Original von primorac
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Naja, interessant wird es auf jeden Fall, wie sich das ganze entwickelt.
Ebenfalls werden viele BSS losing/breakeven Player Anfang nächsten Jahres merken, dass es nicht nur an den SSSlern lag.
Spannend wird auch die Frage, wie sich der Traffic entwickelt. Man hatte ja schon nach Einführung der 50bb Tische gesehen, dass es den Regs nicht nur um die SSSler geht, und sie sich untereinander auch ohne SSSler nicht spielen, wenn kein Fisch da ist (ich rede von NL1K+; möglich, dass es drunter anders ist). Und ein Tisch mit 2 guten BSS Regs, 2 SSSlern und einem Fisch ist idR für die BSSler besser zu spielen als ein Tisch mit 4 guten BSS Regs und einem Fisch. Von Tischen mit 5 guten BSS Regs möchte ich gar nicht anfangen.
offtopic:
Ich will die ewige Diskussion jetzt nicht wieder neu lostreten, nur eine Frage hat sich mir immer gestellt: Wer hat eigentlich "entschieden", dass nur ein 100bb Stack "richtiges" Poker ist? Warum nicht 20bb, 50bb, 200bb oder 500bb?
Deshalb war mir nie so ganz klar welchen Grund es geben sollte, weiteres gegen SSSler zu unternehmen, solange man verschieden deepe Tische anbietet. Dann darf jeder Fisch entscheiden an welchen Tischen er spielen will, und jeder muß das akzeptieren und sich entsprechend anpassen.
offtopic Ende.
Letztlich war es nur eine Frage der Zeit und mußte irgendwann so kommen. Die allerbesten SSSler (ich rede hier von 10-20 Spielern weltweit und Pokerraum übergreifend) werden aber dadurch auch nicht untergehen. Jeder der sich so intensiv Gedanken gemacht hat und so viel Arbeit in Theorie gesteckt hat, wird in relativ kurzer Zeit auch in jeder anderen Variante zum winning Player, aber viele "Chart-Ableser" werden jetzt draufgehen.
R.I.P. SSS
War schön mit dir.
lG
Primorac
Ich zitiere einfach mal meinen ersten Post, damit ich mich nicht wiederholen muß. Der enthält eigentlich alles was ich zu dem Thema zu sagen habe. Hier noch einige Ergänzungen zu Dingen, die ich von manchen Usern hier gelesen habe.
Zuallererst muß ich sagen, dass ich die ganzen Beleidigungen völlig unangebracht finde. Wir sind doch alle keine Kinder mehr (und, Ja, ich sehe "Ratte" auch als Beleidigung an).
Einige Fakten muß man aber einfach mal klarstellen:
- Ein BSSler versteht in der Regel mehr vom Spiel als ein SSSler auf dem gleichen Limit. Das ist einfach so.
- Ein BSSler versteht nicht zwingend mehr vom Spiel als ein SSSler mit gleicher Bankroll (idR 2-3 Limits Differenz)
- Wer hat eigentlich als Erster die ganzen Zahlen in den Raum geworfen wie viele SSSler Winning- bzw. Losing-Player sind? Ich lese da immer 90%, 95%, 99% losing player. Ich denke da täuschen sich manche ganz gewaltig.
- Jeder Spieler der mit Rakeback/Boni im Plus ist, ist ein winning player. Er schlägt den Rake. Und wenn Pokerplattformen sich dazu entschließen, den Rake eben nicht bei 5% zu lassen, sondern ihn durch Rakeback/Boni auf effektiv 4%,3%, oder was auch immer zu senken, das ist man eben winning player wenn man diesen angepassten Rake schlägt. Wer dies nicht tut, geht früher oder später broke.
- Die iPoker Anpassungen finde ich in diesem Zusammenhang gut, denn man sollte natürlich nur Rakeback kriegen für Rake welchen man auch selbst produziert hat.
- Die HU Herausforderungen sind lächerlich. Natürlich wird ein FR/SH SSSler ein HU Match mit 100bb schlechter beherrschen können als ein BSS HU Spieler. Der SSSler erlangt seine Winnings ja unter anderem aufgrund der unterschiedlichen Stacksizes am Tisch, die sein Spiel erst richtig profitabel machen. Den ganzen "HU-Schreiern" kann ich trotzdem nur wärmstens ein paar HU Partien mit 20bb Stack gegen Leute wie Fifty-Fifty, Jarostrategy, Ingolpoker, ... ans Herz legen. Ich bin mir recht sicher sie würden es mit Freuden auf jedem Limit eurer Wahl annehmen. Und die effektive Stacksize ist ja dann für beide gleich.
Überhaupt ist es sehr auffällig dass die wirklich guten Spieler (Cyde, Sleyde, etc.) nicht diejenigen sind, die sich hier aufspielen als wären sie die Pokergötter. Es sind immer irgendwelche random NL10-400 Spieler.
- Ich hab's immer so gehalten, dass ich mir Kritik von Leuten gefallen lies, die wirklich nachweislich besser waren als ich. Und ich denke das korrelierte halbwegs gut damit, ob deren "Bigstack" größer war als mein "Shortstack".
- Man kann Poker profitabel mit jeder Stacksize, an jedem Tisch, gegen beliebig viele Gegner, ob 1 oder 9, immer profitabel spielen. Man muß nur wissen wie.
- Manche SSSler haben einfach sehr viel Zeit, Arbeit und Mühe in Theorie investiert um ihr Preflop- und Flopspiel zu perfektionieren. Wahrscheinlich mehr als viele BSSler auf 4 Streets verteilt. Natürlich ist es ärgerlich wenn man jetzt mit einer neuen Stacksize nochmal von vorne anfangen muß. Wenn man plötzlich die Tische auf 65bb max buy-in ummstellen würde, dann würden sich doch auch viele ärgern, weil sie ihr Spiel in großen Teilen umstellen müßten, oder nicht?
- Andere SSSler fühlen sich einfach ihrer Einnahmequelle beraubt. Auch das ist irgendwie nachvollziehbar.
Es bleibt für mich immernoch die offtopic Frage aus meinem ersten Post unbeantwortet:
"Solange man ausreichend Tische mit verschiedenen Mindest- und Höchst-Buy-ins anbietet, und sich jeder Spieler (egal ob Fisch, Regular, Shortstack Bigstack oder Midstack) selbst aussuchen kann an welchem Tisch er spielen möchte; Welchen Grund gibt es dann, weitere Maßnahmen gegen SSSler beim NL-Holdem (dessen Besonderheit und Einzigartigkeit ja u.a. beinhaltet, dass man zu jeder Zeit all seine Chips setzen kann) zu unternehmen? Wer hat zu entscheiden, ob ein 100bb buy-in "besser" oder "richtiger" ist als als ein 20bb, 50bb, oder 500bb buy-in?"
lG
Primorac