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Alkoholprobelm in der Familie - Was tun?

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Khrano
Beigetreten: 20.06.2009
PokerStrategist

Hallo zusammen,

es handelt sich bei diesem Beitrag um eine anonymisierte Nachricht im Rahmen unseres Angebots zur Erstellung von Anonymen Threads im Kummerkasten.
Dieser Beitrag, sowie eventuelle folgende Beiträge, stellen somit nicht meine persönliche Meinung oder die von PokerStrategy.com dar.

Viele Grüße
Khrano

************* (Originaltext) *************

Hallo liebes Forum,

ich hab ein Problem in der Familie, was mich sehr belastet und was ich einfach mal mit Leuten teilen möchte, ohne gleich in einem Alkoholikerforum oder sowas zu schreiben.

Es geht bei dem Thema um die Freundin meines Vaters. Meine Mutter ist vor 6 Jahren an Krebs gestorben, seitdem hat sich das alles eingelebt, ich wohne inzwischen nicht mehr zu Hause, aber nicht weit von zu Hause entfernt, habe einen guten Draht zu meinem Vater. Meine Schwester wohnt noch zu Hause, ist 17. Seit ca. 1-2 Monaten wohnt die Freundin meines Vater bei ihm & meiner Schwester (Bezehung so 1 1/2 Jahre würde ich schätzen ). Die Beiden haben sich übers Netz kennengelernt, ich war superfroh dass mein Vater wieder jemanden kennengelernt hat, er ist jetzt anfang 50 -> Kein Alter um allein zu bleiben..

Das Problem an sich ist folgendes: Freundin meines Vaters trinkt, ich als Laie würde es Quartalstrinker nennen, das passt schon ziemlich genau auf das, was man da so liest. Mein Vater ist bei dem Thema ziemlich verschlossen, wir reden schon über sowas, aber er will dann nicht so recht mit der Sprache rausrücken usw. Ich hab jedenfalls lezten Herbst das erste Mal mitbekommen, dass Sie so ca. eine Woche lang voll war. Das kommt dann ziemlich von jetzt auf gleich, heute ist noch alles okay - morgen wird dann nur noch geschlafen & gesoffen, auch egal was, Sekt, Wein Bier, auch Schnaps. Mein Vater kann mit dem Thema nicht umgehen. Der ist sehr gutmütig, versucht die dann zu schützen, aber da kannst du halt einfach nicht viel machen. Durch das Saufen war irgendwann vor der Beziehung auch der Führerschein weg, all sone Sachen, Sie hat sich dann einfach nicht mehr unter Kontrolle.

Jetzt wo sie bei "uns" wohnt bekommen ich& meine Schwester das ganze erst richtig mit. Jetzt ist so eine Phase. Seit knapp 2 Wochen ist sie am trinken, arbeiten geht sie in der Zeit nicht, die Bude sieht aus wie sau, mein Vater arbeitet tagsüber & kommt erst abends nach Hause. Habe nur grade das Gefühl, dass keine Besserung in Sicht ist. Wenn sie nicht grade im Vollsuff ist, ist sie eine supernette Frau, die alles macht. Aber sie hat ihren Alkoholgenuss nicht unter Kontrolle. ICh hab auch Bedenken ob mein Vater dafür der Richtige ist. Der trinkt nämlich auch gern 1,2 Feierabendbier, sicherlich nicht zu 100% in Ordnung, aber der macht den Haushalt usw, von daher ist mir das dann relativ egal, soll er's sich gönnen.

Meine Frage ist einfach nur: Was kann ich tun? Mit meinem Vater reden, klar. Und wenn keine Besserung eintritt? Entzug hat sie, wie ich mitbekommen habe, schon mal (mehrere male) erfolglos gemacht, habe auch irgendwie das Gefühl dass sie viel zu gerne MAL ein Sekt oder sowas trinkt, irgendwann dann aber die Kontrolle verliert. Ich denke die einzige Möglichkeit ist: Entzug-> Totale Abstinenz. Ich glaube aber nicht dass das funktioniert, einmal wegen Ihr und wegen meines Vaters, der mit dem Thema wohl irgendwie zu lasch umgeht -> 1,2 Bier sind doch i.O. Ich bin da hilflos, weil ich vorallem meine Schwester schützen will, die es einfach nicht verdient hat, nach meiner Mutter jetzt die nächste Erfahrung zu machen mit kranken Menschen.

Bin über jeden Kommentar dankbar. Dankeschön.


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13 Antworten
BurneyGumble
Beigetreten: 09.07.2009
PokerStrategist

Hast Du sie denn selber auch schonmal angesprochen?

Ist das Verhältnis zwischen Euch da passend, oder eher problematisch, um auf sie selber zu zugehen?

Wie häufig kommen die Phasen denn vor und wie ist ihr Trinkverhalten außerhalb dieser Zeit?

Gibt es Anzeichen, wieso sie das in regelmäßigen Abständen dann so extrem macht?

€: Erstmal nur weitere Fragen von mir, finde es schwierig da so pauschal zu Antworten.
Muss aber ja einen Hintergrund geben, der sie nur zeitweise belastet.

€2: Hast natürlich anonym gepostet, weshalb es schwierig ist sofort zu antworten merke ich grad^^

Mal sehen was die Anderen denn meinen.


Antwort
Zitat
Placebo88
Beigetreten: 15.04.2010
PokerStrategist

Hätte da auch erstmal weitere Fragen zu.

Bez. zur Frau.

Möglichkeiten deine Schwester aus der Situation zu bekommen.

Was sagt deine Schwester zu der Situation? Mit 17 sollte sie da durchaus reflektiert mit umgehen können.

Pauschal würde ich grob fragen: Sicher dass du dich darum kümmern solltest?
Gibt da ja unterschiedliche Ansätze dazu, wie weit man sich in die Beziehung anderer einmischen darf/sollte.


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Zitat
Talmar
Beigetreten: 20.07.2006
Elite Grinder

1) wie alt bist du, wie sieht dein berufsstand aus etc

2) sieht dein vater es, dass seine freundin ein alkoholproblem hat, oder ists ihm eher egal bzw sieht es selber nicht so ganz?


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Zitat
durrian
Beigetreten: 07.03.2009
Oldschool Grinder

ist exakt der richtige Begriff dafür.
Sozialverträgliches Trinken ist in dieser Phase und dem Alter schon lange Jahre nicht mehr möglich, und wird es auch lebenslang nicht mehr sein.

Da sie schon verschiedene Entzugsversuche hinter sich hat, ist ihr das Problem auch bewußt.Dein Vater könnte Alkohol-abhängiger sein als du es vielleicht ahnst,sonst würde er das Ganze nicht in dem Maße tolerieren bzw verteidigen/übersehen,schönreden,kleinreden .
Wenn sie sich zur Abstinenz entschließen würde,müßte dein Vater das auch tun,es geht nicht, dass einer trinkt und der Trockene schaut jeden Tag dabei zu,selbst wenn es nur ein Radler wäre.In solchen Haushalten gibt es weder Sekt noch Wein zum Kochen noch Eierlikörkuchen,da gibt es keine Diskussion.
Ich vermute aber, dass er weder aufhören will noch kann und auch die Notwendigkeit dafür nicht erkennt.Abstinenz bzw Vorbildfunktion des Vaters wäre aber die erste Grundvorraussetzung überhaupt.
Desweiteren scheint die Frau nicht gewillt zu sein diesen Zustand zu ändern,da offensichtlich der Leidensdruck nicht oder nicht stark genug vorhanden ist.
Die Vorstellung ,nie wieder zu trinken, ist einfach zu weit weg,schlicht unvorstellbar.
Freiwillig will ein Quartalssäufer eigentlich nur aufhören, wenn er bereits enorme gesundheitliche und soziale (Familie,Arbeit) Probleme hat, und alles den Bach runterzugehen droht bzw schon gegangen ist.
Da beide also nicht willens sind etwas zu ändern, wird es für dich und deine Schwester kaum möglich sein einzugreifen,ein Einsehen kann nur vom Abhängigen und seinem Co selber kommen.
Wenn du ein wirklich gutes Verhältnis zum Vater hast, kannst du ihn mal alleine zur Seite nehmen.Das problematische Trinkverhalten der Frau ansprechen,und vor allem mal rausfinden, wie es mit seinem Trinkverhalten und der Möglichkeit seiner Abstinenz stehen würde.Hat die Frau jemanden (Kinder/Schwester etc)?Wenn ja die mal drauf ansprechen.
Ich habe derlei Erfahrung in der Verwandtschaft,und leider muß ich dir sagen, dass in solchen Fällen der Wille zum Aufhören kaum vorhanden ist,der Alkohol ist in unserer Gesellschaft einfach zu tief als "Kulturgut" verwurzelt.
Ein Abstinenzler wird schräg angeschaut,einer der 7 Halbe am Sonntagvormittag im Wirtshaus reinhaut und noch stehen kann, wird hingegen bewundert.
Das ganze Thema ist extrem unangenehm ,machen kann man da fast nix, wenn kein Wille vorhanden ist etwas zu ändern,meist ist das Problem nicht mal bewußt oder wird einfach verdrängt.
Deine Schwester sollte so schnell wie möglich ausziehen,du mußt die Distanz halten die für dich nötig ist.
Deine Eltern werden sich für euch oder den Stoff entscheiden müssen.Meist gewinnt der Alkohol,so schade und traurig das ist.


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Zitat
tse13
Beigetreten: 27.08.2007
PokerStrategist

deine posts sollte man als buch zusammenfassen :)

klasse beitrag!

alles gute OP!


Antwort
Zitat
Khrano Themenstarter
Khrano
Beigetreten: 20.06.2009
PokerStrategist

Hallo zusammen,

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Viele Grüße
Khrano

************* (Originaltext) *************

Wie oft das vorkommt? Würde sagen so alle 3-4 Monate.
Ich weisss ehrlich gesagt nicht ob es Anzeichen gibt, wieso und warum. Sie trinkt in der Zeit wo sie eine "normale" Frau ist, auch mal nen Sekt oder so, hab auch keine AHnung, denke das ist schon nicht so optimal. Aber das kommt dann ziemlich plötzlich glaube ich..

Meine Schwester weiss natürlichd dass das ne Krankheit ist, ist für sie trotzdem schwer zu verstehen und zu aktzeptieren dass dann da eine "fremde" Frau auf dem Sofa liegt und total voll ist. Das Verhältnis von uns ist allgemein gut, meine Schwester tut sich aber etwas schwerer, denke im Bezug generell aber zu anderen Frauen, keine Ahnung wird vllt was mit unserer Mutter zu tun haben.

Ich könnte übrigens noch 5x längere Posts schreiben, weiss nicht recht wo ich anfangen soll oder was wichtiger ist.

Sie hat auch 2 Kinder, 20 und 17. Mit denen hab ich gesprochen, das geht schon ein paar Jahre so. Die sagen, man soll sie wenn sie säuft, am Besten machen lassen, irgendwann hörts auf. Die haben sie in der Beziehung quasi schon aufgegeben. Aber das kann ja nicht die Lösung sein. Gestern ist sie, weil sie kein Stoff mehr hatte, Auto gefahren und hat sich Sekt gekauft. Mein Vater arbeitet tagsüber, ist erst spät nachmittags zu Haus, Sie ist dann auch alleine zu Hause, Autoschlüsselversteck hat sie obv gefunden.. Toitoi dass da nichts passiert ist, aber wer weiss beim nächsten mal..

War gestern auch bei meinem Vater, hab mit ihm gesprochen was wir oder er machen kann. Er will noch bis Freitag abwarten, in der Hoffnung dass er bis dahin vllt. besser wird & dann will er sie in ihre Wohnung bringen ( wohnt bei meinem Vater, aber alte Wohnung erst zum 1.9. gekündigt..). aber das ist ja auch nicht die Lösung. Ich hätte gesagt einweisen lassen, aber das geht wohl nur selber. Sprich sie müsste sich selber einweisen lassen. WIll sie aktuell nicht, mit ihr reden macht auch keinen Sinn.


Antwort
Zitat
Pokersaft
Beigetreten: 02.03.2006
Oldschool Grinder

Am besten das ganze einmal ansprechen, wenn sie wieder nüchtern ist. Vielleicht scheint sie dann reflektierter zu sein.


Antwort
Zitat
erdbeeer
Beigetreten: 30.10.2007
Oldschool Grinder

Hi,

ich schreibe in diesem Forum zum ersten Mal, hab im Studium etwas mit dem Thema zu tun gehabt und bisher haben sich ja relativ wenige gemeldet.

Also aus meiner Sicht ist es sehr, sehr wichtig, dass du mit deiner Schwester ausführlich darüber sprichst und ihr beide über das Thema reflektieren könnt. Sie ist deine mit 17 ja auch nicht mehr ganz kleine Schwester und sollte etwas aufgefangen werden (deinen Umgang mit dem Thema finde ich sehr verantwortungsvoll und deine Schritte finde ich gut, ob ein Pokerforum das Richtige ist, weiß ich auch nicht, aber versuchen kann man es sicherlich).

Die nächste Person, die helfen muss, ist dein Vater. Appellier an seine Vernunft und die Verantwortung gegenüber seiner Tochter. Mach ihm klar, dass das Verhalten seiner Freundin nicht gut für seine Tochter ist und er etwas ändern muss. Es ist schwierig ihm klar zu machen, dass seine ein, zwei Bier jeden Abend kein gutes Vorbild sind, aber vielleicht klappt es ihn davon zu überzeugen zum Wohle seiner Freundin keinen Alkohol im Haus zu haben. Das ist aber leider nicht die Lösung des Problems aber ist im ersten Moment ein Hinderniss, wenn die Versuchung da ist (während einer Phase ist das wohl relativ egal, aber vielleicht verzögert es die Nächste).

Quartalstrinken ist, wie du wahrhscheinlich schon gelesen hast in vielerlei Hinsicht sehr schwierig. Durch die Trockenphasen erkennen die Betroffenen kein Problem und es ist sehr schwierig ein Problembewusstsein zu schaffen (anders vielleicht als bei deinem Vater, dem seine 1-2 Bier vielleicht auch nicht so normal vorkommen, wenn man ihn darauf hinweist und vielleicht reduziert er es danach auf 1 Bier).
Gleichzeitig hat er exzessive Alkoholkonsum in den Trinkphasen massive Auswirkungen auf den Körper und bietet auch ernsthafte Gefahren (Magengeschwür, Leberschaden etc.).
Wenn selbst ihre Kinder sagen, dass es schon einige Jahre läuft, besteht die Gefahr, dass die Trinkphasen immer häufiger kommen...

Wichtig ist aus meiner Sicht erstmal, dass du nicht aufgibst! Ich finde es toll, dass du dich dem Problem annehmen willst, was ihre eigenen Kinder anscheinend nicht schaffen.
Such dir professionelle Hilfe. Hier im Forum bekommst du vielleicht eine gute Idee oder eine Erfahrung mit dem Thema, aber es ist wichtig sich mit Leuten zusammenzusetzen, die sich regelmäßig damit befassen und wissen welche Schritte man tun kann und welche man lieber sein lassen sollte.
Eine Beratungsstelle findest du z.B. über diese Seite:
http://www.kenn-dein-limit.de/alkohol-beratung/beratungsstellen/
(Ein Alkoholikerforum ist aus meiner Sicht auch nicht das Richtige.. such Kontakt zu Menschen offline, das ist häufig etwas breiter gefächert)

Die Freundin deines Vaters muss erkennen, dass ihr Verhalten nicht gesund und eine Gefahr für sich und die Menschen um sich herum darstellt (zB auch das Autofahren). Macht ihr keine Vorwürfe, sondern sprecht konstruktiv mit ihr. Sagt ihr, dass ihr euch Sorgen macht (natürlich hilft das nur dann, wenn sie die Infos auch verarbeiten kann) und bietet ihr an Schritte gemeinsam zu machen (zum Arzt oder zur Beratung zu gehen.. (draußen warten usw.). Lösen muss sie das Problem aber alleine und die Motivation dazu muss von ihr ausgehen.

Dass sie bereits gescheiterte Entzüge hinter sich hat, erhöht natürlich das Rückfallrisiko statstisch gesehen... Dennoch wird es wohl kaum eine andere Möglichkeit geben als es wieder zu versuchen bis sie das Problem in den Griff bekommt. Ich drücke dir bzw. euch die Daumen!

Das Thema Alkohol in der Gesellschaft hat Durrian ja schon sehr gut zusammengefasst. Leider sehr schwierig.


Antwort
Zitat
durrian
Beigetreten: 07.03.2009
Oldschool Grinder

erkennen nicht, dass sie alkoholkrank sind.Sie wollen es nicht erkennen.Das Gespräch darüber ist ihnen extrem peinlich,denn sie sind ja gar nicht betroffen und werden zu Unrecht als Alkoholiker verdächtigt ,in ihren Augen gar angeklagt.
Sie haben ja immer wieder lange Trockenheitsphasen, die Monate über dauern können.Damit beweisen sie sich selbst, dass sie keinen Stoff brauchen.Sie sind quasi stolz darauf, dass sie keine Spiegeltrinker oder sonstige Gewohnheitstrinker sind.Das ist ihre Standartargumentation.

Es ist auch kaum möglich ihnen das klarzumachen,denn sie werden immer wieder begründen:" Ich bin ja seit 4 Wochen trocken,siehst ja dass ich nicht abhängig bin.
Und ausserdem möchte ich mir von niemandem etwas vorsschreiben lassen.Prost".

Erdbeeer hat in seinem sehr guten Post geschrieben,dass die Phasen häufiger werden können.Ich weiß aus eigener Erfahrung jedenfalls, dass die Phasen intensiver werden,die Ausfälle gröber ,mit zunehmendem Alter sinkt die Alkoholverträglichkeit,so dass bei gleichbleibenden Mengen die Räusche immer verheerender werden,man haluziniert ,wird depressiv,hat Suizidgedanken.Die Probleme wachsen irgendwann ins unermessliche(Polizei,Führerschein,Arbeit,Nachbarn),bis man schließlich ,wenns gut geht ,selber draufkommt dass sich was ändern muß.Diese Art von Leidensdruck ist aber nicht gegeben, wenn alle sagen lass sie halt auf dem Sofa liegen das wird schon wieder.

Bei der Schwester besteht zudem die Gefahr selbst abzugleiten, wenn sie diese Vorgänge tagtäglich als normal vorgesetzt bekommt,dein Vater scheint jedenfalls kein grosses Drama daraus zu machen, dieses "mal abwarten" ist kein Zeichen dafür, dass er gewillt ist gross etwas zu verändern.Wie schon von mir geschrieben,ich vermute er befürchtet selbst in die Verantwortung genommen zu werden, und das will er nicht weil er selbst abhängig ist.
Kinder von Alkoholikern sind häufig in einer der beiden extremen Richtungen unterwegs:
Entweder sie saufen selber, oder sie sind aufgrund der verheerenden Kindheitserfahrungen totalabstinent.Ein "normaler" dh sozialverträglicher Umgang ist bei Alkoholikerkindern eher selten.

Ich würde auch vorschlagen nochmals mit den Kindern der Betroffenen zu sprechen,das sind die auf die am ehesten gehört wird ,wenn man ein Problembewußtsein schaffen will.

Ich halte übrigens dieses Pokerforum für einen sehr geeigneten Platz für diese Diskussion,zum einen sind hier offensichtlich etliche Betroffene unterwegs,zum anderen ist das Niveau im Vergleich zu dem, was ich in anderen Foren lese, doch sehr hoch.
Ich habe jedenfalls zu einigen anderen Themen sehr wertvolle Inputs in diesem Forum bekommen,sonst würde ich mich auch gar nicht hier beteiligen.


Antwort
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Khrano Themenstarter
Khrano
Beigetreten: 20.06.2009
PokerStrategist

Hallo zusammen,

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Viele Grüße
Khrano

************* (Originaltext) *************

Danke erstmal für eure Hilfe & Antworten:

Also vorab: Es ist natürlich ein riesengroßes Problem. Vorallem für die Betroffene selber, aber natürlich auch für meinen Vater. Meine Schwester ist für ihr alter eig ziemlich weit, ist allerdings bei solchen Themen ( generell was Familie betrifft ) etwas leicht aus der Bahn zu werfen, hängt sicher viel damit zusammen dass sie damals als unsere Mutter starb in nem' scheiß alter war.. Ist nicht so dass sie nichts auf die Reihe bekommt, aber sie macht sich super viele ( zu viele ) Gedanken usw. Das sie abdriftet oder so, sehe ich überhaupt nicht. Ist auch nicht so dass sie garkein Alkohol trinkt, aber alles zu 100% im Rahmen.

Gestern sollte ich eig mit meinem Vater nen Trockner aus der alten Wohnung seiner Freundin holen & zu sich bringen -> Haben wir gecancelt. Ich werde heute mit Ihm nochmal sprechen, die Kinder & ihre Mutter sagen, sie haben sie aufgebenen und sind halt schon so oft enttäuscht wurden. Mal schauen. Plan wird jetzt sein dass ich meinen Vater davon überzeuge sie einfach in ihre Wohnung zu bringen, mal schauen wie das dann aussieht, Wohnung ist gekündigt zum 1.9. vllt machts dann klick.
Ich glaube es hängt auch viel damit zusammen, dass mein Vater erstmal kapieren muss, dass er hart sein/bleiben muss. Er versucht sie aktuell auch, wenn er arbeiten ist, anzurufen usw. Denke da muss er viel skrupelloser sein und darf sich nicht um sie kümmern. Jedenfalls ist noch keine Besserung in Sicht, werde nachher mal nachfragen ob es sich ggf verbessert hat. Das Schwere für meinen Dad ist halt auch, dass die Frau sonst eine super Person ist und sich wirklich um alles kümmert. Da fällts nunmal schwer sie loszulassen, grade weil in so einem Alter (~50) es ja auch nicht so ganz so leicht ist jemanden zu finden der zu dir passt..


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Zitat
Witz84
Beigetreten: 20.11.2007
Elite Grinder

Hey. Ich kann jetzt nicht viel inhaltlich beitragen, aber wünsche deiner Familie alles Gute! Ich finde es aber alarmierend wie viele Leute Alkoholprobleme haben. Selbst hier tauchen jetzt vermehrt Threads zum Thema auf. mich eingeschlossen. Es haben sich durch mein Thread auch mehrere mit den gleichen Problem bei mir per PM oder direkt im Thread gemeldet. Es ist schon sehr erschreckend...


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Zitat
erdbeeer
Beigetreten: 30.10.2007
Oldschool Grinder

Also ich denke erstmal, dass es der falsche Weg wäre die Frau jetzt einfach loszulassen und ihrem Schicksal zu überlassen. Das meine ich in der Hinsicht, wie du schreibst, dass eine Beziehung sowohl zum Partner als auch zur Familie ja auch die Aufgabe hat in solchen Situationen ein gewisses Netz bzw einen gewissen Schutz zu bieten.
Zu sagen, dass man es eskalieren lassen muss, ist schwierig. Es wird sich nichts von ihrer Seite aus ändern, wenn sich das Umfeld nicht ändert, sondern die Situation hinnimmt. Die Gefahr ist natürlich aber, dass sie einen Unfall hat (sowohl im Haushalt als auch im Strassenverkehr etc.) oder in einer depressiven Phase Suizidgedanken entwickelt und sich etwas antut.

Ich weiss leider gerade gar nicht genau, was ich sonst konkret schreiben soll, da zum Problem schon viel gesagt wurde, aber ich wollte dir durch den Post zeigen, dass (und da bin ich sicherlich nicht der einzige) hier im Forum (und darüber habe ich mir auch Gedanken gemacht und @durrian finde die Idee auch gar nicht mehr so verkehrt) einige sind, die dich gerne unterstützen würden und deine Bemühungen gut finden!


Antwort
Zitat
Schaarsche
Beigetreten: 08.03.2008
PokerStrategist

Ich habe mich mal mit ner Suchtbetreuerin unterhalten. Die meinte harte Kante, also "bei nochmaligen Vertrauensbruch fliegst du raus", muss man irgendwann fahren. Wenn das Vertrauen öfter enttäuscht wurde und der (Quartals)Trinker das immer wieder (vielleicht auch unbewusst) ausnutzt, dann muss er mit der Realität konfrontiert werden. Ein ständiges wiederaufnehmen und verzeihen hilft dem Menschen nicht beim erkennen seiner Krankheit / Probleme.

Wurde mir so mitgeteilt. Ob das so klappt und zweckmäßig ist, kann ich nicht sagen. Aber die Person ist in dieser Hinsicht ja ne Professionelle gewesen

Beste Erfolge


Antwort
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