Hallo zusammen,
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Viele Grüße
Nadine
************* (Originaltext) *************
Moin,
hier folgt jetzt eine ewig lange Wall of Text, da ich einfach nicht mehr weiter weiß. Auslöser ist die Trennung von meiner Freundin, wodurch ein riesiger Schwall Ängste, Sorgen und Kummer auf mich herein prasseln und ich nicht mehr ganz sehe, wie ich das alles bewältigen soll. Ich gliedere das ganze mal in verschiedene Kapitel
Die Beziehung
Die Beziehung hielt „nur“ 4 Monate, trotzdem war sie für mich etwas ganz besonderes. Ich (25) mache grade meine Promotion an der Uni und habe mich nach knapp 9 Monaten in meine Bürokollegin (damals 27, jetzt 28) verliebt. Sie war dann eine Woche im Urlaub, kurz vorher haben wir angefangen bei WhatsApp kontakt zu haben und auch aus dem urlaub hat sie mich von sich aus angeschrieben etc. Als sie dann wieder da war, hab ich mal gefragt, ob sie auf so ein kleines Fest mitkommt und da hat sie auch zugestimmt. Auf dem Fest hab ich sie dann irgendwann mal gefragt, ob wir mal einen Kaffee trinken wollen, worauf hin sie meinte „können wir schon gerne machen, das wird aber wohl nicht darauf hinaus laufen, was du dir wünscht“. War da natürlich erstmal down, wir haben uns 2 tage später aber doch nochmal getroffen, eigentlich um ein bisschen was zu klären, damit wir im Büro auskommen. Da hat sie dann gesagt, dass sie selber nicht weiß, warum sie das gleich abgelehnt hat. Wir wollten uns dann einfahc mal öfter treffen und schauen was rauskommt. Eine Woche später erster Kuss, nochmal 1,5 Wochen drauf dann Sex usw usw. Also eigentlich war vieles wirklich wunderbar und ich war auch echt happy.
Die Beziehung war für mich wirklich etwas wunderbares, es gab viele Sachen die richtig schön waren. Wir haben tolle Sachen unternommen, immer gelacht und wir waren wirklich auf einer Wellenlänge. Ich fand es unheimlich anziehend, dass sie sehr intelligent war und gleichzeitig einfach mal so gar nicht tussig, wie man es von den meisten Frauen her kennt. Ich hatte immer extrem viel Spaß und habe jede Sekunde genossen, die wir zusammen waren.
Ein paar kleinere Probleme gab es natürlich auch. Hauptproblem war wohl ihre sehr enge Bindung zu ihren Eltern. Sie wohnt noch immer zu hause, ist mit denen wirklich unglaublich dicke – ist halt als sehr sehr wohlbehütetes Einzelkind aufgewachsen und wirklich rausgekommen ist sie da noch nicht. Das führte halt auch dazu, dass wir verschiedene Ansichten hatten, wie oft wir uns sehen und wie wir uns treffen. Wenn ich verliebt bin, will ich den Partner ja natürlich auch so viel um mich haben, wie es geht, man denkt ja an nichts anderes mehr. Dass es nicht gesund ist, wenn man sich wirklich 7 Tage die Woche sieht ist schon klar, grade weil wir ja auch noch im selben Büro saßen. Aber so 3, 4 oder auch mal 5 Abende die Woche gemein verbringen, fand ich normal und habe mir das auch so gewünscht. Leider hat sie eine ganze Zeit lang quasi fast jede Woche ein vereinbartes Treffen abgesagt, weil sie ja auch „mal einen Abend für sich wollte“ oder ihre Eltern schon so lange nicht mehr gesehen hat usw. Das hat mich natürlich nicht grade glücklich gestimmt, weil ich der Meinung bin, dass man in unserem Alter nicht mehr so am Rockzipfel der Eltern hängt. Wenn irgendwas wichtiges passiert, habe ich ihr immer gesagt, dass ihre Eltern dann vorgehen, aber so im Altag wollte ich eigentlich gerne auch mal an Nummer 1 stehen. Das ganze hat ein paar Wochen lang zu Diskussionen geführt, aber mit der Zeit haben wir das eigentlich immer besser hinbekommen und es hat sich alles eingespielt – so wie man es ja auch erwarten würde.
Allgemein war ich immer eher der Typ, der es genießt sehr viel Zuneigung zu geben und zu bekommen. Ich bin wirklich ein unglaublich netter Typ in Beziehungen und tue alles für die Frau. Und ich weiß, dass die meisten denken, dass das Falsch ist – nur wie stelle ich das ab? Wenn ich die Frau liebe, dann ist es mir doch wichtig, ihr alles zu geben was ich kann?
Die Trennung
Die Trennung selbst ist noch sehr sehr frisch. Wir waren die letzte Woche noch zusammen, haben noch gemeinsam auf unser viermonatiges einen Cocktail getrunken und ich war happy. Einige Sachen haben sich in der Beziehung natürlich auch verändert, aber das habe ich auch dem zugesprochen, dass sich Dinge eben einspielen und die Honeymoon Period endet. Samstag gab es dann einen kleinen Vorfall: Wir hatten von der Uni aus so ein Samstags-Abends-Tag der offenen Tür. Wir waren den Abend vorher getrennt und ich bin dann da zur Uni gefahren, wo sie schon früher war. Hatte ihr dann aus der bahn geschrieben „ich melde mich, wenn ich in den Bus steige, kannst mich dann ja von dem abholen ;)“. Ich kam dann in der Uni an, ohne dass sie mich abgeholt hat, woraufhin sie meinte, dass sie es grade erst gelesen hat. Als dann zwei Stunden später ihre Eltern vorbeikommen sollten, hat sie aber proaktiv alle 2 min aufs Handy geschaut. Da habe ich mich natürlich schon gefragt, warum das da geht aber bei mir nicht? Etwas ähnliches hat sich schon vor einer Woche abgespielt. Da bin ich mit dem Zug zu ihr gefahren, sie war noch beim Tanztraining, es war aber abgesprochen, dass ich etwas früher da bin und sie mich dann eben mit dem Auto aufpickt. Als die Bahn grade eingefahren ist hatten wir telefoniert und sie meinte, dass Sie in 6-7 min da sei (der zug kam früher an als geplant). Aus den 6-7 min wurden dann 25 und es war ziemlich kalt. Sie meinte, sie hätte die Zeit vergessen, weil sie da grade noch was erklärt hat. Fand ich natürlich nicht so geil, weil ich es mir nicht vorstellen kann, dass ich da noch Spaß am Tanzen hätte, wenn ich wüsste, dass der Partner da grade in der Kälte steht.
Ich wollte das einmal ansprechen am Samstagabend als wir dann bei mir waren. Wollte da aber auch kein zu großes Ding draus machen. Ich habe allgemein große Probleme damit, wirklich mal zu sagen was mich stört oder in Meinungsverschiedenheiten meinen Standpunkt hart zu vertreten, weil ich große Verlustängste habe. Das stammt daher, dass meine Mutter schon immer selbstmordgefährdet war, auch schon einmal einen Selbstmordversuch unternommen hat und auch in meiner Kindheit/Jugend immer ankam „Ich bring mich bald um“ wenn irgendwas nicht in Ordnung war. Daher habe ich halt schon als Kind immer versucht ihr es recht zu machen, weil ich sie eben nicht verlieren wollte. Und das überträgt sich. Ich kann nicht streiten, ich sehe meine Meinung eigentlich nie als so wichtig an, als dass sie den Streit wert wäre. Um meine Meinung zu äußern, brauche ich auch eine ruhige, innige Stimmung – in aufgeladenen Diskussionen knicke ich permanent ein, weil ich eben die Angst verlassen zu werden nicht aushalten kann.
Zurück zu dem Gespräch: Ich habe halt noch gesagt, dass ich mir wünschen würde, einfach mal ein wenig mehr Wertschätzung gezeigt zu bekommen / zu spüren. „Ich liebe dich“ kam quasi fast nie von ihr, sondern immer nur als „ich dich auch“. Allgemein hätte ich mir einfach gewümnscht, dass sie mir manchmal zeigt, wie wichtig ich ihr bin, einfach auch, weil das meine oben genannten Verlustängste gemindert hat. Sie meinte darauf hin, dass es auch Sachen gibt, die ihr nicht passen. Hauptsächlich, dass sie sich eingeengt gefühlt hat. Das mit den Treffen (siehe oben) hat sie angesprochen, meinte aber auch, dass wir das ja alles in allem gut in den Griff bekommen haben. Aber auch zum Beispiel wenn wir in der engen UBahn stehen und ich sie küsse oder meinen Arm um sie lege, ist ihr das teilweise zu viel, weil sie auch gerne mal alleine rumsteht. Genauso auf der Arbeit: Da wir in einem Büro sind, sehe ich sie quasi permanent. Natürlich habe ich dann auch mal die Nähe gesucht und war vllt 1x die Stunde oder 1x alle 2 Stunden kurz bei ihr, kurze Umarmung etc. Da hat sie mich dann teilweise auch weggedrückt/weggescheucht. Darauf reagiere ich leider immer beleidigt, weil ich es nicht ganz nachvollziehen kann, warum sie so reagiert. Ich hing/hänge einfach viel zu sehr an ihr, das ist mir bewusst. Wir haben, als wir frisch zusammen waren, eben immer überall rumgeknutscht, wie es ja auch normal ist. Ich habe halt irgendwie nicht den Drang gehabt, dass das weniger wird, weil ich es schön fand.
Ich kann ihre Kritikpunkte allesamt nachvollziehen, aber ich dachte, dass das Dinge sind, die man gut ändern kann, so viel Aufwand das abzustellen, ist es jetzt ja nicht. Ich weiß, dass die Dinge nicht so gut sind, wenn sie sie stören und meinte dann auch, dass das ja nix ist, was man nicht relativ simpel beheben kann. Nur meinte sie dann auch, dass sie mich nicht mehr so liebt wie vorher. Sie liebt mich zwar schon noch auf eine gewisse Ebene, aber nicht mehr aus vollem Herzen. Ich vermische hier jetzt grade auch so ein bisschen Gespräche von Samstag, Sonntag morgen und heute morgen, aber das ist wohl nicht so wichtig. Und hier ist einfach das Problem: Ich kann an den Sachen, die sie kritisiert hat, arbeiten, aber wenn sie mir sagt, dass sie mich nicht mehr so liebt wie vorher, dann ist das eine Sache bei der ich mich ja auch selber belügen würde, wenn ich jetzt einfach weiter mache wie bisher und nur die Sachen abstelle. Also haben wir uns unter vielen Tränen im absolut guten getrennt. Ich finde es einfach nur falsch, sofort die Flinte ins Korn zu werfen, sowas sind sachen, an denen man arbeiten kann, weil wir ja auch sehr viel positives erlebt haben.
Ich meinte zu ihr, dass meine Tür offen steht und ich hoffe, dass sie in 2-3-4 Wochen merkt, was ihr fehlt und sie sich darüber im klaren wird, was sie möchte.
Ich bin grade total am Boden, weil ich einfach nicht darauf klar komme, sie nicht mehr bei mir zu haben. Auf so vielen Ebenen habe ich mich bei ihr so wohlgefühlt und sie hat mir echt viel gegeben, was mir sehr gut tut. Ich habe jetzt schon gesagt, dass ich mir ein anderes Büro suchen möchte, weil ich nicht darauf klar komme, mit ihr weiter im selben Büro zu sitzen, weil das ja auch nicht hilft. Trotzdem hoffe ich eigentlich am meisten nur, dass sie eben erkennt, was ihr fehlt – auch weil ich glaube, dass sie durchaus einige Dinge auf mich projiziert. Sie macht sich arbeitstechnisch immer überdurchschnittlich viel Stress, steht deswegen eigentlich dauerhaft unter Strom, ihre Finanzierung läuft Ende des Jahres aus, d.h. da sind auch noch die Aspekte bzgl. der Zukunft und dem Job.
Wenn ich also in ein paar Wochen nochmal anklopfen möchte, wie mache ich das? Muss ich warten, ob was von ihr kommt oder kann ich selber nochmal fragen, ob wir nochmal einen Kaffee trinken gehen wollen?
Was jetzt?
Jetzt kommt noch ein ganz großer Block, der eigentlich fast ein eigenes Thema sein könnte. Ich bin an einem Punkt, wo ich nicht weiter weiß. Ich bin komplett verzweifelt und sehe selber keine Perspektive mehr – in Punkte sie, in Punkte neue Frauen, in Punkto mein eigenes Verhalten etc.
Am liebsten würde sich ein großer Teil von mir vor den Zug schmeißen und einfach Ruhe haben wollen. Nur kann ich das meiner Familie nicht antun. Ich weiß auch, dass es ein feiger Weg ist, aber mir fehlt echt einfach die Kraft weiter zu machen, auch weil ich keine Perspektive sehe…
Ich habe eigentlich nicht wirklich ein Ego. Ich finde mich selber nicht wirklich attraktiv (ich bin aber auch objektiv kein 120 kg fettie), habe kein Selbstvertrauen Frauen anzusprechen und fürchte mich auch einfahc vor der nächsten Beziehung. Dass ich wieder auf die Fresse falle, dass ich mich wieder falsch verhalte. Ich weiß einfach auch nicht, wie ich dieses Verhalten ablegen soll. Ich bin einfach ein „Gentleman“ und trage die Frau auf Händen, weil ich sie eben liebe. Gleichzeitig will ich aber auch keine 0815 Tussi aus der nächsten Disko haben, die Frau von oben war einfach so besonders. Sie war lieb, schlau, nicht eingebildet und es war einfach toll mit ihr Zeit zu verbringen. Ich habe Angst vor der Beziehung, weil ich unter vorzeitigem Samenerguss leide und Angst habe, die Frau sexuell nicht vollends zufrieden zu stellen. Zwar bin ich Oral extrem gut, weil mir das sehr sehr viel Spaß macht, aber ich weiß nicht ob das reicht. Meine letzte Beziehung war 3 Jahre her, da wurde ich betrogen. In den 3 Jahren habe ich es auch kaum hinbekommen, richtig Kontakt zu Frauen aufzubauen. Ich schäme mich ja auch selber für meine Art, weil sie scheinbar einfach nicht funktioniert, ich aber auch nicht weiß, wie ich es ändern soll. Und ich weiß auch nicht, was ich der Frau zu bieten habe,
Nen paar kumpels habe ich schon, mit denen gehe ich jetzt auch die tage ab und an einen trinken, aber das sind nicht die Kumpels, mit denen man auch auf Frauenfang gehen kann. Neue Kumpels ist auch so eine Sache. Ich bin grundsätzlich sehr kommunikativ, komme in einer neuen Gruppe sehr gut ins Gespräch, aber irgendwie bekomme ich es dann nicht hin, das ganze soweit zu intensivieren, dass man auch privat wirklich Kontakt hat. Ich scheitere immer auf einer gewissen Ebene.
Natürlich wäre eine Therapie jetzt etwas, worüber man nachdenkt. Habe vor Jahren mal etwas angefangen, aber nach den Anamnese Gesprächen wollte er bei der Krankenkasse die Genehmigung einholen und danach hat er sich nie wieder gemeldet. Auch ist es ja schwierig einfahc so als Kassenpatient da jetzt eine Therapie zu bekommen.
Mir fehlt auch irgendwie komplett der Antrieb – auf meine Promotion bin ich nicht so stolz, dass ich mich darüber definieren könnte – ich habe mich schon über den Partner fürs Leben definiert. Das ist mir eigentlich das wichtigste. Ich will Kinder, ein Haus etc – das ganz große Spießertum eigentlich. Dafür wäre ich auch ohne mit der Wimper zu zucken dazu bereit in einem zweitklassigen Betrieb zu arbeiten und in dieser Hinsicht nicht das Maximum aus mir rauszuholenb, wenn es dafür den Rest optimiert.
Ich bin einfach komplett am Ende und sehe einfach auch keinen Weg,wie sich das wieder verbessern soll. Ich freue mich auf jeden Tipp und jeden Hinweis.