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Eddy Scharf - Strategen im Strampelanzug

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Marvl
Beigetreten: 13.03.2005
Elite Grinder

Original von Marvl
Gar nicht drauf eingehen...

Egal, was für'n Stuss du auch immer erzählt haben magst.
Dieser asoziale Facepalm-Baby-Diskussionsstil ist einfach nervig.

Im Klassenzimmer trauen sie sich nicht, alles nieder zu furzen, im Internet fühlen sie sich stark.

:facepalm:


Antwort
Zitat
MrPGrey
Beigetreten: 27.08.2008
Oldschool Grinder

Ich entnehme dies nur den letzten Seiten hier.

Laut denen darf man sich als Gewerbebetreiber ja einiges von der Steuer absetzen , unter Anderem Hotels/Reisekosten und Buyins (siehe Vgl. mit Schachprofis, die sich das ebenfalls absetzen lassen).

Da man nun Poker ebenfalls in DE als Gewerbe ansehen KANN, lassen sich die o.g. Dinge nun absetzen, sofern man sich als Pro deklariert.

Sprich, man zeigt seine bisherigen Gewinne, lässt die sich versteuern , jedoch hat man die Möglichkeit nun die o.g. Dinge dauerhaft "for free" vom Staat zu bekommen.

Ich ziehe die Schlüsse nur aus dem Vgl. mit den Schachpros vor ein paar Seiten, die laut dem Post ebenfalls Reisen etc. haben absetzen lassen...

mfg


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Zitat
Altonase
Beigetreten: 27.07.2006
Oldschool Grinder

Original von Tandor1973
Ich verstehe immer noch nicht wieso man sich dann unendlich Turnier Buyins und Reise/Hotelkosten leisten kann. Vielleicht solltest du das noch mal erläutern.

Naja, das funktioniert wie gewerblicher Autohandel - ich lasse mir einfach vom Staat ganz viele Autos bezahlen ("von der Steuer absetzen") und verkaufe dann ein paar davon weiter. Da kann ich gar nicht verlieren bei!


Antwort
Zitat

Original von Funkmaster

Original von Muffin
Ist es nicht die Aufgabe des Gerichts bzw. Finanzamtes zu beweisen das es kein Glücksspiel ist?
Und im Zweifel für den Angeklagten gilt anscheinend nur fürs Strafrecht?

Eddy war der Kläger, nicht der Angeklagte.

Würde diesen Zusammenhang für mich mal näher unter die Lupe nehmen.

Wie wäre denn der Fall, wenn Hr. Scharf nicht geklagt hätte, sondern das FA über richterlicher Instanz(oder was auch immer k.A.) versucht hätte, die Steuern("wenn") einzuziehen? Dann hätte das FA in die Beweispflicht gehen müssen, ist das korrekt?
Das FA hätte somit die Erklärung abgeben müssen, was und wie die Sachlage bzw. die Fakten beim Pokern/Erwerb sein "müssten" aber den Umständen nicht gerecht werden würde.
Hr. Scharf hätte hier in der Verteigerrolle doch mehrere Beweise erbringen müssen, um die haltlosen Argumente(ich bin mal so frei und gehe davon aus) von seitens des FA zu entkräften. Wäre die Verteitigerrolle in diesem Fall, nicht besser gewesen, da das oben in diesem Zusammenhang so rüber kommt?

Wäre schön, wenn´s mir jemand erklären könnte, da mich das interessiert.

a.s.. geh pennen


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Zitat
fw16
Beigetreten: 31.10.2007
Oldschool Grinder

Original von MrPGrey
Vor Facepalming bitte den Denkfehler aufzeigen !

Eigentlich ist es so blöde, dass man das nicht erläutern muss. Der Staat zahlt nichts, es sei denn du bekommst Sozialtransfers oder andere Leistungen wie Kindergeld. Was du wohl falsch verstehst, ist, dass man Verluste absetzen kann. Das Wort absetzen heißt aber halt, dass man das von den Gewinnen abziehen kann, so dass sich die zu versteuernde Summe reduziert. Wenn man allerdings keine Gewinne einfährt, kann man auch keine Steuerlast mindern, man hat letztendlich nur Verluste.

@Marvl: Das letzte Mal als ich ein Klassenzimmer von innen gesehen habe, haben hier viele User noch in die Windeln gemacht.


Antwort
Zitat

Original von Altonase
Naja, das funktioniert wie gewerblicher Autohandel - ich lasse mir einfach vom Staat ganz viele Autos bezahlen ("von der Steuer absetzen") und verkaufe dann ein paar davon weiter. Da kann ich gar nicht verlieren bei!

Ach so geht das. Na dann werde ich Autohändler, oder ne Immobilienhändler

@MrPGrey
Nur weil du etwas von der Steuer absetzen kannst musst du es immer noch selber bezahlen, sonst wären wohl deutlich mehr Leute selbständig.

Beispielrechnung:
100k Einnahmen/Jahr
40k Unkosten die abgesetzt werden können

= 60k zu versteundes Einkommen
geschenkt wird dir dabei nichts


Antwort
Zitat
MrPGrey
Beigetreten: 27.08.2008
Oldschool Grinder

Na bitte, der Post von Tandor klärt das.

"
Ich weiß sicher, dass Schachspieler ihre Turniergewinne versteuern müssen, und es müssen nicht mal Profis sein.
Spiel selber 2. BL und kenne einige GM und IM, die nen normalen Job haben (also keine Profi-Schachspieler sind) und nebenbei ca. 3-6 Turniere im Jahr spielen. Müssen alles versteuern was sie gewinnen, Reise- und Hotelkosten können sie natürlich absetzen. "

Der Post brachte mich darauf, und dass man Verluste versteuern kann, war mir EBEN DOCH klar. Es ging mir einzig und allein um die Reise-etc.-Kosten.

mfg


Antwort
Zitat

Original von Marsianer

Original von Funkmaster

Original von Muffin
Ist es nicht die Aufgabe des Gerichts bzw. Finanzamtes zu beweisen das es kein Glücksspiel ist?
Und im Zweifel für den Angeklagten gilt anscheinend nur fürs Strafrecht?

Eddy war der Kläger, nicht der Angeklagte.

Würde diesen Zusammenhang für mich mal näher unter die Lupe nehmen.

Wie wäre denn der Fall, wenn Hr. Scharf nicht geklagt hätte, sondern das FA über richterlicher Instanz(oder was auch immer k.A.) versucht hätte, die Steuern("wenn") einzuziehen? Dann hätte das FA in die Beweispflicht gehen müssen, ist das korrekt?
Das FA hätte somit die Erklärung abgeben müssen, was und wie die Sachlage bzw. die Fakten beim Pokern/Erwerb sein "müssten" aber den Umständen nicht gerecht werden würde.
Hr. Scharf hätte hier in der Verteigerrolle doch mehrere Beweise erbringen müssen, um die haltlosen Argumente(ich bin mal so frei und gehe davon aus) von seitens des FA zu entkräften. Wäre die Verteitigerrolle in diesem Fall, nicht besser gewesen, da das oben in diesem Zusammenhang so rüber kommt?

Wäre schön, wenn´s mir jemand erklären könnte, da mich das interessiert.

a.s.. geh pennen

Das läuft leider anders: du kriegst Bescheid vom FA dass du (in dem Fall) paar hundertausen Euro Steuern nachzahlen sollst. Dann kannst du entweder zahlen, oder klagen und hoffen dass das Gericht den Bescheid aufhebt.

Dass sowohl das Gericht, das Finanzamt und der Anwalt von Herrn Scharf mit seiner Strategie kein gutes Bild gemacht haben, steht auf einem anderen Blatt.


Antwort
Zitat
lolyourmama
Beigetreten: 11.07.2009
PokerStrategist

Original von infiniteDonkey

Dass sowohl das Gericht, das Finanzamt und der Anwalt von Herrn Scharf mit seiner Strategie kein gutes Bild gemacht haben, steht auf einem anderen Blatt.

worauf basieren deine annahmen?


Antwort
Zitat
SonMokuh
Beigetreten: 21.04.2010
Oldschool Grinder
Spoiler

Original von 88tobinho
Hab mir die farce vor ort angeschaut und muss sagen,ich war schockiert....kam mir vor wie in einer bananenrepublik
die richterin hat ganz am anfang schon gesagt "aber nur glück war das doch nicht "...
und " sie haben wohl das glück des tüchtigen ,wie man so schön sagt"
Außerdem dachte ich eig beim pokern kann man mit relativ wenig arbeit relativ viel geld verdienen,als staatsanwalt kriegt man es wohl hinterhergeworfen.zuerst wurden die schriftlichen aussagen vorgelesen.die daten von der staatsanwaltschaft waren tlw faktisch nachweislich falsch und die ganze argumentation war einfachnurschlecht.der staatsanwalt ist dann auhc nihct weiter darauf eingegangen,als kazemi oder eddy die argument widerlegt haben und man hatte das gefühl,als ob er einfach schon aufgegeben hat.war auch tlw comedy:
-da wurde behauptet nach 1k hands sei das glück immer auzsgeglichen
-das man 95% zu 5% situationen verliert ist keine große ausnahme sondern eher die regel (lol)
-lotto hat eine ähnliche geschicklichkeitskomponente,da man ,wenn man 7 zahlen
ankreuzt nicht gewinnen kann
-wenn gute spieler gg adere gute spieler spielen,dann ist da weniger glück dabei
usw
bin mir halt zu 100% sicher,dass das urteil schon vor der "verhandlung" feststand.die "begründung"war dann die krönung des ganzen und hat ihren namen nicht verdient.
hab auch keine große hoffnung bei der revision....wenn so etwas lächerliches schon reicht dann hat man gg eine normale argumentation keine chance.

Die Ahnungslosigkeit, die dabei erkennbar wird, ist echt unglaublich. Dass die Varianz sinkt, wenn mehr gute Spieler dabei sind, ist halt so ein rießen Unsinn. Haben die da niemanden, der sich mit der Thematik auskennt? Da fällt mir echt nix mehr dazu ein. Bananenrepublik ist echt der passende Begriff :f_mad:
Imo fährt Eddy aber auch die falsche Strategie. Als professioneller & erfolgreicher Spieler mit 20 Jahren Erfahrung, kann man einfach nicht behaupten, dass alles Glück war. Er weiß doch selbst, dass das Unsinn ist.


Antwort
Zitat
xVdVx
Beigetreten: 27.12.2007
Oldschool Grinder

Original von SonMokuh
Imo fährt Eddy aber auch die falsche Strategie. Als professioneller & erfolgreicher Spieler mit 20 Jahren Erfahrung, kann man einfach nicht behaupten, dass alles Glück war. Er weiß doch selbst, dass das Unsinn ist.

Ja, ja, wie der Trotz eines kleinen Kindes, dem man sein Lieblingsspielzeug weggenommen hat. Dass man mit dieser Strategie nichts bewirkt war wohl vorher klar. Nur tut sich für den "Staat" noch keine Lösung auf, die nachvollziehbar erscheint.


Antwort
Zitat

Original von MrPGrey
Soweit ich verstanden hab, muss man ja nur seine Gewinne bei Pokertours versteuern (etwas anderes zu versteuern ist ja unmöglich).

Wenn man sich nun als Pokerpro deklariert (Bedingungen müssten ja hierfür geschaffen werden, aber NL50+ sollte reichen, schließlich sind 10Stacks hier schon = 400€-Job).

Wenn man nun seine Onlinegewinne versteuern suckt es zwar, aber dafür kann man sich ja unendlich Reisen/Tourbuyins/Hotels leisten und als halbwegs guter Spieler kommt man ja iwann itm oder runnt deep.

Sprich: Longterm kann man ja eig. nie loosing sein, sondern iwann kriegt man nen netten kleinen Boost, unter Umständen nen großen ;).

Und solang man das als Gewerbetätigkeit deklariert, kann der Staat nix machen außer zahlen or?

mfg

Was soll der Staat denn da zahlen? Der zahlt gar nix. Der erlaubt dir, bei einem Gewerbe auch deine Kosten geltend zu machen. D.h. wenn du 200.000 gewinnst aber dafür 160.000 ausgeben musstest, zahlst ganz stark vereinfacht erstmal Gewerbesteuer auf die 40.000 und dann Einkommensteuer auf den Rest. Die 160 musst du HABEN, davon kriegst du nix gesponsert.

Die Ahnungslosigkeit, die dabei erkennbar wird, ist echt unglaublich. Dass die Varianz sinkt, wenn mehr gute Spieler dabei sind, ist halt so ein rießen Unsinn. Haben die da niemanden, der sich mit der Thematik auskennt? Da fällt mir echt nix mehr dazu ein. Bananenrepublik ist echt der passende Begriff fish mad

Insgesamt sind diese Argumente eigentlich ziemlich irrelevant... Es geht eigentlich nur darum, ob man etwas tun kann, um besser zu gewinnen und das ist mit den richtigen Entscheidungen ja durchaus möglich. Sonst gäbe es diese Seite wohl kaum und keine Winningplayer. Wie stark eine Varianz ist, ist da auch ziemlich irrelevant, solange sie nicht klar ist wie beim Roulette, d.h. mit einem Erwartungswert der immer negativ ist. Geht man vom "Fundamental theorem of poker" von Sklansky aus, kriegt man sein Geld durch die Fehler anderer. Der entscheidende Skill ist, weniger Fehler zu machen. Da man Fehler machen kann, die entscheiden zwischen Gewinn oder Verlust, hat man eigentlich kaum eine Chance, Poker als Glücksspiel bezeichnen zu lassen. Ausser man will es eben fürs antiquierte Strafrecht beschreiben lassen, denn Realität und Gesetze sind nicht voneinander abhängig. Ein völlig unsinniges Gesetz ist gültig, auch wenn es keinen Sinn macht, solange es nicht entsprechend kassiert wird...

D.h. würde ich sagen, egal wie Bananenrepublikanisch wir hier sind, die reelle Entscheidung ist Poker hat eine Skill Komponente. Und deswegen hat er keine Chance vor Gericht.


Antwort
Zitat
bigpimponline
Beigetreten: 15.08.2006
Elite Grinder

Original von Shiyanying

D.h. würde ich sagen, egal wie Bananenrepublikanisch wir hier sind, die reelle Entscheidung ist Poker hat eine Skill Komponente. Und deswegen hat er keine Chance vor Gericht.

Das würde doch jeder so respektieren, wenns ne konsistente Entscheidung wäre. Das gilt nun mal für jeden am Tisch, und nicht nur für den guten Spieler. Und da fängt der Unsinn an, das man uns überall wo es geht Steine in den Weg legt, aber sich die Rosinen rauspickt. Das ist Willkür. Das ist Bananenrepublik!


Antwort
Zitat

Original von bigpimponline

Original von Shiyanying

D.h. würde ich sagen, egal wie Bananenrepublikanisch wir hier sind, die reelle Entscheidung ist Poker hat eine Skill Komponente. Und deswegen hat er keine Chance vor Gericht.

Das würde doch jeder so respektieren, wenns ne konsistente Entscheidung wäre. Das gilt nun mal für jeden am Tisch, und nicht nur für den guten Spieler. Und da fängt der Unsinn an, das man uns überall wo es geht Steine in den Weg legt, aber sich die Rosinen rauspickt. Das ist Willkür. Das ist Bananenrepublik!

Stimme ich zu. Es ist ja auch so, dass man sich fragen muss, inwieweit eine Verfolgung beispielsweise wirtschaftlich ist.

Kleinunternehmen werden beispielsweise auch sehr, sehr selten geprüft, Mittelständler öfters. Grund ist einfach der zu erwartende Ertrag nach Steuerprüfung.
Nen kleinen Durchschnittspieler zu prüfen ist schwierig. Jemanden, der auf vielen offiziellen Listen mit Preisgeldern aufgezeigt wird, nicht.

D.h. die GESETZE gelten für jeden, ob das Finanzamt nun aber prüft ist unter Umständen eben Glückssache.


Antwort
Zitat
limpinbarney
Beigetreten: 12.02.2009
BlackMember

Original von Shiyanying

D.h. würde ich sagen, egal wie Bananenrepublikanisch wir hier sind, die reelle Entscheidung ist Poker hat eine Skill Komponente. Und deswegen hat er keine Chance vor Gericht.

DAS ist genau der springende Punkt. Das Gericht sagt doch im Endeffekt, daß Poker für gewisse Menschen ein Geschicklichkeitsspiel sein kann, für den Durchschnittsspieler (sprich der keinerlei Ahnung hat) aber ein Glücksspiel ist.

Irgendwelche kruden Behauptungen des FA wie nach 1k Händen gleicht sich das Glück aus, spielen dabei keine Rolle. Der wissentschaftliche Beweis, daß Poker ein Skill- oder Glücksspiel ist, steht ja afaik noch aus. Deswegen stützt man sich auf empirische Ergebnisse (was gegen Eddys Argumentation läuft).

Kazemi sagt, es gewinnen immer mal komplett unbekannte Leute Turniere. Ist das denn so? Imo nicht haltbar, wenn man mal genauer hinschaut. Die meisten mögen zwar noch kein LiveMTT vorher gewonnen haben, aber sind online erfolgreich. Sonst könnten sich 25-jährige ja wohl niemals solche buyins leisten (auch mit Staking).
Und es gibt (wie das Gericht richtig festgestellt hat) "Stars" in der Szene, die schon seit Jahren erfolgreich sind.

Auch seine Anzweifelung der Hendon Mob ist vöölig irrelevant. Er muss die Höhe seiner Winnings nachweisen, nicht das FA. Die schätzen nur.

Das mag zwar alles nicht fair sein, aber so ist das nunmal bei uns.

Imo hat Eddy der Community mit seiner Line einen Gefallen getan, sich selbst aber nicht. Da wäre ich (wie Kazemi es bei seinen anderen Klienten idR tut) mit dem Argument Hobby gekommen. Das wäre wohl einfacher nachzuweisen gewesen, auch wenn sein Status als FTP Pro und diverse TV-Auftritte (DSF Pokerschule) da gegen ihn sprechen.


Antwort
Zitat
epicRR
Beigetreten: 31.12.2009
Poker Player

Original von limpinbarney

Original von Shiyanying

D.h. würde ich sagen, egal wie Bananenrepublikanisch wir hier sind, die reelle Entscheidung ist Poker hat eine Skill Komponente. Und deswegen hat er keine Chance vor Gericht.

DAS ist genau der springende Punkt. Das Gericht sagt doch im Endeffekt, daß Poker für gewisse Menschen ein Geschicklichkeitsspiel sein kann, für den Durchschnittsspieler (sprich der keinerlei Ahnung hat) aber ein Glücksspiel ist.

Irgendwelche kruden Behauptungen des FA wie nach 1k Händen gleicht sich das Glück aus, spielen dabei keine Rolle. Der wissentschaftliche Beweis, daß Poker ein Skill- oder Glücksspiel ist, steht ja afaik noch aus. Deswegen stützt man sich auf empirische Ergebnisse (was gegen Eddys Argumentation läuft).

Kazemi sagt, es gewinnen immer mal komplett unbekannte Leute Turniere. Ist das denn so? Imo nicht haltbar, wenn man mal genauer hinschaut. Die meisten mögen zwar noch kein LiveMTT vorher gewonnen haben, aber sind online erfolgreich. Sonst könnten sich 25-jährige ja wohl niemals solche buyins leisten (auch mit Staking).
Und es gibt (wie das Gericht richtig festgestellt hat) "Stars" in der Szene, die schon seit Jahren erfolgreich sind.

Auch seine Anzweifelung der Hendon Mob ist vöölig irrelevant. Er muss die Höhe seiner Winnings nachweisen, nicht das FA. Die schätzen nur.

Das mag zwar alles nicht fair sein, aber so ist das nunmal bei uns.

Imo hat Eddy der Community mit seiner Line einen Gefallen getan, sich selbst aber nicht. Da wäre ich (wie Kazemi es bei seinen anderen Klienten idR tut) mit dem Argument Hobby gekommen. Das wäre wohl einfacher nachzuweisen gewesen, auch wenn sein Status als FTP Pro und diverse TV-Auftritte (DSF Pokerschule) da gegen ihn sprechen.

Werden sich wohl kaum kurz vor der Gerichtsverhandlung auf nen Plan geeinigt haben. Denke einfach dass der Argumentationsweg "Hobby-Spieler" in dem Fall Scharf schlichtweg aussichtslos war und sie somit einen anderen einschlagen mussten.
Hoffe dass es (sehr) bald feste Informationen und Entscheidungen des Landes aus gibt an denen sich die Spieler orientieren können.

Sollen sie halt das ganze legalisieren und Steuern drauf erheben. Hauptsache man tappt nicht noch 2 weitere Jahre im Dunkeln.


Antwort
Zitat

DAS ist genau der springende Punkt. Das Gericht sagt doch im Endeffekt, daß Poker für gewisse Menschen ein Geschicklichkeitsspiel sein kann, für den Durchschnittsspieler (sprich der keinerlei Ahnung hat) aber ein Glücksspiel ist.

Hab gerade mal wegen Liebhaberei geschaut und diese Antwort hier gefunden:

Um Liebhaberei handelt es sich dann, wenn ein Unternehmen nicht nach allgemeinen betriebswirtschaftlichen Grundsätzen arbeitet und es über seine gesamte Lebensdauer keinen Gewinn erzielt, der so genannte Totalgewinn also negativ ist. Äußerst wichtig, um die selbstständige Tätigkeit steuerlich berücksichtigen zu können, ist für das Finanzamt die Gewinnerzielungsabsicht. Bei Verlusten sollten deren Ursachen analysiert und die Reaktionen sowie die eingeleiteten Maßnahmen gegenüber dem Finanzamt dokumentiert werden.

D.h. wenn es Gewinn macht, ist es wohl kein Hobby mehr. D.h. wenn du verlierst und in Kauf nimmst, Liebhaberei, machst du auf lange Sicht Gewinn, dann Gewerbe.

Das macht irgendwo Sinn. Weil jahrelang Verluste beim Pokern machen und drauf scheissen, obwohl man nicht besser wird? Hört sich für mich entweder nach Spielsucht oder Hobby an


Antwort
Zitat
McSeafield
Beigetreten: 04.02.2007
Poker Player

Für die einkommensteuerrechtliche Beurteilung ist aus meiner Sicht wie folgt zu differenzieren:

- reine Glücksspiele (wie Lotto und Roulette)

- gemische Spiele bei denen der Geschicklichkeitsfaktor überwiegt (wie Skat) bei denen es zwar auch Zufälle gibt, bei denen es aber nur ein begrenztes und überschaubares Verlustrisiko um des Entgelts willen gibt und bei denen über eine gewisse Dauer letztlich der gewinnt, der über die besseren Fertigkeiten verfügt (s. Skatspieler-Urteil. Da war ein Croupier "Berufskartenspieler" betroffen, der mit Skat seine Einkünfte erzielte)

- gemischte Spiele bei denen der Zufallsfaktor überwiegt (wie Poker), bei denen zwar das Geschick eine wichtige Rolle spielt (sich die Fähigkeiten der Spieler oder Edges weitgehend ausgleichen), bei denen aber der Spieler nach objektivierender Beurteilung ein überhöhtes Verlustrisiko hinnimmt, um ein privates Spiel-, Sport- oder Wettbedürfnis zu befriedigen, und nur höchst unsichere Gewinne zu erwarten sind.

- Glücksspiele, bei denen Spieler mit gezinkten Karten, Colluding, Multi-Accounting, Super-User-Accounts, colluding Bots (oder auch beim Roulette mit bestimmten Tricks) usw. mit betrügerischen Methoden ihr Geld verdienen. ("Falschspieler", "Trickbetrüger").

Fairer Poker kann nicht steuerpflichtig sein, wenn bei diesem Spiel weit mehr als 95% aller Spieler verlieren. Wenn man die Betrachtung ausschließlich auf Poker-Pros ("Berufskarten-Glücksspieler") bezieht, ist aus meiner Sicht zu erwarten, daß auch der überwiegende Anteil der Berufsspieler auf Dauer Opfer der Varianz sein wird und sie am Ende ihrer Karriere einen sehr hohen Verlust haben werden (weil die Standardabweichung beim Poker immer und ständig xx-fach - zweistellig bis zum 50-fachen) größer ist als der marginale ungewisse (in aller Regel rakebedingt negative) Erwartungswert (solange wir hier nur von fairen Poker reden).

Aufgrund des steuerlichen Gleichbehandlungsgrundsatzes müssen alle Pokerspieler gleich behandelt werden. Es geht nicht, daß man sich nur die heraussucht, die am Ende eines mehrjährigen Zufallsprozesses mit positiven Einkünften noch überlebt haben (survivor- und selection bias).

Solange in Deutschland diese Differenzierung in der Rechtsprechung noch nicht klar herausgearbeitet wurde, sollten alle deutschen Pokerspieler aus meiner Sicht bis zu letzten Instanz klagen und sich vom Fiskus nichts gefallen lassen. Auf die Abgrenzung zwischen Berufsspielern und Hobbyspielern kommt es imo beim Poker nicht entscheidend an. (anders vermutlich aber beim Skat).

Anmerkung: Die private Spiel- und Wettleidenschaft (Spielbedürfnis) findet beim Poker in der Konsumsphäre statt. Von Liebhaberei redet man im Steuerrecht eigentlich nur, wenn ein Gewerbebetrieb unzweifelhaft vorliegt, aber über die Totalperiode hinweg nie positive Einkünfte erzielt werden.


Antwort
Zitat

siehe dazu die steuerechtliche definition von glückspielgewinnen:

Definition Glückspielgewinn:
Als Spielgewinne (Glücksspielgewinne) werden nach dem deutschen Steuerrecht die Gewinne, die beim Lotto oder beim Toto, bei den Sportwetten oder bei der Lotterie erzielbar sind, sowie die Roulettegewinne und die Geldgewinne an den Geldautomaten, definiert. Beim Thema Glücksspiel stellt sich jeder automatisch die Frage, ob der Spielgewinn versteuert werden muss und wenn, wie die Steuer ermittelt wird

von: http://www.foerderland.de/Steuerlexikon/S/463/Spielgewinne-Gluecksspielgewinne/

Weiter:
Unter »reinen« Glücksspielen werden in der Rspr. des BFH sodann verstanden: Lotto, Toto oder Roulette (vgl. z.B. BFH Urteil vom 16.9.1970, BStBl II 1970, 865, unter 1.; BFH Urteil vom 3.10.1989, BStBl II 1990, 319).

von: http://www.smartsteuer.de/portal/lexikon/G/Gluecksspiel-Gewinne.html#D063099200003

keine ahnung ob es noch neuere urteile gibt


Antwort
Zitat

Original von Shiyanying
Bei Verlusten sollten deren Ursachen analysiert und die Reaktionen sowie die eingeleiteten Maßnahmen gegenüber dem Finanzamt dokumentiert werden.

Stelle ich mir witzig vor wie der Zahnarzt der Poker Fish ist, das aber von der Steuer absetzt, dem Finanzbeamten erklärt wie er an seinem Spiel arbeitet um besser zu werden.

Da wäre ich gerne mal dabei


Antwort
Zitat
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