Original von Bliss86
Solche Betrachtungsweisen sind halt ziemlich irrevelant, weil es keinen Unterschied macht, ob man nun Zufall hat, oder einen Gott, der dafür verantwortlich ist und wir dann Zufall nennen.
Meinetwegen kann man sich über einen Gott Gedanken machen, der bisher nix anderes gemacht halt als das Universum entstehen zu lassen und sich danach rausgehalten hat. Ist aber auch irrevelant und bringt uns keine neue Erkenntnis.
Außerdem übst du mit einer solchen Vorstellung ja keinen Effekt auf andere Leute aus, denn einem solcher Gott kann es wohl vollkommen egal sein, was du über Schwule denkst. Tust du das doch, wird es wieder kritisch..
Ja, und genau da drauf will ich auch hinaus. Meine Definition Gottes besagt, dass er quasi Schöpfer des Urknalls ist, also alle nötigen Variablenfelder dafür ausgefüllt und dann das Programm "Universum" gestartet hat. Und jetzt kann er noch vielleicht, oder vielleicht auch nicht, noch einige Inputs in das Programm auf Quantenebene vornehmen, wobei wir streng genommen gar nicht so genau wissen, ob es diese nondeterministischen Prozesse überhaupt gibt, oder nicht.
Natürlich macht das für den Einzelnen keinen Unterschied, ob er daran glaubt, oder nicht. Diese Definition Gottes ist für eine Massenreligion wohl untauglich, da sie für den einzelnen Gläubigen weder besonders erbaulich ist, noch ihm irgendwelche Vorteile (z.B. Versprechen auf eine transzendentale Belohnung) bringt. Daraus folgt, dass dieser Glaube auch völlig ungeeignet ist, um Macht über andere Menschen zu erlangen, oder irgend ein Wertesystem zu begründen.
Aber ich denke, dass uns diese Gottesdefinition philosophisch einen Schritt weiter bringt. Wir können nämlich jetzt sagen, dass alles, was über diese Definition hinaus geht, eine menschengemachte Hypothese ist, weil dann niemand die wahre Intention dieses Gottes kennt, ganz zu schweigen von der Frage, ob überhaupt eine Intention dahintersteht. Und wir können die psychologischen oder sozialen Vorgänge nennen, die zur Entstehung dieser Hypothesen geführt haben.
Anstatt die Gläubigen zu überzeugen, das Gesamtpaket abzubestellen (wie es die Atheisten versuchen), haben wir damit ein Mittel, um in kleinen Schritten unerwünschte Verhaltensweisen religiöser Menschen (z.B. Homophobie oder Beschneidung) aus ihrem Glaubenssystem herauszulösen, indem wir diesen Menschen aufzeigen, wer sich diese Hypothesen ausgedacht hat, an welche Personen er diese gerichtet hat (z.B. Menschen des 13. Jahrhunderts, oder einzelne Volksgruppen) und welches Ziel er damit verfolgte.