Original von zetec
Das würde mich aber auch brennend interessieren. In den ersten 3 Jahren (2017-2019) hab ich die meisten Steuern geblecht.
Einfach akzeptiert und gemacht, ohne Steuerberater. Könnte ich da eventuell was zurückholen?![]()
Bei mir war's so, dass der Anwalt geschrieben hatte die ersten 2 Jahre Übergangszeit und das FA das auch so akzeptiert hat. Denke es gibt da keinen festen Zeitraum aber etwas im Rahmen von paar Jahren wird normalerweise durchgewunken.
Original von krendipont
Bei mir war's so, dass der Anwalt geschrieben hatte die ersten 2 Jahre Übergangszeit und das FA das auch so akzeptiert hat. Denke es gibt da keinen festen Zeitraum aber etwas im Rahmen von paar Jahren wird normalerweise durchgewunken.
This. Ich habs jetzt einfach 'Kompromisszeit' genannt, weil es das ganz gut beschreibt. Ich habe zwar jetzt nicht nachgelesen, aber ich meine, dass es in dem BFH-Verfahren auch so war, dass der Kläger die ersten Jahre nichts zahlen musste. Mein Anwalt hat es mir jedenfalls so erklärt, dass dies wohl die Herangehensweise des Finanzamts nach dem Urteil ist. Ich muss aber auch dazu sagen, dass ich nur Cashgame gespielt habe. Wenn jetzt jemand in den ersten Jahren ein paar Mal irgendwelche Major-MTTs gewinnt, kann ich mir durchaus vorstellen, dass das weniger kulant gehandhabt wird.
Original von zetec
Das würde mich aber auch brennend interessieren. In den ersten 3 Jahren (2017-2019) hab ich die meisten Steuern geblecht. Einfach akzeptiert und gemacht, ohne Steuerberater. Könnte ich da eventuell was zurückholen?![]()
Gute Frage. Bin da absolut kein Experte. Ich hab damals für alle Jahre gezahlt und sofort Einspruch gegen die Bescheide eingelegt. Somit konnte ich jetzt für gewisse Jahre die Einsprüche einfach zurückziehen (Steuern zahlen) und für andere hat das FA dann die Bescheide auf 0 Steuer + Verzugszinsen zu meinen Gunsten geändert.
Original von Guennilicous
Kann die Geschichte von Sim87 nur bestätigen. War bei mir ähnlich - nur dass ich schon vorher aus der Kirche ausgetreten war
Bin 2013 aufs FA zugegangen und meine Einnahmen für alle aktiven Jahre mit Hilfe durch Stb und Anwalt eingereicht. Da damals schon die Gewerblichkeit im Raum stand habe ich auch stumpf ALLES abgesetzt was nicht bei 3 auf dem Baum war und das Geld überwiesen :f_cry:. Seitdem habe ich auch auf den finalen Ausgang des schon genannten Verfahrens gewartet.
Was hier geschrieben wird mit irgendwelchen Gutachten und dass die Rechtsprechung nicht konsistent ist: Ich sehe es natürlich 100%ig wie ihr, aber in der Praxis ist das vollkommen egal und alles nur theoretische Gedankenspiele um die sich das FA null kümmert. Hatte auch genügend von allen möglichen Gutachten in meinem Schriftverkehr ohne dass es auch nur mal kommentiert wurde. Dafür wurde mein Umzug in ein Land mit besserer Steuersituation als Bestätigung gewertet dass ich Profi wäre
In der Praxis sieht es so aus dass die ersten 3 Pokerjahre als Kompromisszeit anerkannt werden, d.h. das FA sieht davon ab dich zu besteuern in der Zeit. Danach ist dann "ganz normal" ESt + GewSt (+ Verzugszinsen). Dementsprechend sind meine ersten Jahre auch steuerfrei und habe alles schön mit Zinsen zurückbekommen.
Woran werden denn die ersten 3 Jahre bemessen? Ab der ersten Hand online/live? Oder ab dem ersten Winning Jahr? Oder ab dem Jahr mit der ersten Steuerklärung?
Original von kellerassel
Woran werden denn die ersten 3 Jahre bemessen? Ab der ersten Hand online/live? Oder ab dem ersten Winning Jahr? Oder ab dem Jahr mit der ersten Steuerklärung?
Bei mir wars relativ einfach weil ich direkt im ersten Jahr für studentische Verhältnisse sehr, sehr gute Ergebnisse hatte. kA wie das ist wenn man vorher paar Jahre insignifikante Beträge hin- und her geschoben hat. Im Zweifel wird das eine Einzelentscheidung. Reden mit dem FA-Beamten hilft btw auch. Hab mit meiner Sachbearbeiterin auch telefoniert und Dinge erklärt. Ist ja nicht so dass alle Beamten dort dir nur schlechtes wollen sondern auch durchaus interessiert am Thema sind und man da gut reden kann (meine persönliche Erfahrung).
Ja die sind tatsächlich ansprechbar. Was ich vergessen hatte in meinem Beitrag: Ich wurde dann nach der Meldung Vorsteuerpflichtig, was als Pokerpro total bescheuert ist weil die Bankroll das Arbeitswerkzeug ist. Die haben dann als Vorsteuerabschlag aber nicht das letzte, sondern mein bestes Jahr genommen ![]()
Dagegen konnte ich zwar easy mit meinem Steuerberater Einspruch einlegen, aber sowas wirkt natürlich nicht sonderlich ermutigend
Original von Sim87
Ja die sind tatsächlich ansprechbar. Was ich vergessen hatte in meinem Beitrag: Ich wurde dann nach der Meldung Vorsteuerpflichtig, was als Pokerpro total bescheuert ist weil die Bankroll das Arbeitswerkzeug ist. Die haben dann als Vorsteuerabschlag aber nicht das letzte, sondern mein bestes Jahr genommen
Dagegen konnte ich zwar easy mit meinem Steuerberater Einspruch einlegen, aber sowas wirkt natürlich nicht sonderlich ermutigend
Ah ja, da hab ich schon ähnliche lustige Anekdoten gehört ![]()
Bei mir war das beste dass ich zwischendrin ein halbes Jahr im Ausland wo ich nicht viel gepokert habe und dann kam ein Brief dass ich doch bitte erklären soll wieso in dem Jahr "die übliche Steigerung" über die Jahre unterbrochen wurde - ob ich sicher wäre dass ich alles angegeben hätte
Hoffe du hast daraufhin mit dem guten alten „poker is dead, everyone is solid. gg“ geantwortet
Ich habe f4bianG um ein Statement gebeten:
Verjährungsfristen liegen zwischen 4 und 13 Jahren. Grds. gilt: Ballflachhalten. Ich weiß es, gibt inbesondere in Sachsen die Tendenz aktuell Pokerspieler zu verfolgen. Es gilt zuerst vollständig zu ermitteln, was das Finanzamt einem vorwirft. Je weniger Informatioenn mal selber herausgibt, desto schwieriger wird es für das Finanzamt. Insbesondere aufgrund der umfangreichen Rechtsprechung der letzten Jahre waren meines Erachtens sehr viele Fälle bis 2022 nicht steuerpflichtig bzw. es war umstritten, was insbesondere in Bezug auf Steuerstrafverfahren dazu führen wird, dass es nicht zu Verurteilungen kommen wird.
Wir haben in den letzten Jahren über hunderte Fälle sehen müssen, dass im Bereich Pokergewinne reine Willkür herrscht. Je nach Strategie kann es ggf. dazu kommen, dass Steuern nachbezahlt werden, steuerstrafrechtlich würde ich mir keine Sorgen machen, dazu war die Rechtslage zu unbestimmt.
An den Schriftsätzen der Finanzämter ist flächendeckend zu sehen, dass Ergebnisse vorwegenommen wurden und eine seriöse rechltiche Beschäftigung mit dem Thema häufig nicht vorkam.
Wichtig ist nur: Das heißt nicht, dass jeder rückwirkend einen Freibrief hat, dass er keine Steuern zahlt. Hier muss man sehen, wie die Verwaltungspraxis damit umgeht. Letztendlich fehlt es auf allen Seiten an Know How, um einen eleganten Übergang zu schaffen. Was aktuell passiert ist, dass die die offen mit dem Thema umgehen bestraft werden, die die nichts machen, kommen damit durch. Es ist schwer in dem Bereich mit der Finanzverwaltung Konsens zu finden. Besonders problematisch ist, dass eine buchhalterische saubere Aufarbeitung der Vergangenheit teilweise fast unmöglich ist. Hier wird es problematisch, wenn die Finanzverwaltung auf Mitwirkungspflichten hinweist und pauschal sagt, deine Problem, dann schätzen wir dich. Deswegen ist hier bei der Kommunikation viel Vorsicht gefragt. Wir haben es unzählige male erlebt, dass Finanzverwaltungen zu offensichtlich faslchen Ergebnissen kommen. Es werden Umsätze besteuert, aber der Abzug von Buyins insbesonder im MTT Bereich erfolgt nicht, da nicht sauber dargelegt.
Deswegen ist vorsicht bei der Informationsübermittlung an Finanzämter kein Anreiz Steuern zu hinterziehen, sondern eine Vorsichtsmaßnahme, da den meisten Mitarbeitern in Finanzämtern pokertechnisches Hintergrund wissen fehlt, sodass teilweise katastrophal falsche Ergebnisse raus kommen, die dann über langjährige und kostenintensive Klageverfahren reguliert werden müssen. Der Vorteil daran ist, dass die Rechtsprechung der letzten 12 Monate zeigt, dass die Finanzgerichte die Sachlage deutlich objektiver behandeln.
Weitere Informationen könnt ihr über sein Anwaltsbüro erfahren oder ggf. direkt selber eine Beratung buchen - Fabian Graske - Pokeranwalt
Woher bekommt das FA denn die Gewinne/Umsätze? Von den Anbietern selbst oder z.B. Sharkscope…
Original von SvenBe
Ich habe f4bianG um ein Statement gebeten:[...]
Weitere Informationen könnt ihr über sein Anwaltsbüro erfahren oder ggf. direkt selber eine Beratung buchen - Fabian Graske - Pokeranwalt
Kam das Angebot von ihm oder kommt der Teil von Dir? Soweit ich weiß nimmt f4bianG keine neuen Mandanten zum Thema Poker mehr an.
Original von josch2001
Kann jemand einen Steuerberater o. Anwalt außer Graske empfehlen?
Ich war mal bei "ckss Carlé Korn Stahl Strahl" in Köln, wurde mir von einem anderen Pokerspieler empfohlen. Kennt sich inzwischen auch ein bisschen aus würde ich sagen, aber deren hauptgeschäft liegt natürlich auf anderen Bereichen. Hourly war damals schon 300€, is aber auch schon bisschen über 5 Jahre her, deshalb inzwischen wahrscheinlich höher.
Original von abcde23
Original von SvenBe
Ich habe f4bianG um ein Statement gebeten:[...]
Weitere Informationen könnt ihr über sein Anwaltsbüro erfahren oder ggf. direkt selber eine Beratung buchen - Fabian Graske - PokeranwaltKam das Angebot von ihm oder kommt der Teil von Dir? Soweit ich weiß nimmt f4bianG keine neuen Mandanten zum Thema Poker mehr an.
Von mir aus um ihn als Quelle noch mal zu verifizieren.
Habe die Woche Post vom Finanzamt bekommen wegen Poker.
"Nach den mir vorliegenden Unterlagen haben Sie eine unternehmerische Tätigkeit aufgenommen." steht da drin.
Ich soll einen Fragebogen zur steuerlichen Erfassung ausfüllen und denen übermitteln.
Fragebogen ist keiner dabei, nur der Hinweis auf elster.de und dass ich das wohl dort machen soll.
Cliffs zu meiner "Pokerkarriere":
- meiste Zeit nur Micros gezockt, ca. 55k Turniere lifetime (seit 2005) auf Stars, average buyin unter 5$
- früher auch mal Supernova NL100 24 tabling um die $4k Rakeback-Boni zu grinden (zwischen 2010 und 2012 ca)
- in den letzen Jahren nur noch ab und zu gezockt, bin jetzt etwa 5 Jahre breakeven
Hatte in meinem Leben noch nie was mit dem Finanzamt zu tun, war nach Zivi und FSJ immer entweder Student oder Arno Dübel mäßg unterwegs.
Meine Optionen sind jetzt wohl folgende(?):
1. Ignorieren. Das Schreiben enthält keine Rechtsbehelfsbelehrung, nur dass Meldepflicht besteht, sofern man eine selbstständige Tätigkeit aufgenommen hat. Somit ist das wohl kein Verwaltungsakt, sondern nur eine Bitte. Die Frage wäre dann nur, was passiert oder passieren könnte wenn es ignoriert wird.
2. Bei elster.de anmelden um diesen Fragebogen auszufüllen. Werde ich eher nicht tun.
3. Dort anrufen und fragen was das soll. Darauf wird es wohl hinauslaufen. Möchte nämlich echt mal wissen, was die für Unterlagen über mich haben.
Ich würde auf alle Fälle hier in einem öffentlichen Forum alles möglichst genau beschreiben und gleich am Montag morgen beim Finanzamt anrufen, mich erkundigen woher sie irgendwelche Infos haben, meine Sicht der Dinge erklären und mich dabei um Kopf und Kragen reden.
Spoiler
NICHT
Mach es doch wie Olaf Scholz.
"Ich kann mich an nichts mehr erinnern. Bitte stellen Sie mir alle Informationen die Sie über mich gesammelt haben zur Verfügung. Vielleicht erinnere ich mich dann wieder"
Wieviel € hast du denn in deinen Top Jahren gewonnen? So wie sich das anhört gehts da eher um nen Appel und nen Ei. Wenn überhaupt.
Original von Sulu
Ich würde auf alle Fälle hier in einem öffentlichen Forum alles möglichst genau beschreiben und gleich am Montag morgen beim Finanzamt anrufen, mich erkundigen woher sie irgendwelche Infos haben, meine Sicht der Dinge erklären und mich dabei um Kopf und Kragen reden.
Versteh den Gedanken und wollte es auch erst anonym posten.
Aber die Wahrscheinlichkeit dass meine Sachbearbeiterin (Hallo Frau W.) hier mitliest ist wohl deutlich unter 1 zu 1000 oder so?
Liest sie nur in diesem Forum hier? Auch BBV? Oder auch in anderen deutschsprachigen Poker-Communities? Facebook-Gruppen und so? Auch in englischen Foren? Oder haben die beim Finanzamt eine Taskforce, die das alles überwacht und dann stalked wer ich bin?
Ist mir aber auch egal, weil ich sowieso nicht genug gewonnen habe.
@topspit
Das dürfte so zwischen 2010 und 2012 gewesen sein, meine größte Bankroll ever war ca. $23k also ich sag mal maaaximal 20k in meinem besten Jahr
Im Durchschnitt dann eher um die 10k, das war in den Studentenjahren.
Ich bin mal ganz transparent (Hi Frau W.):
In den letzten 10 Jahren habe ich ungefähr 14k€ plus stehen bei sharkscope.
Selbst WENN das netto wäre und ich alles ausgecasht hätte, wären das im Schnitt 110€ im Monat.
80% dieser 10 Jahre habe ich Arno Dübel immitiert und selbst das wäre scheißegal, weil auch ein Arno Dübel 100€ im Monat dazu verdienen kann.
Wie gesagt, WENN ich alles ausgecasht hätte und das Nettogewinne wären.
In den letzten 5 Jahren habe ich breakeven ca 7000 games, das sind 27 Turniere/SitnGo in der Woche....also durchschnittlich jede Woche EINE Sonntagssession.
Gewerblich ![]()
Meine Gedanke ist nur: Warum melden die sich bei so kleinen Fischen wie mir? Stichprobe? Haben die nichts Besseres zu tun? So viele Informationen über mich können die ja nicht haben.
Lieber lastdayever, ich wünsche Dir viel Erfolg bei der Sache! Was ich mich frage, wie zum Teufel kommen die jetzt auf einen zu? Ich vermute Pokerstars ist wohl die Snitch kann das sein???
Ich gehe davon aus der Brief ist nicht mit PZU dir geschickt worden, insofern könnteman das ignorieren, da die keinen Nachweis haben, dass der Brief angekommen ist.
EDIT:
Kannst du jegliches andere Gewerbe ausschließen? Die sind wohl insbesondere bei Ebay Verkäufen hinterher bei ALG 2 bezug:
https://www.gegen-hartz.de/news/buergergeld-jobcenter-forschen-bei-privaten-ebay-verkaeufen-nach
KEINE RECHTSBERATUNG