Ob es wohl sinnvoll ist den Grund für die eigenen Unzulänglichkeiten bei anderen zu suchen? Ist man nicht großteils selbst seines Schicksals Schmied?
Dass man als Pro am Ende des Jahres nicht nur auf 0 rauskommen sollte und diverse Rücklagen bzgl. Altervorsorge/Lebensplanung (Kosten für Familie/Kinder, etc) auch abdecken können sollte versteht sich imo von selbst. Wer das als Pro nicht schafft (und keine familiären Backups (erbe, etc) hat), der handelt imo grob fahrlässig und wird irgendwann hart auf die Schnauze fallen.
Hab nach meinem Studium jetzt schon 5 Jahre Lücke im Lebenslauf und das Thema letztens mit einer Freundin besprochen die bei einem großen deutschen Konzern im Middlemanagement in der Personalabteilung arbeitet. Ihrer Meinung nach fällt man mit Pokern im Lebenslauf erstmal auf, was bei Bewerbungszahlen im Rahmen von 100-200 Bewerbungen für 1 Stelle schonmal wichtig ist. Ob man dann positiv oder negativ auffällt hängt ihrer Meinung nach ganz klar vom Sachbearbeiter ab, der die Bewerbung im Endeffekt bearbeitet. Bleibt also ein Flip
Ist schon auffällig, dass in der Blog Sektion fast ausschließlich (ultra)-microstakes Blogs zu finden sind, und das mit teils sehr ambitionierten Zielen/Herangehensweisen. Liegt es an PS.de, sind viele zu anderen Seiten gewechselt, haben viele NL100/200 Regs gequitted oder spielen mehr oder weniger just for fun, oder gibt es immer weniger, die in Poker Zeit und Geld investieren wollen?
Original von oettinger4
Ist schon auffällig, dass in der Blog Sektion fast ausschließlich (ultra)-microstakes Blogs zu finden sind, und das mit teils sehr ambitionierten Zielen/Herangehensweisen. Liegt es an PS.de, sind viele zu anderen Seiten gewechselt, haben viele NL100/200 Regs gequitted oder spielen mehr oder weniger just for fun, oder gibt es immer weniger, die in Poker Zeit und Geld investieren wollen?
Dürfte außerdem auch daran liegen, dass man ab einem gewissen Level keine Lust mehr hat zu bloggen, weil man vll. keinen Mehrwert darin sieht. Ich kenne auf der anderen Seite auch einige gute Spieler, die gequittet haben (ich auch), weil sie mental fertig sind. Die mentale Beanspruchung durch Onlinepoker darf man nicht unterschätzen.
nur mal als Anmerkung: rein theoretisch können Leute beim Pokern auch broke gehen. Könnte auch ein Grund sein warum Leute quitten, nur mal so am Rande.
weiß noch gut den Juli 2008, war 24k$ up in dem Monat. In dem Alter denkt man direkt, ja man hats drauf und crusht alles. Oktober und November und Dezember 2007 waren aber Losing Monate von -1k bis -4k am Ende. Viele die in ihrem persönlichen Juli 2008 erleben,denken : geil 24k/ Monat reicht locker um Pro zu werden. (klar hatte den Gedanken auch und hab entsprechend gegrindet). Die Rechnung geht aber nicht auf.
Gibt sicher viele, die mangelnds Skill irgendwann (vernünftigerweise) quitten.
Ich beziehe mich auf Pros, die entsprechend eine profitable Winrate haben und trotzdem quitten. Das liegt (zumindest bei denen, die ich kenne) am mentalen "Tank", der über die Zeit leer wird bzw. leer wurde.
Würde mich mal interessieren, was du persönlich genau unter "mentalem Tank" meinst...denke nämlich, das die mentalen Herausforderungen sich von Person zu Person sehr stark unterscheiden...z.B. haben manchen vorallem mit Tilt zu kämpfen, anderen mit der Varianz, wieder andere mit der Monotonie oder den sozialen Komponenten....
Motivationsprobleme, Müdigkeit, Konzentrationsprobleme, schlechte Laune, etc. Geht also in Richtung Burnout imo. Mit emotionaler Achterbahnfahrt wegen Varianz hat das imo weniger zu tun, auch weil die Winnings bei Pros idR. auch sicher reinkommen. Die Skills sind ja da. Und jahrelanger Erfolg, jahrelange Arbeit an den eigenen Skills sorgen für viel Sicherheit. Vll. spielt aber auch alles rein. Trifft sicher nicht auf alle Pros zu. Wie viele von ihnen vom "leeren Tank" betroffen sind/waren, weiß ich nicht. Spielt aber jetzt keine Rolle. Die überweltigende Mehrzahl der Spieler schafft den Sprung sowieso nicht. Von daher müssen wir dieses Minderheitenproblem nicht näher beleuchten.
Original von Guennilicous
Hab nach meinem Studium jetzt schon 5 Jahre Lücke im Lebenslauf und das Thema letztens mit einer Freundin besprochen die bei einem großen deutschen Konzern im Middlemanagement in der Personalabteilung arbeitet. Ihrer Meinung nach fällt man mit Pokern im Lebenslauf erstmal auf, was bei Bewerbungszahlen im Rahmen von 100-200 Bewerbungen für 1 Stelle schonmal wichtig ist. Ob man dann positiv oder negativ auffällt hängt ihrer Meinung nach ganz klar vom Sachbearbeiter ab, der die Bewerbung im Endeffekt bearbeitet. Bleibt also ein Flip![]()
Bezweifel ich mal stark, dass man da bei irgendeinem Sachbearbeiter positiv auffällt, wenn man 0 Berufserfahrung aber 5 Jahre Gamblen im CV hat. Für die klassischen Absolventenstellen zu alt bzw. einfach zu weit raus aus der Arbeitswelt, für die Positionen mit Berufserfahrung (und meist Führungsverantwortung) ohnehin unqualifiziert.
Zumal man dann ja auch erstmal nur die Stelle hat. Morgens aufstehen, (teils sinnlose) Anweisungen befolgen, mit weniger Kohle auskommen und sozial Interagieren dürfte für einige das größere Problem darstellen
Original von dak113
Bezweifel ich mal stark, dass man da bei irgendeinem Sachbearbeiter positiv auffällt, wenn man 0 Berufserfahrung aber 5 Jahre Gamblen im CV hat.
Natürlich sinkt mit jedem Jahr weniger Berufserfahrung/mehr Lücke im Lebenslauf die Einstiegspunkte ins normale Berufsleben. Was sie mit "positiv auffallen" meinte war eher, dass es sein kann dass der Personaler dich einlädt weil der Lebenslauf einfach ungewöhnlich ist und ihn das ganze interessiert. Dass der Rest natürlich zumindest ansatzweise auch passen muss steht außer Frage. Wer 20 Semester studiert, keine einschlägigen Praktika hat und schlechte Abschlussnote o.ä. wird auch sicher nicht eingeladen wenn der Personaler Poker interessant findet.
Wenn man nach dem geht, macht man am besten mit 14 Matura/Abitur und mit 18 seinen Master. Dazu 1-2 Extrafremdsprachen lernen, dann ist man wettbewerbsfähig. Leben, Kindheit hat man zwar nicht, aber man kann sich gut in Stellung bringen, um weitere 40 Jahre zu buckeln.
Im Ernst, wer eine Chance sieht erfolgreich aus dem System auszubrechen, der soll es versuchen. Nebenher kann man immer was studieren. Und in irgendeinem Bürojob kommt man zur Not immer unter, für 1300-1800 Euro im Monat. Ist nicht so lustig wie auf der eigenen Jacht zu entspannen, aber man kommt schon durch. Mehr ist es für die Meisten mit "arbeitsweltkonformeren" Lebensläufen auch nicht. Wenige Absolventen verdienen wirklich so viel, dass sich die ganzen Mühen gelohnt haben. Aus meiner Sicht sollte man solche Risiken also auf jeden Fall eingehen, vorausgesetzt es besteht eine halbwegs realistische Chance wenigstens 100k netto zu erspielen bzw. langfristig profitabel genug zu spielen. Damit kann man dann schon arbeiten... Oder man hofft auf die baldige Einführung des BGE.
Original von Renne01
...wer eine Chance sieht erfolgreich aus dem System auszubrechen, der soll es versuchen. Nebenher kann man immer was studieren. Und in irgendeinem Bürojob kommt man zur Not immer unter, für 1300-1800 Euro im Monat. ... Wenige Absolventen verdienen wirklich so viel, dass sich die ganzen Mühen gelohnt haben. Aus meiner Sicht sollte man solche Risiken also auf jeden Fall eingehen, vorausgesetzt es besteht eine halbwegs realistische Chance wenigstens 100k netto zu erspielen... .
Würde ich so glatt Unterschreiben
.
Um aber Herauszufinden ob man eine "Chance" hat bringt es sicher nichts hier zu Fragen ob man Poker-Pro werden soll. "Ja-> na ok dann werd ich mal Pro
... ", klingt immer so als sei die Frage des Skills schon beantwortet
.
Ist wohl ähnlich wie ein Raucher der aufhören will, sagt er es vorher allen möglichen Leuten wird er nicht schaffen, schaffen tun es nur die die es einfach durchziehen... .
ihr seht das alles aus der sicht eines mitzwanzigers. aber vielleicht werdet ihr auch irgendwann mal erwachsen. und was dann!? wollt ihr später beim elternabend eures sohnes den anderen eltern erzählen, dass ihr mediziner, ingenieur oder volljurist seid und trotz einer soliden karriere, mit der ihr was in die gesellschaft einbringen könntet, lieber das dasein eines 50k-rakeback-pros bevorzugt und irgendwelchen kids beim onlinepoker ihr taschengeld abknöpft!?!?
wenn das ewig so laufende würde und man nicht dabei verblöden würde, wärs doch ok ^^.
warum sind wir neurdings eigentlich befreundet, 4thePORSCHE? sammelst du freundschaftsanfrageannahmen?
Selbst wenn man die limits ziemlich crusht wird es ne ziemliche knappe rechnung.
Gehen wir einfach mal davon aus, dass die 5jaehrige Luecke im Lebenslauf keinen schlechten Eindruck hinterlaesst (was bezweifelt werden darf). Dann rechnen die meisten nach nem Studium halt so, dass sie beim Pokern mehr average winnings brauchen als sie als Einstiegsgehalt bekommen wuerden. Das ist halt kompletter Quatsch. man verdient normalerweise zum Ende der Karriere viel mehr als am Anfang. Und durch die Anfangszeit muss man so oder so durch. Da man wegen Poker aber nicht ploetzlich bis 70 ackern moechte, muss man genau diese 5 Jahre mit Poker wiederreinholen um die Sache breakeven zu spielen.
Dazu kommen dann aber die ganzen anderen Nachteile, die hier auch schon angesprochen wurden.
Ich wuerde es nur in Erwaegung ziehen wenn ich absolut mit mindestens 120k euro im Jahr rechnen kann.
Selbst dann wuerde ich es aber wohl mit nem Auslandsaufenthalt verbinden. 2h jeden morgen Sprachunterricht und danach kann man immer noch 6h pokern.
Das wuerde sich auf nem Lebenslauf deutlich besser machen fuer 2 Jahre. Wenn man die Sprache kann, dann halt ins naechste Land.
Ich habe selbst lange im Ausland gelebt und mein Studium durch Teil zeit Sprachkurse bzw Arbeiten jahrelang hinausgezoegert. Wenn ich fuers pokern talentierter waere, haette ich auch nebenbei Pokern koennen. Macht sich auf nem Lebenslauf auf jedenfall besser als ne 5 jaehrige luecke. Dazu sollte man danach 3 Fremdsprachen gut beherrschen, wovon 2 exotischere sind, die nicht jeder kann.
Wen juckts was andere denken? Wenn man nach dem geht, darf man auch kein Bauarbeiter werden wegen mangelndem Ansehen. Und jeder Spieler hat auch die Chance Geld von anderen zu gewinnen. Ist zwar mangelnds Skill unwahrscheinlich, aber a) hat keiner ein schlechtes Gewissen, wenn er Geld gewinnt und b) weiß eigentlich jeder, ob er/sie eine reelle Chance hat oder nicht. Und c) ist Poker ein Wettkampfspiel. Wer das nicht will, der spielt nicht.
Den Punkt mit dem Mehrwert für die Gesellschaft find ich hingegen schon wichtig. Das ist aber heutzutage nichts was ausreichend entlohnt wird. Und l eine gute Bezahlung ist in teuren Zeiten wichtiger als einen Mehrwert zu schaffen, leider.
Im kapitalistischen System gehts leider nur um Egoismen. Gutmenschen haben es in unserer wettbewerbsorientierten Gesellschaft schwer. Wer das anprangert, muss sich für ein anderes System einsetzen. Solange es dieses faire und soziale System nicht gibt, muss man schauen, dass man durchkommt.
Der Punkt von DarkX ist auch sehr gut.
Original von Renne01
Wen juckts was andere denken? Wenn man nach dem geht, darf man auch kein Bauarbeiter werden wegen mangelndem Ansehen.
das würde ich nicht so leichtfertig abtun. bauarbeiter ist nen ehrenwerter job. aber wir sprechen ja hier gerade von akademikern, die sich dem pokern hingeben. das sind also leute, die was wirklich wichtiges machen könnten und lieber vorm rechner zahlen anklicken. ich fand das ja schon als exzessives hobby ein bisschen merkwürdig. vor allem ist mir aber aufgefallen, dass ich damit meinen verstand und meine möglichkeiten vergeude.
zu sagen dass einen nicht interessiert was andere denken zeugt immer von mächtig selbstbewusstsein. aber in wirklichkeit möchte jeder lieber gut angesehen als belächelt werden. das ist vollkommen normal und hat nichts mit charakterschwäche zu tun.
Original von 4thePORSCHE
ihr seht das alles aus der sicht eines mitzwanzigers. aber vielleicht werdet ihr auch irgendwann mal erwachsen. und was dann!? wollt ihr später beim elternabend eures sohnes den anderen eltern erzählen, dass ihr mediziner, ingenieur oder volljurist seid und trotz einer soliden karriere, mit der ihr was in die gesellschaft einbringen könntet, lieber das dasein eines 50k-rakeback-pros bevorzugt und irgendwelchen kids beim onlinepoker ihr taschengeld abknöpft!?!?
Original von Renne01
Wen juckts was andere denken? Wenn man nach dem geht, darf man auch kein Bauarbeiter werden wegen mangelndem Ansehen. Und jeder Spieler hat auch die Chance Geld von anderen zu gewinnen. Ist zwar mangelnds Skill unwahrscheinlich, aber a) hat keiner ein schlechtes Gewissen, wenn er Geld gewinnt und b) weiß eigentlich jeder, ob er/sie eine reelle Chance hat oder nicht. Und c) ist Poker ein Wettkampfspiel. Wer das nicht will, der spielt nicht.Den Punkt mit dem Mehrwert für die Gesellschaft find ich hingegen schon wichtig. Das ist aber heutzutage nichts was ausreichend entlohnt wird. Und l eine gute Bezahlung ist in teuren Zeiten wichtiger als einen Mehrwert zu schaffen, leider.
Im kapitalistischen System gehts leider nur um Egoismen. Gutmenschen haben es in unserer wettbewerbsorientierten Gesellschaft schwer. Wer das anprangert, muss sich für ein anderes System einsetzen. Solange es dieses faire und soziale System nicht gibt, muss man schauen, dass man durchkommt.
Der Punkt von DarkX ist auch sehr gut.
Ich verwehre mich gegen die Bezeichnung Gutmensch. Das Wort klingt schon durchweg heuchlerisch und ist in der Regel auch so gemeint. Für wirklich gute Menschen, die man gewöhnlich noch treffen kann, ist diese Bezeichnung eine absurde Unverschämtheit und zeigt im Grunde das von dir schon angesprochene Dilemma ganz klar auf.
Bevor ein neues, faires System kommt, müssen sich die Denkweisen ändern. Und das fängt schon oft im Kleinen durch solche Bezeichnungen mit gewissen Assoziationen an, die einer humanen Gesellschaft nicht unbedingt förderlich sind - man macht sich gewissermaßen lustig über "Gutmenschen", die in vermeintlich naiver Weise nach einer gerechteren Welt streben. No offense an dich, hast es ja sonst gut auf den Punkt gebracht!
Original von 4thePORSCHE
ihr seht das alles aus der sicht eines mitzwanzigers. aber vielleicht werdet ihr auch irgendwann mal erwachsen. und was dann!? wollt ihr später beim elternabend eures sohnes den anderen eltern erzählen, dass ihr mediziner, ingenieur oder volljurist seid und trotz einer soliden karriere, mit der ihr was in die gesellschaft einbringen könntet, lieber das dasein eines 50k-rakeback-pros bevorzugt und irgendwelchen kids beim onlinepoker ihr taschengeld abknöpft!?!?
was löst bei dir eigentlich den zwang aus irgendwelchen (konservativen) Gesellschaftnormen zu entsprechen?
Wie stehst du bzw. alle die hier so extrem anti poker-pro sind denn eigentlich zu Youtubern oder Twitch Streamern?
edit/
Original von 4thePORSCHE
zu sagen dass einen nicht interessiert was andere denken zeugt immer von mächtig selbstbewusstsein. aber in wirklichkeit möchte jeder lieber gut angesehen als belächelt werden. das ist vollkommen normal und hat nichts mit charakterschwäche zu tun.
Es geht nunmal um einen selbst, wenn man wirklich zufrieden mit der Situation und den Umständen ist dann kann man eben die Gedanken der anderen nicht ändern. Ich finde es eher traurig wenn sich Leute aus meinem Bekanntenkreis mal wieder einen größeren TV kaufen oder noch eine dickere Karre geleased wird um iwelche psychischen Lücken zu füllen. Der eigentliche Unterschied dabei ist das ich die dann weder schräg anschaue noch belächel, soll halt eben jeder machen was er möchte und für richtig hält. Ich denke aber das vor allem viele junge Menschen nicht ehrlich zu sich selbst sind und eben diesem Druck der gesellschaftlichen/elterlichen Erwartungshaltung versuchen gerecht zu werden ohne dabei selbst wirklich zufrieden zu sein.