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[Geschlossen] Wer bezahlt die Gewinner im Poker

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Tripper83
Beigetreten: 08.01.2008
PokerStrategist

Original von BigAndy

Original von ehrm

Original von Faustfan

Original von calm0815
Poker funktioniert ja nicht wie die Börse, sondern das was einer gewinnt muss ein anderer verlieren.

das ist bei der börse nicht anders. da wird ja schließlich kein geld gedruckt und an alle aktionäre verteilt. da wird das geld auch nur von den einen zu den anderen geschoben

?
Noe?

Gewinne an der Börse:
überlegt euch mal, woher der Gewinn kommt?

Firmen, die Gewinne durch überhöhte Preise machen und dann an Aktionäre ausschütten.
Oder Firmen, die mal schnell 10.000 Leute entlassen, weil der Gewinn zu niedrig ist.

Wenn Leute an der Börse Geld machen, dann muss ein anderer dafür zahlen.
Und der muss nicht unbedingt an der Börse spekulieren.

Was haben denn Dividenden mit Kurssteigerungen zu tun? Als Aktionär bist du Teileigentümer der Firma und willst dann natürlich auch am Gewinn beteiligt werden, immerhin stellst du ja dein Geld zur Verfügung, mit dem die Firma arbeitet. Das sind eben die Dividenden.

Kurssteigerungen entstehen, wenn jemand mehr für eine Aktie bietet, als sie momentan kostet. Es wird also direkt an den jeweiligen Verkäufer übertragen, davon hat das Unternehmen ja nichts (außer sie haben selber einen Teil ihrer Aktien).


Penishaubize
Beigetreten: 04.06.2006
Elite Grinder

Original von BigAndy
Gewinne an der Börse:
überlegt euch mal, woher der Gewinn kommt?

Firmen, die Gewinne durch überhöhte Preise machen und dann an Aktionäre ausschütten.
Oder Firmen, die mal schnell 10.000 Leute entlassen, weil der Gewinn zu niedrig ist.

Wenn Leute an der Börse Geld machen, dann muss ein anderer dafür zahlen.
Und der muss nicht unbedingt an der Börse spekulieren.

Yo Firmen können nur durch überhöhte Preise und Entlassungen Geld verdienen :/


Original von Tripper83

Original von BigAndy

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Original von Faustfan

Original von calm0815
Poker funktioniert ja nicht wie die Börse, sondern das was einer gewinnt muss ein anderer verlieren.

das ist bei der börse nicht anders. da wird ja schließlich kein geld gedruckt und an alle aktionäre verteilt. da wird das geld auch nur von den einen zu den anderen geschoben

?
Noe?

Gewinne an der Börse:
überlegt euch mal, woher der Gewinn kommt?

Firmen, die Gewinne durch überhöhte Preise machen und dann an Aktionäre ausschütten.
Oder Firmen, die mal schnell 10.000 Leute entlassen, weil der Gewinn zu niedrig ist.

Wenn Leute an der Börse Geld machen, dann muss ein anderer dafür zahlen.
Und der muss nicht unbedingt an der Börse spekulieren.

Was haben denn Dividenden mit Kurssteigerungen zu tun? Als Aktionär bist du Teileigentümer der Firma und willst dann natürlich auch am Gewinn beteiligt werden, immerhin stellst du ja dein Geld zur Verfügung, mit dem die Firma arbeitet. Das sind eben die Dividenden.

Kurssteigerungen entstehen, wenn jemand mehr für eine Aktie bietet, als sie momentan kostet. Es wird also direkt an den jeweiligen Verkäufer übertragen, davon hat das Unternehmen ja nichts (außer sie haben selber einen Teil ihrer Aktien).

Und wann steigt der Kurs?
Wenn die Firma schön Gewinne einfährt und Leute entlässt.

Kommt wohl eher selten vor, dass der Kurs einer Firma steigt, nachdem sie in einem Jahr dick Verlust gemacht hat.

Original von Penishaubize
Yo Firmen können nur durch überhöhte Preise und Entlassungen Geld verdienen :/

Danke. Wenigstens einer der mir zustimmt.


betout
Beigetreten: 06.02.2005
BlackMember

boah leute, vielleicht sollte hier mal das seminar "volkswirtschaft für anfänger" oder auch die videoserie "wie funktioniert eigentlich die wirtschaft" angeboten werden... ist ja grauenvoll was man hier liest...

bei diesem wissensstand in der bevölkerung verwundert es dann natürlich auch nicht mehr, was in der politik so an wahlergebnissen und inhaltlichen ergebnissen abgeht... FÜR EIN SCHULFACH WIRTSCHAFT! wir brauchen es dringend!


Anaxi
Beigetreten: 29.01.2007
Elite Grinder

Original von BigAndy

Original von Tripper83

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Original von calm0815
Poker funktioniert ja nicht wie die Börse, sondern das was einer gewinnt muss ein anderer verlieren.

das ist bei der börse nicht anders. da wird ja schließlich kein geld gedruckt und an alle aktionäre verteilt. da wird das geld auch nur von den einen zu den anderen geschoben

?
Noe?

Gewinne an der Börse:
überlegt euch mal, woher der Gewinn kommt?

Firmen, die Gewinne durch überhöhte Preise machen und dann an Aktionäre ausschütten.
Oder Firmen, die mal schnell 10.000 Leute entlassen, weil der Gewinn zu niedrig ist.

Wenn Leute an der Börse Geld machen, dann muss ein anderer dafür zahlen.
Und der muss nicht unbedingt an der Börse spekulieren.

Was haben denn Dividenden mit Kurssteigerungen zu tun? Als Aktionär bist du Teileigentümer der Firma und willst dann natürlich auch am Gewinn beteiligt werden, immerhin stellst du ja dein Geld zur Verfügung, mit dem die Firma arbeitet. Das sind eben die Dividenden.

Kurssteigerungen entstehen, wenn jemand mehr für eine Aktie bietet, als sie momentan kostet. Es wird also direkt an den jeweiligen Verkäufer übertragen, davon hat das Unternehmen ja nichts (außer sie haben selber einen Teil ihrer Aktien).

Und wann steigt der Kurs?
Wenn die Firma schön Gewinne einfährt und Leute entlässt.

Kommt wohl eher selten vor, dass der Kurs einer Firma steigt, nachdem sie in einem Jahr dick Verlust gemacht hat.

Original von Penishaubize
Yo Firmen können nur durch überhöhte Preise und Entlassungen Geld verdienen :/

Danke. Wenigstens einer der mir zustimmt.

[ ] Ironie erkannt
[ ] Ahnung von Wirtschaft
[x] Hauptsache was gesagt


Geld verdienen durch überhöhte Preise???
Das geht nur wenn du ein Monopol hast, ansonsten fickt dich der Markt; und zwar hart und lange :tongue:


Original von Anaxi

Original von BigAndy

Original von Tripper83

Original von BigAndy

Original von ehrm

Original von Faustfan

Original von calm0815
Poker funktioniert ja nicht wie die Börse, sondern das was einer gewinnt muss ein anderer verlieren.

das ist bei der börse nicht anders. da wird ja schließlich kein geld gedruckt und an alle aktionäre verteilt. da wird das geld auch nur von den einen zu den anderen geschoben

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Noe?

Gewinne an der Börse:
überlegt euch mal, woher der Gewinn kommt?

Firmen, die Gewinne durch überhöhte Preise machen und dann an Aktionäre ausschütten.
Oder Firmen, die mal schnell 10.000 Leute entlassen, weil der Gewinn zu niedrig ist.

Wenn Leute an der Börse Geld machen, dann muss ein anderer dafür zahlen.
Und der muss nicht unbedingt an der Börse spekulieren.

Was haben denn Dividenden mit Kurssteigerungen zu tun? Als Aktionär bist du Teileigentümer der Firma und willst dann natürlich auch am Gewinn beteiligt werden, immerhin stellst du ja dein Geld zur Verfügung, mit dem die Firma arbeitet. Das sind eben die Dividenden.

Kurssteigerungen entstehen, wenn jemand mehr für eine Aktie bietet, als sie momentan kostet. Es wird also direkt an den jeweiligen Verkäufer übertragen, davon hat das Unternehmen ja nichts (außer sie haben selber einen Teil ihrer Aktien).

Und wann steigt der Kurs?
Wenn die Firma schön Gewinne einfährt und Leute entlässt.

Kommt wohl eher selten vor, dass der Kurs einer Firma steigt, nachdem sie in einem Jahr dick Verlust gemacht hat.

Original von Penishaubize
Yo Firmen können nur durch überhöhte Preise und Entlassungen Geld verdienen :/

Danke. Wenigstens einer der mir zustimmt.

[ ] Ironie erkannt
[ ] Ahnung von Wirtschaft
[x] Hauptsache was gesagt

Stimmt. Hauptsache, du hast was gesagt.
War ja nichts produktives dabei.

Außerdem ist es nicht mein Fehler, wenn Leute ihre Ironie nicht richtig rüber bringen.


Original von Tripper83
Kurssteigerungen entstehen, wenn jemand mehr für eine Aktie bietet, als sie momentan kostet.

Jetzt weiß ich auch warum, der Benzin dauend steigt.
Weil die Leute mehr bezahlen wollen, als es momentan kostet.

Leute zahlen nämlich gerne für ein Produkt mehr, als es momentan kostet.


hartiedd
Beigetreten: 08.02.2007
BlackMember

Was noch nicht erwähnt wurde:

Viele Fische Spielen Turniere auch mit höheren Buy ins, lucken die sich dort durch und schon gibts auf einen Schlag viel Geld welches dann brav im Cash Game verteilt wird.

Siehe Mombasi


Hütchenspiele, Roulette, Lotto überall verlieren Menschen langfristig garantiert Geld und trotzdem ist kein Ende in Sicht. Liegt einfach daran, dass sich der Durchschnitt über Gewinnwahrscheinlichkeiten keine Gedanken macht.


Eshmael
Beigetreten: 23.01.2006
PokerStrategist

Wenn der versprochene Gewinn groß genug ist ist die EV absolut WURSCHT.

Fakt ist wenn ich auf die Straße gehe und biete eine Milliarde € an, wenn jemand die 9 stellige Zahl auf meinem Zettel errät und er pro Rateverusch 1,01€ Zahlen muss dann habe ich nach 8 Stunden locker was dreistelliges und wenn die Bullen mich nicht erwischen auch mehr =)

Fakt ist: Solange es einen Gewinnert GIBT wird gespielt.
Denn es gibt nunmal Lottomillionäre, und auch solche die keine 5€ eingesetzt haben.


cryx
Beigetreten: 06.08.2005
PokerStrategist

glaube so livespieler kann man auch nicht vernachlässigen.
viele die live irgendwelche limits schlagen, denken sich dass sie sich den weg zum casino sparen können und zocken online, schlagen aber ihre limits aus dem casino nicht online. als beispiel fällt mir immer david benyamine ein der ja anscheinend der high stakes fisch ist oder daniel negreanu der von sich sagt(e), dass er online kein winner ist.


shackes
Beigetreten: 02.02.2005
Elite Grinder

ich glaube 98% des geldes kommt von schnib


Original von Challenge430

Original von Sasch0r
Odder meinste paris hilton oder micjael schumacher haben bock um centbeträge zu spielen ?

LOL... als ob so "superreiche Leute" Poker spielen würden und monatlich tausende von Dollars verzocken würden :rolleyes:

Mag vielleicht einige Ausnahmen geben, aber ich glaub kaum dass irgendwelche Millionäre+ regelmäßig auf den Highstakes rumdonken...

Leute die so viel Geld haben sind wohl meistens auch nicht total bescheuert... welchen Sinn soll das denn für die haben Geld auf Limits zu verzocken, auf denen nur "Vollprofis" spielen und die Gewinnerwartung somit ziemlich niedrig ist ? ?

Man kommt ja öfters beim Weggehen, Einkaufen etc. mit Leuten ins Gespräch (vor allem wenn man mit so 'ner Fulltilt Baseball Cap oder so was in der Art rumläuft;)) und erfahrungsgemäß sind es für mich 0815-Leute die monatlich einen bestimmten Betrag einzahlen, damit ohne BRM + völlig planlos viel zu hohe Limits spielen und sich davon einen großen Gewinn erwarten.

Ich denke, dass es von dieser Spezies eine ganze Menge (vor allen Dingen junge) Leute gibt und in den aller meisten Fällen geht das eben schief, so dass sie in eine Art Sucht geraten, dauernd einzahlen und regelmäßig verlieren.

da halt ich mal dagegen. reiche leute suchen einfach nervenkitzel. schonmal gesehen, was so in casinos an roulette-tischen los ist oder an den automaten? und da wird auch nicht um cent-beträge gespielt. klar freuen die sich, wenn sie mal 100$ auf ne zahl treffen und dick ausgezahlt werden. die meisten wollen einfach spaß haben. dass sie ingesamt miese machen, stört die nicht wikrlich. und an den pokertischen siehts nicht anders aus. die freuen sich wie kleine kinder, wenn sie ihren 3outer treffen und donken wie die weltmeister. letztlich verlieren sie dann nen 1000er oder so. das juckt die gar nicht. die quote ist online vielleicht nicht so hoch. aber die masse machts da genauso. oder denk an die geschäftsleute, die sich pros mieten, um gegen die zu zocken. oder nimm den zirkus-kanadier bei high stakes poker. den juckt doch nen verlorener pot auch kaum. und der spielt noch recht gut.


Ein Gambler wird immer eine Möglichkeit finden, sein Geld zu versenken. Poker ist für sogenannte Spielsüchtige nicht mal besonders attraktiv, da mit relativ hohen Aufwand, bzw. Skill verbunden.
Die spielen lieber am Automaten oder Roulette. Ein guter Freund von mir verspielt dabei bis zu 100k € im Jahr.
Wenn er mal in privater Runde Pokert, verliert er sein ganzes Geld in extrem kurzer Zeit und es ist ihm egal.

Aber das ist eine Ausnahme, die in hohen Limits sicher schon auch zu finden sein dürfte.
Ein anderer Freund von mir spielt NLSH1000, er kennt werder Pokertracker noch Pokerace und sein Bankrollmanagment findet auf einer Zigarrettenschachtel statt. Er schätzt seine Gewinne. Die sollen bei 1k€ pro Monat liegen, genau kann er das nicht sagen.

Also den Riesenaufwand, sich mit viel Theorie, Spielpraxis und Rückschlägen die Limits hochzuquälen, trau ich der breiten Masse schlichtweg nicht zu.
Sind ja auch meist intellektuelle junge Leute die diesen Weg halbwegs erfolgreich gehen, nicht der Durchschnittsbürger.

Mindestens 75% versenken Ihr Startkapital, danach krepieren mindestens nochmal 80% in den Micros, was die ps.de ler betrifft.
Der Rest sind Longtermwiningplayer, aber damit lassen sich keine Pokerräume füllen.


polfruk
Beigetreten: 28.04.2006
PokerStrategist

folgender thread ist die antwort auf diesen thread hier

scheiss glückssspiel so ein dreck alter


Buzibaer
Beigetreten: 07.06.2006
BlackMember

Original von ThomAA
Also auch wenn gerade PS immer die Philosophie vertritt, man solle nach Möglichkeiten "kein eigenes Geld investieren" und mit den 50$ sich hocharbeiten, so ändert dies im Endeffekt nicht das Geringste an der Tatsache, dass das System nur deswegen funktioniert, weil sehr viele Anfänger und schlechte Spieler immer wieder Geld einzahlen, dass sie langfristig an die besseren Spieler verspielen.

Finde gut, dass Du die Frage mal sachlich aufgeworfen hast - bisher wurde diese nämlich sowohl von 'offizieller' Seite, wie auch hier im Forum ziemlich vermieden, bzw. mit irgendwelchen Flames davon abgelenkt, wenn mal jemand solche grundsätzlichen Fragen stellt.

Viele Spieler hier zucken auch nur mit den Schultern und denken "Wayne" bei solchen eher moralischen Fragen. Aber auch wenn die meisten kritischen Medienberichte über Online-Poker unsachlich oder gar lächerlich rüberkommen und das Pokern dämonisieren, so gibt es eben doch einige Fakten, welche hier mancher nicht gerne liest:

- Es GIBT ohne Zweifel Spielsüchtige, welche auf solchen Seiten ihr Geld verdonken
- Nicht alle können wahrscheinlich solche Verluste locker wegstecken
- Es GIBT wahrscheinlich auch zahlreiche Minderjährige auf den Plattformen, auch wenn dies offiziell von den Plattformen 'verboten' wird... Annette Obrested hat auch schon früher angefangen, und die Meisten sind wohl nicht ähnlich erfolgreich
- Die Pokergewinne, ob sie nun für Autos oder zum Leben verwendet werden SIND nun zumindest zu einem Teil auf Kosten der oben genannten Gruppen gemacht worden.

Mir gehts hier nicht darum, den Moralapostel zu spielen - ich spiele ja auch Poker auf diesen Plattformen.

Aber ich mache mir schon auch Gedanken darüber, und auch darüber, wie man diese Situation verbessern könnte. Und diese Fakten als Online Pokerspieler einfach tot zu schweigen finde ich doch ziemlich heuchlerisch, die schönen Gewinne haben eben auch ihre Schattenseiten. Umso mehr freut es mich, dass hier auch andere sich solche grundsätzlichen Fragen stellen - den Meisten hier wirds wohl am A... vorbei gehen.

Hast du dir schon mal überlegt, dass es andere "Systeme" gibt, die moralisch um einiges verwerflicher sind als Poker? Bspw. warums bei H&M Shirts für 5€ gibt? Oder warum die Leute, die 1kg Kaffee ernten, nur einen Bruchteil dessen verdienen, was der Kaffee im Supermarkt kostet?

Wenn man diese Systeme betrachtet, fällt die "Abzocke" Poker wirklich nicht mehr ins Gewicht imo.
Pokern is halt ein "darwinistisches System" (Barry Greenstein), in dem es- durch den Rake noch verschärft- nur Platz für ein paar % Winning Player gibt.
Wer Probleme damit hat bzw. nicht abgebrüht genug ist, dass wegstecken zu könnne, hat am Pokertisch nichts verloren.
Pokern lebt halt nun mal von der minderen Intelligenz bzw. Ignoranz derer, die wir- arroganterweise- als Fische bezeichen. Natürlich ist es schade für Menschen, die bspw. mit Spielsucht ein Problem haben bzw. die ihren letzten Cent verzocken, aber darin spiegelt sich nur unser gesamtes kapitalistisches System wieder. Die Anbieter von Klingeltönen (JAmba Sparabo und so ne Scheisse) profitieren doch auch von der grenzenlosen Naivität und dem schlechten Geschmack der Jugend, was imo mindestens genauso verwerflich ist.

Ferner sind diese Menschen in einem Sozialstaat nicht wirklich existentiell gefährdet und haben- wenn man jetz kein deterministisches Konzept verfolgt- immer die Möglichkeit, aufzuhören bzw. eine Therapie gegen die Spielsucht in Angriff zu nehmen.

Um es zusammenfassend zu sagen: Das "System Poker" ist auch nicht "100% clean" aber die Opfer des Systems müssen zumindest keinen Hunger leiden und sind noch dazu freiwillig Opfer des Systems.
Von daher finde ich es- im globalen Gesamtkontext betrachtet- wirlich nicht so verwerflich.


Prussian
Beigetreten: 09.02.2006
Elite Grinder

Ich glaube, von vielen hier wird Poker nur unter dem finanziellen Aspekt gesehen!

Wenn man Online-Poker als Teil der Unterhaltungsindustrie begreift, sieht die Sache doch schon ganz anders aus.
Las Vega (oder von mir aus auch Disneyland) existieren schon einige Jährchen und da fragt sich auch keiner, woher das Geld kommt, das dorthin fließt. Hier wie dort zirkuliert es halt zwischen den Wirtschaftsbereichen. Leute verdienen (mehr oder weniger berechtigt) "viel" (Manager, Sportler, weiß der Geier wer noch) oder "wenig" Geld (Nichtselbständige, Angestellte, etc.) und konsumieren es. Wobei 'viel' und 'wenig' in diesem Zusammenhang sicherlich auch höchst relativ ist. So wie die Menschen jeden Monat ihr Brot und ihre Butter kaufen, geben sie auch Geld für Entertainment aus. Ob sie das an der Rummelbude tun, Lotto spielen oder halt beim Poker verdonken ist letztendlich egal. Der Spaß ist entscheidend. Die (meisten) Leute gehen ja auch nicht gleich in den Wald und erschießen sich, weil sie 'nen Rubbellos gekauft und dann 'ne Niete gezogen haben. Der Tag auf der Kirmes war trotzdem schön.
Und wenn man mit Kumpels beim Home Game sitzt, macht man das in der Regel ja auch nicht, um sich sein Leben damit zu finanzieren (sonst hat sich das mit den Kumpels wahrscheinlich bald erledigt)

Man darf halt Online-Poker nicht als geschlossenes System betrachten. Wenn ich sehe, was Wochenende für Wochenende so in Clubs und Discos versoffen wird, stelle ich mal die gewagt Behauptung auf, dass das für die meisten ganz stark -EV ist. Trotzdem pumpen wir WE für WE Unmengen an Geld in dieses 'System'. Und ehrlich - ich sehe nicht, dass dieser Boom auf absehbare Zeit sein Ende findet!

Andererseits 'versickert' das Geld beim Online-Poker ja nicht irgendwo im Nirwana. Ich für meinen Teil kann zumindest für mich behaupten, dass ich das, was ich auscashe, auch wieder irgendwo in den Geldkreislauf einbringe. Sei es am Wochenende (siehe oben ) oder für andere Sachen, die ich mir in dem Moment "unbedingt" gönnen muss. Im passivsten Fall steck' ich's in Wertpapiere; aber auch da ist es wieder im Wirtschaftskreislauf (selbst wenn es auf dem Sparbuch schlummern würde).

Das kleine System Online-Poker ist eben nur ein Subsystem der Unterhaltungsindustrie, die wiederum Teil des gesamtwirtschaftlichen Systems ist.

Also ein ewiger Kreislauf:
Menschen verdienen Geld - Menschen konsumieren Unterhaltung - Menschen geben gewonnnenes Geld in anderen Bereichen aus - andere Bereiche bezahlen ihre Mitarbeiter damit - Menschen verdienen Geld ...

Für einige mag Poker zum Geldverdienen taugen, für die Masse ist es wohl mehr Spass an der Freude. Es gibt schließlich auch 100.000de, die Fussball spielen und dabei nicht wenig Zeit (und auch Geld) investieren. Trotzdem kann nur ein Bruchteil davon seinen Lebensunterhalt bestreiten.

Die Chance Geld zu gewinnen, mag ein zusätzlicher Anreiz sein (bei manchen sicherlich der entscheidende), doch wenn sie zur alleinigen Triebkraft wird, bleibt der Spaß ganz schnell auf der Strecke. - Und dann ist Poker auch nur ein Job wie jeder andere ... in den man Zeit investiert, sich weiterbilden und diszipliniert und regelmäßig spielen MUSS, um seine Existenz zu sichern. - Nicht so meine Vorstellung von Spaß und Freizeitvergnügen!!!

Kurz zum Punkt Suchtverhalten (der ja vom PO eigentlich nicht angesprochen wurde):

Jeder weiß (oder sollte zumindest wissen), welches Suchtpotential in Computer- (oder hier speziell in Online-) Spielen steckt. Das weiß aber auch jeder über Alkohol und Zigaretten. Trotzdem kommt heutzutage kaum noch jemand auf die Idee, es generell allen zu verbieten. Solange andere nicht geschädigt werden, muss schon jeder etwas Eigenverantwortung tragen. Und Süchtigen jedweder Abhängigkeit kann nur geholfen werden, wenn diese sich ihrer Sucht bewusst und willens sind, diese zu bekämpfen. Weder verhindere ich, noch befördere ich eines Menschen Sucht, nur weil es mir Spaß macht, Poker zu spielen. Es wird ja auch keiner zum Alkoholiker, wenn ich mich 'aus Spaß' bis zur Besinnungslosigkeit besaufe. Auch hat noch kein Vergnügungspark dicht gemacht, weil einige Adrenalin-Junkies nicht genug vom Roller Coaster bekommen können. Ist halt alles eine Frage der verträglichen Dosis.

So, wurde nun doch ein etwas längerer Beitrag.
Aber vielleicht trägt es ein wenig zu einer streitbaren Diskussion bei ;)


Ich glaube auch, dass auf den höheren limits sehr sehr viel geld von livespielern kommt.

Ich kenne selber einen der NL1k im Casino deutlich schlägt weil er einfach übermäßig aggressiv ist dafür aber mit jedem top pair broke geht. live scheints zu klappen...jedefalls hat er dann 50k auf party eingecasht und nach nem monat wars weg ^^

limitabstieg gabs für ihn natürlich nicht ;)


Zinsch
Beigetreten: 01.02.2008
Elite Grinder

Original von cryx
... oder daniel negreanu der von sich sagt(e), dass er online kein winner ist.

Der hat aber im 2+2-Pokerstars-Podcast auch erzählt, dass, wenn er mal herausgefunden hat, wie die einzelnen Spieler so ticken (und auf den Highstakes wechseln die ja nicht so häufig), er sich eine gute Edge gibt, weil selbst die Leute auf FL 100/200 seiner Meinung nach genug Leaks haben, die er exploiten kann.

Oder halt bei den HU SNGs mit langsam steigenden Blinds.

Einfach mal selber reinhören.


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