naja..das gefährliche bei drogen jegl. art sind die langfristigen folgen, die man nur bedingt abschätzen kann.
Aber klar kann man die ganz gut abschätzen Zu fast jedem der hier genannten Mittel gibt es mindestens epidemiologische Langzeitstudien...
Ritalin/Methylphenidat: Wirkt leider auch ein wenig auf Adrenorezeptoren, es ist und bleibt ein Catecholamin. Als Amphetaminderivat/Catecholamin hat es leider auch entsprechende Auswirkungen auf den Hippocampus, chronische und akute. Als Akutwirkung zeigt sich eine Hemmung bestimmter Neuronen. Man ist zwar konzentrierter, aber bestimmte Gedächtnisfunktionen sind gehemmt. Die chronische Langzeitanwendung von Catecholaminen zeigt aber, das kennen wir aus der Geriatrie, irgendwann ein Schrumpfen des Hippocampus und damit der Gedächtnisfunktionen. Das ist wie man sich Denken kann, nicht besonders gut. Permanent auf Methylphenidat zu sein ist nur dann anzuraten, wenn es medizinisch nötig ist.
Ansonsten ist es nur als eine kurzfristige "Cramming Drug" einzusetzen. Im Pokern kann ich es mir vorstellen, da keine komplexen Gedächtnisfunktionen intensiv genutzt werden und vor allem schnelle auf Konzentration, Kurzzeitgedächtnis und Überblick basierende Aktionen erforderlich sind.
Gleiches gilt für Adderall. Übrigens auch für Koffein, auch wenn es kein Catecholamin ist.
Modafinil/Armodafinil: Theoretisch eine ähnliche Story, jedoch wird das ganze aus einem Grund interessant. Modafinil dockt zwar an Dopamin und Noradrenalin Rezeptoren an, jedoch nicht an den Adrenorezeptor, was dazu führt, dass die typischen Stimulantien Effekte von Adderall und co. NICHT auftreten. D.h. Blutdruck, Herzfrequenz, Schwitzen, Ausschüttung weiterer Stresshormone bleiben aus.
Als Nebeneffekt erhöht Modafinil die Histaminkonzentration im Körper. Dies kann positive aber auch negative Auswirkungen haben. Zum einen kennt jeder den Effekt von Anti-Histaminen, der bereits mal Mittel gegen Heuschnupfen genommen hat. Das Zeug plättet einen total. Die Erhöhung der Histaminkonzentration hat somit oft einen gegenteiligen, aufweckenden Effekt. Negativ kann sich dies bei Personen auswirken, die Histaminallergien haben, bei denen geht das ganze unter Umständen richtig nach hinten los. Diese jenigen sollten das aber bereits wissen (Sie reagieren ja bereits auf Schokolade, Rotwein etc.). Bei diesen hat man unter Umständen das Problem von Stevens-Johnson-Syndrom, einer übermässigen Hautreaktion.
D.h. in dem Fall lieber direkt lassen. Bisherige Langfriststudien waren eher positiv, wirkliche Langfriststudien stehen allerdings noch aus. Allerdings ist es auch kein Mittel, das man sich jeden Tag in die Birne jagt, meiner Meinung nach.
Jack3D: Worthless junk, 99% Placeboeffekt, Rest DMAA. Ist halt ein Vasokonstriktor wie Ephedrin. Also typisch ECA Stack und nur nützlich für die letzten 3% Steigerung. Für Pokern absolut ungeeignet.
Piracetam: Erhöht Sauerstoffzufuhr des Gehirns, genaue Wirkungsweisen noch nicht klar, obwohl bereits 50 Jahre in der Forschung. (Ist bei Ibuprofen und Paracetamol allerdings genauso.)
LAngzeitstudien belegen absolute Verträglichkeit, allerdings nur mit einer Cholinquelle. Man geht davon aus, dass die Racetame (Aniracetam, Pramiracetam, Oxiracetam, Piracetam usw.) alle eine spezifische Wirkung auf die Aufnahme des Neurotransmitters Acetylcholin haben, der dadurch aufgebraucht wird. Eine Cholinquelle (Ordentlich Eier und Rindermahlzeiten oder Supplements wie Dimethylaminoethanol (DMAE), Alpha GPC oder Cholin Bitartrat) sollte somit zusammen damit konsumiert werden, da ein Mangel an Cholin zu erheblichen Kopfschmerzen führen kann.
Kognitive Wirkung wurde teilweise nachgewiesen, ist aber höher für andere Racetame als Piracetam.
Sonstige Sachen: Gibt noch Bacopa Monnieri, Vinpocetin, Centrophenoxin, L-Theanin (Grüner Tee) und L-Huperzin A. Wirken teilweise anxiolytisch, teilweise als neuronale Antiooxidantien oder als Cholinverarbeitungshemmer.
Andere, wirklich auf der BTM Liste stehende Drogen (Speed, andere Amphetaminderivate, Kokain, MDMA) sind eigentlich aufgrund ihrer berauschenden Wirkung absolut ungeeignet, haben nebenbei noch starke Abhängigkeitsprofile, nachgewiesene Langzeitschäden und führen teilweise zu Hybris und Selbstüberschätzung. D.h. alles was irgendwo mit BTM zu tun hat und dein Arzt dir nicht verschreiben würde, ist auch entsprechendes Gift.