Weil Pumper in seinem gerade letzten Kommentar bei Teil 2 von Mindfulness spricht, fällt mir gerade ein, dass ich erst nach meiner Pokerlaufbahn auf die Idee gekommen bin, meinen Kopf wirklich zu trainieren. Keine Ahnung ob jemand von euch Eckhart Tolle "Die Kraft der Gegenwart" gelesen hat, aber wenn ich das Buch zu Pokerzeiten schon in der Hand gehabt hätte, hätte ich mein Skilllevel mit 100 multiplizieren können. Im Prinzip ist es wie eine Meditation, die ununterbrochen 24/7 versucht wird aufrecht zu halten. Am Anfang ist das höllisch schwer und man muss dafür kontinuierlich etwas tun. Ich hab das, was er in dem Buch erzählt komplett durchgezogen und nach 3 Wochen fing ich an schon erste Dinge zu bemerken, die vorher nicht da waren. Ich war plötzlich super gut gelaunt, hatte absolut keine Langeweile auch wenn ich nichts tat; alle Dinge, die ich erledigen musste, waren immer sofort in Sekunden erledigt. Man hatte plötzlich unendlich viel Zeit, meine Konzentration war wie auf Ritalin und meine Auffassungsgabe enorm. Dazu kam, dass das Essen besser geschmeckt hat, ich plötzlich Dinge wirklich wahrgenommen habe und sowas wie eine 4. Dimension gespürt habe. (Ich kanns nicht erklären, aber es war definitiv alles lebendiger und echter) Alle Leute um mich herum haben mich gefragt warum ich so entspannt bin und wieso ich so gute Laune habe. Damals war gerade Prüfungsphase und ich hab den Stoff der BWL Klausur einfach in 4 Stunden eingeatmet, um mir meine 1,3 abzuholen, als wäre es nichts gewesen. Es gab noch eine Reihe weiterer Vorteile, aber das sollte hier erstmal reichen. Conclusion: Wenn man diesen Skill beim Poker gehabt hätte, wäre die Tiltanfälligkeit und Emotionalität gegen 0 gegangen. Jede Hand könnte man so spielen, als würden Tage dazwischen liegen.
Das war vermutlich der wertvollste Post, den ich hier jemals geschrieben hab. Auch wenn einige jetzt evtl denken, wieso ich diesen Thread abuse.