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Guter Freund - Depression!? - wie helfen?

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Hallo,

ich habe hier mal eine Frage bezglich eines guten Freundes bzw bräuchte diesbezüglich mal Hilfe, weil ich der Meinung bin, dass seine Probleme psychischer Natur sind und mMn leidet er schon unter einer leichten Depression...

Er geht ganz normal, einer geregelten Tätigkeit nach, wo es seit kurzem auch nicht so berauschend läuft, war seit fast zwei Jahren single und damit nicht sehr glücklich, weil er gerne eine Beziehung gehabt hätte. Er hat vor einiger Zeit ein Mädel kennen gelern und mit ihr lief es auch über 1 bis 1 1/2 Monate recht gut und es sah mMn auch danach aus, als würde daraus eine Beziehung und etwas Ernstes werden...

Jetzt hat sie allerdings gesagt, dass daraus keine Beziehung wird und sie sich daher auch nicht mehr treffen möchte usw.

Das führt jetzt dazu, dass er wieder körperliche Symptome bekommt, wie zB Kreislaufprobleme, die er bevor er sie kennen gelernt hat, auch schon öfter hatte. Des Weiteren kann ich mir jetzt ständig anhören, dass dies und jenes keinen Sinn macht, wenn ich zB frage, ob er mit ins Fitnessstudio kommte oder ähnliches, er sowieso nie glücklich werden wird und und und...

Man muss dazu wissen, dass er sein Glück mMn zu sehr davon abhängig macht, ob er eine Freundin und eine Beziehung (auch in Aussicht) hat oder nicht. Wenn das nämlich der Fall ist, dann sind diese Gedanken komplett anders, die Motivation für Fitnesstudio zB ist auch da usw und auch die körperlichen Symptome sind "verschwunden"...

Ich habe ihm auch schon sehr sehr oft gesagt, dass ich davon ausgehe, das diese Symptome die er hat rein psychischer Natur sind, sich aber eben so auf den Körper auswirken und dass ich der Meinung bin, dass er depressive Züge an den Tag legt.

Er ist diesbezüglich zwiegespalten und mittlerweile, nach einem anfänglichen "ich habe keine Depressionen und meine Probleme sind rein körperlich", so weit, dass er zwar selbst sagt, dass diese Probleme "Kopfsache" sind, aber er tut halt nichts dagagen und wehrt sich dagegen, wenn ich ihm nahelege, mal einen Psychologen aufzusuchen. Er sagt dann immer, dass ein Psychologe auch nichts daran ändert und er dann immer noch keine Beziehung hätte und ähnliches

Ich weiss nicht was ich da noch machen soll/kann. Ich kann ihn ja zB schlecht dazu zwingen mit ins Fitnessstudio oder Fussball spielen zu kommen und ich denke das würde auch nichts bringen, wenn er keinen Bock hat und der Meinung ist, dass das keinen Sinn macht usw, weil das ja an dieser "es macht keinen Sinn Einstellung" nichts ändert. Des Weiteren kann ich ja auch schlecht bei einem Psychologen anrufen und einen Termin für ihn machen...

Irgendwelche Vorschläge?

Besten Dank!


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34 Antworten
Slow111
Beigetreten: 24.07.2007
PokerStrategist

also, da ich selber ne ähnliche situation mit nem freund hatte und ICH ne beratung aufgesucht hab, um mir anzuhören, was ich als freund für ihn machen kann.

kurze antwort: nichts. wenn du ihn so weit "bringst", zu ner beratung zu gehen, ist das trotzdem beratung unter zwang (zwang in dem sinne, dass er nur dir zuliebe hin geht) und zwangsberatung ist grundsätzlich käse, sagt auch jede beratungstheorie. das wird nicht funktionieren.
schlag ihm lieber vor, zum hausarzt zu gehen, vielleicht wiegt so jemandes wort mehr.
aber grundsätzlich gilt, wenn jemand nicht einsieht, was ändern zu müssen, wird nichts, was freunde, familie oder sonstwer sagt/macht/tut was daran ändern.


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enjoy2playAK
Beigetreten: 11.08.2010
PokerStrategist

Erstmal möchte ich sagen, dass ichs toll von dir finde, dass du dich so für deinen Freund einsetzt, besonders in schlechten Zeiten erkennt man, wer ein wahrer Freund ist.

zuerst ein praktischer, konkreter Ansatz:

Ich denke die Krux an seiner Situation ist ja offensichtlich. Er macht seinen Selbstwert und seine Zufriedenheit vom Vorhandensein bzw. Nichtvorhandensein einer Freundin abhängig. Damit ist er nicht alleine, geht vielen so. Hast du schon versucht ihm klar zu machen, dass er ja offensichtlich ein liebenswerter, junger Mann sein muss, da er ja schon Frauen, Beziehungen usw hatte und einfach die richtige noch nicht gekommen ist? Will er riskieren ihr zu begegnen während er sich selbstbemitleidend, sozial und physisch verkümmert und sich deswegen um die Chance bringt, sie kennenzulernen oder ist es nicht vernünftiger sein Single-Dasein zu genießen, Hobbies nachzugehen, Spaß zu haben und der potentiellen nächsten Lebenspartnerin mit stolzer Brust entgegenzutreten...

Wenn ich selbst in diese "Alles ist sinnlos..."-Stimmung verfalle, frage ich mich, was für einen übergeordneten Sinn erwarte ich denn überhaupt vom Leben, von einer Handlung? Es gibt keinen von außen aufgestempelten, für alle gültigen Sinn... Etwas bekommt Sinn, wenn ich ihm einen Sinn verleihe! Das ist ein aktiver Prozess. Einen Sinn zu stiften.

ein zu Anfang vl etwas abstrakter, aber nachhaltiger Ansatz, dem ein Ende zu bereiten könnte sein:

Eventuell hilft es auch, wenn er sich mit dem Buddhismus bzw. mit Meditation beschäftigt. Lernen eine Weile im Moment zu verharren, Vergangenheit und Zukunft loslassen und Aufmerksamkeit praktizieren. Und wenn er nur einzelne Gedankengänge aus buddhistischen Lehren aufschnappt, um eine andere, alternative Sicht auf die Dinge mal zu sehen...

Da ich es kürzlich gelesen habe, möchte ich hier auch gleich auf ein tolles Buch "Siddartha" von Hermann Hesse verweisen. Hier ein kleiner passender Auszug:

Spoiler

Darum scheint mir das, was ist, gut. Es scheint mir Tod wie Leben, Sünde wie Heiligkeit, Klugheit wie Torheit, alles muß so sein, alles bedarf nur meiner Zustimmung, nur meiner Willigkeit, meines liebenden Einverständnisses, so ist es für mich gut, kann mich nur fördern, kann mir nie schaden. Ich habe an meinem Leibe und an meiner Seele erfahren, daß ich der Sünde sehr bedurfte, ich bedurfte der Wollust, des Strebens nach Gütern, der Eitelkeit und bedurfte der schmählichsten Verzweiflung, um das Widerstreben aufgeben zu lernen, um die Welt lieben zu lernen, um sie nicht mehr mit irgendeiner von mir gewünschten, von mir eingebildeten Welt zu vergleichen, einer von mir ausgedachten Art der Vollkommenheit, sondern sie zu lassen, wie sie ist.

Er sollte sich bewusst werden, dass er Leid empfindet, weil er die Realität (Single = Leid) mit seiner eingebildeten, perfekten Welt (Beziehung = Glück) vergleicht, statt das Widerstreben aufzugeben und zu akzeptieren, was eben gerade ist. Dass beides seine Berechtigung hat (Leid und Glück) beides auf seine Weise Schönheit in sich trägt.

ps: just my 2 cents
pps: ich kann vieles von ihm nachvollziehen, weil ich selbst ähnliche Muster vorweise, aber ich bin dabei an mir zu arbeiten :O


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AyCaramba44
Beigetreten: 27.04.2010
BlackMember

Wie alt ist dein Freund?

Höre ihm zu und ermutige ihn zu Sport/neuen Sportarten (gemeinsam) und zwar mit den richtigen Argumenten. 1. Man fühlt sich selbst besser 2. Man tut was für seine Figur und damit wird man attraktiver für Frauen 3. Je nach Sportart lernt man auch neue Leute und Frauen kennen. Habe gerade mit Badminton im Verein angefangen (Anfänger ohne Spielpraxis) mit 2 Freunden und da laufen auch sehr "nette" Frauen rum und man kommt automatisch ins Gespräch. ;-) 4. Lenkt von vielen Gedanken ab und macht mir aber auch alleine sauviel Spaß.

Auch wenn er das erstmal vielleicht nur wegen einer Frau mitmacht, wird ihm das auch so gut tun.


Antwort
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_Anonymous_ Themenstarter
_Anonymous_

Danke für die Antworten.

@Slow111:

Ja, das befürchte ich auch und mehr als mit ihm reden, ihm zuhören und für ihn da sein, kann ich im Moment wohl nicht machen, aber wenn ich ehrlich bin, nervt das ganze negative gerde auf dauer, zieht einen selbst ein bisschen runter und ich muss immer aufpassen, dass ich nicht zu sarkastisch werde, wenn ich mit ihm darüber spreche, weil ich nicht weiss, ob das eher negative, als positive Auswirkungen hat...

@enjoy2playAK:
du hast vollkommen Recht und das sehe ich genau so. Wenn ich diese negative Einstellung habe und auch verkörpere, dann wirke ich auch so auf Menschen und gerade Frauen merken das und habe dann direkt kein Interesse mehr an dir. Das Problem ist nur, dass er ja jetzt sagt, dass das eh alles egal ist, er eh keine mehr findet usw..

Habe ihm auch schon erklärt, dass es höchst widersprüchlich ist zu denken, dass man ohne Frau und Beziehung nicht glücklich werden kann und dann diese "Es ist eh alles egal Einstellung" an den Tag zu legen, weil man dann eben auch dementsprechend aufs andere Geschlecht wirkt und keine finden wird.

Und wenn man ihm dann sagt, dass das Leben nicht direkt scheisse ist, nur weil man gerade keine Beziehung hat, dann kommt eben nur so was wie "die Arbeit nervt auch nur noch und mit der Gesundheit wird es auch nicht besser"...

Ich denke allerdings, dass die Probleme mit der Gesundheit durch diese negative Einstellung und die Psycheverursacht werden, weshalb ich eben genau deiner Meinung bin, dass man eben dort ansetzen und schauen muss, dass man alleine glücklich ist und wird...

Aber anstatt das anzunehmen, kommt dann nur "jetzt wird es noch schwerer sich für die Arbeit aufzuraffen"...Ich muss dann immer aufpassen, weil ich bei sowas wahnsinnig schnell in Sarkasmus verfalle und ihm dann bloß erwidere, dass das ja eh egal ist und er doch einfach zu Hause bleiben soll/kann, weil ja eh alles keinen Sinn mehr macht, um ihm eben zu veranschaulichen, wie dämlich seine Einstellung diesbezüglich ist...

Original von enjoy2playAK
Er sollte sich bewusst werden, dass er Leid empfindet, weil er die Realität (Single = Leid) mit seiner eingebildeten, perfekten Welt (Beziehung = Glück) vergleicht, statt das Widerstreben aufzugeben und zu akzeptieren, was eben gerade ist. Dass beides seine Berechtigung hat (Leid und Glück) beides auf seine Weise Schönheit in sich trägt.

Ich glaube allerdings, dass genau das der springende Punkt ist und er sich eben in den Kopf gesetzt hat, dass er alleine nicht glücklich sein/werden kann und wenn du dir, egal was auch immer, in den Kopf setzt, dann wird es sich eben irgendwann auch so verhalten und das wirkt sich dann evtl sogar so auf den Körper aus, dass man eben Kreislaufprobleme bekommt und ähnliches...

Das bekomme ich aber auch nicht aus ihm raus, weil wenn ich ihn versuche vom Gegenteil zu überzeugen, dann kommt nur eine Liste von Dingen die scheisse sind, die eben begründen soll, weshalb er alleine nicht glücklich ist und sein kann...


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_Anonymous_ Themenstarter
_Anonymous_

Original von AyCaramba44
Wie alt ist dein Freund?

Höre ihm zu und ermutige ihn zu Sport/neuen Sportarten (gemeinsam) und zwar mit den richtigen Argumenten. 1. Man fühlt sich selbst besser 2. Man tut was für seine Figur und damit wird man attraktiver für Frauen 3. Je nach Sportart lernt man auch neue Leute und Frauen kennen. Habe gerade mit Badminton im Verein angefangen (Anfänger ohne Spielpraxis) mit 2 Freunden und da laufen auch sehr "nette" Frauen rum und man kommt automatisch ins Gespräch. ;-) 4. Lenkt von vielen Gedanken ab und macht mir aber auch alleine sauviel Spaß.

Auch wenn er das erstmal vielleicht nur wegen einer Frau mitmacht, wird ihm das auch so gut tun.

Er ist 25. Glaube wirklich nicht, dass ich ihn damit überzeugen könnte, weil er ja ins Fitnesstudio nur mitgekommen wäre, weil er für sie besser aussehen wollte usw. Ist ihm ja jetzt alles egal und eine Neue will er jetzt eh wieder nicht kennen lernen, weil das ja eh nichts bringt usw...


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enjoy2playAK
Beigetreten: 11.08.2010
PokerStrategist

Also auch logischen Argumentation wie "Wenn du ins Fitti gehst, bringst du deinem Körper in Schwung, die Kreislaufprobleme lassen nach, das gute Körpergefühl kommt zurück und damit auch ein Teil deines Selbstwertgefühls?" lassen ihn kalt?

So wie ich die Sache hier anhand deiner Schilderungen sehe, bleibt dir nicht viel mehr übrig als sich mit ihm zusammensetzen und Klartext zu reden:

Yo, Brudi. Du weißt du kannst auf mich zählen. Ich habe oft mit dir geredet, versucht dich aus dem Loch rauszuholen, aber ich kann dir die Arbeit nicht abnehmen. Am Ende des Tages musst du es selbst wollen, den letzten Schritt musst du machen. Ich möchte dir helfen, aber ich kann es nicht. Ich kann und werde dich nicht zwingen mit mir ins Fitti zu gehen, Spaß zu haben usw. Du sollst wissen, Frauen können kommen und gehen, so ist das Leben, aber du hast immer noch mich. Wenn du dich bemitleiden möchtest, weil das mit XY nichts geworden ist, dann tue es. Es ist dein Recht. Genieße das Gefühl! Aber etwas in dir wird dir bald sagen, dass es Zeit ist loszulassen und nach vorne zu gucken. Wenn es soweit ist, melde dich bei mir. Ich will als dein Freund dein Selbstmitleid nicht fördern, das wäre falsch! Aber bei allem anderen sollst du wissen, dass du auf mich zählen kannst und ich auf deiner Matte stehe, wenn du mich brauchst. Es genügt ein Anruf!


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AyCaramba44
Beigetreten: 27.04.2010
BlackMember

Der Weg eine Frau zu finden und sich dann für sie zu verändern ist eben sehr viel schwieriger als sich selbst für sich zu verändern und dann eine passende Frau zu finden. Ich bin auch der Meinung, dass eine langfristige Beziehung nur klappen kann, wenn beide Personen vorher schon alleine glücklich sind. Das heißt nicht das alles schon perfekt sein muss oder perfekt wird.

Das schöne an der Sache ist eben, dass jeder für sich viel tun kann. Ob und wann die passende Frau kommt kann man nicht beeinflussen. Wenn er aber etwas tut, dann ist die Wahrscheinlickeit sehr sehr hoch, dass er in den nächsten 10 Jahren die passende Frau für Familie und Co finden wird. Mit 25 Jahren hat er noch alle Zeit der Welt. Irgendwie muss ihm die Logik dahinter doch auch verständlich sein.


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limpinbarney
Beigetreten: 12.02.2009
BlackMember

Als Erstbehandlung würde ich ihn erst einmal zum Psychiater schicken. Termine bei Psychologen sind sehr schwer zu bekommen, kann locker paar Monate dauern. Ein paar Pillen können wahre Wunder (zumindest vorerst) vollbringen, spreche da aus eigener Erfahrung.

Mit Logik brauchst Du nicht argumentieren. Der Typ ist depressiv, das ist mit Logik nicht mal so eben zu ändern.


Antwort
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_Anonymous_ Themenstarter
_Anonymous_

@ AyCaramba44 :
Das mag alles stimmen und ohne mit dir selbst im Reinen zu sein, kannst du auch keine anständige Beziehung führen, aber wenn du dir selbst eingeredet hast, dass du ohne Beziehung nicht glücklich werden kannst, dann wirst du das auch nicht und wirst wohl kaum viel für dich selbst tun, weil du eben den Sinn darin nicht siehst, weil du ja keine Freundin, Beziehung usw hast. Habe das Gefühl, dass das Thema Beziehung bei ihm völlig im Fokus steht und alles ander eben nebensächlich ist.

@limpinbarney:
Wird er nicht machen und würde er nie im Leben nehmen. Kann ich "nachvollziehen", weil ich bei so was selbst auch vorsichtig wäre. Würde es allerdings immer als Option sehen, wenn es keinen anderen Ausweg gibt....


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ine23
Beigetreten: 11.10.2009
Oldschool Grinder

finde den post von enjoy ganz gut.

sarkasmus ist bei depressionen natürlich fehl am platz, aber sag ihm ruhig dass dir seine negative art auf den zeiger geht und es dich selbst runterzieht. ehrlich ist gut, glaube dadurch geht ihm viel eher ein lichtlein auf.


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FiftyBlume
Beigetreten: 06.06.2010
PokerStrategist

Dein Freund hat ja nun relativ offensichtlich mentale Probleme und sogar psychosomatische Beschwerden.

Grundsätzlich ist ein Arztbesuch schonmal das richtige - es besteht ja auch immernoch die Möglichkeit einer körperlichen Ursache.

Viel schwieriger wird es, ihn davon zu überzeugen, dass er evt. eine Therapie braucht, denn:
- es kostet Überwindung, sich die Probleme einzugestehen
- es ist unangenehm mit Fremden darüber zu reden
- es ist gesellschaftlich nicht anerkannt (leider)
- es ist fast unmöglich selbst die negative Veränderung zu realisieren, sein Verhalten kommt ihm normal vor
- den Rat von einem Kerl anzunehmen ist nochmal schwerer

Aus meiner Sicht ist es am erfolgversprechendsten, wenn du über seine Schwester/beste Freundin/sonstige weibliche Bezugsperson auf ihn einwirkst, denn im Schnitt sind Männer da etwas offener.

limpinbarney hat auch absolut Recht:

Logik hat an der Stelle nichts verloren, das ist so als wenn man einem Blinden sagt "Benutz doch deine Augen, dann siehst du alles".
Eine Depression ist quasi eine Krankheit, die das verstehen solcher Logik unmöglich macht.

Während einer Therapie würde man auch erstmal erkennen, dass die eigenen Gedanken dumm sind bevor man wieder das "richtige" denkt - dabei zieht das emotionale Empfinden i.d.R. später nach (man weiß, dass es dumm ist, kann aber noch nichts ändern).

Ich hatte selbst das zweifelhafte "Vergnügen" in einer ähnlichen Situation zu sein. Irgendwann kam der Punkt, an dem sich alles gedreht und die Gefühlslage wieder "normal" wurde und man sieht es einem auf 100 m Entfernung an.

Das hilft deinem Freund vermutlich wenig, weil random Internetstory, aber die Wirkung auf Frauen hat sich drastisch verändert - hat dann auch nur ein paar Monate gedauert bis ich meine jetzige Freundin kennengelernt hab und wir zusammengekommen sind...entscheidend war einfach, dass ich die Beziehung haben wollte, um mein Leben schöner zu machen und nicht, um es überhaupt erträglich zu machen.


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limpinbarney
Beigetreten: 12.02.2009
BlackMember

Der Hausarzt wird ihn auch zum Psychiater oder Psychologen schicken (der Psychiater ist meist eh beides). Wenn er dazu nicht bereit ist, also nicht erkennt oder akzeptiert, dass er nicht richtig tickt bzw. depressiv ist, dann wirds natürlich schwierig. Idr wirds aber auch schlimmer und nicht besser, wenn man sich erst einmal in diesem Abwärtsstrudel befindet.

Muss hier allerdings ne Lanze für Medis brechen, weil die meisten Leute einfach eine falsche Vorstellung davon haben. Eine Depression ist auch immer physisch im Hirn nachweisbar. Und Medis können helfen dieses Ungleichgewicht wieder in Einklang zu bringen. Eine Therapie tut nichts anderes. Insbesondere bei leichten bis mittleren Depris helfen die gut und können sogar alleinig ausreichen. Und entgegen landläufiger Meinung puschen diese Medis (kann nur für SSRI sprechen) auch nicht wie Drogen oder sowas. Ich selbst hatte davon auch 0 Nebenwirkungen. Früher war das mal so, aber mittlerweile gibt es eine riesige Bandbreite von Psychopharmaka, die sehr gezielt eingesetzt werden können.


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_Anonymous_ Themenstarter
_Anonymous_

@FiftyBlume:

Also ich habe in der Vergangenheit selbst Probleme gehabt, die es erforderten, dass ich einen Psychologen aufsuche und das weiss er auch, weshalb ich finde, dass er diesbezüüglich mir gegenüber keine Bedenken haben müsste und mit mir offen reden kann/könnte und sogar einen guten Ansprchpartner hätte...

Weiss nicht, ob es unangenehm ist, mit jemand Fremden darüber zu reden und denke da ist jeder unterschiedlich. Mir fiel es damals wesentlich leichter mit jemandem darüber zu sprechen, dem ich nicht nahe stehe...

Schwester bzw gute, enge/beste Freundin gibt es keine.

Was die Möglichkeit einer körperlichen Ursache für die Symptome betrifft, so halte ich das für äußerst unwahrscheinlich, weil schon sehr viele diverse Untersuchungen gemacht wurden, die alle negativ ausgefallen sind. Ausserdem waren die Symptome ja weg bzw kaum vorhanden, während er jetzt diese "Freundin" hatte...

Wenn ich ihm dann sage, dass ich finde, dass sein Einstellung und Aussagen höchstgradig depressive Züge haben, dann bekomme ich als antwort nur "ich weiss schon warum ich keinen sehen und mit niemandem reden/schreiben will"

@ limpinbarney:
So weit ich weiss, hat ihm sein Hausarzt dass auch schoneinmal nahe gelegt, aber laut seiner Aussage, würde ihm das ja eh nichts bringen.

Zum Thema Psychologen kommt von ihm nur "Nein, den Scheiss den der erzählt, kann ich mir selber zusammenreimen und nur weil der dann sagt, es ist auch als Single alles gut, ist es das noch lange nicht"

Ich meine ganz ehrlich, aber da kann ich dann auch nichts mehr machen...


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limpinbarney
Beigetreten: 12.02.2009
BlackMember

Ich hatte es auch bis zu einem gewissen Punkt akzeptiert, dass es so ist wie es ist und ich quasi damit leben muss. Man glaubt dann einfach, dass man daran nichts ändern kann. Es ist Normalität für einen. Und selbst wenn man nur mit dem Hausarzt darüber spricht, geht es einem danach idR etwas besser und dann geht man nicht zum nächsten Arzt. Es geht einem ja wieder gut :rolleyes:.
Insbesondere weil er körperliche Auswirkungen spürt sollte der Psychiater der richtige Ansprechpartner sein.

Mir hat es geholfen, dass ich mir die Frage gestellt und objektiv beantwortet habe, ob ich meine Lebensqualität nicht irgendwie einschränke. Auf die Idee kam ich aber nicht alleine :evil:. Helfen kannst Du ihm imo erst mal nur, indem Du ihn dazu bringst, sich und sein Verhalten selbst zu reflektieren. Falls er sich da nicht öffnen kann, könntest Du ihn evtl. auch mal abfüllen ;)
Das ist wie mit nem Suchti. Ohne die Erkenntnis, dass man Probleme hat, ist alles andere erst mal für die Katz.


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_Anonymous_ Themenstarter
_Anonymous_

Es ist halt so lächerlich, wenn ich ihn darauf hinweise, dass das einzge was er eben kategorisch ausschließt, eine Depression ist und er sagt, dass man sich eine Depression nicht einreden lassen sollte. Was soll man denn da bitte machen!? Damals als es mir nicht gut ging, war ich natürlich auch nicht begeistert davon zum Psychologen zu gehen, aber ich habe es wenigstens nicht ausgeschlossen und mir das mal angeschaut...

Ich bin echt durch damit...das macht mich nur aggressiv und wütend


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bastimw
Beigetreten: 07.10.2008
PokerStrategist

man kann Verschwörungstheoretiker durch Fakten nicht überzeugen sie kommen immer wieder mit der selben Leier, weil sie in erster Linie Aufmerksamkeit suchen durch andere Menschen.
Im Sport ist er nicht gut, dort wird er keine Aufmerksamkeit finden, deswegen lehnt er es ab.
Hat er eine Freundin bekommt er Aufmerksamkeit - das spiegelt sich direkt in seinem Verhalten wieder.

Hier gibt es eigentlich nur theoretisch 2 Möglichkeiten
a) du brichst den Kontakt ab um ihn zu "strafen" mit noch weniger Aufmerksamkeit ... das Loch kennt er aber bereits und das wird seine Situation nicht verbessern.
b) probier etwas anderes, wo er eine Chance auf Aufmerksamkeit hat, dann kannst du nach und nach darauf aufbauen - erklär ihm halt immer wieder was ein Erfolgserlebnis ist


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bibersuperstar
Beigetreten: 14.01.2007
Oldschool Grinder

@floppy
Letzendlich kannst du ihm nur gut zureden. Er muss schon von selbst auf den trichter kommen, dass er ein problem hat. Er muss sich ja auch verändern wollen. Ich würde an deiner stelle trotzdem immer wieder mal versuchen ihn anzustubsen und zu motivieren mitzukommen (kino, sport, usw), allerdings nicht zu penetrant, sonst macht er komplett zu.

Wenns mir mal schlecht geht, versuche ich sport zu machen und auszupowern, weil der körper dann glückshormone freisetzt und man sich danach dann besser fühlt. Man kann so seinen körper selbst "manipulieren" :)


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_Anonymous_ Themenstarter
_Anonymous_

Ja klar, aber es ist wahnsinnig anstrengend jemandem gut zuzureden, wenn ers nicht einmal in Betracht zieht, einen Termin beim Psychologen zu machen. Ich kann ja absolut nachvollziehen, dass man davon nicht auf Anhieb so begeistert ist, aber ich finde dass man das wenigstens mal in Erwägung ziehen sollte, wenn man selbst sieht, das alles andere bisher zu keinem Erfolg geführt hat und man mehr oder minder die letzten 1-2 Jahre rumgeieiert ist. Es ist ja immer das selbe Schema. Single = traurig, frustriert, "alles macht keinen Sinn Stimmung" und "als Single kann ich nicht glücklich werden". Lernt er dann eine Frau kennen, ist er am Anfang leicht skeptisch, weil es mit der lettzten nicht geklappt hat, aber so bald er Gefühle zulässt wird er euphorisch und "alles ist gut". Dann wird nichts draus und wir sind wieder an dem Punkt, an dem alles scheisse ist...

Ich habe halt oft auch das Gefühl, dass die Frauen das Interesse verlieren, weil sie eben merken, dass "mit ihm etwas nicht stimmt". Er sagt allerdings, dass er ihnen gegenüber immer "normal" gewesen ist und seine Stimmungen nicht hat durchblicken lassen. Habe allerdings auch schon öfter erlebt, dass meine anderen Freunde gefragt haben, was mit ihm los sei, ob er traurig sei usw, wenn ich ihn mal mitgenommen habe. Das zeigt halt eben meines Erachtens sehr offensichtlich, wie er auf andere wirkt und dass das durchkommt und mich wundert es da nicht, wenn Frauen eben schnell das Interesse verlieren, wenn sie das Gefühl haben, dass sie da gerade einen verunsicherten "Trauerkloß" daten.

Es ist ja nicht so, dass ich ihm etwas böses will, aber so wie er reagiert, wenn ich dieses Thema anspreche, habe ich den Endruck, dass ich ein absolut No-Go ansprechen und dass er mich am liebsten auseinandernehmen würde, weil ich mich erdreiste zu denken, dass er möglicherweise depressiv ist...

Aber das Gegenteil ist ja der Fall, ich würde ihm gerne helfen, weil ich das Gefühl habe, dass er auf einem Holzweg ist, wenn er der Meinung ist, dass er keine therapeutische Hilfe bräuchte...


Antwort
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_Anonymous_ Themenstarter
_Anonymous_

Original von bibersuperstar
Wenns mir mal schlecht geht, versuche ich sport zu machen und auszupowern, weil der körper dann glückshormone freisetzt und man sich danach dann besser fühlt. Man kann so seinen körper selbst "manipulieren" :)

Das war ja auch mein Gedanke dahinter, gerade weil er noch vor einer Woche meinte, dass er wieder öfter gehen müsste. da war das mit dem Mädel allerdings auch noch aktuell und jetzt, wo das Thema durch ist, ist von seiner Seite auch kein Interesse mehr da...


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