Original von Majes
Das Gehirn ist nur ein Teil von einem Menschen, und man darf aus diesem einzelnen Organ nun nicht das „eigentliche“ Subjekt machen, wie es leider einige Hirnforscher in ihren Publikationen suggerieren. Thomas Fuchs von der Phänomenologischen Sektion der Psychiatrischen Uniklinik Heidelberg hat in einem Artikel brilliant gezeigt, dass mit dieser Selbstverdinglichung „das Gehirn nicht nur die Leerstelle des Subjektes einnimmt, sondern letztlich die Leerstelle Gottes….Die neurobiologische Anti-Metaphysik schlägt um in eine krypto-religiöse Metaphysik – einen ‚Glauben an das Gehirn‘“ . So etwas gleicht der magischen Überhöhung eines Fetischs, die den klaren Blick auf die Sache vernebelt.
Wenn ich einen großen Baum in 100 Scheiben zersäge, würde ich wohl kaum annehmen, dass Bäume „in Wirklichkeit“ oder „eigentlich“ nur Scheiben sind. Aber wir tun genau das mit Molekülen, Neuronen oder Genen und stellen damit die Wirklichkeit komplett auf den Kopf. Der ganze Baum ist zuerst da und nicht die Scheiben, der Mensch lange vor seiner Wissenschaft.
Wenn ich eine bemalte Holzfigur vor mir habe, so ist vollkommen klar, dass sie zuerst geschnitzt worden sein muss, bevor sie bemalt werden konnte. Janich nennt dies das „Prinzip der Methodischen Ordung“ und kritisiert, dass die Naturwissenschaften eben dieses verletzen würden, weil sie ihre eigenen Ergebnisse an den Anfang stellen, die doch in Wahrheit erst am Ende stehen. So versuchen sie immer wieder Bewusstsein aus Materie abzuleiten und übersehen, dass Bewusstein schon da sein muss, um so etwas wie Materie überhaupt zu denken.
Materie ist also selbst ein Produkt des Bewusstseins....!
Hast du zu der Aussage von Janich (ich nehme an Peter Janich ist gemeint?) eine Quelle? Würde ich gern weiter verfolgen.


