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[Geschlossen] [Strategie] Donkbet 4.0

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Der Ausdruck "Donkbet" kommt von "donkey" (Esel), womit suggeriert wird, dass es sich um eine dumme oder merkwürdige Aktion handelt. Die genaue Bedeutung kann variieren:

Definition 1: Allgemein: Eine unerwartete Bet (Bet out of nowhere), deren Bedeutung sich schwerlich erschliesst, da sie nicht im Einklang mit der bisherigen Betting Sequenz zu stehen scheint.

Definition 2: Eine riskante und egozentrische Bet, welche die Gefährlichkeit des Boards in Verbindung mit Stärke demonstrierenden Gegnern ignoriert. Häufig weist das auf schwache Spieler hin, die nur stur (Esel) ihre eigenen Karten spielen und nicht schauen, was um sie herum passiert. Solche Spieler betten z.B. ihr Top Pair out of position, obwohl Straight- und Flushmöglichkeiten bestehen, oder die Action nahe legt, dass ein Gegner bereits „2 Pair or better“ hat.

Definition 3: Eine Donkbet seitens eines starken Spielers kann auf eine Stop-and-go-Taktik zurückzuführen sein.

a) Donkbet Turn
Bei einer Standard-Donbet handelt es sich normalerweise um eine Bet auf dem Turn in Early Position gegen den Flop-Raiser.

a1) Heads-up gegen den Flop-Raiser nach "check-call Flop" oder "bet/call Flop":
Man spielt diesen Zug mit sehr starken Händen (z.B. Set) gegen aggressive Gegner, in der Hoffnung, geraist zu werden, damit man daraufhin reraisen kann. Auf diese Weise kann man mehr Chips verdienen als mit der Alternative "check-raise Turn".

Der psychologische Vorteil: Man hofft, dass die Lead Bet auf dem Turn als Bluff ausgelegt wird, und mit einem Gegen-Semibluff gekontert wird.
Der monetäre Vorteil: Man hofft darauf, dass der Gegner eine teure Second Best Hand besitzt (AK bei einem Flop mit einen A, man selbst hält ein Set), und aggressiv for value raist.
Der positionelle Vorteil: Man gibt dem Gegner keine Chance auf eine Freecard.
Der Magnet-Vorteil: Man lässt den Gegner nicht so einfach von der Hand. Bei einem normalen "check-raise Turn" gibt es für viele Gegner ein leichten Ausstieg.

Das folgende Beispiel stammt von garandou:

Party Poker 5.00/10.00 Hold'em (4 handed) link

Preflop: Hero is SB with 6♦, 6♥.
UTG calls, 1 folds, Hero raises, BB 3-bets, 1 folds, Hero calls.

Flop: (7.00 SB) 6♣, 5♠, J♣ (2 players)
Hero checks, BB bets, Hero calls.

Turn: (4.50 BB) 5♥ (2 players)
Hero bets, BB raises, Hero 3-bets, BB calls.

River: (10.50 BB) K♥ (2 players)
Hero bets, BB calls.

Final Pot: 12.50 BB.

a2) Trapping mehrer Spieler mit einer Monsterhand:
"bet/cal Flop" > "bet Turn". Wenn das Board ungefährlich ist, kann man versuchen, Gegenspieler zwischen dem Flop-Aggressor und einem selbst zu trappen, um maximalen Value aus der Hand zu holen. Das folgende Beispiel stammt von pKay:

Party Poker 2.00/4.00 Hold'em (9 handed) link

Preflop: Hero is SB with 7♣, 7♠.
2 folds, MP2 calls, 1 folds, CO raises, Button calls, Hero calls, BB calls, MP2 calls.

Flop: (10.00 SB) A♣, 7♥, 2♠ (5 players)
Hero bets, BB calls, MP2 folds, CO calls, Button raises, Hero calls, BB calls, CO calls.

Turn: (9.00 BB) 3♦ (4 players)
Hero bets, BB calls, CO calls, Button is all-in ($1.00).

River: (12.25 BB) J♣ (4 players, 1 all-in)
Hero bets, BB calls, CO calls.

Final Pot: 15.25 BB.

b) River Donkbet Heads-up:
Eine weitere interessante Version der Stop-and-go-Taktik ist die Sequenz "check-call Flop" > "check-call Turn" > "bet River". Angenommen, man spielt im Big Blind gegen einen Pre-flop-Raiser und befindet sich gegen ihn heads-up auf dem Flop.

b1) Der Flop kommt mit relativ niedrigen Karten, man trifft eine von ihnen und setzt den Gegner aller Wahrscheinlichkeit nach auf zwei hohe Karten. Am River würde der Gegner natürlich mit einem unimproved AK nur noch checken. Bettet man nun den River, gewinnt man gegen Leute, die einen auf einen Bluff setzen und gewohnheitsgemä�? mit "Ace high" callen noch eine Bet. Was ist aber, wenn der Gegner ein Overpair besitzt? Häufig callt er dann den River nur, aus Angst, gegen "2 Pair or better" zu stehen. Auf diese Weise verliert man nur die gleiche 1 Big Bet, die man auch durch "Check-call River" verloren hätte. Diese Spielweise scheint besonders gegen eine Callingstation interessant. Eine solche callt den River mir "Ace high" und raist ihn nicht mit einem Overpair. Sie sollte aber auch wiederum nicht so passiv sein, dass sie den Turn unimproved niemals betten würde.

b2) Wieder kommt der Flop so, dass er zwei hohen Karten nicht hilft. Diesmal erwischt man einen starken Draw. Der Standardmove wäre jetzt "check-raise Flop" > "bet Turn". Wird der Flop daraufhin von einem sehr aggressiven Gegner gethreebettet, würde man a) den Turn betten, wenn der Draw ankommt (das ist eine Donkbet) und b) könnte man einen Checkraise-Semibluff bringen, wenn dies nicht der Fall ist. Der Semibluff hat aber nur Sinn, wenn man dem Gegner so viel Aggression unterstellt, dass seine Threebet am Flop sehr gut ein Semi-Bluff hätte sein können. Wie sieht es mit den Alternativsequenzen aus?

Alternative 1: "check-call Flop > check-raise Turn"
Das Problem hierbei ist, dass die Fold-Equity nicht grö�?er ist, da bereits 1 Big Bet mehr im Pott ist, als bei unserem Standard-Move. Natürlich ist dies ein sehr kraftvoller Zug, doch sind Checkraise-Bluffs am Turn heute nichts Ungewöhnliches mehr, so dass man danach nicht automatisch foldet. Ein weiteres Problem besteht in der Gefahr eines Check Behinds am Turn, was unseren Semi-Bluff verhindert. Betten wir nun den River, könnte das als "Bluff nach gezeigter gegnerischer Schwäche" am Turn ausgelegt werden. Der Gegner würde dann sicherlich mit einem gro�?en Ass (Bluff-Catcher) callen.

Alternative 2: "check-call Flop" > "check-call Turn" > "bet River"
Diesmal dient die Donkbet als Riverbluff, sollte sich der Draw nicht materialisieren. Diese Sequenz ist eher ungewöhnlich, da die Fold-Equity hier geringer ist beim Checkraise am Flop.

b3) Man hält ein A mit Weak Kicker OOP (out of position) gegen einen Preflopraiser.

OnkelHotte hat uns folgendes Beispiel aus dem 2+2-Forum heraus gesucht:

UB 10/20: I limp UTG with Ah7. Folded to the button who raises. Blinds drop out. I call. Flop: Ac 5h 3d Check. Bet. Call. Turn: 9c Check. Bet. Call. River: Ts I bet.

Untersuchen wir die gespielte Strategie: "check/call Flop > check/call turn > bet/call River". Wir nehmen an, dass es sich beim Gegner um ein TAG (tight-aggressive Player) handelt, was auf dem Niveau 10/20 häufig der Fall ist. Durch die Riverbet versucht man, maximalen Value aus der Hand zu extrahieren, indem man Underpairs keinen Free Showdown gewährt. Eine solche Bet wird nur selten von grö�?eren Assen geraist, aus Sorge vor vor "2 pair or better". Liegt man hinten, verliert man damit also in der Mehrzahl der Fälle die gleiche Big Bet wie nach "check-call". Liegt man vorne, gewinnt man eine zusätzliche BB.

Wie sieht es mit der Alternativstrategie "check-raise Flop > bet Turn" aus? Ein TAG könnte dort seine TT folden, wonach wir im Gegensatz zur Standardvariante nur eine SB verdienten. Mit einem gro�?en Ass würde er jedoch den Flop oder den Turn raisen, was für uns kostspieliger wäre.

Wir verändern nun zwei Parameter, zuerst den Spieler, dann das Board. Beide Veränderungen begünstigen die Sequenz "check-raise Flop > bet Turn":

Angenommen, wir befinden uns in der gleichen Konstellation gegen einen loose-passive Player. Hier wäre die Variante "check-raise Flop > bet Turn" interessanter, da der LPA seine TT vermutlich nicht folden würde. Au�?erdem wäre er weniger dazu aufgelegt, mit einem gro�?en Ass auf dem Flop oder Turn zu raisen. Drittens beherzigt ein LPA das Follow-through-Prinzip unter Umständen nicht. Mit einem Underpair würde er am Turn nur check-behind spielen, was unsere Standard-Sequenz entkräften würde.

Nehmen wir an, das Board wäre Ac Th 9h. Es ist Draw Heavy, da Flush- und Gutshot Draws möglich sind. Ein solches Board favorisiert ebenfalls die Sequenz "check-raise Flop > bet Turn", da 1. Draws leichter in der Hand blieben (selbst wenn die Odds nicht ausreichen) und man 2. eher auf einen Semi-Bluff mit einem Draw gesetzt wird (mit entsprechendem Calldown von Underpairs). Natürlich ist ein Draw Heavy Board auch weniger dazu geeignet, dem Gegner eine Freecard zu erlauben.


54 Antworten
Sleyde
Beigetreten: 15.01.2005
BlackMember

zu 2) (stop & go taktik): das sind doch die way-behind oder way-ahead situationen oder? mit dieser spielweise gewinnt man am meistne, wenn mn vorne liegt und am wenigsten, wenn man hinten liegt.

angenommen am flop kommt eine hohe karte, die dem preflopraiser helfen könnte, man hat selber noch sein midpair oder so, dann standard move check raise flop bet turn?

ansonsten netter artikel thx

als nächstes wäre vllt mal raise turn free sd spielweise interessant, wann die anzuwenden ist, wann nicht. kommt mir gerade nur so in den kopf. glaub das steht auch in nicht sovielen büchern, ist mir jedenfalls noch nicht aufgefallen.


pKay
Beigetreten: 21.01.2005
BlackMember

Da ich gerade aktuell so eine Hand gepostet habe, denke ich man könnte das Ganze noch um ein weiteres Szenario erweitern.

Und zwar folgendes (oder ähnlihce):

Party Poker 2.00/4.00 Hold'em (9 handed) link

Preflop: Hero is SB with 7♣, 7♠.
2 folds, MP2 calls, 1 folds, CO raises, Button calls, Hero calls, BB calls, MP2 calls.

Flop: (10.00 SB) A♣, 7♥, 2♠ (5 players)
Hero bets, BB calls, MP2 folds, CO calls, Button raises, Hero calls, BB calls, CO calls.

Turn: (9.00 BB) 3♦ (4 players)
Hero bets, BB calls, CO calls, Button is all-in ($1.00).

River: (12.25 BB) J♣ (4 players, 1 all-in)
Hero bets, BB calls, CO calls.

Final Pot: 15.25 BB.

So trappt man die Leute zwischen flop agressor und einem selber und treibt niemanden aus der Hand. Man bekommt also maximal value.
Allerdings nur bei solch ungefährlichen boards zu empfehlen denke ich mal.

mfg


_Anonymous_ Themenstarter
_Anonymous_

@ Sleyde

Mit 2) meine ich wirklich eine riskante Spielweise, also in einem Multiway Pot.

Zu Heads-up EP + Middle Pair: ja, ich würde den Flop check-raisen.


_Anonymous_ Themenstarter
_Anonymous_

@ pKay

Deine Spielweise gefällt mir. Die Frage ist nur, ob sie zur Thematik pa�?t. Ist es eine Donkbet, wenn ein EP den Flop bettet? Es kommt ja nicht aus heiteren Himmel. Nun bin ich kein Donkbet-Experte. Vielleicht kann mir jemanden helfen?


Sleyde
Beigetreten: 15.01.2005
BlackMember

ich hab eigtl gedacht donkbet ist nur für das szenario gedacht, wenn es um blindsteal geht und man defendet. also heads up.


_Anonymous_ Themenstarter
_Anonymous_

Woher beziehst du deine Information?


Original von Matthias Wahls
@ pKay

Deine Spielweise gefällt mir. Die Frage ist nur, ob sie zur Thematik pa�?t. Ist es eine Donkbet, wenn ein EP den Flop bettet? Es kommt ja nicht aus heiteren Himmel. Nun bin ich kein Donkbet-Experte. Vielleicht kann mir jemanden helfen?

Ich glaub er bezeichnet hier seine Turnbet als "Donkbet".

Ich hatte auch so den Eindruck, dass Donkbet bedeutet, man trifft am flop ne monsterhand -----> bet, hinter einem raised ein spieler ------> call und dann am Turn wieder bet und auf einen erneuten raise hoffen. Und zwar das ganze im Hu.

So hatte ich das jetzt in Erinnerung, gara hatte auch mal ne Hand dazu geposted vor kurzem.

mfg


Sleyde
Beigetreten: 15.01.2005
BlackMember

ja, hab die hand jetzt nicht gefunden, hatte sie aber auch in einem anderen thread erwähnt. als gara die hand gepostet hat, hat sich korn geäuz�?ert und sowas gesagt wie "zuviel action am flop (oder preflop, wei�? nicht mehr), deswegen keine donbet hier"...aber ohne die hand bringt die aussage wohl wenig, fällt mir gerade auf ;)..werde mal suchen

hab das original bsp: (der thread titel wei�?t sogar darauf hin, dass man das eiglt nur heads up spielt... wenn ich da nicht was falsch interpretiere ^^)

Hot: Donk Bet heads-up oop "slow-play"


pKay
Beigetreten: 21.01.2005
BlackMember

Original von Matthias Wahls
@ pKay

Deine Spielweise gefällt mir. Die Frage ist nur, ob sie zur Thematik pa�?t. Ist es eine Donkbet, wenn ein EP den Flop bettet? Es kommt ja nicht aus heiteren Himmel. Nun bin ich kein Donkbet-Experte. Vielleicht kann mir jemanden helfen?

Wie xblood schon gesagt hat, meine ich hier die Turndonkbet.

Und so, wie ich donkbet verstehe, ist es IMMER, egal in welchem szenario, eine first in bet am turn oder river, zu der man sozusagen "nicht berechtigt" ist und die nicht zur vorangegangen action passt.


_Anonymous_ Themenstarter
_Anonymous_

Ich danke euch allen für die Infos. Habe sie alle verwerten können! > update


pKay
Beigetreten: 21.01.2005
BlackMember

Eine weitere interessante Sache die man hier noch behandeln könnte ist so in etwa folgende:

Ich versuche das jetzt ein wenig zu umschreiben, da ich kein konkretes Beispiel habe.

Wenn ich in einer Hand evtl. hinten liege (scary board etc.), versuche ich meistens entweder mit einer 3-bet flop; fold gegen cap oder mit einer donkbet turn; fold gegen raise oder ähnlichem die Entscheidung möglichst früh zu treffen.

Ein Beispiel für eine donkbet wäre z.B.

Hero hat A7s und ist am flop: A99 first in und bettet; die callingstation callt und TAG raised nun. TAG raised hier entweder mit einer 9 oder standard als protectionraise mit einem A.

Ich finde es jetzt äu�?erst elegant, nach dem call des raises den turn zu donkbetten. Raised jetzt die callingstation oder der TAG hat man einen easy fold. Liegt man vorne, hat man value.
Und ist der TAG leicht weak, bringt man eventuell eine bessere Hand zum folden.

IMO eröffnen sich einem mit der donkbet sehr viele strategische Möglichkeiten in diese Richtung gehend.

Ein anderes Beispiel wäre: HERO mit KTo auf einem Board von Txx in einer suit, ohne dass man eine suitcard hält.

First in bettet Hero jetzt gegen 2 Gegner, TAG hinter einem raised. Und callingstation callt.. Beide haben jetzt hochwarscheinlich einen one-card flushdraw oder ähnliches.

Kommt am turn eine <T nonsuit card, ist eine donkbet hier denke ich die beste Spielweise oder? - gegen einen raise hat man einen leichten fold und hält man noch die beste Hand protectet man hier gut.

Mich würde auch Korns Meinung heirzu nochmal interssieren oder ob die donkbet für solche strategischen "Spielchen" in irgendwelchen Büchern behandelt wird?!


Korn
Beigetreten: 14.01.2005
Elite Grinder

Original von pKay
Ein anderes Beispiel wäre: HERO mit KTo auf einem Board von Txx in einer suit, ohne dass man eine suitcard hält.

First in bettet Hero jetzt gegen 2 Gegner, TAG hinter einem raised. Und callingstation callt.. Beide haben jetzt hochwarscheinlich einen one-card flushdraw oder ähnliches.

Kommt am turn eine <T nonsuit card, ist eine donkbet hier denke ich die beste Spielweise oder? - gegen einen raise hat man einen leichten fold und hält man noch die beste Hand protectet man hier gut.

Mich würde auch Korns Meinung heirzu nochmal interssieren oder ob die donkbet für solche strategischen "Spielchen" in irgendwelchen Büchern behandelt wird?!

Das ist korrekt. In solchen Fällen kannst du jede Rag die nicht vom entsprechenden Suit ist quasi als "Out" werten, da ja durch diese Karte deine Pot Equity deutlich steigt.


_Anonymous_ Themenstarter
_Anonymous_

In dem Beispiel A7s bei A99 geht mir folgendes durch den Kopf:
Ist die Callingstation ein sehr schlechter Spieler, der auch mit 88 callen würde?
Oder würde er höchstens mit einem mittlerem Ass callen?

Der Zug vom TAG ist ziemlich stark. Er muss eine wirliche Hand haben oder würde er den Hero wirklich auf einen Bluff und die CS auf 88 setzen?

Wahrscheinlich hat er ein gro�?es A. Wenn er der Preflopraiser war, sehr wahrscheinlich. Oder würde er wirklich QQ so spielen? Das ginge nur wenn er den Hero für einen Bluffer und die CS für blöde hielt. Als Prefloraiser wäre es für ihn auch schwer eine 9 zu repräsentieren. 99 ist mathematisch unwahrscheinlich und A9s aus strategischen Gründen auch.

Je nach Lage der Pot-Odds hat Hero die Möglichkeiten sofort zu folden oder sich die Turn-Karte anzusehen und nur drin zu bleiben, wenn eine 7 fällt oder eine vierte Flushkarte.

Willst du wirklich die Donkbet auf dem Turn verschwenden? Allein, wenn nur die Callingstation callt, wei�?t du nicht wo du steht. Der TAG würde dann vermutlich auch mit AQ einen Calldown machen.


Sleyde
Beigetreten: 15.01.2005
BlackMember

ich denke, er würde mit händen wie AQ eher sogar wieder raisen - zumindest bei einer offensichtlichen blanckarte.

@matthias: bei diesem bsp wurde, sofern ich das lese, nichts zu der suit des boards gesagt.

daher würde ich hier fold flop oder unimproved check fold turn spielen. donkbet finde ich wie gesagt nicht so gut, da der tight aggressive spieler dich wohlmöglich wieder raisen wird.


_Anonymous_ Themenstarter
_Anonymous_

Nach dem Raise hättest du wenigstens einen Easy Fold. Was passiert aber, wenn der Turn nur gecallt wird. Hero wird den River nicht betten. Spielt er aber "check/call River" verliert er eine weitere BB. Das ist ganz schön teuer! 2,5 BB mehr im Vergleich zur Variante "fold Flop". Mit guten Pot-Odds und einem Backdoor Flush könnte man, wie gesagt auch "call Flop - fold unimproved Turn" spielen.


_Anonymous_ Themenstarter
_Anonymous_

Die Fold-und-zwar-sofort-Variante ist jedoch mein Favorit. Was eine richtige Callingstation ist spielt pre-flop auch Hände wie T9 oder J9 offsuit. Auch von dieser Seite droht Gefahr. Ich verga�? A9 offsuit. Die Callingstation slowplayt ein Full House! Sofort raus aus der Hand!


OnkelHotte
Beigetreten: 16.01.2005
BlackMember

Original von Matthias Wahls

b) River Donkbet Heads-up:
Eine weitere interessante Version der Stop-and-go-Taktik ist die Sequenz "check-call Flop" > "check-call Turn" > "bet River". Angenommen, man spielt im Big Blind gegen einen Pre-flop-Raiser und befindet sich gegen ihn heads-up auf dem Flop.

Szenario 1: Der Flop kommt mit relativ niedrigen Karten, man trifft eine von ihnen und setzt den Gegner aller Wahrscheinlichkeit nach auf zwei hohe Karten. Am River würde der Gegner natürlich mit einem unimproved AK nur noch checken. Bettet man nun den River, gewinnt man gegen Leute, die einen auf einen Bluff setzten und gewohnheitsgemä�? mit "Ace high" callen noch eine Bet. Was ist aber, wenn der Gegner ein Overpair besitzt? Häufig callt er dann den River nur, aus Angst, gegen "2 Pair or better" zu stehen. Auf diese Weise verliert man nur die gleiche 1 Big Bet, die man auch durch "Check-call River" verloren hätte. Diese Spielweise scheint besonders gegen eine Calingstation interessant. Eine solche callt den River mir "Ace high" und raist ihn nicht mit einem Overpair. Sie sollte aber auch wiederum nicht so passiv sein, dass sie den Turn unimproved niemals betten würde.

Szenario 2: Wieder kommt der Flop so, dass er zwei hohen Karten nicht hilft. Diesmal erwischt man ein starkes Draw. Der Standardmove wäre jetzt "check-raise Flop" > "bet Turn". Alternativ könnte man erwägen "check-call Flop" > "check-call Turn" > "bet River", diesmal als Riverbluff, sollte sich das Draw nicht materialisieren. Dieser Move kommt nur gegen sehr tighte Spieler in Frage, die in der Lage sind, einen unimproved AK auf dem River zu folden.

hierzu eine frage und eine anmerkung:

frage: treffe ich wie bei szenario 2 den starken draw, dann lautet die konrsche lehre eigentlich, dass man check/call flop und hier ausnahmsweise mal den check/raise am turn machen sollte, weil man a) mit C/R am turn in der regel die höchste foldequity hat und b) eine freecard nicht schlimm wäre, da wir viele outs haben. alternativ kann man natürlich auch C/R flop spielen, wenn man die chance sieht, dass gegner schon am flop folden könnte.

anmerkung: ich finde, man sollte die riverdonkbet noch mit dem klassischen schon in 2+2 dargestellen beispiel ergänzen:

ace mit weak kicker HU vs preflopraiser OOP.

in dieser situation ist es eine gute strategie check/call flop check/call turn und bet/call river zu spielen, um pocketpairs hier keinen free SD zu geben. desweiteren hält die riverbet auch oft ace mit good kicker vom raisen ab, da sie in sorge vor 2 pair oder better sind.


pKay
Beigetreten: 21.01.2005
BlackMember

Ok,.. das Beispiel war eventuell etwas ungelenk.

Dann könnte man das gleiche sagen nur mit:

HERO ATs first in gegen 2 Gegner bei flop: A88
Bet flop Callingstation callt; und ich denke hier an callingstations die hier auch 9To oder 77 oder JJ etc. downcallen.
Wenn TAG jetzt raised kann das auch A9 oder A7 sein.

mfg


_Anonymous_ Themenstarter
_Anonymous_

Original von OnkelHotte

hierzu eine frage und eine anmerkung:

frage: treffe ich wie bei szenario 2 den starken draw, dann lautet die konrsche lehre eigentlich, dass man check/call flop und hier ausnahmsweise mal den check/raise am turn machen sollte, weil man a) mit C/R am turn in der regel die höchste foldequity hat und b) eine freecard nicht schlimm wäre, da wir viele outs haben. alternativ kann man natürlich auch C/R flop spielen, wenn man die chance sieht, dass gegner schon am flop folden könnte.

anmerkung: ich finde, man sollte die riverdonkbet noch mit dem klassischen schon in 2+2 dargestellen beispiel ergänzen:

ace mit weak kicker HU vs preflopraiser OOP.

in dieser situation ist es eine gute strategie check/call flop check/call turn und bet/call river zu spielen, um pocketpairs hier keinen free SD zu geben. desweiteren hält die riverbet auch oft ace mit good kicker vom raisen ab, da sie in sorge vor 2 pair oder better sind.

Danke für deine wertvollen Anregungen!

In Szenario 2 habe ich sie aufgegriffen und die Riverdonkbet stark abgewertet. Allerdings ist bei einem starken Draw der Ckeckraise am Flop der Kornsche Standard Move. Warum sollte die Fold-Eqity beim Turn-Checkraise grö�?er sein? Immerhin sind 1,5 mehr Big Bets im Pot. Zwar ist der Move kraftvoller, doch sind Checkraise-Bluffs am Turn heute nichts ungewöhnliches mehr, so dass man dabei nicht automatisch foldet.

Gutes Beispiel mit dem Weak Ace. Habe daraus b3) gebildet.

Ich bin leider nicht so 2+2-bewandert. Vielleicht könntest du dort ein Beispiel heraus suchen. :)


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