Original von Aristot3les
Original von iPhil
...aber es geht bei der Religion gar nicht primär darum irgendeinen Erkenntnisgewinn zu liefern.
Religion ist nicht dem Denken verhaftet.
Das kann man, wenn auch aus dem Zusammenhang gerissen, so stehen lassen.
Das würde ich nicht so stehen lassen wollen. Jnana-Yoga ist als Teil der Hindureligion ein philosophischer Weg, sich der Erlösung und auch Gott zu nähern und hier im Westen gibt es den Neuplatonismus.
Original von Aristot3les
An alle die die Existenz Gottes befürworten : Es wäre nett wenn ihr eure Gottesvorstellungen definieren würdet
Anschließend könnt ihr eure Argumente für eine Existenz /Notwendigkeit dieses Wesens nennen.
Ich glaube auf jeden Fall an die Existenz einer metapysischen Welt und auch an die Existenz Gottes.
Der Materialismus hat in meinen Augen ein Problem mit dem freien Willen und mit der Qualia.
Zum freien Willen im Materialismus:
1. Alles besteht aus Materie. Es gibt nichts Immaterielles.
2. Die Bewegung aller Materie läßt sich exakt anhand der Naturgesetze vorhersagen.
=> Schlussfolgerung: Die Bewegung meines Körpers lässt sich (theoretisch) exakt vorhersagen und kann damit kein freier Wille sein.
Ein freier Wille könnte demnach nur existieren, wenn dieser Wille an irgendeiner Stelle zwischen Wahrnehmung und Verhalten als Kraft auf den Körper einwirkt. Diese Kraft dürfte selber nicht Teil der Welt sein, da sie sonst ebenfalls durch die Naturgesetze determiniert wäre.
Zur Qualia:
Der Materialismus kann bis heute nicht erklären, warum sich etwas "anfühlt". Warum sehe ich Farben? Warum höre ich Geräusche? Das alles existiert in Wahrheit nicht. Farben sind Lichtwellen, Geräusche Schallwellen. Ich nehme aber keine Wellen wahr, die durch den Raum schwappen. Wir wissen nicht, was das "Ding an sich" ist. Was wir als Realität erfahren ist eine Konstruktion unseres Gehirns, die selber auf keinen Fall materiell sein kann. Denn ich kann die Idee, welche ein Individuum von der Welt hat, nicht direkt wahrnehmen. Wir können nur versuchen, sie durch Sprache zu vermitteln. Dies dürfte laut Materialismus/Empirismus nicht der Fall sein.
Wie Schopenhauer einmal so schön geschrieben hat:
"Daß die objektive Welt da wäre, auch wenn gar kein erkenndes Wesen existierte, scheint freilich auf den ersten Anlauf gewiß; weil es sich 'in abstracto' denken läßt, ohne daß der Widerspruch zu Tage käme, den es im Innern trägt. - Allein wenn man diesen abstrakten Gedanken realisiert, d.h. ihn auf anschauliche Vorstellungen, von welchen allein er doch (wie alles Abstrakte) Gehalt und Wahrheit haben kann, zurückführen will und demnach versucht, eine objektive Welt ohne erkenndes Subjekt zu imaginieren; so wird man inne, daß Das, was man da imaginiert, in Wahrheit das Gegenteil von Dem ist, was man beabsichtigte, nämlich nichts Anderes, als eben nur der Vorgang im Intellekt eines Erkennenden, der eine objektive Welt anschaut, also gerade Das, was man ausschließen gewollt hatte." - Arthur Schopenhauer
Das schönste Argument wider den Materialismus liefert allerdings die moderne Physik, die Quantenphysik. Das schöne daran: Sie zeigt mit empirischen Mitteln auf, dass man sich den Empirismus in die Haare schmieren kann.
Wie Kant feststellte: Allem Bedingten, Relativen muss etwas Unbedingtes, Absolutes zu Grunde liegen. Alleine durch kausale Regression lässt sich die Welt nicht auflösen. Dieses Spielchen lässt sich nur bis zum Urknall spielen. Und dann? Wo kommt der Urknall her? Atheisten haben keine sinnvolle Erklärung dafür, warum es überhaupt etwas gibt und nicht Nichts.
Das aus einem Zustand der Nichtexistenz von Raum, Zeit und Materie heraus dieses Nichts spontan grundlos explodiert sei finde ich nicht deutlich plausibler als den Mythos der Gottesschöpfung!
Ich glaube an das "Brahman" als höchstes göttliches. Die Vorstellung entstammt dem Hinduismus. Alles was existiert, ist Brahman. Das "Eine ohne ein Zweites", das ungeteilte Ganze.