Erstens fande ich den call mit A3o in dem Moment wo ich mitbekam was er da für eine Hand hält für schräg, aber das nur am Rande.
Wenn man Villain eine shoving Range von:
22+, A2s+, KTs+, QTs+, JTs, T9s, 98s, 87s, 76s, A2o+, KTo+, QTo+, JTo, T9o
gibt (die finde ich zumindest realistisch, kann sein, dass die auch noch etwas anders aussehen sollte), ist fabstinho mit seinem A3o mit 42,2% hinten dagegen.
Selbst wenn es mit dem dead money im Pot ein knapper call sein sollte mathematisch, so lässt er sich doch hier gewissenmaßen auf einen coin flip ein oder nicht?
Zwar nicht um sein ganzes Turnierleben aber wie schon gesagt gewinnt er entweder das Turnier oder sein 3:1 Chiplead ist dahin und es geht quasi wieder von vorne los.
Wenn ich gegen jemand HU spiele von dem ich denke, dass ich der klar bessere Spieler bin und auch noch den Chiplead habe ist das letzte was ich mache mich auf solche coin flips einzulassen.
Wenn das tatsächlich falsch sein sollte nach der Philosophie von Poker Strategy, dann muss ich wohl damit leben.
Deine "nur die mathematik gibt den richtigen Spielzug vor" Sichtweise kann ich für Cashgames nachvollziehen, wo man mit einer quasi unerschöpflichen Bankroll rechnet und jeden noch so kleinen +EV spot nutzen sollte.
Aber in so einer Turniersituation sind doch andere Faktoren überwiegend, wie z.B. eben den Skillvorteil nicht zu verschenken durch das vermeidbare Eingehen auf coin flips, ebenso wie den Chiplead mit marginalen +EV Spots (so es denn einer war) zu riskieren, wenn man relativ sicher mit etwas Geduld eine bessere Situation hätte haben können.