Ich kann deinen Hass auf Medikamente und die behinderte Lage in der du steckst gut nachvollziehen. Psychopharmaka sind einfach das Hinterletzte.
Selbst die Sparte der Antidepressiva kann zu langfristigen Schäden führen und macht alles andere als Spaß.
Die Psychiatrie hat einfach keinen großen Plan, was sie da wirklich in den Körpern der Menschen verpfuscht.
Die Medikamente bringen nichts ins Gleichgewicht, sie erzeugen einfach ein Ungleichgewicht in eine andere Richtung.
Damit lassen sich zwar Ängste/Emotionen und auch positiv Symptomatiken der Schizophrenie gut abstellen und betäuben, aber der Preis ist oftmals relativ hoch.
Bei Depressionen wirken sie schon bescheidener, auch ist ein zu wenig an Emotionen sehr schlecht zu behandeln. (negativ Symptomatik, Anhedonie usw.)
Das Gehirn wird in vielen Fällen nur noch mehr durcheinander gebracht. Es sind doch im Prinzip nichts anderes wie starke Drogen, nur das eben der Rauscherlebnis fehlt.
Mal so ein kleines Beispiel im Bereich AD.
The estimated 3-month risk of relapse for patients who had remitted while on placebo was only 21.4%, while the risk after antidepressant discontinuation generally increased with the monoaminergic perturbational effect of the class: 43.3% (SSRI), 47.7% (SNRI), 55.2% (TCA), 61.8% (fluoxetine), and 75.1% (MAOI).
Interessant ist z.b. auch
Turner et al. (2008) applied to the US Food and Drug Administration (FDA) under the Freedom of Information Act (FOIA) to get access to the published and unpublished studies submitted by pharmaceutical companies to get governmental approval for their drugs. They found that 94% of the published studies showed an advantage of antidepressants over placebo. When the published and unpublished studies were considered together, only 51% showed an advantage over placebo.
Wenn man nun das Placebo durch ein aktives Placebo, dass z.b. einfach nur den Mund trocken macht, austauscht, dann wäre der Abstand noch geringer.
Dann ist auch noch die Frage, was alles als "advantage" gezählt wird.
Im Prinzip kann man wohl sagen, sie sind nur schwach effektiv und es ist nicht einfach eines zu finden, bei dem die Nebenwirkungen langfristig auszuhalten sind und das auch wirkt.
Und selbst wenn man das Glück hat, ob man sich damit wirklich einen Gefallen tut, ist schwer zu bezweifeln. Wenn man Pecht hat, fickt man sein Hirn auf Jahre damit und der Entzug wird zum Horror.
Viele der Psychiater kapieren einfach nicht, dass def. langfristige Probleme durch die Medikamente entstehen können und schieben alles auf die Vorerkrankung.
Trotz allem gibt es wohl Fälle, wo man irgendwie keine Wahl hat. Nur werden die Medikamente einfach viel zu schnell eingesetzt.
Erschreckend fand ich z.b. auch folgende Statistik was Neuroleptika angeht.
Tardive dyskinesia most commonly occurs in patients with psychiatric conditions who are treated with antipsychotic medications for many years. The average prevalence rate has been estimated to be around 30% for individuals taking antipsychotic medication, such as that used to treat schizophrenia.[25] A study being conducted at the Yale University School of Medicine has estimated that "32% of patients develop persistent tics after 5 years on major tranquilizers, 57% by 15 years, and 68% by 25 years."[26] More drastic data was found during a longitudinal study conducted on individuals 45 years of age and older who were taking antipsychotic drugs. According to this research study, 26% of patients developed tardive dyskinesia after just one year on the medication. Another 60% of this at-risk group developed the disorder after 3 years, and 23% developed severe cases of tardive dyskinesia within 3 years.[27] According to these estimates, the majority of patients will eventually develop the disorder if they remain on the drugs long enough.[28]

Quellen:
http://www.ncbi.nlm.nih.gov/pmc/articles/PMC3334530/
http://en.wikipedia.org/wiki/Tardive_dyskinesia#Epidemiology
Auf jeden Fall wünsche ich OP alles gute. Irgendwann wird auch dieser Mist wieder vorbei sein! EKT wirst du nie mehr mitmachen müssten, solange du nichts unterschreibst.
Und immer weiter an dir arbeiten, je besser du alles im Griff hast, desto weniger können sie dir langfristig.

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Für alle Leute die momentan auf ADs sind und sich irgendwie abgestumpft und sexuell betäubt fühlen. Die Abstumpfung kann, wenn auch selten, langfristig bestehen bleiben.
Hier ein Beispiele von Leuten die von dieser PostSSRI-Problematik berichten.
http://wp.rxisk.org/buried-alive-post-ssri-sexual-dysfunction-pssd/
http://wp.rxisk.org/pssd-if-a-drug-caused-blindness/
Hier ein Artikel über SSRI und Dopamin.
http://www.nytimes.com/books/first/g/glenmullen-prozac.html
Man sollte wirklich beten, niemals in eine Situation zu kommen, wo man den Rotz ernsthaft in Erwägung ziehen muss.