Original von cJaYfeatYeahRuL
Ich zweifel ehrlich gesagt mittlerweile auch, ob diese "Standard-Strategie" (anfangs über tight, später etwas aufloosen) in MTTs überhaupt sinnvoll ist. Es läuft doch eigentlich fast immer gleich ab. Man sitzt da die erste Stunde rum, spielt seine 0-2 Hände, und sofern man nicht von nem donk nen stack geschenkt bekommen hat, ist man auch irgendwann schon recht short, und man muss das flippen beginnen. Und selbst wenn man dann mal einen gewinnt, ist man von den top 3561324184 stacks schon meilenweit entfernt. Das kanns nicht sein.
Ich glaube mittlerweile, dass man mit der "Standard-Strategie" in größeren MTTs nicht viel reißt, wenn man nicht gerade einen Bomben Tag erwischt. zu Beginn ultra tight, und bei steigenden blinds auflossen und die blinds angreifen? Ist ja schön und gut, nur dass man im i.d.R. bei steigenden blinds schon kaum noch nen vernünftigen stack hat, um zu experimentieren bzw. aufzuloosen und Druck auf die blinds auszuüben. Hat man aber recht schnell einen schönen stack, lässt es sich auch viel leichter spielen. Fast jeder kennt das doch. Runnt man mal deep, ist es schon fast ein Kinderspiel, weit zu kommen. Mann kann sich eben auch mal leisten, nen flip zu verlieren. Und man kann es verkraften, auf resteals folden zu müssen etc.
Ich denke, ich werde mal in einigen donkaments etwas komplett Neues testen. Zu versuchen, mir schnell einen respektablen stack aufzubauen oder halt direkt zu busten. Schaffe ich es, mir in den ersten blind levels nen ordentlichen stack aufzubauen, lässt es sich etwas leichter spielen und meine Chancen, weit zu kommen, steigen. Schaffe ich es nicht, verabschiede ich mich halt direkt zu Beginn ausm Turnier und spare Zeit. Zeit, in der ich eventuell stundenlang mit nem Krüppel stack ums Überleben herumgegurkt wäre, um dann nach 4 Stunden Überlebenskampf durch nen verlorenen flip rauszufliegen und 2 buyins wiederzubekommen. Also ne Strategie die drauf aus ist, entweder sich gleich nen ordentlichen stack zu erspielen, um so realistischere Chancen zu haben, weit zu kommen bzw. die lohnenswerten Ränge zu erreichen, oder halt lieber direkt auszuscheiden und somit Zeit zu sparen.
Es gibt zu jeder Zeit im mtt einen Risikofaktor:
- Ist es sinnvoll hier für 30bb zu flippen?
- Oder ist die Struktur langsam genug um auf ne bessere Hand zu warten?
Meiner Meinung ist das schwierigste überhaupt, hier ne Lösung zu finden!!
Ansonsten stealt man natürlich auch schon in der early phase rum, wenn man postflop spielen kann ... in der Phase stellt sich aber ne andere, ebenfalls schwierige Frage:
- Ist es sinnvoll hier schon um mehr als 20bb Pötte mit marginalen Händen zu spielen?
Meistens lautet die Antwort "NEIN".
Man muss also genau abwägen inwiefern man stealt und ob ne conti Sinn macht. Oder aber ob der Fisch Fisch zu viel ist und viel zu oft callen wird ...
Eure Aussagen "bla bla ich kack immer ab .. ich loose jetzt auf und steal wild rum" ist also auch Quatsch.
Es geht darum, möglichst wenige Chips zu "verdonken", andererseits aber nicht runterzublinden.
Das ganze ist weit weit komplexer als ein am 27.5.2010 registrierter Anfänger so schnell verstehen kann ...
Spiel mal EIN mtt und analysier nachher JEDE hand ...
Mach das 20x und du bist ein besserer mtt-ler als das halbe Forum hier ...
// Es gibt hier durchaus content für mtt-ler, man muss nur die richtigen Leute fragen oder die richtigen Videos schauen!
Guckt euch die Nazgul Videos an, die gibts auch als promo für kleine Stati glaub ich ...
Kopiert den Stil, der is fürn Anfang net schlecht. Auf den niedrigen Limits könnt ihr nur net ganz so loose restealen weil die Fische oft callen. Repushes mit 25bb und T8s sind wegen des zu hohen Risikos net gut denk ich ...
Naja soviel zu meinem Einblick in die Tiefgründe der mtt-Strategie.
Have fun ^^