Original von aporiano
Original von Xenomystus
QQ würde ich da normalerweise easy weglegen zumindest wenn ich glaube eine Edge gegen den durchschnittlichen WSOP Spieler zu haben.
Ich nicht, ich nutze hier lieber die Möglichkeit, direkt in der ersten Hand zu verdoppeln und die Gegner, auf die ich mir eine Edge einrechne, ab sofort als Bigstack zu bullyen
Und da liegt IMO des Pudels K(e/o)rn:
Dass man an Poker an sich durchaus mathematisch (odds&outs, Erwartungswert, Range usw.) rangehen KANN, bestreitet wohl keine der beiden Seiten.
Der individuelle Punkt ist doch, WANN setze ich die Mathematik ein?
Einige stehen auf dem rigorosen Standpunkt: IMMER
Sicher gibt es dafür gute Gründe. Longterm der winner sein, Geld verdienen, Turniere und damit Prestige gewinnen usw.
Andere stehe auf dem Standpunkt: NACH BEDARF
Und es gibt durchaus nachvollziehbare Gründe, die Mathematik situationsbedingt mal völlig zu ignorieren.
Ich finde das Beispiel mit der QQ-Hand sehr spannend. Mathematisch ein instacall. Aber individuell? Hm?
Ich habe versucht mich mal in diese Situation hineinzuversetzen. Schwierig. (Ich spiele nicht viele Turniere...). Aber ich kann mir durchaus vorstellen, hier zu folden. Weil in dem Augenblick andere Prioritäten für mich gelten. Will ich wirklich in der ersten Hand mein Turnier riskieren? Wohlgemerkt: Wir befinden uns gerade NICHT im Internet! Ich kann da eben nicht kurz klicken und das nächste Turnier starten.
Und da kommt dann auch das Thema "Strategie" ins Spiel. (IMO war das auch ein Teil von Korns Argumentation?) Die Strategie kann doch durchaus sein, erstmal ein wenig abzuwarten, bis sich andere aus dem Turnier geschossen haben. Nicht umsonst ist ja auch die SNG-Strategie von PS.de in mehrere "Phasen" aufgeteilt. Mit unterschiedlichen Vorgehensweisen - obwohl die Mathematik in allen Phasen doch die gleiche ist?
Mir ist nur momentan nicht ganz klar, warum die beiden "Extrem-Gruppen" hier so wenig Verständnis füreinander aufbringen? Warum können die "Mathematiker" nicht akzeptieren, dass es strategisch durchaus sinnvoll sein kann, die Mathematik mal vorübergehend zu ignorieren?
Und warum kann Eddy nicht akzeptieren, dass die Mathematiker eben die "Strategie" verfolgen, nie auf Mathematik zu verzichten? (Herr Scharf, Ihre Wortwahl, Formulierungen und Verallgemeinerungen sind dabei jedoch recht unangemessen...)
Und gibt es bei diesen unterschiedlichen Strategien ein "richtig" oder "falsch"?
Meiner Meinung nach: NEIN.
Beide sind auf ihre Art wohl erfolgreich. Wofür sich jeder entscheidet: Seine Sache.
Nun mein "Senf zum Ursprung":
Herr Scharf, was mir an ihrem Artikel grundsätzlich missfällt: Ich verstehe ihn nicht.
Was wollen Sie mir/anderen damit eigentlich sagen? Dass es Ihnen missfällt, dass "Strategen im Strampelanzug" eine eigene Meinung haben und diese vertreten/diskutieren? Dass diese "Strategen" ein anderes Verständnis/eine andere Strategie von/für Poker haben?
Dass es unglaublich ist, dass jemand das Buch von Gus Hansen nicht "megageil" findet?
Was ist "lernresistent"? Dass man Ihr Verständnis von Poker nicht teilt?
Meine Interpretation bis dato: Sie prügeln sinnlos und geistlos (noch schlimmer: undifferenziert!) auf eine Gruppe ein.
Ich liege falsch? Dann helfen Sie mir auf die Sprünge.
Ach ja:
Ich zitiere: "...da setzt sich ein „Moderator“ (keine Ahnung was das sein soll)..."
Tipp: Sie dürfen FRAGEN, wenn Sie etwas nicht wissen oder verstehen. Ist hier keine Schande. Dazu sind solche Foren da. Hier wird Ihnen - wie anderen Ratsuchenden auch - gerne geholfen. Die Antwort muss Ihnen natürlich nicht gefallen. So tolerant sind wir "Internetkiddies" schon, dass wir das akzeptieren würden. Sie dürfen hier eine eigene Meinung haben und vertreten.
Und ja: Ich bin ein blutiger Poker-Anfänger mit einer absoluten minibankroll. Aber auch ich darf hier eine Meinung haben und mitdiskutieren. Ich werde hier nicht anhand meiner bankroll beurteilt und abgestempelt (jedenfalls nicht von allen). Mir wird sogar geantwortet. Wie würde es mir ergehen, wenn ich das "live" mit Ihnen an einem Tisch machen würde? Gäben Sie mir die Chance zu diskutieren/hinterfragen = LERNEN? Oder würde ich von Ihnen nur mit Ihrer alleinseligmachenden Einstellung "geimpft"? Sofern Sie mich denn an Ihren Tisch überhaupt ranliessen....
Ist jetzt wohl etwas länger geworden. Waren auch einige Gedanken, die mir da durch den Kopf gingen.
Möge sich jeder das raussuchen, was ihm gefällt/interessiert (falls überhaupt jemand was findet....)
Gruß alpie, jetzt gleich wieder munter Poker spielen gehend (mit einer Mischung aus Mathematik und Urinstinkten)