerdingen empfinde.

Was nun einen Fan ausmacht weiß ich nicht. Ich finds halt komisch wenn Leute angeblich über 10 Jahre Fan sind und noch nie ein Spiel von ihrem Club im Stadion gesehen haben. Schade finde ich das halt viele Leute sich nach den großen Vereinen richten und von denen Fan werden anstatt vielleicht auch mal den Heimatverein zu supporten.


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lionix2006
Beigetreten: 20.05.2006
Oldschool Grinder

Original von Hugh57

Finds nur wichtig, dass man dazu steht, in guten wie in schlechten Zeiten^^

Nur wie weit gehen die schlechten Zeiten? Ich hab bei vielen das Gefühl die sind nur Fans weil der Verein 1. oder 2. Liga spielt. Was passiert denn wenn es plötzlich 4. Liga ist?
Ich bin in Krefeld geboren und war schon immer Uerdinger. Jedes Spiel da egal ob Heim oder Auswärts. Nebenher sympathisiere ich halt mit dem HSV. Schaue mir jede Saison paar Spiele im Stadion an. Aber ich kann nie das empfinden fürn HSV was ich für Uerdingen empfinde.

Was nun einen Fan ausmacht weiß ich nicht. Ich finds halt komisch wenn Leute angeblich über 10 Jahre Fan sind und noch nie ein Spiel von ihrem Club im Stadion gesehen haben. Schade finde ich das halt viele Leute sich nach den großen Vereinen richten und von denen Fan werden anstatt vielleicht auch mal den Heimatverein zu supporten.

Dann würde ich persönlich noch immer durch die Lande ziehen - ist für mich selbstverständlich, da mir der Verein auch ne Menge in den letzten 15 Jahren gegeben hat.


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FiftyBlume
Beigetreten: 06.06.2010
PokerStrategist

Original von Hugh57

Finds nur wichtig, dass man dazu steht, in guten wie in schlechten Zeiten^^

Nur wie weit gehen die schlechten Zeiten? Ich hab bei vielen das Gefühl die sind nur Fans weil der Verein 1. oder 2. Liga spielt. Was passiert denn wenn es plötzlich 4. Liga ist?

Ich bin in Krefeld geboren und war schon immer Uerdinger. Jedes Spiel da egal ob Heim oder Auswärts. Nebenher sympathisiere ich halt mit dem HSV. Schaue mir jede Saison paar Spiele im Stadion an. Aber ich kann nie das empfinden fürn HSV was ich für Uerdingen empfinde.

Was nun einen Fan ausmacht weiß ich nicht. Ich finds halt komisch wenn Leute angeblich über 10 Jahre Fan sind und noch nie ein Spiel von ihrem Club im Stadion gesehen haben. Schade finde ich das halt viele Leute sich nach den großen Vereinen richten und von denen Fan werden anstatt vielleicht auch mal den Heimatverein zu supporten.

Naja, ich wäre vermutlich kein Fan mehr, wenn mein Verein in der 4ten Liga spielen würde - das würde aber auch daran liegen, dass es schlichtweg zu weit weg ist(medial gesehen).

Auf der anderen Seite wäre vermutlich noch ein Fangefühl da, wenn der regionale Bezug vorhanden ist(siehe z.B. Dynamo Dresden, St. Pauli o.ä.)

Heimatverein ist ne schwierige Sache - in meinem Kreis spielt die höchste Mannschaft Landesliga oder sowas in der Richtung...3 Ligen unter Regionalliga...ist i-wie nich so wirklich was zum "Fan" sein(mal abgesehen davon, dass der ganze Verein unsympathisch ist und völlig behindert).

Der nächste "große" Verein wäre dann SC Paderborn - fucked obv. auch, weil wir Paderborn nicht so mögen(u.a. wegen ihrem Bier).

Gehen wir weiter kommt Bielefeld...und ab da spielts dann keine Rolle mehr, der regionale Bezug ist auch bei Dortmund nicht kleiner.

Es gibt in Deutschland einfach viel niemandsland, wo die größten Vereine so klein sind, dass man bei 2en "Fan" sein kann.


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Hugh57
Beigetreten: 05.07.2005
Elite Grinder

Man muss ja auch nicht gezwungen zu irgendeinem Verein gehen. Nur ich hab über die Jahre schon so oft von Leuten gehört, nee da geh ich nicht hin, die spielen ja nur 3. Liga. Kein Bock. Das würde aber vielen Vereinen helfen, wenn die Leute kommen würden. Bei uns in uerdingen ist es genauso. Was denkste wieviele Kumpels Uerdinger sind und dann gesagt haben, näää Amteurligen tue ich mir nimma an, da fahr ich lieber nach Gladbach Bundesliga schauen. Ich versteh sowas nicht, wenn ich einen Bezug zu dem Club habe, dann mache ich es doch nicht abhängig wo der Club spielt. Entweder biste Fan oder nicht.

@lionix2006:

Bei dir glaube ich es direkt. Bist ja genauso bekloppt wie ich. ;)

Edit: Genauso ist das bei mir in der Familie. Vater, Onkels alle die große Zeit von uerdingen mitgemacht. Heute, ach zu dem Mottenclub gehe ich nimma. Wenn die morgen aber wieder 2. Liga spielen sind se wieder alle da. Sowas hilft nur dem Verein nicht, es würde helfen, wenn die Leute auch in tieferen Ligen kommen. Spiel doch mal in Liga 4 oder 5 vor 15.000 Zuschauern. Alleine durch die Zuschauereinnahmen biste ganz schnell wieder in Liga 3.


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hugh, finde das schon super, aber würdest du heute auch noch Ürdinger Fan werden?
Bei mir war es an sich halt immer so, dass es da halt meinen Heimatverein gab, wo ich von der F bis in die A Jugend gekickt habe und mein Vater und mein Bruder auch lange aktiv waren. Da geh ich regelmäßig am Samstag zum Spiel, wenn ich zuhause bin, auch nachdem sie in den letzten Jahren von der Oberliga bis jetzt Kreisliga A durchgereicht wurden.
Da sind heute aber noch immer mehr Zuschauer als beim Lokalrivalen, der jetzt Oberliga spielt.

Mit dem SSV Ulm bin ich hatl durch die Nähe auch irgendwie verbunden und die 2 Jahre Profifußball (Aufstieg in die BL und das Jahr in der BL) waren schon geil, nur hat da immer noch die Verbundenheit gefehlt, die ich jetzt im Vergleich zu den Bayern hab. War ganz nett, aber für den Verein tu ich mir kein Landesligaspiel an. Ja, Erfolgsfan, aber war halt mehr nett und nie diese wirklich starke Bindung, einfach weil ich vor der Aufstiegssaison in die 2. Liga da nie war und da war ich halt auch schon 10 und damit nicht mehr so leicht zu beeindrucken.


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rossoneri06
Beigetreten: 13.11.2006
PokerStrategist

bei mir was es auch so, dass man irgendwann anfängt sich für fussball zu interessieren. vielleicht hat man dann noch nen lieblingsspieler und schon ist man recht schnell "fan" eines vereins. wie gesagt, besonders wenn man noch jung ist, sucht man sich es ja nicht aus im klassischen sinne.

bei mir ging die liebe zum bvb mit den uefa-cup spielen gegen juve mitte der 90er los... bei vielen wird es halt ähnlich sein. man wird irgendwie fan, nur dann muss man sehen, was sich daraus entwickelt. ich wohne leider sehr weit weg von dortmund und bin auch in meinem freundeskreis der einzige bvb-fan (die anderen haben obv. keine ahnung von fussball :coolface:). daher bin ich selten bis nie im stadion, allerdings schaue ich quasi jedes spiel und lese nahezu alles, was ich zum bvb finden kann. es ist in dem sinne halt ein anderes fan-dasein als jemand aus dortmund mit dauerkarte.

dennoch steh ich natürlich in guten wie in schlechten zeiten zum verein. die besseren zeiten gefallen mir natürlich auch besser dann... je erfolgreicher, desto häufiger gibt es zum glück auch tv-übertragungen. daher würde sich die sache bspw. in liga 4 schon schwieriger gestalten. zum glück sind aber die 3. sender da in der verantwortung =)

ansonsten bin ich wegen meines nebenjobs häufig in diversen stadien. wenn man dann regelmäßig beim gleichen verein arbeitet, sehr nah an die spieler rankommt usw, dann entwickelt sich da definitiv auch eine sympathie. ich würde aber nicht so weit gehen und sagen, dass ich in diesem falle fan bin...

von daher ist der punkt, einen regionalen club zu unterstützen auch durchaus richtig, wenn man es denn möchte. sympathien sollten in den meisten fällen dann auch kommen, sofern die fans nicht zu dumm sind. ein lautes stadion gefällt mir persönlich eigentlich auch immer. am sonntag bin ich in magdeburg gegen halle. ich werde da zwar zum arbeiten sein, dennoch freu ich mich, da von beiden seiten mehrere 1000 fans kommen und es gute stimmung geben wird.

sorry, wenn das hier alles nicht so viel sinn ergibt, irgendwie bin ich arg müde. meinen senf wollte ich aber dennoch dazu geben


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Denz
Beigetreten: 16.01.2005
Elite Grinder

Meine Stimmung am Wochnenede hängt stark mit dem Ausgang des Spieltags zusammen. Ich lache, weine und fiebere mit dem Verein mit, wie schon vor über 20 Jahren, auch wenn es heute mehr aus der Ferne geschieht. Darum behaupte ich von mir ein echter Fan zu sein.

Ist denke ich eine sehr gute Beschreibung.

Ein Sympathisant guckt zwar die Spiele, freut sich über die Ergebnisse aber dieses Fieber, was die wirklichen Fans packt, wird bei ihm nicht ausgelöst.
Es ist einfach noch ein anderer emotionaler Zugang zur Sache.

Das Gefühl in der Kurve zu stehen, mit Leuten die im gleichen Moment dasselbe denken befreundet zu sein, richtig abgehen, total durchdrehen...das tut nur ein kleiner Prozentsatz der Zuschauer.

EDIT: Für mich ein ganz entscheidender Faktor ob man im Kindesalter schon regelmäßg im Stadion war oder erst später Interesse geweckt wurde. Wenn einen der Vater schon mit 5-6 Jahren zum lokalen Verein mitnimmt hält diese Bindung wohl ein Leben lang.


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HOlb
Beigetreten: 10.11.2008
Elite Grinder

das mit der emotionalität ist echt ein guter faktor. nach dem piräus spiel war ich anderthalb tage lang übelst schlecht gelaunt und tierisch angefressen. vlt ist es auch ein bißchen lächerlich, weil es ja irgendwie "nur ein spiel" ist, aber für mich ist es mehr als das.

wenn ich dann von einer bekannten, die seit 6 monaten behauptet sie wäre schon immer bvb fan :facepalm:, die frage höre, mit wem denn dortmund so in einer gruppe ist, macht mich das traurig und auch ein bißchen wütend...


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AbbAUbaR
Beigetreten: 26.02.2007
Oldschool Grinder

Im Grunde sind doch die meisten hier ein kleines bisschen Erfolgsfans^^

Als wir uns für Fußball zu interessieren begannen, haben unsere Vereine doch fast alle in der Bundesliga gespielt. Und Bundesliga spielen heißt nunmal, dass diese Mannschaften auch bekannt und erfolgreich sind. Wenn wir alle den romantischen Fußballfan geben würden, wären wir Anhänger des nächstgelegenen Dorfvereins.

Wären Borrussia Dortmund, Bayern München, Schalke 04, der Hamburger SV usw. alles Provinzvereine in den unteren Ligen, die nie nach oben gekommen sind, dann wären wir bestimmt Fans von [random Bundesligaverein, der uns irgendwann einmal in seinen Bann gezogen hat und evtl sogar nahe unserer Heimat liegt] geworden.

Ich glaube, die wenigsten hier waren schon dabei, als ihr Verein noch gegen Hintertupfing in der 5. Liga gespielt hat^^


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viele kriegens durch elternhaus eingetrichtert. da läuft der sprössling ja bereits im kindesalter im vereinsfarbenen strampler rum

ansonsten prägende erlebnisse in der kindheit ( mannschaft holt den titel und dann findet man die geil und fängt an sich für diese zu interessieren ).

ich persönlich war eigentlich immer einigermaßen fußballinteressiert, aber nie wirklich fan eines vereins. bis ich vor zwei jahren über meinen besten freund, der leidenschaftlicher fußballfan des bvb ist, selber infiziert worden bin. schlüsselerlebnis war ein wochenende in dortmund. wir waren grad auf durchreise während einer backpackingtour und er wollte es sich dementsprechend nicht nehmen lassen, sich das heimspiel gegen wolfsburg anzuschauen. ohne tickets und ohne plan sind wir einfach drauf los. haben dann durch zufall eine fangruppe getroffen, die uns derart freundlich aufgenommen haben, als wären wir familienmitglieder. die haben uns nicht nur tickets zum originalpreis vermittelt, sondern uns auch in die südkurve reingeschleust. das waren so typen, die zu so gut wie jedem spiel kommen, egal ob zuhause oder auswärts. wir haben alle möglichen geilen geschichten gehört, die sie mit dem bvb erlebt haben. und obwohl wir uns gerade mal seit ein paar stunden kannten, hatte ich beim abschied schon total das vertrauensverhältnis zu den ganzen leuten aufgebaut. die haben uns wildfremde ( und man muss dazu sagen, ich seh aus, als würd ich gleich ne bank überfallen ) einfach so dermaßen offen und herzlich aufgenommen, dass es mir persönlich schon total irreal vorkam. ich war vorher nicht fan. hab immer nur gehört von der tollen atmosphäre und den tollen fans und der geilen gemeinschaft und dies und das und jenes. aber als ich dann da war und es erlebt habe, war ich wie gesagt tatsächlich infiziert! die ganze innenstadt schwarzgelb. alles um stadion herum schwarzgelb. alle im stadion schwarzgelb. das nimmt einfach mit! dass der bvb die saison drauf so geil abgegangen ist, war dann halt ein sehr geiler, glücklicher umstand, der mich ziemlich froh gemacht hat^^


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shortyyy83
Beigetreten: 13.01.2007
Poker Player

Original von AbbAUbaR
Im Grunde sind doch die meisten hier ein kleines bisschen Erfolgsfans^^

Als wir uns für Fußball zu interessieren begannen, haben unsere Vereine doch fast alle in der Bundesliga gespielt. Und Bundesliga spielen heißt nunmal, dass diese Mannschaften auch bekannt und erfolgreich sind. Wenn wir alle den romantischen Fußballfan geben würden, wären wir Anhänger des nächstgelegenen Dorfvereins.

Wären Borrussia Dortmund, Bayern München, Schalke 04, der Hamburger SV usw. alles Provinzvereine in den unteren Ligen, die nie nach oben gekommen sind, dann wären wir bestimmt Fans von [random Bundesligaverein, der uns irgendwann einmal in seinen Bann gezogen hat und evtl sogar nahe unserer Heimat liegt] geworden.

Ich glaube, die wenigsten hier waren schon dabei, als ihr Verein noch gegen Hintertupfing in der 5. Liga gespielt hat^^

Man müsste ja erstmal definieren was der Begriff Erfolgsfan bedeutet.

Wenn jemand im Kindesalter Fan einer Mannschaft geworden ist weil sie erfolgreich war (z.B. Dortmund 90er Jahre wurde hier bereits öfter als Bsp. genannt) und heute nach wie vor Fan ist, auch in den schwierigen Jahren zum Verein stand und diesen verfolgte, ist das für mich kein Erfolgsfan.

Erfolgsfans sehe ich eher als den Personenkreis die sich zwar auch durch Erfolg bedingt für einen Verein interessieren, sich aber von diesem wieder komplett abwenden wenn der Erfolg ausbleibt.


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Maxg0r
Beigetreten: 23.02.2009
PokerStrategist

also kurz zu mir: bin seit meiner kindheit vfl wolfsburg fan (true story). vater und mutter beide aus wolfsburg, großeltern auch. ergibt sich dann halt irgendwie so beim wöchentlichen sportschau gucken mit papa, wobei ich eigentlich nie wirklich in wolfsburg gewohnt habe (nur mal für 3 jahre in braunschweig).
und jetzt seitdem ich nun in aachen wohne und so ca. 10 spiele im stadion gesehen habe (würde mir instant ne dauerkarte kaufen aber kenne niemanden der mitkommt und alleine ist irgendwie doof) nehme ich mir das recht heraus mich als alemannia fan zu bezeichnen.
wüsste allerdings nicht für wen ich fiebern sollte falls sie aufeinandertreffen (was wohl in nächster zeit eher nicht passieren wird), aber vermutlich wäre ich für wolfsburg.
zudem symphatisiere ich noch mit jahn regensburg, da ich in dieser stadt 7-8 jahre gelebt habe, aber würde mich nicht als fan bezeichnen, freue mich nur wenn sie gut spielen und ein wenig erfolg haben.

zum thema erfolgsfans: wenn ein verein irgendwas größeres schafft (aufstieg, gutes abschneiden im pokal etc.) und dadurch ein paar neue fans gewinnt ist das meiner meinung nach völlig legitim, denn darum gehts doch auch: durch erfolge die fanbasis erhöhen und dadurch langfristig erfolgreicher fussball zu spielen. wobei ich natürlich auch leute die 0,0 bezug zu einem verein haben (also weder durchs elternhaus, weil man da wohnt etc.) nicht verstehen kann. aber seis drum wirklich schaden tuts ja auch nicht, dass sie "fan" sind. aber wenn sich ein verein wie augsburg irgendwie nach oben kämpft und plötzlich doppelt so viele fans im stadion sind ist das doch ne schöne sache.


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oktaym
Beigetreten: 14.03.2009
Oldschool Grinder

fussballfan sein ist doch eigentlich wie die liebe zu einer frau.
einige lieben mehr einige weniger
einige verlieben sich oft einige öfter, einige lieben mehrere.
einige sind treu einige nicht.
aber die erste grosse liebe, die vergisst man nicht.


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Hat imho einfach sehr viel mit Mitläufertum zu tun und dann Dinge, über die man sich definieren will...praktisch freiwillig in eine Schublade hoppsen und hoffen dabei auf Gleichgesinnte zu treffen, was wiederum zum Mitläufertum hinzugesellt.

Als Rudeltiere liegt es uns wohl in den Genen uns größeren Gruppen anzuschließen, aus vielfältigen Gründen. Ich als kleiner Puper hab beschlossen dass ich Gladbach toll finde. Weil ich irgendwie glaubte, man müsse irgend einem Verein die Treue schwören um mitreden zu können oder die Gunst von Papa zu bekommen. Dabei fand ich einfach den Namen "glatt". Später war es dann regelmäßig im Wechsel Dortmund und Bayern. Hab sogar Fanschals gewebt für beide! Und da ich dieses Hobby nicht lange verfolgt hab lässt sich ja erahnen wie schnell so ein Wechsel der Lieblingsmannschaft erfolgt. Zu dem Zeitpunkt fand ich Fußball auf dem Gameboy sehr dufte und hab auch selber gern gekickt mit Gleichaltrigen. Da musste man ja gezwungenermaßen zu irgend einem Team halten, weil man noch mehr Außenseiter war wenn man für gar kein Team , als wenn man für ein anderes Team als die anderen war.
Dabei kannte ich meist weder die Geschichte noch die Stamm-Aufstellung oder irgendwelche Termine. Live dabei war gleich ganz ganz selten, einmal beim Heimverein vielleicht (fands doof und langweilig, weil kalt und Gameboy daheim ).

So wird man schon frühzeitig geprägt.

Lange Rede, kurzer Sinn. Ich denke man muss noch das Wort Fan differenzieren.

1. Hardcore-Fans, die jedes Spiel besuchen und Herzblut und Geld in Fan-Artikel und Karten stecken, die trauern und feiern mit ihrem Team.

2. Feierabend/Treue-Fans, die jedes Spiel im TV sehen und ansonsten zu faul sind sich weiter damit auseinander zu setzen. Praktisch die Gewohnheitstiere, einmal gegen Bayern, immer gegen Bayern etc.

3. Die Erfolgs-Fans, die momentan jede Mannschaft gut findet die In ist oder Anwärter auf den Meistertitel.

4. diverse Unterkategorien, die den drei oberen Gruppen entsprechen können: Fans für Mannschaften, Fans für bestimmte Spieler, Fans für bestimmte Trainer, Fans für ein bestimmtes Stadion, Fans für bestimmte Trikots etcetc.

Dann fällt es auch viel leichter einen Fan zu identifizieren. Und ein "wahrer" Fan findet sich wohl nur in Kategorie 1, da dieser den Verein aktiv unterstützt mit viel Kohle für selbst sau nutzloses Zeug, das fast schon einem Sponsoring/Spenden gleichkommt.


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Raggamann
Beigetreten: 04.01.2008
PokerStrategist

Original von michimanni
...möchte ich gern mal zur Diskussion stellen, was das Fan-Dasein für euch denn überhaupt bedeutet.

ist doch ganz einfach:
fan bist du wenn du dich scheisse fühlst weil dein verein verliert und dich gut fühlst wenn dein verein gewinnt.

erfolgsfans (um nicht zu sagen bayernfans ;)) interessieren sich bei andauernder erfolglosigkeit einfach für andere dinge (oder andere vereine), während echte fans lieber leiden, wenns sein muss jahrelang (oder auch das ganze leben)

wie man fan einer bestimmten mannschaft geworden ist ist doch nebensächlich, kenn genug leute die aufgrund irgendwelcher spieler oder erfolgsphasen fans von bestimmten vereinen wurden und es auch immernoch sind, obwohl die spieler schon lange weg sind oder die letzten erfolge lange zurückliegen

P.S.
wie es bei mir war kann ich heute gar nicht mehr sagen, glaube hier hat man in den genen ob man dortmunder oder schalker wird


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gromit78
Beigetreten: 26.04.2008
Oldschool Grinder

Auch wenn ich mein eigenes Beispiel nicht hundertprozentig mag, verhält es sich für mich ähnlich wie mit Freundschaften. Ich habe nicht automatisch schlechte Freunde nur weil ich einen besten Freund habe. Mal ganz davon ab bin ich eh kein Freund davon das zu kategorisieren. Sollte mich trotzdem jemand dafür gebrauchen, sich für einen besseren Fan zu halten, bitte gerne. Manchmal dient die Einteilung der "Immerda-Fans" auch nur dazu, sich selbst ein wenig wichtiger zu machen als man sich genommen fühlt. Trotzdem geb ich gerne zu auch gerade wegen solchen Fans gern ins Stadion zu gehen.


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Zitat
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