Preflop entspricht die 4-bet genau der Tabelle von GTO-Wizard, in der AQo indifferent zwischen 4-bet und fold ist (call kommt nicht in Frage). Allerdings ist das nur dann der Fall, wenn BU eine Range hat, die auch der von GTO-Wizard entspricht. Daran kann man zweifeln, weil das eine 3-bet von z. B. K5s erfordert und auch fast alle schlechteren Axs teilweise 3-bet gespielt werden (ausser A6s, was fast 100% fold wäre). Wenn BU diese 3-bets nicht findet ist seine Range stärker und dann ist AQo wahrscheinlich 100% fold.
Hände, die der Solver mit nahe 0 EV spielt (genau dann ist man indifferent) können für menschliche Spieler deutlich -EV sein. Der Einsteigerchart 4-bettet jedoch. Man kann die 4-bet vertreten. Die Size entspricht exakt den Vorgaben des Wizard. Auch BU hält sich von der Size her exakt an den Wizard.
BU callt dann mit allen Pockets QQ und kleiner, ausserdem noch mit AQs-ATs und KQs-KTs. Etwas A5s-A4s und AQo. Falls sich BU an den Chart des Wizards hält.
Für den Flop heisst das, dass nur BU ihn trifft, aber du die besseren Overpairs hast. Der Rangevorteil ist auf deiner Seite, der Nutvorteil bei BU. Du bettest daher klein oder gar nicht. Es wäre von Vorteil bei einer Bet, die backdoor Blocker zu haben. Deine Q hat das leider nicht. Eine Rangebet macht es aber einfach, das wäre auch die Einsteigerstrategie. Ohne die postflop Lösung angesehen zu haben (ich möchte den einen freien Versuch noch für was anderes verwenden) würde ich vermuten, dass deine Hand im Wizard häufig checkt, aber du müsstest dann auch auch alle made Hände zum Teil checken.
Man kann erwarten, dass der Gegner jedes Pocket callen sollte, ausserdem jeden Straight Draw bzw. Gutshot. Der menschliche Gegner wird wahrscheinlich alles andere wegwerfen. Der Wizard raist auch mal was, weil er den Nutvorteil bei BU sieht.
Die Turnkarte verbessert Gutshots und manche backdoor Draws. Da deine Range backdoor Hände enthält, verbessert sich deine Range auch. Ich denke, die Karte hilft der gegnerischen Range mehr als deiner. Deiner konkreten Hand nützt das aber nichts. Aufgeben ist daher akzeptabel.
Der Gegner checkt behind. Er hat selten eine starke Hand (wäre slow Play), aber häufig Showdownvalue.
Die Riverkarte hilft deiner Range. Es verbessert sich JJ-TT, AJs-ATs, KJs-KTs. Der gegnerischen Range hilft sie weniger, weil erwartet werden kann, dass der Gegner QQ-77, ATs, KTs am Turn häufig betten wird. (Der Range der Einsteigerstrategie hilft sie weniger, weil du JJ-TT und Txs am Turn betten würdest.) Der Gegner weiss nicht unbedingt, nach welcher Strategie du spielst. Das bedeutet, du hast jetzt den Rangevorteil und den Nutvorteil, da sich in der Range des Gegners so gut wie keine Monster befinden und er die meisten stärkeren Hände mit Ausnahme von Jxs am Turn in der Regel betten würde. Ganz besonders gilt das für die FHs. Die gegnerische Range am River ist stark gecappt.
Deine Hand enthält einen Nut Blocker (blockt ATs) und einen weiteren Blocker für die Callrange des Gegenrs (AJs). Die Foldrange blockst du wenig, weil deine Q vom Gegner auf dem Flop so gut wie nie gecallt wird (ausser mit QQ, was er auf dem Turn in der Regel bettet).
Alle Zeichen stehen auf bluff River! Deine theoretische Range ist ziemlich merged, weil sie auch die Overpairs enthält. Die Einsteigerstrategie ist es nicht. Der Gegner weiss aber nicht, welche Range du hast. Er sollte auf jeden Fall noch Hände haben, die er foldet (z. B. kleine Pockets, etliche backdoor high Cards vom Flop).
Von der Size her hast du noch etwa potsize übrig. Für deine Valuehände bedeutet das, dass du die alle mit potsize spielst. Sie haben ja nicht viel von Monstern zu befürchten. Deine Bluffes können das genau so machen. Push River!
Theoretisch könntest du auch ein bisschen für Value checkraisen. Insbesondere JJ und Tx. Du hast nicht besonders viele Tx, weil du die am Turn vielleicht gerne bluffst/bettest. Aber nach der Blockbet des Gegners eröffnet sich erneut die Gelegenheit zu einem Bluff per checkraise. Dummerweise blockst du jetzt seine Foldingrange etwas (AJ), aber andere Jx blockst du nicht (KJ). Die KJ sind in der Überzahl und falls der Gegner irgendwelche dummen kleine Bets mit Pockets spielt, weil er sich den Push nicht traut, dann hast du sogar Foldequity gegen die.
Man könnte am Ende also auch checkraise all-in spielen, weil du theoretisch noch JJ und manchmal die Straight als Valuehand haben könntest. Es ist aber schon etwas fancy und es ist nicht sicher, dass der Gegner dir das glaubt. Ich bin mir aber ziemlich sicher, dass diese Bet des Gegners eine eher wacklige Hand ist. Hätte er ein Monster, würde er das einfach pushen.
Das ist der Nachteil von kleinen Bets am River, wenn der Gegner (in diesem Fall du) etwas tricky ist und man nicht genau weiss, was man macht.
Besser wäre aber einfach schon vorher push River gewesen, weil sich Check mit JJ nicht wirklich toll anbietet. Das blockt die möglichen Bets des Gegners mit Jx, daher würde es selten zu einem Checkraise kommen. So kann man streng genommen gar nicht so viel mit einem Checkraise repräsentieren, wenn der Gegner hart nachdenken würde.