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Ich finds ganz gut so.
Preflop raise ich aber auf 12 cent, also 6bb, weil 2 Limper drin sind und auf dem Flop kann man 1/3 Pot Rangebetten, 50% wär wahrscheinlich auch ok, weil noch viele schlechtere Hände callen können, wie Flushdraws z.B.. Wir haben auf dem Board Nut- und Rangevorteil.
Turn kommt der Flush an, was viele Calls auf dem Flop von Villain stark verbessert, da ist der check gut. Bet/fold wäre auch eine Option aber da callt uns nicht mehr viel was schlechter ist, von daher find ich den check besser.
River ändert nicht viel und du hast hier nur noch einen Bluffcatcher aber auf die Size ist das ein easy Fold meiner Meinung nach. Er hat hier eigentlich nicht viele Gründe so groß zu bluffen und wir haben bisher nicht besonders viel in die Hand investiert, da würd ich mir nicht weiter Gedanken machen und einfach folden
Wie Tween. Ich denke 100% genauso.
Man kann sich dem wie immer mit der Logik des Range- und Nutvorteils nähern. Hat man den Rangevorteil, kommt eine Bet in Frage, hat man auch den Nutvorteil, dann kann man etwas polarisierter gross betten (mit einem hohen Anteil an Nuthänden).
Am Flop hat man den Range- und Nutvorteil, aber die Hand ist weder weit oben noch weit unten in der Range. Daher ist eine grosse Bet nicht attraktiv, aber eine Bet kommt sehr in Frage.
Am Turn drehen sich die Verhältnisse um: erstens ist die gegnerische Range am Flop stärker geworden, zweitens hat der Gegner öfter den Flush als wir. Wir haben keinen Rangevorteil mehr und der Nutvorteil ist auch auf den Gegner übergegangen. Die eigene Hand ist marginal geworden. Daher check Turn.
Der Gegner checkt behind, was seine Range kondensiert. Man kann erwarten, dass er viele Nuthände am Turn betten würde. Aber manche mittelstarke Hände wie z. B. Pairs kann er gut checken. Den schwächeren Teil seiner Range könnte er bluffen. Aber die meisten halten sich mit Bluffs zurück, wenn sie keine Nutblocker haben (eine Flushkarte), um das Risiko eines Checkraises zu vermindern, der für einen Draw katastrophal wäre.
Am River kommt eine Blank. Diese Karte trifft keiner. Allerdings hat der Gegner mehr Bluffs in der Range als du, weil er etliche Draws am Turn behind checkt, ausserdem hat er auch top Pairs in der Range. Es fraglich, ob du eine Valuebet hast, denn es ist zu erwarten, dass der Gegner schwächere Pairs foldet und high Cards auf jeden Fall. Für eine Valuebet brauchst du mehr Calls von besseren Händen als von schwächeren.
Andererseits ist deine Hand zu stark für einen Bluff. Die nächstbessere Hand ist top Pair. Das wird kaum folden, wenn du bettest. Ausser vielleicht, wenn du am River bombst. Du hast ja noch Nuthände in der Range, weil du versucht haben könntest, die am Turn zu checkraisen. Bluffes sind aber um so besser, je mehr bessere Hände existieren, die der Gegner folden könnte. Das heisst, geplatzte Draws vom Flop wären viel bessere Bluffes als deine Hand, da geplatzte Draws high Card Hände sind und jedes Pair besser ist. Der Gegner wird eine Q eher folden als einen K.
Du hast aber noch Showdownvalue und gewinnst sowohl gegen check behind als auch gegen eine kleinere Bet. Die grosse Bet polarisiert den Gegner stark. Aus Erfahrung ist es so, dass so gross eher selten geblufft wird. Hier ist das Risiko schon sehr hoch, dass du einer besseren Hand gegenüber stehst. Je niedriger das Limit, desto höher das Risiko. Nur gute Reads würden das Risiko mindern.
Ausserdem kannst du es dir bei grossen Bets auch eher leisten, marginale Hände zu folden. Der Gegner riskiert 27,5 bb für einen Pot von 18,5 bb. Das ist eine 150% Bet. Er hat einen Autoprofit, wenn du in mehr als 60% der Fälle foldest. Bist du in den top 40% deiner Range? Vielleicht, aber höchstens knapp.
Wegen der Pooltendenzen wäre ein Call trotzdem nicht gut.
Bluffes als Checkraises benötigen Blocker für die Callrange. Also z. B. eine Pik und eine Q z. B. (blockt Flushes und KQ). Ist bei dir nicht gegeben, braucht man also nicht darüber nachzudenken. Wäre wohl auch generell ein ziemlicher Punt auf dem Limit, speziell gegen so eine Size.
Bevor irgendwelche Aktionen am Flop stattfinden, spielt man gegen die preflop Range des Gegners. Limp/call ist meistens ziemlich loose und es fehlen die Premiumhände. Wenn der Gegner am Flop callt, dann hat er seinen Trash weggeworfen. Was übrig bleibt, ist stärker als das, was vorher da war. Der Call stärkt die gegnerische Range.
Der Gegner wird am Flop eine Mischung aus Pairs und Draws callen. Da die preflop Range des Gegners weiter ist als die von Hero und insbesondere deutlich mehr suited Hände in der Flushfarbe beinhalten wird, trifft der Gegner den Flush am Turn häufiger als Hero. Hero wird ausserdem am Flop auch Hände betten, die nichts getroffen haben. Hero hat also noch Bluffes/Trash in der Range, der Gegner aber wegen seines Calls am Flop nicht mehr.
Deshalb ist die Range des Gegners am Turn im Schnitt wahrscheinlich stärker als die von Hero. Auf jedenfall nicht viel schwächer. Da der Gegner auch häufiger Flushes trifft, hat der Gegner am Turn den Nutvorteil.
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Bluffes haben zum Ziel, den Gegner bessere Hände folden zu lassen. Wenn wir eine Hand bluffen, die eine high Card Hand ist, dann ist jedes Pair besser und manchmal auch andere high Cards. Bluffen wir jedoch mid Pair top Kicker, dann sind nur top Pairs besser. Um im ersten Fall Erfolg zu haben, genügt es, relativ schwache Hände zum folden zu bringen. Im zweiten Fall muss man schon Hände von hoher absoluter Stärke zum folden bringen. Wenn man schwächere Hände zum folden bringt, erzielt man daraus keinen Gewinn.
Das bedeutet, der Anteil an der gegnerischen Range, der stärker als die eigene Hand ist, ist im ersten Fall deutlich grösser als im zweiten Fall, weil der Gegner weniger top Pairs hat als top Pairs + andere Pairs + high Card Hände. Die benötigte Foldequity ist daher um so leichter zu erzielen, je schwächer die Hand ist, die man blufft.
Damit ein Bluff ausreichend oft Erfolg hat, kommt es auf die Foldequity an. Das ist die Häufigkeit, mit der der Gegner bessere Hände foldet. Die benötigte Foldequity hängt vom Verhältnis zwischen Potgrösse und Betsize ab. Eine Bluff von z. B. halber Potsize riskiert den halben Pot, um den ganzen Pot zu gewinnen und muss in einem aus 3 Fällen erfolgreich sein, damit er break even ist. Ein Bluff von Potsize muss schon in 50% der Fälle erfolgreich sein.
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In niedrigen Limits folden die Spieler weniger, weil sie die Situation schlechter einschätzen können und weil es weniger Geld in Geld kostet (anstatt in bb), sich den Showdown anzuschauen. Je höher die absolute Handstärke des Gegners ist, desto seltener foldet er. Das gilt ganz besonders, wenn der Gegner loose ist. Ein Limper, der den Raise callt, ist im allgemeinen jemand, der über wenig Pokerwissen verfügt. Diese Spieler sind besonders schlecht darin, relative Handstärken einzuschätzen und orientieren sich daher mehr an der absoluten Handstärke. In höheren Limits steigt die durchschnittliche Geschicklichkeit der Spieler, so dass sie besser in der Lage sind, relative Handstärken einzuschätzen. Die wissen auch eher, wie häufig sie auf Grund der Odds den Pot verteidigen müssen und können manchmal sogar Hände von sehr hoher Stärke wegwerfen. Solche Spieler können sich unter Umständen durchaus von top Pair Händen trennen, wenn ihnen eine sehr grosse Bet serviert wird, da der Valueteil der grossen Bet Monster sind, die die top Pairs schlagen.
Wenn Hero eine Overbet spielt, dann ist der Valueteil ein Flush ein Flush oder besser, weil grosse Bets das Bedürfnis haben, nicht zu häufig von besseren Händen gecallt zu werden und die Gegner sich in ihren Calls nach der Betsize richten. Top Pairs und selbst 2-Pairs wären also gegen eine grosse Bet nur noch Hände, die ausschliesslich Bluffs schlagen. Schlechte Spieler sind viel weniger in der Lage, solche Hände zu folden als gute Spieler. In den kleinen Limits haben solche Bluffs daher weniger Erfolg.
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Eine Pooltendenz ist die Einschätzung des Spiels eines durchschnittlichen Spielers im gespielten Limit. Gewagte Bluffs mit Overbets werden in kleinen Limits selten gespielt. In kleinen Limits bedeutet grosse Bet = starke Hand, kleine Bet = alles mögliche. Generell wird in kleinen Limits zu wenig geblufft, vor allem mit grossen Bets. Da die Hand von Hero nur einen Bluff schlägt, die Bet aber gross ist und das Limit klein, ist die Wahrscheinlichkeit für einen Bluff gering. Daher sollte man eine Hand im allgemeinen folden, wenn man eine grosse Bet serviert bekommt und nur noch Bluffs schlägt.
Autoprofit ist eine Situation, wo eine Bet mit zwei beliebigen Karten profitabel ist, weil der Gegner zu oft foldet. In der Hand bettet der Gegner eine Size von 150%. Er risikiert das anderthalbfache des Pots, um den Pot zu gewinnen. Das muss in mindestens 60% der Fälle erfolgreich sein, damit es profitabel ist. 60% * 1 - 40% * 1,5 = 0. Wenn es öfter erfolgreich ist, dann hat erzielt der Gegner mit der Bet automatisch Profit, weil der Pot zu selten verteidigt wird. Wüsste der Gegner, dass man in weniger als 40% der Fälle den Pot verteidigt, dann könnte er zwei beliebige Karten bluffen und erzielt einen Gewinn damit. Das wäre eine Autoprofit Situation.
In der Verteidigung gegen eine Bet orientiert man sich an der Betsize im Verhältnis zum Pot. Daraus ergibt sich, wie häufig man den Pot verteidigen muss, damit der Gegner keinen Autoprofit erzielen kann. Das nennt man minimum defense strategy. In der Regel bedeutet das, dass man die besten Hände callt, weil die die besten Chancen haben, noch vorne zu liegen. Blocker können das beeinflussen. Blocker für Valuehände erhöhen die Chance auf einen Bluff, Blocker für Bluffs erhöhen die Chance auf eine gegnerische Valuehand.
Das gilt aber nur, wenn der Gegner auch tatsächlich genügend Hände blufft. Wenn der Gegner nicht häufig genug blufft, dann muss man sich nicht nach dieser Rechnung richten und foldet alles, was kein Monster ist. Nur diese hätten dann noch Chancen, die gegnerischen Hände häufig genug zu schlagen, damit der Call profitabel ist.
Die Pooltendenz in NL2 ist, dass Overbets zu selten geblufft werden, als dass man sich nach der minimum defense strategy richtet.
-> siehe auch: https://www.pokerstrategy.com/de/forum/thread.php?threadid=1830844